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Die besten In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth (2018) im großen Vergleich

Wir wollten wissen: Wie gut klingt welcher In-Ear-Kopfhörer?
Wir wollten wissen: Wie gut klingt welcher In-Ear-Kopfhörer? (©TURN ON / Andreas Müller 2018)
Andreas Müller Hat im vergangenen Jahr so viele Smartphones getestet, dass er einen Orden verdient hätte.

Wer nicht mit großen Over-Ear-Kopfhörern herumlaufen möchte, greift zu kompakten In-Ear-Lauschern – am besten natürlich mit Bluetooth, um Kabelsalat zu vermeiden. Wir haben acht Modelle aus dem Jahr 2018 einem Test unterzogen und verraten, welche Kopfhörer sich für welche Genres besonders eignen. Angefangen beim Einsteiger-Gerät für 35 Euro bis hin zum Highend-Model für 300 Euro.

Vorab: Wie haben wir getestet?

Unsere Test-Songs auf Juke

Die Fantastischen Vier – "Zusammen feat. Clueso"

Metallica – "Master Of Puppets"

Pennywise – "Keep Moving On"

Mozart – "Symphony No. 5 in B-Flat Major, K22: I. Allegro"

Ed Sheeran – "Perfect"

Am wichtigsten bei Kopfhörern sind sicherlich Klang und Tragekomfort – beides Aspekte, die sich schwer in einem Artikel vermitteln lassen. Um Dir trotzdem einen guten Überblick in unserem Vergleich zu geben, haben wir uns für fünf Songs aus unterschiedlichen Genres als Referenz entschieden. So konnten wir für uns testen: Welcher Kopfhörer gibt Stimmen am klarsten wieder? Wo donnern die Beats am besten? Und wo scheppert es klanglich einfach nur?

Zum Technischen: Wir haben die Tracks auf einem Samsung Galaxy Tab S4 und teils zusätzlich auf einem Smartphone mit der Streaming-App Juke in der Qualität "Extrem" (320 kbit) gestreamt.

JBL T110BT: Günstiger Rocker für 35 Euro

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Die JBL T110BT verlangen für ihren erschwinglichen Preis Kompromisse bei der Klangqualität. (©JBL 2018)

Für den günstigen Preis von nur 35 Euro bieten Dir die JBL T110BT nicht dieselbe Klang-Qualität wie andere In-Ears auf der Liste. Die Stimmen der Fanta 4 werden von einem unangenehmen Zischen begleitet, bei Mozart hingegen wirken die Höhen schon kreischend, was gerade bei höherer Lautstärke stört – schade! Grundsätzlich sind sie ähnlich abgestimmt wie die Jabras, denn auch bei JBL gehen die Stimmen zugunsten von Bass und Höhen etwas unter. Die AirPods spielen im Vergleich deutlich klarer und detaillierter.

Fazit: Punk- und Metal-Fans werden mit den In-Ears von JBL am meisten anfangen können, sie klingen aber weniger detailliert als teurere Kopfhörer. Für den Preis sind sie trotzdem eine solide Option.

Die wichtigsten Infos: JBL T110BT

  • Bauform: Nackenriemen
  • Akkulaufzeit: 6 Stunden
  • Besondere Features: Keine
  • Zubehör: Ohrstöpsel in 3 Größen, Ladekabel

Zu den JBL T110BT bei SATURN.

Sennheiser CX Sport: Die Höhenflieger für 108 Euro

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Die Sennheiser CX Sport bieten eine helle und klare Abstimmung. (©Sennheiser 2018)

Den Sennheiser CX Sport haben es vor allem die Höhen angetan. Im Gegensatz zum JBL T110T übersteuern und kreischen sie zum Glück nicht, sondern klingen bei Metallica und Mozart zwar ausgeprägt, aber präzise. Auch die Stimmen, etwa beim Fanta-4-Track, wirken klarer als beim JBL. Die CX Sport liefern zwar Bass, donnern ihn Dir aber nicht in die Ohren wie die Jabras oder AirPods. Ihre leichte und spritzwassergeschützte Bauweise ist vor allem gut, wenn Du sie auf Jogging-Ausflüge mitnimmst.

Fazit: Die klare, aber helle Abstimmung der Sennheiser CX Sport wird bei vielen Hörern wohl nicht auf große Gegenliebe stoßen. Klassik-Fans und alle Höhen-Liebhaber dürfen aber aufhorchen.

