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Windows 10 Creators Update im Test: Das kann die neue Version

Das Creators Update bringt Windows 10 auf die neueste Version.

Mit dem Windows 10 Creators Update hebt Microsoft sein Betriebssystem auf die nächste Stufe. Wir haben uns die neue Version 1703 für einen Test angeschaut und die wichtigsten Neuerungen und Verbesserungen kritisch beäugt.

Als Windows 10 im Juli 2015 gestartet wurde, versprach Microsoft ein Betriebssystem, das ähnlich wie iOS oder Android ständig durch neue Funktionen erweitert wird. Rund 20 Monate später steht nun mit dem Creators Update das zweite große Software-Paket zur Verfügung, das dieses Versprechen einlösen möchte. Doch was genau ändert das Creators Update und wie gut ist es wirklich? Wir haben es uns im Test angesehen.

Eine neue Version von Windows 10

Mit dem Creators Update bekommt Windows 10 eine neue Versionsnummer verpasst. Von Version 1607 geht es rauf auf System-Version 1703. Das Creators Update stellt damit quasi eine neue Inkarnation von Windows 10 dar, die in den meisten Bereichen gleichbleibt, jedoch trotzdem viele Veränderungen beinhaltet.

Windows 10 CA System fullscreen
Die neue Versionsnummer lautet 1703.

Ein schöneres Windows

Seit Windows 8 hatten PC-Nutzer kaum Möglichkeiten, den Look der Nutzeroberfläche an den eigenen Geschmack anzupassen. Auch die Launch-Version von Windows 10 bot dazu nur rudimentäre Einstellungen, die Microsoft nun jedoch erweitert. So stellt das Betriebssystem in der Version 1703 endlich die Möglichkeit bereit, eigene Themes und Designs herunterzuladen, einzurichten und nach den eigenen Wünschen anzupassen. Allerdings hätte Microsoft hier für unseren Geschmack durchaus noch weitergehen und noch mehr Optionen anbieten können. Naja, vielleicht beim nächsten Update.

Windows 10 Themes fullscreen
Im Windows Store gibt es jetzt zahlreiche Themes zum Verschönern des Computers.

Ebenfalls ein Feature zur besseren Anpassung der Nutzeroberfläche an die eigenen Bedürfnisse ist die Möglichkeit, App-Ordner im Startmenü anzulegen. Leider ist auch diese Funktion noch nicht so ausgereift, wie wir uns das gewünscht hätten.

Mehr Privatsphäre für den Nutzer

Schon seit dem Launch von Windows 10 ist der Datenschutz ein leidiges Thema. So gilt das Betriebssystem als große Datenkrake, die am liebsten alles über den Nutzer in Erfahrung bringen möchte. Kritisiert wurde dabei vor allem die mangelnde Transparenz, welche Informationen Microsoft überhaupt sammelt. Mit Dem Creators Update nehmen sich die Entwickler dieser Kritik an und schlüsseln erstmals detailliert auf, was genau gesammelt wird. Endlich bietet Microsoft auch ein Online-Dashboard an, in dem jeder Nutzer einsehen kann, welche Informationen Microsoft schon hat. Löschen lassen sich diese dort übrigens auch. Der Schritt hin zu mehr Transparenz gefällt uns auf jeden Fall gut und dürfte sich auch für Microsoft selbst auszahlen – als vertrauensbildende Maßnahme quasi.

Diagnoledaten Windows 10 neu fullscreen
Mit dem Update bietet Microsoft mehr Transparenz zur Datenerfassung.

Edge: Ein Browser wird (langsam) erwachsen

Der System-eigene Edge-Browser wurde 2015 gemeinsam mit Windows 10 als Nachfolger des alten Internet Explorer vorgestellt – und befand sich damals noch in einem recht rudimentären Zustand. Mittlerweile hat Edge einiges dazugelernt und versucht langsam aber sicher zu den Platzhirschen Firefox und Chrome aufzuschließen. Die Neuerungen im Creators Update fallen allerdings eher minimal aus.

Edge-Update Creators Update fullscreen
Edge bekommt einige neue Steuerelemente zur bequemeren Bedienung.

Neu ist unter anderem die Vorschau-Funktion für alle geöffneten Tabs, mit welcher die Navigation verbessert und beschleunigt werden soll. Neben dem "Plus"-Symbol zum Öffnen eines neuen Tabs befindet sich dafür nun ein kleiner Pfeil zum Anzeigen der Vorschau. Praktisch ist die neue Möglichkeit, sämtliche geöffneten Tabs in ihrer aktuellen Ansicht für spätere Sessions zu speichern. Dafür gibt es nun links oben im Browser-Fenster ein kleines Ordner-Symbol. Endlich ist auch eine Reader-Funktion für E-Books an Bord.

