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Huawei Mate 9 und iPhone 7 Plus im Dual-Cam-Vergleich

Wie schlägt sich das Mate 9 im Kameravergleich mit dem iPhone 7 Plus?
Wie schlägt sich das Mate 9 im Kameravergleich mit dem iPhone 7 Plus?
Patrick Schulze Fragt sich, wann VR-Brillen endlich so massentauglich werden wie in "Ready Player One".

Das Huawei Mate 9 will mit seiner Dual-Kamera dem iPhone 7 Plus den Rang ablaufen. Wir haben beide einem Vergleich unterzogen und dabei unterschiedliche Stärken und Schwächen ausgemacht. Welche Dual-Kamera schneidet im Test besser ab?

Genau wie das iPhone 7 Plus besitzt auch das brandneue Huawei Mate 9 eine Dual-Kamera. Und genau wie das iPhone beherrscht auch das Mate die Fotografie mit Unschärfe-Effekt. Geht es nach dem Hersteller, dann leistet das China-Flaggschiff dabei sogar mehr als der Platzhirsch aus Cupertino. Wir wollten es natürlich genau wissen und haben beide Smartphones im Unschärfe-Wettbewerb gegeneinander antreten lassen.

Porträtfotos: Eine Stärke des iPhone 7

Schaut man sich die Feature-Liste an, dann holt das Huawei Mate 9 deutlich mehr aus der Dual-Kamera heraus als das iPhone 7 Plus. Apple beschränkt sich hingegen auf einige wenige Modi und ist auf die auch richtig stolz. Da wäre zum Beispiel der Porträt-Modus, bei dem uns schon der Name verrät, wofür er eigentlich gedacht ist.

Und tatsächlich: Bei der Porträtfotografie kann die Dual-Kamera des iPhone 7 Plus ihre Stärken voll ausspielen und knipst recht schicke Bilder. Die Kanten zwischen meiner Person im Vordergrund und dem Hintergrund sind recht scharf und durchgehend sauber gezogen.

iPhone 7 Plus

Das Porträt im normalen Fotomodus... fullscreen
Das Porträt im normalen Fotomodus...
...und im Porträtmodus. Insgesamt wirkt die Abtrennung sehr sauber. fullscreen
...und im Porträtmodus. Insgesamt wirkt die Abtrennung sehr sauber.
Das Porträt im normalen Fotomodus...
...und im Porträtmodus. Insgesamt wirkt die Abtrennung sehr sauber.

Huawei Mate 9

Hier kann das Huawei Mate 9 nicht ganz mithalten. Gerade im Randbereich leistet sich die Kamera des chinesischen Smartphones die eine oder andere Unsauberkeit. Der Unschärfeeffekt des Mate 9 selbst funktioniert ebenso gut wie beim iPhone 7 Plus.

Auch das Mate 9 macht im Standard-Modus hervorragende Bilder. fullscreen
Auch das Mate 9 macht im Standard-Modus hervorragende Bilder.
Der Unschärfeeffekt funktioniert gut. fullscreen
Der Unschärfeeffekt funktioniert gut.
Leider leistet sich das Mate 9 ein paar Unsauberkeiten. fullscreen
Leider leistet sich das Mate 9 ein paar Unsauberkeiten.
Die Intensität des Unschäfteeffekts lässt sich bei Huawei individuell einstellen. fullscreen
Die Intensität des Unschäfteeffekts lässt sich bei Huawei individuell einstellen.
Auch das Mate 9 macht im Standard-Modus hervorragende Bilder.
Der Unschärfeeffekt funktioniert gut.
Leider leistet sich das Mate 9 ein paar Unsauberkeiten.
Die Intensität des Unschäfteeffekts lässt sich bei Huawei individuell einstellen.

Anders als beim Apple-Gerät haben User bei Huawei noch die Möglichkeit, die Intensität des Unschärfeeffekts einzustellen – und können diese sogar nach dem Knipsen des Fotos noch verändern.

Fotos mit großer Blende im Nahbereich

Bei Fotos im Nahbereich zeigten sich die Unterschiede zwischen iPhone 7 Plus und Mate 9 deutlich. Während das iPhone von vorn herein wesentlich weiter in das Motiv hineinzoomt, fotografiert das Mate 9 die Fotos mit Unschärfeeffekt aus einem weiteren Winkel. Vergleichsbilder der gleichen Motive aus dem gleichen Winkel bei gleichem Kameraabstand sind somit nicht möglich.

Dennoch haben wir für unseren Test versucht, mit beiden Smartphone-Kameras in etwa vergleichbare Motive einzufangen. Dabei wurde schnell klar, dass beide Geräte nicht perfekt arbeiten, sich jedoch durchaus unterschiedliche Schwächen leisten. Insgesamt scheint die iPhone-Kamera etwas genauer zu arbeiten, wenn es darum geht, die Tiefe von verschiedenen übereinander liegenden Ebenen zu unterscheiden. Hundertprozentig sauber bekommt der Sensor die Trennung aber auch nicht immer hin.

Beide Geräte haben Stärken und viele Schwächen

Wirklich perfekte Fotos mit Tiefenunschärfe sind uns im Test mit beiden Smartphone-Kameras selten gelungen. Immer wieder leisten sich Huawei Mate 9 und iPhone 7 Plus kleine Ungenauigkeiten, die sich aber erst beim genaueren Hinsehen offenbaren.

iPhone 7 Plus

Insgesamt funktioniert der Porträtmodus des iPhone 7 Plus auch bei Fotografien im Nahbereich. An manchen Stellen schleichen sich jedoch Ungenauigkeiten ein, wie etwa hier an der Linse des fotografierten Objektivs.