Die wichtigsten Infos: Sennheiser CX Sport

  • Bauform: Nackenriemen
  • Akkulaufzeit: 6 Stunden
  • Besondere Features: Schweiß- und Spritzwassergeschützt, AAC- und aptX-Support
  • Zubehör: USB-Ladekabel, Ohrstöpsel in 4 Größen, Ear-Fins in drei Größen, Kabelclip, Neopren-Etui

Zum Sennheiser CX Sport bei SATURN.

Nokia BH-705 True Wireless Earbuds: Mittelklasse-Allrounder für 130 Euro

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Die Nokia BH-705 sind kaum größer als Ohrstöpsel. (©Nokia 2018)

Die Nokia BH-705 sind die kleinsten In-Ears in unserem Vergleichstest. Die völlig kabellosen Ohrhörer fühlen sich wie kabelgebundene In-Ears an und sitzend entsprechend in den Ohren, nur eben ohne störende Strippe – praktisch! Die Stimmen von Ed Sheeran und den Fanta 4 kommen gut zur Geltung, beim "Master Of Puppets"-Solo von Metallica und bei Mozart erklingen schöne Höhen und der Bass wirkt bei Pennywise zwar stark, aber nicht so dominant wie bei den Jabras. Die Sennheiser Momentum Free liefern einen präziseren und detaillierteren Klang für mehr Geld, aber in ihrer Preisklasse können die Nokia BH-705 gut mithalten.

Fazit: Die Nokia BH-705 sind gute In-Ears in der Preisklasse und klingen ausgewogener als die Sennheiser CX Sport – eine gute Wahl also für alle, die verschiedenen Genres lauschen und nicht mehr Geld ausgeben möchten.

Die wichtigsten Infos: Nokia BH-705

  • Bauform: Voll kabellos
  • Akkulaufzeit: 3,5 Stunden
  • Besondere Features: Schweiß- und Spritzwassergeschützt
  • Zubehör: Ladecase, USB-C-Kabel, Ohrstöpsel in 3 Größen

Sennheiser Momentum Free: Dynamische Allrounder für 170 Euro

Sennheiser-Momentum-Free fullscreen
Die Sennheiser Momentum Free eignen sich sehr gut für jede Art moderner Musik. (©Sennheiser 2018)

Die Sennheiser Momentum Free liefern fette Beats bei den Fanta 4 und fangen Ed Sheerans Stimme gut ein. Beim Metallica-Solo und bei Mozart erklingen schöne und genaue Höhen, die im Gegensatz zu den Sennheiser CX Sport nicht besonders betont werden. Bei Mozart fällt im Vergleich zu Pennywise die sehr dynamische Abstimmung auf, die besser zu Punk als zu Klassik passt.

Fazit: Die Sennheiser Momentum Free sind sehr gute Allrounder mit einem ordentlichen Preis-Leistungs-Verhältnis. Gerade, wenn Du auf dynamische und moderne Musik stehst, solltest Du einen Blick auf das Modell werfen. Für Songs mit entspannter Spielweise sind die In-Ears aber weniger geeignet...

Die wichtigsten Infos: Sennheiser Momentum Free

  • Bauform: Nackenriemen
  • Akkulaufzeit: 6 Stunden
  • Besondere Features: AAC- und aptX-Support
  • Zubehör: USB-Ladekabel, Ohrstöpsel in 4 Größen, Transporttasche

Zum Sennheiser Momentum Free bei SATURN.

Apple AirPods: Mächtiger Rapper für 170 Euro

AirPods Apple Ohrhörer In Ears fullscreen
Die AirPods bieten einen guten Klang mit einem starkem Bass. (©Apple 2016)

Bei den Apple AirPods fällt in den Stücken von Mozart und Metallica gleich die tolle Stereo-Separation auf. Das heißt: Töne, die auf dem linken Ohr erschallen sollen, werden also besonders gut von jenen getrennt, die auf dem rechten Ohr zu hören sind. In diesen Stücken überzeugen auch die schönen Höhen. Bei den Fanta 4 etwa rüttelt der zwar genaue, aber äußerst mächtige Bass Dein Innenohr durch. Die Stimmen, darunter von Ed Sheeran, erschallen trotzdem klar und deutlich und werden nicht vom Bass überlagert.

