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Airbar im Test: Der Laptop-Touchscreen zum Nachrüsten

Ein Touchscreen für einen Laptop lässt sich normalerweise nicht nachrüsten. Doch der Hersteller Neonode scheint mit seiner Airbar nun doch einen Weg gefunden zu haben, genau das zu tun. Im Test haben wir uns angeschaut, ob der nachrüstbare Touchscreen für Notebooks tatsächlich funktioniert.

Spätestens seit Microsoft mit Windows 10 ein brauchbares Betriebssystem vorgestellt hat, das Desktop- und Tablet-Modus vereint, erscheinen immer mehr Laptops mit Touchscreen. Doch auch Notebooks, die nicht ab Werk mit einem Touchscreen ausgestattet sind, lassen sich dank eines neuen Gadgets namens Airbar nun nachrüsten. Wir wollten wissen, ob die Airbar in der Praxis hält, was Hersteller Neonode verspricht und haben uns das Gadget kurzerhand für einen Test geschnappt.

 Für unseren Test hatten wir das 15,6-Zoll-Modell zur Verfügung. fullscreen
Für unseren Test hatten wir das 15,6-Zoll-Modell zur Verfügung. (©TURN ON 2017)

Für welche Notebooks ist die Airbar geeignet?

Angeboten wird die Airbar aktuell in vier verschiedenen Größen von 11,6 bis 15,6 Zoll im 16:9-Format, sodass beinahe für jeden Laptop ein passendes Format vorhanden ist. Als Betriebssysteme werden Windows 10, Windows 8.1 und Chrome OS unterstützt. Eine Variante für MacBooks bietet der Hersteller auch an. Dabei sollten interessierte Käufer allerdings berücksichtigen, dass MacOS keine auf Touch-Eingaben optimierte Oberfläche besitzt, was die Bedienung im Vergleich zu Windows 10 etwas umständlich machen dürfte.

Schlichte und unauffällige Optik

Optisch präsentiert sich das Gadget schlicht und unauffällig als schmaler Streifen, der an der Frontseite mit Aluminium ummantelt ist und auf der Rückseite zwei Magneten für besseren Halt besitzt. An der rechten Seite befindet sich zudem ein kurzes USB-Kabel, das zum Anschließen an den Laptop dient.

 Optisch gibt sich die Airbar schlicht. fullscreen
Optisch gibt sich die Airbar schlicht. (©TURN ON 2017)

Installation und Handhabung sind kinderleicht

Die Installation ist simpel: Die Airbar selbst wird einfach unterhalb des Monitors auf den Bildschirmrahmen gesetzt und über das Kabel mit einem freien USB-Port am Computer verbunden. Unter Windows 10 war das Gadget im Test nach einer automatischen, etwa zehnsekündigen Treiberinstallation sofort funktionsbereit. Funktionsbereit bedeutete in diesem Fall, dass der Monitor des Laptops, der normalerweise kein Touchscreen ist, plötzlich wie von Zauberhand auf Touch-Eingaben reagierte. Umgesetzt wird diese simulierte Touchscreen-Bedienung durch einen Infrarot-Sensor, der die Position des Fingers auf dem Monitor erkennt.

 Die Installation besteht im Anstecken eines einzigen Kabels. fullscreen
Die Installation besteht im Anstecken eines einzigen Kabels. (©TURN ON 2017)

Ein überraschend guter Touch

Die Genauigkeit der Touch-Eingaben über die Airbar war zumindest in unserem Test unerwartet gut. So ließ sich Windows 10 im Tablet-Modus fast ebenso gut steuern wie auf einem waschechten Convertible, das ab Werk bereits mit einem Touchscreen ausgestattet ist. Auch die in Windows integrierten Touchscreen-Gesten ließen sich mit etwas Übung verwenden. Bemerkenswert ist übrigens, dass die Touch-Eingaben über die Airbar auch mit Handschuhen, Eingabestiften oder sogar Pinseln funktioniert. Der Infrarot-Sensor macht also keinen Unterschied zwischen Fingern und anderen Touch-Werkzeugen. Verschiedene Druckstufen, wie etwa mit dem Surface Pen, lassen sich allerdings nicht unterscheiden.

Einige Minuspunkte sind trotzdem zu vermerken. So sitzt die Airbar nicht immer bombenfest auf dem Displayrand und kann insbesondere dann, wenn der Laptop auf dem Schoß liegt, schon mal verrutschen. Auch hat das Gadget im Test hin und wieder ein nerviges Fiepen produziert, dessen Ursache sich jedoch nicht ausmachen ließ. Zudem sollte der untere Rand des Displays breit genug sein, damit, die Airbar dort Platz findet, ohne auf den Screen überzustehen. Ist das nicht der Fall, funktionieren auch die Touch-Eingaben nicht einwandfrei.

 Mit der Airbar lässt sich Windows 10 im Tablet-Modus bedienen. fullscreen
Mit der Airbar lässt sich Windows 10 im Tablet-Modus bedienen. (©TURN ON 2017)

Fazit: Endlich mal ein überzeugendes Gadget

Unterm Strich ist die Airbar von Neonode ein spannendes und überraschend funktionelles Gadget für den Laptop. Installation und Handhabung funktionieren kinderleicht und die Nutzung lässt sich ohne Umschweife als intuitiv bezeichnen. Über Sinn und Unsinn eines solchen Peripherie-Geräts lässt sich natürlich immer streiten. Wer allerdings ernsthaft nach so etwas wie einem nachrüstbaren Touchscreen für seinen Laptop sucht, findet in der Airbar das richtige Gadget. Das Niveau eines nativen Touchscreens wird zwar nicht ganz erreicht, aber für die meisten Alltagsanwendungen dürfte die gebotene Genauigkeit durchaus ausreichen. So gesehen ist die Airbar tatsächlich mal wieder ein überzeugendes Gadget.

Meinung des Autors
Normalerweise bin ich bei Gadgets, die revolutionäre neue Funktionen versprechen, etwas skeptisch. Meist funktionieren diese nicht mal ansatzweise so gut, wie die Hersteller es versprechen. Die Airbar konnte mich jedoch positiv überraschen, weil sie wirklich genau so funktioniert, wie es sein soll. Praktisch direkt nach dem Anstecken des Gadgets an den USB-Port des Laptops, reagiert das Display auf die Touch-Eingaben. Dabei kommt der Airbar natürlich zu Gute, dass Windows 10 über einen Tablet-Modus verfügt und somit auf die Touch-Steuerung optimiert ist. Andernfalls wäre der nachrüstbare Touchscreen nicht mehr als ein cooles Gimmick.
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