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Bose Headphones 700 im Test: Mit Noise-Cancelling für Telefonate

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Die Bose Headphones 700 machen dem Stadtlärm ein Ende.

Die Bose Noise Cancelling Headphones 700 blenden den Umgebungslärm auch bei Telefonaten aus. Obendrein gibt es im Vergleich zum QuietComfort 35 II ein frisches Design, eine neue Klangabstimmung und zehn ANC-Stufen. Im Test haben wir geprüft, ob der Kopfhörer darum 400 Euro wert ist.

Design und Verarbeitung: Kompakt und robust

Im Vergleich zum Vorgänger, dem Bose QuietComfort 35 II, wurde der Bose Noise Cancelling Headphones 700 kompakter gebaut. Das Design ist ungewöhnlich, so hängen die beiden Ohrhörer drehbar an Stahlstangen, die in den Kopfbügel übergehen. Die Kunststoff-Hörer lassen sich an den Stangen nach oben und unten verschieben und so für unterschiedliche Kopfgrößen anpassen.

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Das Design wirkt eigenständig und modern.
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Die Schutzhülle fällt kompakt aus.
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Die Innenseiten verraten, an welches Ohr die Hörer kommen.
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Insgesamt wirkt das Design viel moderner als noch beim QuietComfort 35 II. Dabei ist der Kopfhörer stabil gebaut und dürfte viele Reisen anstandslos überstehen. Auf dem Kopf sitzt er auch auf längeren Zugfahrten oder Flügen bequem. Praktischerweise fällt die mitgelieferte Hülle kompakt aus und bietet trotzdem ein eingebautes Fach für USB-C- und Klinkenkabel.

Fazit: Das Design wirkt leicht und modern. Die Verarbeitung ist robust, wenn auch die Ohrhörer nur aus Plastik bestehen.

Noise-Cancelling: Stillleben in zehn Stufen

Die Bose Headphones 700 werden mit der Bose Music App für Android und iOS gekoppelt. Leider musst Du dazu einen Account anlegen und die App erfordert den Zugriff auf den Standort. In der App lässt sich die Intensität der aktiven Geräuschunterdrückung festlegen, wobei zehn Stufen zur Auswahl stehen. Mit dem Button auf dem linken Hörer kann der Nutzer auch ohne App zwischen den Stufen 0, 5 und 10 wechseln.

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In der App lässt sich das Noise-Cancelling in zehn Stufen justieren.

Das Noise-Cancelling funktioniert zu dem Zweck am besten, um andauernde tiefe Töne wie die Fahrgeräusche eines Zuges oder Fluggeräusche auszublenden. Stimmen bleiben auch auf Stufe 10 wahrnehmbar, sind dann aber kaum zu verstehen. Durchsagen in der Bahn kannst Du durch Festhalten des Buttons am linken Hörer anhören, dann wird das Noise-Cancelling vorübergehend auf "0" gestellt. Der Effekt: Es klingt so, als hättest Du keine Kopfhörer auf, da die Umgebungsgeräusche nun mit den Mikrofonen aufgefangen und im Kopfhörer abgespielt werden.

Zu den sinnvollen Einsatzzwecken der Geräuschunterdrückung zählen neben Reisen in Zug und Flugzeug etwa der Besuch von Café oder Bibliothek, falls Du dort zum Beispiel ungestört ein Buch lesen möchtest. Der Einsatz im Straßenverkehr empfiehlt sich hingegen nicht, da hier Gefahrenquellen hörbar bleiben sollten.

Bereits das Wandern durch die Stadt wird riskanter, je intensiver Du das Noise-Cancelling einstellst. Die himmlische Ruhe in einer gewöhnlich lauten Stadt wie Hamburg kann für die Nutzer des Kopfhörers verführend wirken, aber mit unabsehbaren Folgen. Hier ist das eigene Risiko- und Verantwortungsbewusstsein gefragt. Das betonte uns gegenüber auch der Hersteller Bose, der Reisen als hauptsächlichen Einsatzzweck des Kopfhörers sieht.

Was die himmlische Ruhe auch trüben könnte, sind beim Wandern die lauten Windgeräusche. Weht ein starker Wind, lassen sich die Kopfhörer nicht mehr sinnvoll nutzen – bei Regen ist davon ohnehin abzuraten, da sie nicht wasserdicht sind. Wir hoffen, dass Bose beim Design eines Nachfolgers stärker auf die Aerodynamik achtet.

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Beim Bahnfahren ist Noise-Cancelling ein Segen.

