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iPad (2020) im Test: Mehr Leistung fürs Geld

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Das iPad 2020 möchte durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen. Bild: © TURN ON 2020

Apples Einsteiger-Tablet ist stärker geworden. Das iPad 2020 setzt auf den Apple A12 Bionic aus dem iPhone XS, der zwei Generationen jünger ist als der Chip des iPad 2019. Ebenfalls neu ist das 20-Watt-Netzteil für schnelles Aufladen. Wir haben uns im Test angesehen, ob das iPad 8 als Gesamtpaket überzeugt.

Design und Display: Veraltet oder bewährt?

Das iPad 8 alias iPad 2020 teilt sich mit seinem Vorgänger Design und Display. Das Glück bedeutet einen mit 10,2 Zoll größeren Bildschirm, als ihn die vorherigen Generationen mitbrachten, die sich mit 9,7 Zoll begnügen mussten. Die Auflösung liegt wie gewohnt bei 2.160 x 1.620 Pixeln, was für ein scharfes Bild ausreicht. Auch das neue iPad besticht mit einer überaus robusten Metallverarbeitung mit spiegelndem Apple-Logo in der Mitte hinten. Auf der Vorderseite gibt es den Touch-ID-Fingerabdrucksensor zum Entsperren, also kein Face ID.

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Das robuste Metallgehäuse ist dicker als das des iPad Air, aber das wird Einsteiger nicht stören. Bild: © TURN ON 2020

Manche User mögen Face ID vermissen, aber Touch ID ist deutlich sicherer als die optischen Fingerabdrucksensoren im Display, über die inzwischen viele Android-Handys verfügen. Etwas veraltet wirken nur die dicken Displayränder des Tablets oben und unten, das Einsteiger-iPad könnte einmal ein Facelift vertragen. Und noch ein kleiner Nörgelpunkt: Das Display spiegelt arg, was den Einsatz im Sonnenlicht schwierig macht. Wen das sehr stört: Das neue iPad Air besitzt eine Antireflexbeschichtung. Aber immerhin sorgt auch das iPad 2020 dank fettabweisender Beschichtung gegen fettige Finger vor.

Fazit: Das iPad 2020 setzt auf Gehäuse und Display des Vorgängers. Das bedeutet eine hochwertige Verarbeitung und ein scharfes Bild, aber auch dicke Displayränder und einen spiegelnden Bildschirm.

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Das umweltfreundlichste iPad

Zusammen mit dem iPad Air 2020 gehört das iPad 2020 laut Apple zur bislang umweltfreundlichsten iPad-Familie. "Das neue iPad der achten Generation ist umweltfreundlich konzipiert und unterstützt das Ziel von Apple, bis 2030 klimaneutral zu werden.

Das iPad verwendet ein Gehäuse aus 100 Prozent recyceltem Aluminium und 100 Prozent recyceltes Zinn als Lötmittel in der Hauptplatine, bleibt frei von Schadstoffen, ist äußerst energieeffizient und verwendet Verpackungen aus Holzfasern, die recycelt werden oder aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen."

Technik: Das Upgrade zahlt sich aus

Das größte – aber nicht einzige – Upgrade: Der Apple A12 Bionic ist nun anstelle des Apple A10 Bionic für die Leistung zuständig. Er sorgt zusammen mit 3 GB Arbeitsspeicher für einen deutlichen Leistungsschub. Im Alltag ließ sich das iPad sehr flüssig bedienen und auch von mehreren Apps mit Split View (nebeneinander) und Slide Over (übereinander) nicht kleinkriegen. Mit dem Apple Pencil zu zeichnen und Bildbearbeitung funktionierten ebenfalls sehr zügig. Die Benchmarks verorten das iPad 2020 auf dem Leistungsniveau, das man vom Apple A12 Bionic erwarten würde.

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Der Apple A12 Bionic sorgt für ein gutes Ergebnis im AnTuTu-Benchmark. Bild: © TURN ON 2020
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Die Leistung liegt ungefähr auf dem Niveau des iPhone SE 2. Bild: © TURN ON 2020
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Ordentliches Ergebnis im Grafiktest Slingshot Extreme. Bild: © TURN ON 2020
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Auch die zweite Neuerung ist sehr begrüßenswert: Apple liefert ein 20-Watt-Netzteil zum schnellen Aufladen mit. Das Laden erfolgt tatsächlich rasant, ist zum Glück aber nicht so oft nötig. Ich bin mit dem iPad gut durch den Tag gekommen, über die Laufzeit musste ich mir nie wirklich Sorgen machen.

Zwei kleinere Kritikpunkte gibt es im Bereich Technik. Erstens: Das iPad 2020 hat weiterhin einen Lightning-Anschluss und nicht USB-C wie das iPad Pro, wobei ein Lightning-auf-USB-C-Kabel mitgeliefert wird. Und zweitens: Das günstigste Modell für 370 Euro begnügt sich erneut mit 32 GB Speicher. Da nur wenige Nutzer viele Fotos und Videos mit ihrem iPad aufnehmen, wird das in der Regel wohl ausreichen.