Der Spielmodus für mehr Performance

Lange Zeit sah es so aus, als würde sich Microsoft nur noch um seine Xbox-Kunden kümmern und die PC-Spieler sich selbst beziehungsweise Valves Steam-Plattform überlassen. Mit Windows 10 bemüht sich der Entwickler jedoch erstmals wieder intensiv um die Gunst der Gamer. Die Bemühungen tragen dabei durchaus Früchte, denn bei keiner anderen Nutzergruppe ist die Akzeptanz von Windows 10 derzeit höher als bei den Gaming-Fans.

Spielmodus Windows 10 fullscreen
Der Spielmodus ist nach dem Update automatisch aktiviert.

Auch das Creators Update soll deshalb wieder etwas für Gamer bringen und erweitert Windows 10 um den sogenannten Game Mode (zu Deutsch: Spielmodus). Dieser soll die Performance des Computers beim Zocken verbessern, indem die Ressourcenverteilung des Systems zu Gunsten des Spiels optimiert wird. Prozesse, die im Hintergrund ablaufen und nichts mit dem Spiel zu tun haben, sollen hingegen vernachlässigt werden.

State of Decay fullscreen
Der ein oder andere Frame lässt sich mit dem Spielmodus noch herausholen.

Der Spielmodus macht aus einem Mittelklasse-Laptop keinen High-End-Rechner, hat jedoch durchaus Potenzial, die Framerate bei einigen Spielen um 1 bis 3 Bilder pro Sekunde zu steigern. Das kann gerade auf schwächeren Systemen dazu führen, das hardwarehungrige Titel besser spielbar sind. Wer hingegen schon ein High-End-System sein Eigen nennt, wird über solche Maßnahmen eher Schmunzeln und die Ergebnisse dürften ohnehin von Spiel zu Spiel variieren. Dennoch: Laut unserem Test funktioniert das Ganze durchaus und kann im Einzelfall tatsächlich zur Verbesserung des Spielerlebnisses beitragen.

Viele kleine Verbesserungen

Und sonst so? Tatsächlich verbessert das Creators Update das Betriebssystem an viel mehr Stellen als zunächst ersichtlich wird und fügt neue Funktionen hinzu, die schnell übersehen werden. So gibt es neuerdings beispielsweise einen waschechten Nachtmodus, in dem bei Dunkelheit dank eines Blaulichtfilters die Augen geschont werden – natürlich optional.

Windows 10 Nachtmodus fullscreen
Mit dem Nachtmodus wird Windows 10 im Dunkeln besser nutzbar.

Eines der coolsten neuen Features ist die sogenannte dynamische Sperre. Damit lässt sich der PC sperren beziehungsweise entsperren, indem dieser mit einem Bluetooth-Gerät wie etwa einem Smartphone oder einem Fitness-Tracker gekoppelt wird. Entfernt sich der Nutzer mit diesem Gerät vom PC, wird dieser automatisch gesperrt. Kommt er zurück, wird das System automatisch wieder entsperrt.

Auch der eingebaute Virenschutz Windows Defender wurde verbessert und erinnert nun stark an eine klassische Security Suite, wie sie auch von Drittanbietern angeboten wird. In einer einzigen Übersicht erhält der Nutzer Infos über Virenschutz, Firewall, Wartungstools und mehr.

Fazit: Feintuning für ein gutes Betriebssystem

Wenn man das Creators Update nach diesem Test mit einem Wort zusammenfassen müsste, dann wäre das wohl "Feintuning". Ein Großteil der bislang noch rauen und spitzen Ecken von Windows 10 wurde in der neuesten Version des Betriebssystems rund geschliffen. Besonders schön ist, dass Microsoft mit einigen der Neuerungen direkt auf das Feedback und die Kritik der Nutzer eingegangen ist. Insgesamt fühlt sich Windows 10 nach dem Update nicht grundlegend anders, aber doch kompletter und ausgereifter an. Erreicht wird dieses Gefühl durch das Drehen an vielen kleinen Stellschrauben.

Dennoch ist auch das Creators Update wieder nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zur perfekten PC-Nutzung und an einigen Stellen hätten wir uns noch mehr Konsequenz gewünscht. Allerdings hat Microsoft lange im Vorfeld ja genau das versprochen. Laut Aussagen der Entwickler wird Windows 10 nämlich niemals richtig fertig sein und immer wieder kleinere Möglichkeiten zur Optimierung bieten. So gesehen ist das Creators Update ohnehin nur eine Momentaufnahme und ein weiterer Schritt auf dem Weg dorthin, wo auch immer Microsoft die Zukunft der PC-Nutzung vermutet. Bislang macht es zumindest Spaß, den Entwicklern auf diesem Weg zu folgen.

Windows 10 Creators Update
Windows 10 Creators Update
  • Datenblatt
  • Release-Datum
    11.04.2017
  • Genre
    Betriebssystem für PC, Tablet und Smartphone
  • Publisher
    Microsoft
  • Plattformen
    Windows 10
TURN ON Score:
4,1von 5
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