Fazit: Dank der kräftigen Tiefen finden vor allem Rapper Gefallen an den AirPods, sie sind aber auch gute Allrounder – falls Du mit dem kräftigen Bass leben kannst. Der Preis ist für das Gebotene fair, wobei iPhone-Nutzer zusätzlich von Smart-Features profitieren.

Die wichtigsten Infos: Apple AirPods

  • Bauform: Voll kabellos
  • Akkulaufzeit: 5 Stunden
  • Besondere Features: Für Apple-Geräte: Automatische Wiedergabe, wenn sie in den Ohren stecken, Siri mit Doppeltipp aktivieren
  • Zubehör: Ladecase, Lightning-zu-USB-Kabel

Zu den Apple AirPods bei SATURN.

Jabra Elite Sport: Dynamischer Metaller für 210 Euro

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Trotz des sperrigen Äußeren sitzen die Jabra Elite Sport bequem und sicher in den Ohren. (©Jabra 2018)

Auch die Jabra Elite Sport setzen auf einen kräftigen Bass, aber die Höhen klingen ausgeprägter als bei den AirPods. Im Gegenzug treten die Stimmen (Mitten), etwa bei Metallica und Pennywise, stärker in den Hintergrund, während Dir E-Gitarren die Ohren durchblasen. Für Mozart ist ein solcher Klang aber zu dynamisch – Mozart zu "rocken", wird für die meisten Klassik-Fans wohl nicht Sinn der Übung sein. Aufgrund der zurückhaltenden Stimmen sind die Jabras auch nicht die erste Wahl für Pop und Hip-Hop.

Fazit: Die AirPods klingen insgesamt etwas detaillierter und ausgewogener, aber Punks, Metaller und generell Fans von harter E-Gitarrenmusik werden auf die Jabra Ear Sport abfahren – der Preis ist aber vor allem durch Sport-Features wie die In-Ear-Herzfrequenzmessung gerechtfertigt.

Die wichtigsten Infos: Jabra Elite Sport

  • Bauform: Voll kabellos
  • Akkulaufzeit: 4,5 Stunden
  • Besondere Features: In-Ear-Herzfrequenzmessung, HearThrough für Wahrnehmung der Umgebungsgeräusche
  • Zubehör: Ladestation, Micro-USB-Kabel, 3 earGel-Sets (Silikon), 3 earGel-Sets (Schaumstoff), 3 earWing-Sets

Zu den Jabra Elite Sport bei SATURN.

Bose QuietControl 30 Wireless: Mit aktivem Noise Cancelling für 270 Euro

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Der Nackenbügel sitzt im Alltag bequem, kann aber bei sportlichen Betätigungen stören. (©Bose 2018)

Die Bose QuietControl 30 Wireless fallen, wie die AirPods, durch eine sehr gute Stereo-Separation auf. Beim Metallica-Solo singen die Höhen sehr angenehm, wobei der Bass präzise und druckvoll, aber nicht aufdringlich wirkt. Mozart wird relativ neutral wiedergegeben und nicht so dynamisch wie von den Sennheiser Momentum Free – Klassik-Freunde dürften mit dem Bose also glücklicher werden. Mitten treffen die Bose auch sehr gut, worüber sich unter anderem die Fans von Ed Sheerans Schmusestimme freuen. Das anpassbare Noise Cancelling reduziert dabei Umgebungsgeräusche auf ein Minimum.

Fazit: Der Bose QuietControl 30 Wireless ist recht neutral abgestimmt und liefert einen besonders klaren und präzisen Klang für alle Genres. Der Sennheiser Momentum Free spielt im Vergleich dynamischer – vor allem für Punk-Freunde eine tolle Sache. Das gute Noise Cancelling der Bose hat seinen Preis.

Die wichtigsten Infos: Bose QuietControl 30 Wireless

  • Bauform: Nackenbügel
  • Akkulaufzeit: 10 Stunden
  • Besondere Features: Aktives Noise Cancelling
  • Zubehör: USB-Kabel, Etui, Ohrstöpsel in 3 Größen

Zu den Bose QuietControl Wireless bei SATURN.