Die Zwangs-Abschaltung nach zehn Minuten ohne Bewegung kann unter Umständen sehr störend wirken. Der Kopfhörer erfasst mit Hilfe von Bewegungssensoren nämlich, ob sich der Nutzer gerade – zumindest ein bisschen – bewegt. Tut er das nicht mehr, schalten sich die Headphones 700 nach zehn Minuten ab. Das ist zwar praktisch für jene, die vergessen, ihn selbst abzuschalten, wenn sie ihn ablegen und nicht mehr verwenden möchten, aber: Was, wenn man im Flugzeug schläft? Der Schlaf kann durch die Abschaltung des Kopfhörers plötzlich unterbrochen werden. Oder was, wenn man auf einen Anruf wartet, den Bose dafür auf den Tisch legt und ihn dann mit dem Kopfhörer annehmen möchte?

Fazit: Das Noise-Cancelling funktioniert grundsätzlich sehr gut, vor allem für andauernde, tiefere Töne wie Fahrtgeräusche oder auch für den Stadt- oder Bürolärm. Stimmen bleiben allerdings wahrnehmbar. Dass sich der Kopfhörer automatisch nach zehn Minuten abschaltet, sofern man sich nicht mehr bewegt, ist in bestimmten Situationen aber sehr unpraktisch.

Telefonie: Jetzt auch mit Geräuschunterdrückung

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Die Mikrofone erfassen auch für Telefonate den Umgebungslärm, der dann herausgefiltert wird.

Eine Neuerung der Bose Headphones 700 ist das Noise-Cancelling der Umgebungsgeräusche bei Telefonaten. Will heißen: Rufst Du jemanden an, wird der Hintergrundlärm auf Deiner Seite herausgefiltert und der Angerufene hört (fast) nur Deine Stimme. Das hat im Test sehr gut geklappt, laut den Angerufenen sogar "perfekt". Ich habe für den Test jemanden auf einer Brücke über einer befahrenen Straße und eine andere Person im Stadtgetümmel angerufen, in beiden Fällen gelang die Kommunikation einwandfrei. Hoffentlich wird die Technik ihren Weg in weitere Noise-Cancelling-Kopfhörer finden.

Fazit: Das Noise-Cancelling für Telefonate ist eine praktische und gelungene Neuerung.

Bedienung: Intuitiv und verlässlich

Die Kopfhörer lassen sich über das Smartphone, aber auch über Buttons und ein Touchfeld auf dem rechten Hörer steuern. Der Button auf dem linken Hörer schaltet, wie oben erwähnt, zwischen den Noise-Cancelling-Stufen 0, 5 und 10 um. Der obere Button auf dem rechten Hörer dient zum Einschalten und Koppeln mit dem Smartphone. Der Knopf darunter ist schließlich für die Aktivierung eines Sprachassistenten wie Alexa oder Google Assistant vorgesehen.

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Unter anderem dienen drei Buttons an der Außenseite für die Steuerung.

Durch doppeltes Tippen auf das Touchfeld wird ein Song gestartet oder gestoppt, durch Wischen nach vorne wird zum nächsten Titel geschaltet, durch Wischen zurück zum vorherigen Titel. Derweil kannst Du die Lautstärke erhöhen, indem Du nach oben wischt und sie reduzieren, indem Du nach unten wischt. Das funktioniert in der Praxis einwandfrei. Laut Bose klappt die Touch-Bedienung auch bei sehr niedrigen Temperaturen. Das ist erwähnenswert, weil der direkte Konkurrent Sony WH-1000XM3 hier einigen Anwendern und Testern wie The Verge zufolge Probleme haben soll. Wir hatten diesen Kopfhörer aber nicht selbst im Test.

Fazit: Die Bedienung mit Buttons und Touchpad klappt intuitiv und verlässlich.

Klang: Neutral abgestimmt

Wie von Bose gewohnt, ist der Klang mittenbetont – diesmal aber neutraler, klarer und detailreicher abgestimmt im Vergleich zum QuietComfort 35 II. Die Betonung der Mitten bedeutet, dass manche sowohl Tiefbass als auch die höheren Höhenlagen vermissen könnten. Da sich der Gesang – und ein großer Teil der modernen Popmusik – aber sowieso in der klanglichen Mitte aufhält, wird das die meisten wohl nicht stören. Bei klassischer Musik hingegen ist das Frequenzspektrum größer, auch Metal profitiert von höheren Höhen und tieferen Tiefen als sie der Bose mitbringt.

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Die Bose Headphones 700 klingen gut, aber nicht herausragend.

Leider unterstützen die Bose Headphones 700 weder aptX noch aptX HD noch LDAC. Diese Bluetooth-Codecs hätten für eine qualitativ bessere Soundübertragung gesorgt. Dafür lässt sich der Kopfhörer auch mit einem Kabel am Smartphone anschließen. Die Klangqualität wird so aufpoliert, aber grundsätzlich steigt der Bose Headphones 700 nicht in Hi-Fi-Sphären auf. Der Fokus dieses Kopfhörers ist das Noise-Cancelling, nicht eine besonders hohe Soundqualität.

