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iPhone SE (2020) im Test: Damit steigst Du in die Apple-Welt ein

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Das iPhone SE setzt auf das klassische Design des iPhone 8.

Das iPhone SE (2020) ist das günstigste aktuelle Handy von Apple. Es bringt den starken Prozessor der iPhone-11-Serie mit, aber bei der Ausstattung des kleinen Smartphones gibt es auch Abstriche. Im Test haben wir uns das neue iPhone SE genauer angesehen.

Design: Wie das iPhone 8

Äußerlich ähnelt das iPhone SE 2 nicht nur dem iPhone 8, es ist das iPhone 8! Es teilt sich mit dem Modell aus dem Jahr 2017 das gleiche Gehäuse. Das bedeutet ein im Vergleich zu den anderen aktuellen iPhones und zu Android-Handys veraltetes Design: Es gibt große Ränder über und unter dem Bildschirm und einen runden Fingerabdrucksensor namens Touch ID unter dem Display statt Gesichtsentsperrung via Face ID. Mit 4,7 Zoll ist der Bildschirm zudem recht klein, aber größer als der 4-Zoll-Screen des ursprünglichen iPhone SE.

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Die üppigen Displayränder sind nicht mehr zeitgemäß.
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Touch ID findet noch seine Anhänger.
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Das Handy ist also nicht mehr so klein und handlich wie sein Vorgänger. Im Vergleich zu neueren Android-Flaggschiffen wie dem Galaxy S20+ mit seinem 6,7-Zoll-Display wirkt das iPhone SE dennoch winzig. Generell werden kaum noch Smartphones mit einem unter 5 Zoll großen Bildschirm hergestellt, insofern füllt das neue iPhone SE eine Marktlücke.

Bleibt die schicke Glasrückseite: Hier sind keine Abstriche gegenüber anderen aktuellen Handys zu verzeichnen. Der bei unserem Modell weiße Glasrücken mit dem silbern spiegelnden Apple-Logo kann sich absolut sehen lassen. Das Logo ist im Vergleich zum iPhone 8 nach unten in die Mitte gewandert. Auch überzeugt die Verarbeitung inklusive des stabilen Metallrahmens. Das Handy lässt sich weder verbiegen noch eindrücken. Wie das iPhone 8 ist auch das iPhone SE nach Schutzklasse IP67 wasserdicht, übersteht damit zumindest üppige Regenschauer.

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Die Glasrückseite braucht sich auch heute nicht zu verstecken.

Fazit: Das iPhone SE 2 ist größer als sein Vorgänger, aber handlicher als andere neue Handys. Zwar wirken die dicken Displayränder nicht gerade schick, aber die edle Glasrückseite und die wertige Verarbeitung überzeugen.

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Display: 4,7 Zoll mit HD-Auflösung

Den Bildschirm hat Apple ebenfalls vom iPhone 8 übernommen. Es handelt sich um ein 4,7 Zoll großes LCD-IPS-Display, das den für Filme wichtigen Farbraum DCI-P3 abdeckt und Inhalte in den Formaten HDR10 und Dolby Vision anzeigen kann. Die HDR-Vorzüge sind bei OLED-Bildschirmen allerdings viel größer. Im Gegensatz zum iPhone-8-Screen gibt es kein 3D Touch, sondern Haptic Touch. Das Handy registriert also keinen stärkeren Druck auf den Bildschirm, sondern längeres Drücken.

Durch längeres Drücken beispielsweise auf das Telefon-Icon lassen sich die Optionen für "Neuen Kontakt erstellen", "Neuen Kontakt suchen" und so weiter aufrufen. Dabei gibt es eine spürbare Rückmeldung durch den Vibrationsmotor. Die Auflösung des Bildschirms beträgt nur 1.334 x 750 Pixel, was ungefähr HD (aber nicht Full HD) entspricht. Angesichts der geringen Displaygröße ist das aber kein sonderlicher Nachteil, die meisten Nutzer dürfte es nicht stören.

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Im Vergleich zu einem modern gestalteten Flaggschiff wie dem Galaxy Note 9 (links) ist das iPhone SE geradezu winzig.

