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Honor 20 Pro im Test: "Capture Wonder" ist nicht zu viel versprochen

Honor stellt mit dem dem Honor 20 Pro unter Beweis, dass ihre Smartphones den Geräten des Mutterkonzerns Huawei bei der Fotoqualität in nichts nachstehen. Was das Smartphone sonst noch zu bieten hat, verraten wir euch in unserem Test.

Design: Hinten glänzend, vorn modern

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Das einfallende Licht sorgt auf der Rückseite des Geräts für schöne Farbeffekte.

Honor setzt beim Design des Honor 20 Pro auf die mittlerweile sehr populäre verglaste Rückseite. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern befindet sich unter dem Glas kein monotoner Farbton, sondern eine schimmernde lilafarbene Oberfläche. Nervig sind, wie bei jeder verglasten Rückseite, die sichtbaren Fingerabdrücke. Außerdem ist das Gerät relativ rutschig. In der linken oberen Ecke befindet sich die Quad-Kamera des Honor 20 Pro – verteilt auf zwei getrennte Module. Das größere Modul ragt für meinen Geschmack wieder ein bisschen zu weit aus dem Gehäuse heraus.

Der Rahmen ist aus Aluminium gefertigt und somit stabil. Auf der rechten Seite des Rahmens befinden sich der Lautstärkeregler sowie der physische Fingerabdruckscanner, der gleichzeitig auch noch die Funktion des Power-Buttons übernimmt. Dieser befindet sich genau auf der richtigen Höhe, um das Smartphone bequem mit dem Daumen zu entsperren. Auf der Unterseite ein mittlerweile gewohntes Bild: Lautsprecher, Mikrofon und USB-C-Anschluss. Den Klinkenanschluss für Kopfhörer sucht man vergebens, dafür liegt aber ein Adapter bei. Auf der linken Seite befindet sich schließlich noch der Slot für zwei SIM-Karten und auf der Oberseite des Rahmens ist sogar ein IR-Blaster verbaut. Damit kann man etwa den Fernseher bedienen.

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Auf einen Klinkenanschluss muss man verzichten, aber wenigstens ist ein Adapter dabei.

Die Vorderseite des Smartphones erscheint in einem modernen Design. Bis auf ein etwas breiteres Kinn sind die Ränder sehr schmal gehalten. Die Punch-Hole-Selfie-Cam ist in der linken oberen Ecke in das Display eingelassen, wo sie kaum stört. Im Rahmen befindet sich außerdem noch die sehr schmale Hörmuschel, in die auch eine Benachrichtigungs-LED integriert ist.

Fazit: Das Honor 20 Pro schimmert hübsch im Sonnenlicht und ist auch von vorne eine Muse. Bis auf das etwas zu weit herausstehende Kamera-Modul habe ich wenig am Design auszusetzen.

Display: Das Smartphone hätte ein OLED-Display verdient

Obwohl das Honor 20 Pro zu Honors Flaggschiff-Reihe gehört, kommt in dem Smartphone kein OLED-, sondern ein IPS-Display zum Einsatz. Das hat mich ein wenig überrascht, da ich in dieser Preisklasse eigentlich mit einem OLED-Display gerechnet hatte.

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Wäre es doch nur ein OLED-Display ...

Der 6,26 Zoll große Bildschirm hat eine Auflösung von 1080 x 2340 Pixeln und somit eine Pixeldichte von 412 Pixel pro Zoll – schön scharf. Bei der Farbdarstellung kann zwischen den Modi "Normal" und "Lebhaft" gewählt werden. Wer natürliche Farben mag, dürfte sich über die hohe Farbgenauigkeit des Modus "Normal" freuen. Ich persönlich mag es dagegen etwas satter und bevorzuge "Lebhaft". In der Standardfarbtemperatur war mir das Display aber etwas zu bläulich, nach dem Wechsel auf "Warm" gefiel mir das Bild gut.

Die Helligkeit geht bei dem Display voll in Ordnung und der Bildschirm lässt sich auch draußen bei einfallendem Licht noch gut ablesen. Bei Kontrast und Schwarzwerten hat es aber gegen ein OLED-Display keine Chance, für ein IPS-Display ist es dennoch gut.

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Für ein IPS-Display ist der Bildschirm  gar nicht so schlecht.

Fazit: Das IPS-Display ist gut, keine Frage. Aber mit einem OLED-Display kann es einfach nicht mithalten. Die OLED-Variante hätte wahrscheinlich den Verkaufspreis ein wenig in die Höhe getrieben, aber das wäre es wert gewesen.

