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Analog und smart: Die Withings Activité Pop im Test

Die Whitings Acitivité Pop ist nicht so smart wie andere Smartwatches, kommt aber mit einigen Sonderfunktionen.
Die Whitings Acitivité Pop ist nicht so smart wie andere Smartwatches, kommt aber mit einigen Sonderfunktionen. (©TURN ON 2015)

Nur bedingt smart, dafür umso mehr Watch: Das ist die Withings Activité Pop. Die Analoguhr aus Frankreich ist optisch nicht als Smartwatch zu erkennen. Dennoch bringt sie mehr Funktionen mit als eine klassische Armbanduhr. Welche das sind, durften wir in schon vor dem offiziellen Verkaufsstart in einem Test unter die Lupe nehmen.

Withings Activité Pop: Günstige Alternative zur teuren Edel-Smartwatch

Die Withings Activité zählte zu den Wearable-Überraschungen im Jahr 2014. Die Analoguhr war weder eine vollwertige Smartwatch noch ein umfassend ausgestatteter Fitness-Tracker. Dennoch kam die klassisch designte Uhr gut auf dem Markt an. Vor dem Jahreswechsel war sie zeitweise sogar vergriffen – und das trotz ihres stolzen Preises von 390 Euro. Das ist viel angesichts der überschaubaren Fitness-Features.

Auf der CES 2015 legte Hersteller Withings allerdings nach und präsentierte die Activité Pop. Mit einem Preis von 149,95 Euro ist der Wearable-Ableger deutlich unterhalb der edlen Activité positioniert – und das bei gleichem Funktionsumfang. Klar ist also: Withings will neue Zielgruppen für sich erschließen. Insbesondere junge Menschen dürften lieber zur poppigeren Variante der Uhr greifen. Während die Elektronikmesse in Las Vegas noch in vollem Gange war, durften wir die neue Withings Activité Pop bereits testen.

Design: Mehr Uhr als Smartwatch

Withings Activité Pop fullscreen
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Der erste Eindruck: Ah, eine klassische Armbanduhr! Und die soll sportliche Aktivitäten tracken und den Schlaf überwachen können? Im Gegensatz zu aktuellen Smartwatch-Modellen sieht man der Activité Pop ihr smartes Inneres keineswegs an. Auch in Sachen Tragekomfort ist die Uhr schlauen Wearables wie der LG G Watch R oder der Samsung Gear S überlegen. Mit einem Gehäusedurchmesser von rund 3,6 Zentimetern wirkt die französische Uhr sehr viel dezenter als die Gadgets der Konkurrenz – zumal unser Testmodell in der Farbe Wild Sand geliefert wurde. Wer mehr Farbe wünscht, greift zum Modell in Bright Azure oder kombiniert die graue oder sandfarbene Uhr mit einem der vielen bunten Armbänder, die der Hersteller anbietet.

"Es ist an der Zeit, dass Wearables endlich das werden, was der Name verspricht", sagt Withings-CEO Cédric Hutchings  in einer Pressemitteilung zur Präsentation der Activité Pop. Und "tragbar" ist die Uhr dank ihres geringen Gewichts und des weichen Armbands tatsächlich. Zwar mutet es nicht so hochwertig an, wie das Lederarmband der 390 Euro teuren Activité. Dafür stört das Silikonarmband auch nicht bei leichten sportlichen Aktivitäten oder beim Schlafen. Ein kleiner Nachteil des Materials: Wie alle gummiartigen Oberflächen zieht es Fusseln und Staub magisch an.

Withings Activité Pop fullscreen
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Die Gehäuse von Activité und Activité Pop unterscheiden sich optisch hingegen gar nicht. Doch auch hier rechtfertigt die Materialauswahl den Preisunterschied: Saphirglas beim teuren Modell und PVD-beschichtetes Mineralglas bei der günstigen Variante schützen die Uhr vor Stößen und Kratzern. Was darunter steckt, ist bei beiden Uhren wieder identisch. Ein Zifferblatt, das die Uhrzeit anzeigt, und ein zweites kleines, das den Fortschritt bei der Absolvierung des täglichen Schrittziels darstellt.

Handling: Smarte Features nur über App abrufbar

Wer bei der Inbetriebnahme die Krone zum Einstellen der Uhrzeit sucht, wird nicht fündig. Denn da zeigt sich die smarte Seite der Withings Activité Pop: Eingestellt wird sie über die passende iOS-App. Die Health-Mate-Anwendung gibt es zwar auch für Android im Google Play Store – zum Start am 26. Januar wird die Activité Pop aber zunächst nur mit Apples iOS kompatibel sein. Nach dem Aktivieren der Uhr über die Gehäuserückseite synchronisiert sich das Wearable per Bluetooth 4.0 mit dem iPhone. Das hat den Vorteil, dass man die Uhrzeit niemals manuell korrigieren muss. Bei der Reise in eine andere Zeitzone stellt sich die Uhr automatisch um – vorausgesetzt natürlich, die Bluetooth-Verbindung zum iPhone steht. Ist dies nicht der Fall, ist das eigentlich komfortable Feature natürlich ein großer Nachteil der Activité Pop.