Das "True Tone"-Feature sorgt für die Anpassung der Farbtemperatur des Displays an das Umgebungslicht. Subjektiv hat der Bildschirm immer gleich ausgesehen, was wohl bedeutet, dass es funktioniert. Schließlich könnte manche stören, dass Apple keinen kontrastreichen OLED-Bildschirm verbaut hat wie in der iPhone-11-Pro-Serie. Dazu ist aber zu bedenken, dass sich das iPhone SE aufgrund des kleinen Displays ohnehin weniger zum Medienkonsum eignet, etwa für iTunes- und Netflix-Filme. Kürzere YouTube-Clips und selbstgedrehte Videos machen sich derweil gut auf dem klassischen Bildschirm.

Für den Alltag wichtiger ist die Helligkeit. Und die ist zum Glück hoch genug für den Einsatz draußen – sogar bei direktem Sonnenlicht. Für das Surfen im Internet und das Tippen von Nachrichten ist das Display ausreichend groß. Ich würde dennoch nicht auf den 6,4-Zoll-Screen meines Galaxy Note 9 verzichten wollen, allerdings habe ich auch große Hände. Wer mit kleineren Fingern gesegnet ist, dürfte geringere Einbußen erleben oder den Bildschirm sogar bevorzugen.

Fazit: Für Flaggschiff-Verwöhnte ist das Display nichts, aber für einen 4,7-Zoll-Bildschirm ist die Qualität ansprechend. Alltägliches wie Nachrichten zu tippen, im Internet zu surfen, Musik anzuwerfen, Google Maps zu nutzen und YouTube-Clips anzusehen gelingt problemlos. Auch draußen in der Sonne.

Technik & Ausstattung: Flaggschiff-Prozessor

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Der Chip im iPhone SE ist für ein Mittelklasse-Handy ungewöhnlich mächtig.

Im iPhone SE 2 ist derselbe Prozessor verbaut wie in der iPhone-11-Serie: der Apple A13 Bionic. Es handelt sich um einen der schnellsten Smartphone-Chips. Im iPhone SE wird er nur von 3 GB Arbeitsspeicher begleitet statt von 4 GB wie bei der iPhone-11-Serie, was seine Leistung etwas schmälert. Es gab im Internet einige Gerüchte (siehe GSMArena), dass Apple beim iPhone SE den Chip niedriger getaktet haben könnte, um die Akkulaufzeit zu verlängern. Ich habe den AnTuTu-Benchmark-Test durchgeführt, um das zu überprüfen.

Im AnTuTu-Benchmark V8.10 erreicht das iPhone SE eine Punktzahl von 484.066. Das ist niedriger als das Ergebnis des iPhone 11 mit 517.400 Punkten – aber viel höher als die Punktzahl von 443.337 des iPhone XS Max mit dem Vorgänger-Chip Apple A12 Bionic. Das iPhone SE ist also tatsächlich etwas schwächer als andere Handys mit dem Apple-A13-Chip. Auch die Detailergebnisse sprechen für einen geringer getakteten Prozessor.

Die Gesamtleistung liegt zwischen jener der Android-Flaggschiffe OnePlus 7 Pro (Snapdragon 855) und Galaxy S20 / S20+ (Exynos 990). Für ein Einsteiger-iPhone ist das iPhone SE also sehr gut aufgestellt. Bei der Alltagsnutzung gibt es keine Probleme. Alle Apps und auch aufwendigere Spiele wie "Wonderscope" und "Sky" laden schnell, laufen flüssig und sehen gut aus. Das Surfen im Netz klappt ebenso rasant – und dank Wi-Fi-6-Modem werden die neuesten Router unterstützt.

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Das iPhone SE 2 bietet Wi-Fi 6 für rasend schnelles Internet.

Auch Bluetooth 5.0 brachte das iPhone 8 noch nicht mit – der neue Standard sorgt für stabilere Bluetooth-Verbindungen. Schließlich kann das iPhone SE mit einem 18-Watt-Netzteil schnell aufgeladen werden, in einer halben Stunde soll die Hälfte des Akkus wieder gefüllt sein. Allerdings ist dieses Netzteil optional erhältlich, und mit dem mitgelieferten 5-Watt-Exemplar dauert das Laden sehr lange. Alternativ kannst Du das iPhone via kabellosem Laden auffüllen.