Technik: Überzeugende Flaggschiff-Hardware

Bei der technischen Ausstattung hat Honor keine Kosten und Mühen gescheut und so kommt im Honor 20 Pro unter anderem der Kirin-980-Prozessor zum Einsatz, der auch im Huawei P30 Pro verbaut ist. Unterstützt wird die 8-Kern-CPU von satten 8 GB Arbeitsspeicher. Die Größe des internen Speichers beträgt 256 GB. Da stört es kaum, dass sich der Speicher nicht per microSD-Karte erweitern lässt.

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Mit der aktuellen, flotten Hardware kann das Honor 20 Pro bei mir punkten.

Was sich auf dem Papier gut anhört, überzeugt auch in der Praxis. Apps öffnen sich blitzschnell und dank des großzügigen Arbeitsspeichers lassen sich auch mehrere speicherhungrige Anwendungen gleichzeitig im Hintergrund ausführen. Auch der Wechsel zwischen den Apps funktioniert tadellos – schnell und ohne Ruckeln.

Zocker kommen mit dem Smartphone ebenfalls auf ihre Kosten. Weder "PUBG" noch mein neuster Zeitfresser "Dota Underlords" konnte das Honor 20 Pro ins Schwitzen bringen. Beide Games liefen anstandslos auf höchsten Einstellungen komplett flüssig. Allerdings hat mich hier die Punch-Hole-Kamera doch ein wenig gestört. Glücklicherweise kann die Kamera aber in einem schwarzen Balken versteckt werden. Das lässt sich sogar komfortabel für jede App individuell festlegen.

Der 4.000-mAh-Akku sorgt für genügend Laufzeit. Bei normaler Nutzung des Smartphones hatte ich am Ende des Tages noch 25% übrig. Die meiste Energie ging bei mir beim Zocken drauf, wer hingegen nur selten spielt, gelegentlich ein YouTube-Video guckt, ein paar Nachrichten schreibt und ein wenig im Internet surft, kann womöglich 1,5 bis 2 Tage Laufzeit rausholen. Ist der Akku einmal leer, kann er dank 22,5-Watt-Super-Charge in kürzester Zeit wieder aufgeladen werden. Um den Akku von 0 auf 50 Prozent zu bringen, werden gerade einmal 30 Minuten benötigt.

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Der Fingerabdrucksensor befindet sich genau auf der richtigen Höhe.

Gut gefallen hat mir auch der physische Fingerabdrucksensor. Obwohl mich schon In-Display-Scanner zufrieden stellen, war der physische Scanner noch einmal eine echte Verbesserung in Sachen Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit.

Desweiteren bietet das Honor 20 Pro Bluetooth 5.0, aptX HD, NFC und USB-C-2.0.

Fazit: Bei den verbauten Komponenten gibt es nichts zu meckern. Der Prozessor ist flott, RAM und interner Speicher sind mehr als ausreichend und auch die Akkulaufzeit überzeugt.

Kamera: Gute Fotoqualität liegt in der Familie

Honor selbst bezeichnete das Honor 20 Pro schon bei seiner Vorstellung im Mai als "Capture Wonder" und verbaute im Smartphone gleich fünf Kameras. Dass eine große Menge an Kameras nicht automatisch zu schönen Fotos führt, haben wir bereits zur Genüge gesehen. Das Kamera-Setup von Honor weiß aber zu überzeugen.

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This is where the magic happens!

Der 48-MP-Hauptsensor ist ein IMX586 von Sony. Dieser schießt standardmäßig Bilder, die durch Pixel-Binning auf eine 12-MP-Auflösung eingedampft werden. Das sorgt für schärfere Bilder und weniger Bildrauschen. Es sind zwar auch Bilder mit 48 Megapixeln möglich, die bieten meiner Meinung nach aber keinen Mehrwert – auch nicht im "48 MP AI Ultra Clarity"-Modus, der dank längerer Ablichtung und KI noch mehr Details bieten soll. Die 12-MP-Aufnahmen bleiben die Besten: super scharf, kaum Bildrauschen und selbst bei schlechten Lichtverhältnissen noch zu gebrauchen. Außerdem haben die Bilder einen guten Kontrast und realistische Farben.

Die 16-MP-Ultra-Weitwinkelkamera kann nicht mit der sehr guten Qualität des Hauptsensors mithalten, erfüllt aber ihren Zweck: Mit einer Blickwinkelabdeckung von 117 Grad lassen sich problemlos auch große Objekte aufnehmen. Da die Kamera keinen Autofokus besitzt, eignet sie sich aber nicht für jede Distanz.

