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Android 11 Beta im Hands-on: Google macht das Smartphone einfacher

Android 11 legt den Fokus auf Übersichtlichkeit und Optimierung.
Android 11 legt den Fokus auf Übersichtlichkeit und Optimierung. Bild: © flickr/ John Voo 2016

Mit Android 11 will Google mehr Ordnung und Übersicht in sein stetig wachsendes System bringen. Die Beta-Version zeigt vielversprechende Ansätze in dieser Richtung – und bietet einige Features, die unser Autor Patrick nicht mehr missen möchte.

Jahr für Jahr beliefern Software-Entwickler ihre Nutzer mit neuen Features und Funktionen. Ob Windows, iOS oder Android – die Betriebssoftware der meisten Geräte ist mittlerweile so mit Features vollgepackt, dass viele Nutzer nur einen Bruchteil davon jemals benötigen und zahlreiche Funktionen womöglich nie zu Gesicht bekommen.

Bei Android 11 scheint es, als wollte Google beim letzten Punkt ansetzen. Die neueste Version des mobilen Betriebssystems für Smartphones und Tablets soll vor allem eine bessere Übersicht und einfachere Bedienung bieten. Ich habe mir die öffentliche Beta von Android 11 angeschaut und überprüft, ob das System wirklich übersichtlicher ist und Features leichter zugänglich sind.

Benachrichtigungen mit Priorität

Mit Android 11 führt Google sogenannte Prioritätslevel für Benachrichtigungen ein. Heißt konkret: Was wichtig ist, wird in Benachrichtigungsanzeige prominenter und damit weiter oben angezeigt. Und was wichtig ist, entscheidet zum Teil das System selbst und zum Teil der Nutzer.

Grundsätzlich unterteilt Android 11 die Benachrichtigungen in drei Sektionen:

  1. Unterhaltungen
  2. Laut gestellte Benachrichtigungen
  3. Lautlose Benachrichtigungen
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In Android 11 lässt sich die Priorität von Benachrichtigungen anpassen. Bild: © Google/ Screenshot: TURN ON 2020

Unterhaltungen genießen grundsätzlich höhere Priorität, da Android das Gespräch zwischen Personen als wichtiger einstuft als Benachrichtigungen von Apps oder sozialen Medien. Ganz oben werden deshalb immer die Benachrichtigungen aus Chat-Apps wie WhatsApp, Facebook Messenger oder Signal angezeigt.

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Nachrichten von priorisierten Kontakten werden mit Profilbild dargestellt. Bild: © Google/ Screenshot: TURN ON 2020

Durch langes Antippen einer Benachrichtigung lässt sich deren Prioritätslevel weiter verfeinern. Wer möchte, kann einer Konversation bei WhatsApp oder Facebook Messenger beispielsweise eine hohe Priorität zuweisen. Anschließend erscheint bei zukünftigen Benachrichtigungen in der Statusleiste nicht mehr nur das jeweilige App-Icon, sondern auch das Profilbild des jeweiligen Kontaktes.

Medienwiedergabe: Wo spielt die Musik?

Die Wiedergabe von Musik und Medieninhalten hat Google in Android 11 verbessert. Die Medienkontrolle beim Abspielen von Songs, Hörbüchern oder Podcasts wird nicht mehr als Benachrichtigung angezeigt, sondern wandert nach oben in die Schnelleinstellungen. Hier lässt sich mit einem einfachen Antippen das Wiedergabegerät einstellen und ändern. Das ist praktisch, wenn mehrere Geräte via Bluetooth gekoppelt sind. Die Wiedergabe kann dabei nahtlos von einem Lautsprecher zu einem Kopfhörer wechseln.

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In Android 11 lässt sich die Medienwiedergabe smart und zentral steuern. Bild: © Google/ Screenshot: TURN ON 2020

Screenshots ohne Handverrenkungen

Screenshots werden auf Smartphones normalerweise mit einer Tastenkombination erstellt – meistens durch gleichzeitiges Drücken der Power- und der Lautstärke-Leiser-Taste. Das erfordert in der Regel eine etwas umständliche Handverrenkung und fühlt sich umständlich an.