Master & Dynamic MW07: Die Luxus-Virtuosen für 300 Euro

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Der Klang der Master & Dynamics MW07 wird ihrer hochwertigen Verarbeitung gerecht. (©TURN ON 2018)

Die MW07 sorgen bei den Fanta 4 für fette Beats bei klaren Stimmen, wobei auch Ed Sheeran absolut natürlich klingt. Metallica prügelt dem Hörer derweil die E-Gitarrensalven, Bass und Schlagzeug Genre-gerecht in die Ohren, bei Pennywise kommt das E-Gitarrengewitter dynamisch rüber, aber ohne eine auffällige Überbetonung von Bass oder Höhen. Selbst das anspruchsvolle Symphonieorchester von Mozart ist für die MW07 kein Problem. Wer sich für eine detailliertere Klangwertung interessiert, darf einen Blick auf unseren ausführlichen Test der MW07 riskieren.

Fazit: Die MW07 klingen dynamisch und dabei doch sehr ausgewogen – ein echtes Kunststück. An die detaillierte und klare Soundqualität der Master & Dynamics kommt selbst Bose nicht heran und die Verarbeitung aus Acetat und Beryllium sucht ihresgleichen. Dafür gibt es nur wenige Features, eine kürzere Akkulaufzeit und die Qualität hat ihren Preis.

Die wichtigsten Infos: Master & Dynamics MW07

  • Bauform: Voll kabellos
  • Akkulaufzeit: 3,5 Stunden
  • Besondere Features: aptX-Support
  • ZubehörLadecase, USB-C-Kabel, USB-C-zu-USB-A-Adapter, Stofftasche, zwei Paar "Fit-Wings" und fünf Paar Ohrstöpsel

Fazit: Für jeden ist einer dabei

Die größte Überraschung war für mich, dass der Support für Codecs wie aptX als solches praktisch gar nichts über die Soundqualität aussagt – der Bose QuietControl 30 Wireless klingt ohne aptX für die meisten Geschmäcker besser als die meisten anderen In-Ears im Test, bis auf den genialen Master & Dynamics MW07. Überrascht hat mich auch der Klang der Apple AirPods. Ich kannte bislang keinen "Apple-Sound" und hatte vermutet, dass er zurückhaltend und mittenbetont aufspielen würde. Tatsächlich liefern die AirPods kräftige, tiefe Bässe, um nicht zu sagen: fette Beats.

Die voll kabellosen In-Ears verschiedener Hersteller sitzen überraschend fest und bequem in den Ohren – bei normalem Gebrauch muss sich also niemand Sorgen machen, dass sie herausfallen. Ich habe sie trotzdem beim Tragen kaum bemerkt. Die Bluetooth-Kopfhörer mit einem Kabel oder einem Nackenbügel dazwischen haben den Vorzug einer längeren Akkulaufzeit.

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Die Master & Dynamics MW07 sind der Klang-Sieger unseres Vergleichstests. (©TURN ON / Andreas Müller 2018)

Letztlich sollte für praktisch jeden Käufer ein passender Wireless-In-Ear-Kopfhörer in unserem großen Vergleich dabei sein. Der bessere Klang könnte für Dich den Aufpreis für den Sennheiser Momentum Free wert sein. Der 100 Euro teurere Bose QuietControl 30 Wireless löst noch etwas feiner auf, aber Du zahlst vor allem für das aktive Noise Cancelling drauf. Absoluten Top-Klang bietet der Master & Dynamics MW07, dafür spart er bei Features und Akkulaufzeit.

Musikgenres Unsere Empfehlungen
Hip-Hop Apple AirPods
Punk-Rock Sennheiser Momentum Free, Jabra Elite Sport, JBL T110BT
Metal Jabra Elite Sport, JBL T110BT
Klassik Master & Dynamics MW07, Sennheiser CX Sport
Pop Bose QuietControl 30 Wireless
Verschiedene Master & Dynamics MW07, Bose QuietControl 30 Wireless, Nokia BH-705

 

Andreas Müller Hat im vergangenen Jahr so viele Smartphones getestet, dass er einen Orden verdient hätte.
Das sagt Andreas:
Bluetooth-Kopfhörer machen Schluss mit der nervigen und Wackelkontakt-anfälligen Kabelverbindung. Trotz der großen Fortschritte klingen sie in meinen Ohren aber weiterhin leicht blechern und ein wenig so, als wäre der Klang in einen Schleier gehüllt. Ich persönlich nutze darum weiterhin kabelgebundene Kopfhörer an einem Hi-Res-Player. Allerdings ist auch wahr, dass es Streaming- und Wireless-Fans bequemer haben als ein querulantes Audio-Fossil und inzwischen bekommen sie eine ordentliche Qualität für ihr Geld geboten.
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