Der Hauptsensor schießt auch bei schlechtem Licht noch tolle Fotos. fullscreen
Der Hauptsensor schießt auch bei schlechtem Licht noch tolle Fotos.
Entschuldigung, wie spät ist es? fullscreen
Entschuldigung, wie spät ist es?
20 Minuten vor Fünf (3-fach Zoom). fullscreen
20 Minuten vor Fünf (3-fach Zoom).
16:43 Uhr, um genau zu sein (5-fach Zoom). fullscreen
16:43 Uhr, um genau zu sein (5-fach Zoom).
Mit der Makrokamera werden selbst kleinste Details dargestellt. fullscreen
Mit der Makrokamera werden selbst kleinste Details dargestellt.
Dank des Ultraweitwinkelobjektivs gelingen auch Nahaufnamen der breiten Elbphilharmonie. fullscreen
Dank des Ultraweitwinkelobjektivs gelingen auch Nahaufnamen der breiten Elbphilharmonie.
Der Nachtmodus kann auch überzeugen. Zur Zeit der Aufnahme war es schon deutlich dunkler, als hier zu sehen ist. fullscreen
Der Nachtmodus kann auch überzeugen. Zur Zeit der Aufnahme war es schon deutlich dunkler, als hier zu sehen ist.
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Die Bilder mit der Selfie-Kamera werden aus der richtigen Distanz auch schön scharf.
Der Hauptsensor schießt auch bei schlechtem Licht noch tolle Fotos.
Entschuldigung, wie spät ist es?
20 Minuten vor Fünf (3-fach Zoom).
16:43 Uhr, um genau zu sein (5-fach Zoom).
Mit der Makrokamera werden selbst kleinste Details dargestellt.
Dank des Ultraweitwinkelobjektivs gelingen auch Nahaufnamen der breiten Elbphilharmonie.
Der Nachtmodus kann auch überzeugen. Zur Zeit der Aufnahme war es schon deutlich dunkler, als hier zu sehen ist.
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Sehr gut gefallen haben mir die Aufnahmen mit dem 8-MP-Teleobjektiv gefallen. Bis zu einer dreifachen Vergrößerung ist der Zoom verlustfrei, eine fünffache Vergrößerung erfolgt mit Hybridzoom und mit digitalem Zoom sind bis zu 30-fache Vergrößerungen drin. In Fotos mit drei- und fünffachem Zoom bleiben viele Bilddetails erhalten. Der digitale Zoom sollte hingegen nur eingesetzt werden, wenn man wirklich nicht näher an das Objekt herankommen kann.

Und schließlich bietet das Honor 20 Pro noch eine eine 2-MP-Makrolinse, mit der sich auch kleinste Objekte detailliert ablichten lassen. Dieser Sensor dürfte für die meisten Nutzer im Alltag eher unbrauchbar sein, ist für Naturfreunde, die gern Blüten oder Insekten fotografieren, aber ein nettes Extra.

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Auch die Punch-Hole-Selfie-Cam schießt hübsche Bilder.

Die 32-MP-Selfie-Kamera schießt trotz fehlendem Autofokus ansehnliche, scharfe Bilder. Die optimale Distanz für die besten Aufnahmen liegt ungefähr bei einer halben Armlänge.

Videoaufnahmen sind in 4K mit 30 FPS möglich, in FHD auch mit 60 FPS. Die elektronische Bildstabilisierung ist automatisch immer aktiviert und arbeitet zuverlässig. Unter normalen Aufnahmebedingungen ist mir kein Video verwackelt.

Fazit: Wenn Huawei bzw. Honor von etwas Ahnung haben, dann sind es hochwertige Kameras. Besonders mit dem Hauptsensor und dem Teleobjektiv lassen sich tolle Fotos schießen. Und auch die Aufnahmen der Selfie-Cam können sich sehen lassen.

Software: Alles Nötige wird geboten

Auf dem Honor 20 Pro kommt standardmäßig Android 9.0 Pie mit Honors angepasster Magic 2.1 UI zum Einsatz. Huawei listet das Honor 20 Pro außerdem bei den Smartphones auf, die das Update auf Android Q erhalten sollen. Zukunftssicher ist das Gerät also auf jeden Fall.