Die Health Mate App von Withings ist demzufolge unverzichtbar, um die Uhr zu nutzen. Dafür lässt sie sich aber auch einfach und intuitiv bedienen. Von Apple erhielt sie in 15 Ländern die Auszeichnung "App Store Best of 2014". Einmal eingerichtet, bietet die Anwendung eine Übersicht über die Messergebnisse – entweder auf einem Dashboard zusammengefasst oder in einer fortlaufenden Timeline angeordnet. Darüber hinaus lassen sich weitere Apps in den Withings-eigenen Coach integrieren, zum Beispiel der MyFitnessPal zur Überwachung des täglichen Kalorienhaushalts, die beliebte Runtastic-Anwendung oder Apples eigene Health App.

Ausstattung und Funktionen: Sag mir, wie ich schlafe!

Aber was kann die Withings Activité Pop nun eigentlich? Außer der Uhrzeit zeigt sie auch an, wie viele Schritte man täglich zurückgelegt hat. Voreingestellt ist das empfohlene Ziel von 10.000 Schritten, auf Wunsch lässt sich das aber über den Health Mate ändern. Dabei erkennt die Uhr, ob man geht oder joggt – beispielsweise auch, wenn man zum Bus rennt. Was die Activité Pop laut Hersteller ebenfalls erfassen kann, sind Schwimmbewegungen. Und da sie bis 50 Meter wasserdicht ist, kann sie ihrem Träger nach dem Schwimmen anzeigen, welche Distanz er zurückgelegt hat und wie viele Züge dafür nötig waren. Praktisch: Aus der Gesamtheit der täglichen Bewegung errechnet die Health Mate App auch gleich, wie viele Kilokalorien über den Tag verbrannt wurden.

Was beim Anblick der Uhr kaum einer vermutet: Sie kann auch den Schlaf ihres Trägers überwachen. Und das macht sie vollkommen selbstständig, während einige spezialisierte Fitness-Tracker manuell in den Schlafmodus geschickt werden müssen. Die Withings Activité Pop misst, wie lange ihr Besitzer schläft, wie oft er in der Nacht aufwacht und wie lange die Tiefschlafphasen sowie die Phasen leichten Schlafs andauern. Dargestellt wird das Ergebnis in übersichtlichen Diagrammen in der Health Mate App. Wer den Wecker in der Anwendung aktiviert, wird morgens per Vibration am Handgelenk geweckt. Das ist zwar relativ angenehm, aber eines stört doch sehr: Der Wecker der Uhr lässt sich nicht ausschalten. Durch das 30-sekündige Vibrieren morgens muss man wohl oder übel durch.

Darüber hinaus sind die Funktionen der Uhr begrenzter als die der App. Health Mate kann nämlich auch helfen, das Gewicht sowie das Herz des Nutzers zu überwachen. Dafür ist jedoch weiteres Zubehör nötig. Das Gewicht kann entweder manuell täglich eingetragen oder per kompatibler Personenwaage von Withings an die App übertragen werden. Der Puls lässt sich mithilfe der iPhone-Kamera erfassen, für den Blutdruck ist wiederum Extra-Zubehör nötig. Wer Freunde mit der gleichen Uhr und App kennt, kann diese herausfordern. In einer Rangliste führt die Anwendung auf, wer die meisten Schritte zurückgelegt hat.

Fazit: In Sachen Preis-Leistung dem teuren Modellbruder überlegen

Withings Activité Pop fullscreen
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Nichts Halbes und nichts Ganzes, aber doch irgendwie ganz cool – das beschreibt die Withings Activité Pop recht treffend. Sie ist zwar keine klassische Smartwatch, die über Nachrichten und Anrufe auf dem Smartphone informiert, aber doch schlauer als eine klassische Armbanduhr. Gegenüber Smartwatch-Modellen kann die smarte Analoguhr mit ihrem Tragekomfort, ihrem Gewicht und ihrem günstigen Preis punkten. Und es gibt noch einen weiteren wichtigen Punkt, in dem sich die Activité Pop von Moto 360, G Watch und Co. abgrenzt: Statt mit einem Akku wird sie mit einer klassischen Knopfzellen-Batterie ausgeliefert. Statt ein bis zwei Tage hält die Uhr so rund acht Monate durch. Damit ist die Withings Activité Pop vor allem etwas für diejenigen, die sich heute noch nicht an eine Smartwatch herantrauen – aber doch mehr haben wollen als eine schnöde Analoguhr.

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