Die Akkulaufzeit bereitete im Vorfeld einige Sorgen, auch ich habe Zweifel angemeldet. Der Akku begnügt sich schließlich mit einer Kapazität von 1.821 mAh, während aktuelle Android-Handy bei 4.000 bis 5.000 mAh angelangt sind. Die Sorge hat sich zum Glück als unbegründet erwiesen, Du kommst mit dem iPhone SE gut über den Tag. Es ist zwar kein Langläufer, aber enttäuscht in der Praxis auch nicht. Dafür sind vermutlich das sehr gute Akkumanagement, das kleine Display und der untertaktete Prozessor verantwortlich.

Schließlich wären da noch die Stereo-Lautsprecher. Der Hörer dient als zweiter Lautsprecher, der andere Speaker sitzt an der Unterseite. Die Lautsprecher klingen sehr gut und werden erstaunlich laut für ein so kleines Handy, sogar etwas Bass ist auszumachen. Auf einen Klinkenanschluss verzichtet Apple.

Fazit: Das iPhone SE ist nicht so rasant unterwegs wie die iPhone-11-Handys, darf sich trotzdem mit echter Flaggschiff-Leistung rühmen. Bluetooth 5.0 und Wi-Fi 6 sind sinnvolle Ergänzungen, die Akkulaufzeit genügt für einen Tag bei gemischter Nutzung. Apple hätte aber gern das Schnelllade-Netzteil beilegen dürfen.

Kameras: Schöne Fotos bei Tageslicht

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Eine einzelne Kamera muss genügen.

Die 12-Megapixel-Hauptkamera und die 7-Megapixel-Selfie-Kamera hat Apple vom iPhone 8 übernommen. Neu sind die vom iPhone 11 bekannten Software-Features, welche die Bildverarbeitung des Apple A13 ermöglicht. Dazu zählen der Porträtmodus mit künstlichem Unschärfeeffekt für den Hintergrund, der auch mit der Selfie-Kamera funktioniert, und Smart HDR für eine automatische Belichtungsanpassung. Außerdem kannst Du optisch und elektronisch stabilisierte Videos in 4K-Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde (FPS) aufnehmen.

Schließlich gibt es noch die Option, Zeitlupenvideos mit bis zu 240 FPS oder Time-Lapse-Videos zu drehen. Letztere sind das Gegenteil von Zeitlupenvideos. Du kannst etwa den Sonnenaufgang filmen und das Video dann schneller abspielen, um die Bewegung der Sonne deutlich zu machen.

Im Vergleich zur Android-Konkurrenz liegt die Kamera-Leistung auf gehobenem Mittelklasse-Niveau. Besonders gut funktioniert im Porträtmodus die Abgrenzung des Motivs vom Hintergrund, der unscharf dargestellt wird. Handys mit einer zusätzlichen Kamera für die Tiefenschärfe schaffen eine überzeugendere Bokeh-Simulation (echtes Bokeh können nur Profi-Kameras), aber davon abgesehen gelingen mit der Selfie- und Hauptkamera sehr gute Porträtaufnahmen.

Auch die Fotos bei gutem Licht wissen zu gefallen. Sie wirken farbecht, scharf und detailreich – nur in die Aufnahmen hineinzoomen solltest Du nicht, dann gehen sofort Details verloren. Ein weiterer Makel ist der begrenzte Kontrastumfang. Es gibt nur wenige Schattenabstufungen, und helle Highlights wie die Sonne werden gekappt, ihre Helligkeit auf ein geringeres Niveau reduziert.

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Eine Porträtaufnahme mit der Hauptkamera ...
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... und dasselbe Motiv mit der Selfie-Kamera.
Bis zum Sonnenuntergang gelingen ordentliche Porträts mit der Hauptkamera. fullscreen
Bis zum Sonnenuntergang gelingen ordentliche Porträts mit der Hauptkamera.
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Die Selfie-Kamera kapituliert schon früher und macht unscharfe Fotos bei wenig Licht.
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Je dunkler es wird, desto weniger überzeugen die Fotos.
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Details gehen am Abend unter (siehe das Gestrüpp an den Seiten).
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Nachtfotos sind unbrauchbar.
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Bis zum Sonnenuntergang gelingen ordentliche Porträts mit der Hauptkamera.
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Zoomen ist beim Fotografieren eine schlechte Idee, der rein digitale Zoom sorgt schnell für verwaschene, detailarme Aufnahmen. Manche Nutzer werden eine Telefoto-Kamera vermissen. Auch eine Ultraweitwinkelkamera für Landschaftsaufnahmen wird in Android-Handys regelmäßig verbaut, selbst in der Mittelklasse. Ein neuerer Kniff von Android-Geräten ist eine Makrokamera für Aufnahmen aus nächster Nähe.

