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Gigaset ME: Das erste deutsche Smartphone im Hands-on-Test

Das Gigaset ME ist das erste Android-Smartphone aus Deutschland.
Das Gigaset ME ist das erste Android-Smartphone aus Deutschland. (©TURN ON 2015)

Designed by Gigaset in Germany: Mit dem Gigaset ME bringt erstmals ein deutscher Hersteller ein vollwertiges Android-Smartphone auf den Markt. Wir haben uns das Gerät auf der IFA 2015 für einen ersten kurzen Hands-on-Test geschnappt.

Als erster deutscher Hersteller überhaupt bringt Gigaset in diesem Jahr drei Smartphones auf den Markt. Neben dem Gigaset ME wird es auch eine abgespeckte Variante namens ME Pure geben und das Premium-Modell ME Pro. Alle Modelle laufen mit Android in der aktuellen Version 5.1.1 Lollipop. Wir haben unseren Besuch auf der IFA 2015 genutzt, um uns das Standard-Modell Gigaset ME einmal näher anzuschauen.

Ähnlichkeiten zu Apple und Samsung

Auf den ersten Blick erinnert das ME ein wenig an das iPhone 6, auf den zweiten an das Galaxy S6 von Samsung. Allerdings wirkt die auf Hochglanz polierte Gerätefront bei genauerem Hinsehen fast noch ein wenig edler als beim (noch) aktuellen Apple-Flaggschiff. Zudem sticht die Frontkamera ins Auge, welche die Aufnahme von Panorama-Selfies ermöglichen. Auch einen physischen Home-Button gibt es bei Gigaset ME nicht. Dieser ist wie bei den meisten anderen Smartphones direkt ins Display integriert.

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Die Front des Gigaset ME erinnert im ersten Moment an das iPhone 6. (©TURN ON 2015)

Auf der Rückseite weist das Gigaset-Smartphone trotz leichter Anlehnung an das Galaxy S6 eine völlig eigene Formensprache auf. Die 16-Megapixel-Kamera befindet sich mittig. Direkt darunter ist der Fingerabdrucksensor angebracht, der zum Entsperren des Smartphones dient. Das funktioniert erstaunlich gut. So wird der eingescannte Finger gut erkannt und auch der Endsperrvorgang geht schnell vonstatten. Beim Sony Xperia Z5, das wir ebenfalls auf der Messe antesten konnten, geht es allerdings noch einen Sekundenbruchteil schneller.

Starke Ausstattung und üppiger Akku

Ansonsten gibt sich das Gigaset ME bei der Geschwindigkeit aber keine Blöße. Der verbaute Snapdragon 810-Octacore-Prozessor gehört bei High-End-Smartphones mittlerweile zur Standard-Ausstattung und sorgt auch hier für ordentlich Leistung. Die sonstige Innenausstattung mit 3 GB RAM und 32 GB-Flash-Speicher orientiert sich ebenfalls am aktuellen Marktstandard für Flaggschiff-Geräte. Das merkt man natürlich auch an der Arbeitsgeschwindigkeit. Nichts ruckelt oder wirkt träge. Der Akku fällt mit 3000 mAh ziemlich üppig aus und mit einem Dual-SIM-Schacht kann auch nicht jedes High-End-Smartphone aufwarten. Anstatt einer zweiten SIM-Karte kann man übrigens auch eine Micro-SD-Karte mit bis zu 128 GB in das Gerät einlegen – sehr vorbildlich.

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Android auf Gigaset-Art

Zumindest in unserer Test-Version war das Gigaset ME mit relativ wenigen Apps bestückt. Diese waren anders als bei anderen Android-Smartphones allerdings nicht in einem eigenen App-Menü angeordnet, sondern direkt auf dem zweiten und dritten Home-Screen. Noch ist unklar, ob dies auch in der Verkaufsversion des Smartphones so sein wird. Es wäre zumindest ein ungewöhnlicher Ansatz, den bislang nicht viele Hersteller verfolgen. Auch optisch wirkte Android deutlich angepasst, sodass die Unterschiede zum Material-Design von Google eher groß ausfallen. An spezifischer Software bietet Gigaset nicht viel. Interessant ist jedoch die mitgelieferte Gesundheits-App, die dank entsprechender Sensoren einen Schrittzähler und einen Pulsmesser beinhaltet und über die Kamera sogar die UV-Intensität der Sonneneinstrahlung messen soll. Da wir das Gerät am Abend getestet haben, war diese natürlich in unserem Fall nicht besonders hoch.

Kamera mit gewissen Vorzügen

Die rückseitige Kamera löst wie erwähnt mit 16 Megapixeln auf und knipst für ihre Klasse recht gute Fotos. Die Kamera-App unterstützt einen Multishot-Modus und macht dabei fünf Schnappschüsse des gleichen Motivs hintereinander. Aus diesen kann man sich dann als Fotograf die Aufnahme aussuchen, die am besten gelungen ist. Eine weitere Funktion der Kamera-App sind sogenannte Panorama-Selfies. Damit lassen sich auch Selfie-Shots von einer größeren Gruppe von Leuten knipsen – vorausgesetzt, alle können für zwei Sekunden stillstehen. Die Frontkamera löst mit 8 Megapixeln auf. Leicht verbuggt wirkte die Kamera-App noch beim Ansehen von Fotos. Diese wurden zumindest auf unserem Testgerät trotz eingeschalteter Bildschirmrotation nicht vertikal angezeigt.

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Hochkant fotografiert und trotzdem Querformat: Ein Panorama-Selfie. (©TURN ON 2015)

Die Soundqualität des Gigaset ME konnten wir auf der IFA 2015 leider keinem Test unterziehen. Diese soll dank eines eigens entwickelten Sound-Chipsatzes von Gigaset besonders hochwertig ausfallen. Zudem sollen hochauslösende Audio-Formate wie FLAC, WAV und APE unterstützt werden, womit sich das Gigaset-Smartphone auch als Zuspieler für entsprechende HiFi-Anlagen eignen würde.

Fazit: Deutsches Flaggschiff zum fairen Preis

Das erste deutsche Smartphone wirkt auf jeden Fall interessant. Design, Verarbeitung und Technik stimmen beim Gigaset ME auf den ersten Blick. Bei der Software scheint sich Gigaset dezent, aber durchaus gekonnt von der breiten Smartphone-Masse abzuheben. Ein großer Pluspunkt könnte zudem der Preis sein. Denn bereits für 469 Euro (UVP) sollen Kunden mit dem Gigaset ME quasi ein vollwertiges Flaggschiff bekommen, das zudem auch optisch überzeugen kann.

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