Fazit: Die Klangqualität hat sich im Vergleich zum Vorgänger QuietComfort 35 II etwas verbessert, aber wer Hi-Fi-Klang sucht, muss sich anderswo umsehen. Wer hingegen auf Pop und Rock (allerdings nicht Metal oder Klassik, wo höhere und tiefere Tonlagen wichtiger sind) steht, wird in der Regel zufrieden sein.

Fazit: Wenn der Preis nicht wäre

Die Bose Headphones 700 zählen zu den besten Noise-Cancelling-Kopfhörern. Sie sind gut verarbeitet, bequem, bieten eine gelungene Geräuschunterdrückung und lassen sich intuitiv steuern. Das Noise-Cancelling von Umgebungslärm bei Telefonanrufen überzeugt ebenfalls. Nerven kann die automatische Abschaltung nach zehn Minuten ohne Bewegung. Die ist in vielen Situationen zwar praktisch, in manchen typischen Anwendungsfällen aber gar nicht – etwa beim Schlafen in Zug oder Flugzeug oder beim Warten auf einen Anruf.

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Vor allem der relativ hohe Preis macht dem Bose zu schaffen.

Das größte Problem liegt jedoch anderswo: sie kosten 400 Euro. Für den direkten Konkurrenten Sony WH-1000XM3 werden nur 300 Euro fällig. Wir hatten diesen leider nicht im Test, aber in Hinblick auf die Features nehmen sich die Kopfhörer wenig, siehe unten. Insofern empfehlen sich die Bose Headphones 700 für jene, welchen die spezifischen Features (Noise-Cancelling bei Telefonaten, zehn Stufen für die Geräuschunterdrückung) besonders wichtig sind. Andere greifen wohl eher zum Sony, zum QuietComfort 35 (II) oder sie warten auf eine Preissenkung.

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Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Kompakt und stabil

+ Natürlicher Klang

+ Noise-Cancelling mit 10 Stufen

+ NC für das Telefonieren

+ Intuitive Bedienung

- Hoher Preis

- Automatische Abschaltung nach 10 Minuten ohne Bewegung

- Klangqualität ist nur gut

Bose Headphones 700: Die Alternativen

Die Sony WH-1000XM3 drängen sich im Vergleich zu den Bose Headphones 700 geradezu auf. Es handelt sich schließlich um das Topmodell von Sony für 100 Euro weniger. Im Gegensatz zum Bose ist hier der Support von aptX HD und LDAC gegeben, obendrein bietet der Sony adaptives Noise-Cancelling, das sich automatisch an die Umgebung anpasst. Das NC kann personalisiert werden und es gibt eine Luftdruckoptimierung für den Einsatz in Flugzeugen. Der Sony blendet schließlich auch Stimmen aus, was der Bose nicht so gut beherrscht.

Auch 400 Euro kostet derweil der Beyerdynamic Lagoon ANC, der in den farblich verschiedenen Versionen "ANC Explorer" und "ANC Traveller" erhältlich ist. Die Kopfhörer unterstützen im Gegensatz zu den Bose aptX. Zu den Besonderheiten zählen Mosayc, eine Technik zur Klang-Personalisierung, sowie eine leuchtende Innenseite, die über Akkustand und Bluetooth-Verbindung informiert. Es gibt nur zwei Noise-Cancelling-Stufen, dafür wirbt Beyerdynamic mit einer besonders guten Klangqualität.

Das sagt Andreas:
Ich hatte den Bose Headphones 700 bei zwei längeren Zugfahrten dabei. Tatsächlich machen die Kopfhörer die Reise viel entspannter. Ohne den Fahrtlärm war ich im Anschluss auch nicht mehr so erschöpft von der Reise.
Bose Noise Cancelling Headphones 700
Bose Noise Cancelling Headphones 700
  • Datenblatt
  • Hardware
  • Gerätetyp
    Over-Ear-Kopfhörer
  • Farbe
    Schwarz, Silber
  • Preis
    399 Euro
  • Gewicht
    250 Gramm
  • Konnektivität
    Klinkenstecker, Bluetooth, NFC
  • Betriebsdauer
    bis zu 20 Stunden mit ANC
  • Besonderheiten
    Noise-Cancelling auch für Telefonate
  • Lieferumfang
    Bose Noise Cancelling Headphones 700, Klinkenkabel, USB-C-zu-USB-A-Kabel, Transport-Case
TURN ON Score:
4,2von 5
  • Akkuleistung
    4,5
  • Design
    4,5
  • Preis-Leistung
    2,5
  • Hardware
    4,5
  • Klang
    4,0
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