Mit Android 11 wandert die Option zum Erstellen eines Screenshots in den Task-Manager, in dem sich nun ein neuer Button für Screenshots befindet. Der fertige Screenshot wird dann in der linken unteren Ecke angezeigt, gemeinsam mit einem kleinen Menü zum Bearbeiten und Teilen. Das kennt man so ähnlich vom iPhone und von einigen Drittanbieter-Versionen von Android wie etwa Samsungs One UI.

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Im Task-Manager gibt es einen neuen Screenshot-Button. Bild: © Google/ Screenshot: TURN ON 2020

Gerade für Nutzer wie mich, die berufsbedingt viele Screenshots von Smartphone-Displays erstellen, stellt dieses Feature eine willkommene Vereinfachung dar. Ich kann es gar nicht erwarten, dass es diese Funktion auf möglichst vielen Smartphones gibt.

Endlich native Bildschirmaufnahmen

Eine Sache, die mich an Stock-Android immer genervt hat: Ich muss zum Erstellen einer Bildschirmaufnahme eine zusätzliche App herunterladen. Bei iPhones geht das längst nativ, und auch Samsung und andere Hersteller haben eine solche Funktion in ihre Betriebssoftware integriert.

Mit Android 11 ist Google endlich aufgewacht. In der Beta-Version, die wir getestet haben, ließ sich ein Screen-Recording jederzeit über die Schnelleinstellungen starten und auch wieder beenden. Zugegeben: Das ist eine kleine Änderung, aber eine ungemein praktische.

Das Smart Home unter Kontrolle halten

Das Smart Home ist eines der wichtigsten Geschäftsfelder für Google. In Android 11 integriert der Entwickler deshalb die Steuerung von mit Google Home verbundenen Smart-Home-Geräten in ein neues Power-Menü, das beim längeren Drücken des Power-Buttons angezeigt wird.

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Über das neue Power-Menü wird auch das Smart Home gesteuert. Bild: © Google/ Screenshot: TURN ON 2020

Alle mit Google Home gekoppelten Smart-Home-Geräte werden im unteren Bereich des Power-Menüs angezeigt und lassen sich bedienen. Darüber befindet sich ein neuer Bereich für Google Pay zur Schnellauswahl der gewünschten Zahlungsmethode. Da sich praktisch alle Smart-Home-Devices mittlerweile per Smartphone steuern lassen, ist es ungemein praktisch, eine schnell erreichbare Schaltzentrale für diese zu haben.

Standortdaten werden privater

In Android 11 können Apps Standortdaten nicht mehr permanent abfragen. Stattdessen haben Nutzer drei Möglichkeiten, den Zugriff zu gewähren:

  • Zugriff gewähren, während die App genutzt wird
  • Einmalig Zugriff gewähren
  • Zugriff verweigern

Neu ist die zweite Option. Genau wie in iOS 13 kann eine App damit nur einmalig auf die Standortdaten des Nutzers zugreifen und muss für jedes weitere Mal erneut um Erlaubnis fragen. Das ist eine sinnvolle Option für sporadisch verwendete Apps. Bei Anwendungen, die häufig genutzt werden, könnte das ständige Nachfragen nach der Berechtigung viele Nutzer schnell nerven.

Viele Änderungen, die wirklich einen Unterschied machen

Am Anfang war ich enttäuscht, dass Google in Android 11 viele schon vorhandene Features lediglich verbessert und nicht komplett neu gestaltet hat. Aber meine Einschätzung hat sich schon nach kurzer Nutzungszeit grundlegend geändert. Die Tweaks, die Google beispielsweise für Benachrichtigungen, die Medienwiedergabe und das Erstellen von Screenshots bereithält, finde ich genial. Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit habe ich wieder das Gefühl, dass die Nutzung des Smartphones tatsächlich erleichtert und nicht durch noch mehr Features verkompliziert wird. Im Moment finde ich es schade, dass ich einstweilen weiter mit Android 10 auskommen muss. Ich kann nur hoffen, dass die Hersteller die Software ab Herbst schnell für ihre jeweiligen Geräte anpassen.

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