Die kreativen Möglichkeiten sind mit dem iPhone SE vergleichsweise begrenzt. Andererseits legt nicht jeder Nutzer Wert darauf, und für gute Schnappschüsse ist das iPhone SE gerüstet. Was Apple aber noch via Software-Update nachrüsten darf, ist ein Nachtmodus: Aufnahmen werden immer schlechter, je weniger Umgebungslicht vorhanden ist. Bei finsterer Nacht sind die Fotos schlicht unbrauchbar.

Die Videostabilisierung weiß dagegen vollauf zu überzeugen, auch bei 4K-Auflösung mit 60 Bildern. Die Erschütterungen beim Laufen werden zuverlässig gedämpft, Ergebnis sind flüssige Aufnahmen ohne Ruckler.

Fazit: Der Einsatz von nur einer Hauptkamera beschränkt die kreativen Möglichkeiten, die Foto- und Videoqualität weiß bei Tageslicht dafür weitgehend zu überzeugen.

Fazit & Alternativen: Gut für den Apple-Einstieg

Das iPhone SE ist für einen Preis ab 479 Euro ein empfehlenswertes Smartphone für alle, die weder ein großes Display noch High-End-Features benötigen und denen eine Hauptkamera reicht. Das Smartphone ist ganz auf einen jahrelangen Einsatz ausgelegt, dank des starken Prozessors dürfte es viele Software-Updates mitmachen. Wi-Fi 6 und Bluetooth 5 sorgen ebenfalls für Zukunftssicherheit. Für Apple-Einsteiger ist das iPhone SE also genau das richtige Handy.

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Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Hervorragende Verarbeitung - Nicht ganz die Leistung des iPhone 11
+ Sehr gute Leistung - Nur eine Kamera
+ Gute Kamera - Kein Nachtmodus
+ Ordentliche Akkulaufzeit - Große Displayränder
+ Schnelles und kabelloses Laden - Lahmes Netzteil im Lieferumfang
Alternativen

Ob Du Dir das iPhone SE 2 kaufen solltest, hängt allerdings davon ab, ob Du ein iPhone haben möchtest oder ob es auch ein Android-Smartphone sein darf. Für 530 Euro ist das Galaxy S10e erhältlich, das dem iPhone SE ein 5,8 Zoll großes AMOLED-Display und eine zusätzliche Ultraweitwinkelkamera voraushat. Es dürfte aber nicht so lange Software-Updates erhalten wie das neue iPhone SE, in dem Bereich ist Apple ungeschlagen.

Ein echter Preisbrecher ist das Xiaomi Mi 9, ein Flaggschiff von 2019 Jahr für 400 Euro. Es bietet ein 6,39 Zoll großes AMOLED-Display und drei Hauptkameras.

iPhone SE (2020)
iPhone SE (2020)
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Preis (UVP)
    ab 479 Euro
  • Release
    24.04.2020
  • Farben
    Schwarz, Weiß, Rot
  • Display-Größe
    4,7 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    1334 x 750 Pixel, IPS, HDR
  • Prozessor
    Apple A13 Bionic
  • Arbeitsspeicher
    3 Gigabyte
  • Speicherkapazität
    64 GB / 128 GB / 256 GB
  • Betriebssystem
    iOS 13.4 (Stand April 2020)
  • Kameras
    Frontkamera (7 MP) und Rückkamera (12 MP)
  • SIM-Karten-Format
    Dual-SIM (1 x Nano-SIM + 1 x eSIM)
  • Anschlüsse und Steckplätze
    Lightning
  • Konnektivität
    LTE-A, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.0, NFC
  • Akkukapazität
    1.821 mAh
  • Besondere Merkmale
    Quick Charge, Wireless Charging, IP67, Stereo-Lautsprecher
TURN ON Score:
4,0von 5
  • Akkuleistung
    3,8
  • Design
    3,8
  • Handling
    4,5
  • Preis-Leistung
    3,8
  • Hardware
    4,0
Kommentare anzeigen (1)
Alexander Mundt iPhone-Fan und -Experte. Sein Credo: An Apple a Day keeps the Netdoctor away. Inspektor Gadget wäre beeindruckt: empfehlenswertes iPhone-Zubehör für alle Fälle Zum Zubehör
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