Das Foto im Normalzustand. fullscreen
Das Foto im Normalzustand.
Der Unschärfeeffekt selbst funktioniert sehr gut. fullscreen
Der Unschärfeeffekt selbst funktioniert sehr gut.
An der Linse zeigen sich jedoch Ungenauigkeiten. fullscreen
An der Linse zeigen sich jedoch Ungenauigkeiten.
Das Foto im Normalzustand.
Der Unschärfeeffekt selbst funktioniert sehr gut.
An der Linse zeigen sich jedoch Ungenauigkeiten.

Insbesondere dann, wenn Vorder- und Hintergrund die gleiche Farbe haben, scheint sich der Sensor im iPhone 7 Plus zudem schwer  damit zu tun, die Ebenen richtig zu trennen. Zu erkennen ist das an der Hand der Figur.

So sieht das Bild ohne Unschärfeeffekt aus. fullscreen
So sieht das Bild ohne Unschärfeeffekt aus.
Mit aktiviertem Porträtmodus zeigt das iPhone Schwächen. fullscreen
Mit aktiviertem Porträtmodus zeigt das iPhone Schwächen.
Die Hand der Figur wird nicht korrekt erkannt. fullscreen
Die Hand der Figur wird nicht korrekt erkannt.
So sieht das Bild ohne Unschärfeeffekt aus.
Mit aktiviertem Porträtmodus zeigt das iPhone Schwächen.
Die Hand der Figur wird nicht korrekt erkannt.

Eine gute Figur machte die Dual-Kamera im iPhone 7 Plus allerdings bei einem komplizierten Motiv wie dieser Figur im Käfig. Allerdings scheint der Unschärfeeffekt bei diesem Motiv erst hinter dem Käfig einzusetzen, sodass der Sensor zumindest beim Hauptmotiv nicht mit unterschiedlichen Tiefeninformationen umgehen muss.

iPhone7Plus Figur Kaefig
Bei diesem Motiv leistet sich das iPhone keine Fehler.

Huawei Mate 9

Das Mate 9 hat den Käfig-Test leider nicht so wirklich bestanden. Beim Huawei-Modell scheint der Unschärfeeffekt deutlich früher einzusetzen, weshalb der Sensor enorme Probleme hat, die Ebenen der unterschiedlichen Streben korrekt zu erfassen. Das Bild wirkt dadurch seltsam deformiert. Auch die Schärfe der Kanten lässt hier zu wünschen übrig.

Das Mate 9 hat mit der Figur im Käfig große Probleme. fullscreen
Das Mate 9 hat mit der Figur im Käfig große Probleme.
Gleich an mehreren Stellen zeigen sich Ungenauigkeiten. fullscreen
Gleich an mehreren Stellen zeigen sich Ungenauigkeiten.
Das Mate 9 hat mit der Figur im Käfig große Probleme.
Gleich an mehreren Stellen zeigen sich Ungenauigkeiten.

Deutlich besser als das iPhone schlägt sich das Huawei-Gerät hingegen, wenn es darum geht, die schwarze Hand im Vordergrund vom ebenfalls schwarzen Objektiv im Hintergrund abzuheben. Der Sensor kann beide Tiefenebenen korrekt trennen.

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Die Hand der Figur verschwimmt beim Mate nicht mit dem Objektiv im Hintergrund.

Sanfter Übergang oder harter Schnitt

Auffällig war beim Test ebenfalls, dass das Mate 9 beim Übergang zwischen scharfen Objekten im Vordergrund und den Unschärfen im Hintergrund einen sanfteren Übergang hinbekommt. Das iPhone 7 Plus scheint hingegen eine unsichtbare Linie zwischen Vorder- und Hintergrund zu ziehen. Der Übergang wirkt hier holpriger.

Beim iPhone 7 Plus wirkt der Übergang zwischen Vorder- und Hintergrund ziemlich hart. fullscreen
Beim iPhone 7 Plus wirkt der Übergang zwischen Vorder- und Hintergrund ziemlich hart.
Das Huawei Mate 9 bekommt einen sanfteren Übergang hin. fullscreen
Das Huawei Mate 9 bekommt einen sanfteren Übergang hin.
Beim iPhone 7 Plus wirkt der Übergang zwischen Vorder- und Hintergrund ziemlich hart.
Das Huawei Mate 9 bekommt einen sanfteren Übergang hin.

Mehr Möglichkeiten beim Mate 9

Auch wenn sich das Mate 9 bei Fotos mit Unschärfeeffekt insgesamt mehr Ungenauigkeiten leistet als das iPhone 7 Plus, hat der Nutzer dennoch mehr Möglichkeiten, selbst nachzujustieren – sogar nach dem Fotografieren. Sollte ein Motiv auf Anhieb nicht gelingen, hat der Mate 9-Besitzer zumindest noch die Möglichkeit, ein wenig nachzubessern. Beim iPhone 7 Plus besteht diese Chance nicht.

Fazit: Dual-Kameras sind noch nicht perfekt

Unser kurzer Dual-Kamera-Vergleich zwischen Huawei Mate 9 und iPhone 7 Plus konzentriert sich natürlich nur auf einige Aspekte der Kameras und ist längst nicht allumfassend. Welche Features noch in einer Dual-Cam stecken, zeigt etwa unser Kamera-Ratgeber zum Huawei P9. Trotzdem zeigt allein die Gegenüberstellung der Motive im Test, dass beide Kameras sowohl Stärken als auch Schwächen haben. Perfekt funktionieren die Dual-Cams jedenfalls in den seltensten Fällen. Das fällt zum Glück aber meist nur dann auf, wenn man die Bilder mit der Lupe am PC-Monitor untersucht. Für den Alltag lassen sich mit beiden Dual-Kameras beeindruckende Bilder kreieren. Das erhoffte Killer-Feature sind Dual-Cams derzeit allerdings noch nicht.

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