Optisch finde ich die Magic 2.1 UI ansprechend. Die Symbole sind farbenfroh und einheitlich. Beim Sperrbildschirm erwartet mich jedes Mal ein neues schickes Foto, das kenne ich schon von meinem Xiaomi Mi 8 und ich fühle mich gleich wie zu Hause. Den fehlenden App Drawer kenne ich ebenfalls von meinem privaten Smartphone – in China kommt man anscheinend auch gut ohne aus. Du kannst natürlich einen App Drawer Deiner Wahl aus dem Play Store nachinstallieren. Etwas überrascht hat mich allerdings der fehlende Dark Mode.

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Magic 2.1 ist hübsch und übersichtlich, leider fehlt aber ein Dark Mode.

Gut haben mir die verschiedenen Stromspar-Modi gefallen. Neben dem Leistungsmodus stehen dort auch noch Stromsparen und Ultra-Stromsparen zur Verfügung. Letzterer beschneidet das Smartphone um die meisten seiner Funktionen, könnte aber sehr nützlich sein, wenn man länger keine Stromquelle zur Verfügung hat.

Fazit: Die auf Android 9 basierende Magic 2.1 UI ist übersichtlich, schick und bietet alles, was man braucht. Außer einem fehlenden Dark Mode gibt es nichts zu bemängeln.

Fazit: Der OLED-Screen hätte es perfekt gemacht

Mit dem Honor 20 Pro liefert die Huawei-Tochter ein Smartphone ab, das nur wenig Wünsche offen lässt. Es sieht schick aus, kommt mit starker Hardware, bietet einen ausdauernden Akku und schießt geniale Bilder. Und das Ganze zu einem unverbindlichen Verkaufspreis von 599 Euro.  Leider fehlt dem Smartphone aber das OLED-Display, das man heutzutage eigentlich bei einem Flaggschiff erwarten kann. Hätte es den, wäre es eines der Smartphones mit der besten Ausstattung, die man für einen solchen Preis bekommt. Wer sich auch mit einem IPS-Display anfreunden kann, bekommt mit dem Honor 20 Pro also ein sehr gutes Smartphone.

Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Fantastische Fotoqualität - kein OLED-Display
+ Leistungsfähige Hardware - Dark Mode fehlt
+ Modernes Design - Rückseite sehr anfällig für Fingerabdrücke
+ Gute Akkulaufzeit
+ Schnelles Super Charge mit 22,5W

Alternativen zum Honor 20 Pro

Kamera

Willst Du eine noch merklich bessere Fotoqualität, musst Du zwangsläufig zum Galaxy S10 Plus oder dem Huawei P30 Pro greifen. Dafür musst Du dann aber ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Ähnlich hochwertige Kameras in der gleichen Preisklasse bietet aber auch das OnePlus 7.

Preis/Leistung

Eine preisgünstige Alternative liefert Honor mit der Standardvariante des Geräts gleich selbst. Das Honor 20 besitzt nur 6 GB RAM und 128 GB internen Speicher. Zudem hat der Akku eine geringere Kapazität von 3.750 mAh und statt eines Teleobjektivs ist nur ein 2 MP Tiefensensor verbaut.  Auch bei der übrigen Kameraausstattung gibt es Abstriche. Dafür kostet es aber 100 Euro weniger und ist ansonsten komplett baugleich.

Honor 20 Pro
Honor 20 Pro
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Preis (UVP)
    599 Euro
  • Release
    Juli 2019
  • Farben
    Phantom Black, Phantom Blue
  • Lieferumfang
    Smartphone, Headset, Netzteil, USB-Kabel, Kurzanleitung, Typ-C auf 3,5 mm Kopfhöreradapter, TP-Schutzfolie
  • Display-Größe
    6,26 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    2340 x 1080 Pixel, IPS
  • Prozessor
    Kirin 980
  • Arbeitsspeicher
    8 GB RAM
  • Speicherkapazität
    256 GB (nicht erweiterbar)
  • Betriebssystem
    Android 9.0 Pie (Stand: August 2019)
  • Kameras
    Frontkamera (32 MP) und Quad-Rückkamera (48-MP-Weitwinkelobjektiv, 16-MP-Ultra-Weitwinkelobjektiv, 8-MP-Teleobjektiv, 2-MP-Makroobjektiv)
  • SIM-Karten-Format
    Nano-SIM, Dual-SIM
  • Anschlüsse
    USB-Typ-C
  • Konnektivität
    LTE, WLAN, Bluetooth 5.0, NFC, aptX HD
  • Akkukapazität
    4000 mAh
  • Besondere Merkmale
    physischer Fingerabdrucksensor, 22,5W Super Charge
TURN ON Score:
4,7von 5
  • Akkuleistung
    4,8
  • Design
    4,5
  • Preis-Leistung
    4,6
  • Hardware
    4,8
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