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Im Gegensatz zum iPad Pro bringt das iPad 2020 einen Lightning-Port mit. Bild: © TURN ON 2020
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Der Dock für Keyboard und Apple Pencil. Bild: © TURN ON 2020
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Das 20-Watt-Netzteil ist eine willkommene Ergänzung. Bild: © TURN ON 2020
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Das 20-Watt-Netzteil ist eine willkommene Ergänzung.

Wer gern viele große Apps wie Spiele installiert oder seine iPhone-Videos auf dem iPad speichert, um sie darauf zu bearbeiten, sollte lieber zum 128-GB-Modell greifen. Es kostet ungefähr 100 Euro mehr. Schließlich bietet das iPad 2020 nur Wi-Fi 5 und Bluetooth 4.2, aber Tablet-Einsteiger dürften die neueren Versionen der kabellosen Verbindungen kaum vermissen. Top ist bei Apple immer die Aussicht auf jahrelange Software-Updates mit vielen neuen Features.

Fazit: Der Apple A12 Bionic ist ein Segen und sorgt für eine rundum flüssige Performance, auch das 20-Watt-Netzteil ist überaus willkommen. Einige Nutzer könnten sich am kleinen Speicher des günstigsten Modells stören.

Kameras, Sound und Akkulaufzeit: Gewohnt hohes Niveau

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Die 8-Megapixel-Kamera ist vom Vorgänger bekannt. Bild: © TURN ON 2020

Bei Kameras, Sound und Akku ist alles beim Alten geblieben. Es gibt also wieder einen Klinkenanschluss für Kopfhörer und Stereoanlage, worauf ich persönlich auch nur ungern verzichten möchte. Dank Bluetooth 4.2 lassen sich natürlich auch kabellose Kopfhörer mit dem iPad verbinden. Die beiden Lautsprecher an der Unterseite bieten einen lauten, klaren Sound mit einem gewissen Bass, nur einen echten Stereoeffekt gibt es aufgrund der Bauweise nicht.

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Eine neue Webcam wäre wünschenswert. Bild: © TURN ON 2020
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Die Hauptkamera macht brauchbare Fotos. Bild: © TURN ON 2020
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Die bekannten Kameras erfüllen ihren Zweck, sind aber keine Highlights. Die Webcam für Videotelefonate löst mit 1,2 Megapixeln auf, die Hauptkamera mit 8 Megapixeln. Vor allem bei der Webcam wünschen wir uns ein Upgrade, schließlich sind Videotelefonate auch für Schüler und Studenten wichtiger geworden.

Einsatz mit dem Zubehör: Für Texter und Zeichner

Das iPad 2020 verträgt sich mit dem Apple Pencil der 1. Generation und mit dem Smart Keyboard Case, aber nicht mit dem neueren Apple Pencil und dem Magic Keyboard. Die Einsteiger-Zielgruppe wird damit einverstanden sein. Mit dem Apple Pencil schreibt und zeichnet es sich auf hohem Niveau, auch wenn die Stift-Erfahrung beim iPad Pro noch eine Klasse besser ist, da hier präzisere Eingaben möglich sind. Für ein Tablet seiner Preisklasse ist das iPad 2020 jedoch ein großartiges Gerät zum Zeichnen und Anfertigen von Notizen.

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Auf dem Smart Keyboard Case tippt es sich rasant. Bild: © TURN ON 2020

Das Smart Keyboard Case eignet sich sehr gut zum Tippen. Es bietet einen spürbaren Widerstand und klaren Anschlag. Es kann sogar mit einigen Laptop-Tastaturen konkurrieren, nur ein Touchpad könnten manche vermissen. Als Mausersatz dient hier der Touchscreen. Auch beim Tippen hat sich die Leistung des Apple A12 Bionic positiv hervorgetan – ich konnte viel schneller im Content-Management-System Wordpress Artikel schreiben und zugleich im Internet surfen als auf meinem Samsung Galaxy Tab S4.

Fazit: Das Smart Keyboard Case und der Apple Pencil der 1. Generation sind empfehlenswertes Zubehör für Texter und Zeichner. Wer auf professionellem Niveau arbeitet, greift aber besser zum iPad Pro.

Die iPadOS-14-Features: Apple Pencil für alles

Das iPad 2020 wird mit dem Betriebssystem iPadOS 14 ausgeliefert, das viele kleine Neuerungen mitbringt. Besonders erwähnenswert finde ich einige Features für den Apple Pencil, die den Stift besser ins System integrieren und viele Finger- und Tastatureingaben überflüssig machen. Wer geometrische Formen wie Quadrate und Dreiecke zeichnet, kann sie mit der Funktion "An Form ausrichten" in perfekte geometrische Formen mit symmetrischen Abmessungen verwandeln.

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Der Apple Pencil hat in iPadOS 14 neue Möglichkeiten erhalten. Bild: © TURN ON 2020
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Schreiben klappt gut, wenn auch nicht auf iPad-Pro-Niveau. Bild: © TURN ON 2020
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Handschrift lässt sich in Text umwandeln und in andere Apps kopieren. Bild: © TURN ON 2020
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Dank "Kritzeln" kannst Du mit dem Apple Pencil URLs in Safari hineinschreiben. Bild: © TURN ON 2020
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Dadurch musst Du den Stift seltener ablegen. Bild: © TURN ON 2020
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Autoren freuen sich über die Funktion "Als Text kopieren". Genau: Handschriftliche Notizen lassen sich in Text umwandeln und in andere Apps einfügen. Praktisch etwa für URLs von Websites und Kontaktdaten. Das Feature "Kritzeln" funktioniert in Deutschland aktuell nur, wenn Du in den Einstellungen eine englische Tastatur ergänzt. Es erlaubt dann das Schreiben mit dem Apple Pencil in allen möglichen Textfeldern. Zum Beispiel kannst Du mit dem Stift eine URL in den Safari-Browser hineinschreiben oder eine Google-Suche starten.

Fazit: Dank iPadOS 14 muss der Apple Pencil seltener abgelegt werden.

Fazit: Das Top-Tablet für Einsteiger

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Das iPad 2020 ist ein durchdachtes Tablet für Einsteiger. Es spart überwiegend genau an den Stellen, an denen es die Zielgruppe am wenigstens stört, und setzt genau da auf starke Features, wo es meisten zählt. Die Highlights dieser Generation sind der Apple A12 Bionic, der einen flüssigen Einsatz ermöglicht, und das 20-Watt-Netzteil, welches das Tablet schnell wieder mit Energie versorgt. Dank des optional erhältlichen Zubehörs Apple Pencil 1 und Smart Keyboard Case, die beide sehr gut sind, lassen sich die Anwendungsbereiche des iPad noch einmal erweitern.

Mit unseren Kritikpunkten wie dem spiegelnden Display, der nur ausreichenden Webcam und dem Verzicht auf einen USB-C-Anschluss werden die meisten Tablet-Einsteiger leben können. Wer auf bessere Features Wert legt, greift zum iPad Air oder zum iPad Pro.

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Das iPad 2020 ist ein großartiges Einsteiger-Tablet. Bild: © TURN ON 2020

Eine Android-Alternative ist das Samsung Galaxy S6 Lite. Hier gehört der Stift zum Lieferumfang, und es gibt einen größeren internen Speicher. Wir hatten das Tablet zwar nicht im Test, aber im Vergleich zu meinem ähnlichen Galaxy Tab S4 würde ich eher zum iPad 2020 greifen. Es bietet eine flüssigere Performance und ein besser für Tablets optimiertes Betriebssystem, auch wenn man Samsung Desktop-Modus DeX einbezieht.

Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Sehr gute Performance im Alltag

+ 20-Watt-Netzteil für schnelles Laden

+ Für Tablets optimiertes Betriebssystem iPadOS 14

+ Gute Integration des Apple Pencil 1 und des Smart Keyboard Case (beide optional)

+ Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

- Dicke Ränder

- Spiegelndes Display

- kein USB-C-Port

- Webcam nur in Ordnung

 

 

Apple iPad 2020
Apple iPad 2020
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Tablet
  • Farben
    Silber, Gold, Space Grau, Roségold
  • Lieferumfang
    iPad 2020, USB-C-auf-Lightning-Kabel, 20-Watt-Netzteil
  • Preis (UVP)
    Ab 370 Euro
  • Display-Größe
    10,2 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    2160 x 1620 Pixel, Retina-Display
  • Abmessungen
    251 x 174 x 7,5 Millimeter
  • Gewicht
    490 Gramm
  • Prozessor
    A12 Bionic
  • Arbeitsspeicher
    3 GB LPDDR4X
  • Speicherkapazität
    32 oder 128 GB
  • Betriebssystem
    iPadOS 14
  • Kameras
    Frontkamera (1,2 Megapixel) und Rückkamera (8 Megapixel)
  • Anschlüsse und Steckplätze
    Lightning, 3,5-Millimeter-Stereo-Kopfhöreranschluss, Dockinganschluss
  • Konnektivität
    Bluetooth, WLAN
  • Akkulaufzeit
    Bis zu 10 Stunden
  • Besondere Merkmale
    Fingerabdruck-Sensor, Stereo-Lautsprecher (Unterseite), Apple Pencil (optional), Smart Keyboard (optional)
TURN ON Score:
4,3von 5
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