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iPod touch 6G im Test: MP3-Player mit iPhone-Power

Der iPod touch 6G bietet auch Zugriff auf Apple Music.
Der iPod touch 6G bietet auch Zugriff auf Apple Music. (©TURN ON 2015)

Gehören MP3-Player nicht längst zum alten Eisen und wurden durch Streaming-Dienste und Musiksammlungen auf dem Smartphone ersetzt? Apple sieht das offenbar anders und präsentiert mit dem iPod touch 6G das erste Produktupdate seines Media-Players seit drei Jahren. Wir haben uns den Newcomer im Test einmal genauer angesehen.

Design und Handling: iPhone in dünn

Am Design des neuen iPod touch 6G hat sich im Vergleich zur Vorgängergeneration nicht viel geändert. Einzige echte Neuheit ist die Farboption Gold, die sich am Anstrich des iPhone 6 orientiert. Dafür wurde Gelb aus dem Programm gestrichen. Ansonsten wirkt der iPod touch 6G auf den ersten Blick wie ein typisches Apple-Produkt: Der Media-Player ist aus hochwertigen Materialien gefertigt und liegt dank der abgerundeten Kanten angenehm und griffig in der Hand. Obwohl der iPod touch 6G mit seinem 4-Zoll-Screen ungefähr die Abmessungen eines iPhone 5s hat, ist er mit einer Dicke von 6,1 Millimeter deutlich dünner und mit 88 Gramm auch wesentlich leichter als das ältere Apple-Smartphone. So passt er ohne Probleme in eine Hosentasche. Verschwunden ist zudem der Metallknopf auf der Rückseite des Geräts, an dem beim Vorgänger noch eine Handschlaufe befestigt werden konnte.

Die Bedienung des neuen iPod läuft Apple-typisch sehr intuitiv ab und sollte jedem Nutzer, der schon einmal ein iPhone oder iPad in der Hand gehalten hat, keine Probleme bereiten. Der iPod touch 6G wird mit der aktuellsten iOS-Version 8.4 ausgeliefert und bietet daher auch Zugriff auf Apples neuen Streaming-Dienst Apple Music. iPod touch-Besitzer haben hier Glück: Die kleineren Modellen iPod nano und iPod shuffle kommen nämlich nicht einmal durch eine iTunes-Synchronisation in den Genuss des Streaming-Dienstes.

Ansonsten gewährt iOS 8.4 auf dem iPod touch Zugriff auf gewohnte Funktionen wie den Safari-Browser, E-Mails und Nachrichten oder den App Store. Verzichten muss man natürlich auf Telefonfunktionen und an Mobilfunknummern gebundene Apps wie WhatsApp – FaceTime-Videotelefonate im WLAN sind allerdings möglich.

Apple iPod touch 6G fullscreen
Apple iPod touch 6G fullscreen
Apple iPod touch 6G fullscreen

Hardware und Ausstattung: Nicht ganz auf iPhone 6-Niveau

Während der iPod touch 6G äußerlich (fast) ganz der Alte geblieben ist, hat sich unter der Haube einiges getan. So werkelt im Inneren jetzt der Chip Apple A8, der auch im iPhone 6 und iPhone 6 Plus zum Einsatz kommt. Allerdings darf man vom neuen MP3-Player nicht die komplette Power eines Smartphones erwarten. Benchmarks belegen, dass der iPod touch 6G ungefähr 15 Prozent langsamer läuft als die aktuelle Smartphone-Generation von Apple. Das liegt unter anderem daran, dass der A8 im iPod touch 6G nur mit 1,1 GHz und nicht mit 1,39 GHz wie beim iPhone 6 getaktet ist.

Allerdings hat der neue iPod touch jetzt 1 GB RAM und somit doppelt so viel Arbeitsspeicher wie noch der iPod touch 5G zu bieten. Im Test zeigte sich daher ein deutlicher Leistungsschub im Vergleich zum Vorgänger – Apps starten schneller, Spiele laufen flüssiger und Webseiten scrollen fixer. Dank des M8-Motion-Coprozessors fungiert der iPod touch 6G jetzt zudem auch als Fitness-Tracker und kann Daten von Gyro- und Beschleunigungssensor verarbeiten. Das 4 Zoll große Retina-Display löst wie beim Vorgänger weiterhin mit 1136 x 640 Pixeln auf und liefert für einen Media-Player gestochen scharfe Bilder.

Foto mit iPod touch 6G fullscreen
Foto mit iPod touch 6G fullscreen
Foto mit iPod touch 6G fullscreen
Foto mit iPod touch 6G fullscreen
Foto mit iPod touch 6G fullscreen
Foto mit iPod touch 6G fullscreen

Die Rückkamera des iPod touch 6G knipst jetzt Fotos mit einer Auflösung von 8 Megapixeln statt wie zuvor mit 5 Megapixeln. Im Test lieferte der iPod touch 6G Fotos auf dem Niveau des iPhone 5s – was für einen Media-Player vollkommen in Ordnung ist. Die bessere Qualität der Fotos fällt auf dem kleinen Display allerdings zunächst gar nicht auf, erst beim Bearbeiten auf dem Rechner erkennt man die feineren Details. Fans von Zeitlupen-Aufnahmen können nun außerdem Videos mit 120 Frames pro Sekunde bei einer Auflösung von 720p aufnehmen. Die Frontkamera wurde hingegen nicht verändert und schießt weiterhin Selfies mit einer Auflösung von 1,2 Megapixeln.

Im Lieferumfang inbegriffen sind die Kopfhörer Apple EarPods und ein Lightning-auf-USB-Kabel. Mit einem vollen Akku bietet der iPod touch 6G bis zu 40 Stunden Musikwiedergabe oder bis zu acht Stunden Videowiedergabe. Innerhalb von zwei Stunden soll ein leerer Akku wieder zu 80 Prozent geladen sein. Ein vollständiges Laden dauert circa vier Stunden.

Preis-Leistung: Ein Premium-MP3-Player zum Premium-Preis

Die kleinste Variante des neuen iPod touch 6G mit 16 GB internem Speicher kostet 229 Euro. Für 50 Euro mehr gibt's 32 GB, für 64 GB wandern 339 Euro über den Ladentisch. Die Top-Version mit 128 GB Speicher kostet satte 449 Euro. Zum Vergleich: Ein iPhone 6 mit 16 GB internem Speicher ist für 699 Euro erhältlich – kann dafür aber auch telefonieren und hat noch weitere Zusatzfeatures wie einen Fingerabdruck-Scanner oder einen NFC-Chip an Bord. Mit der Apple Watch lässt sich  der neue iPod touch 6G zudem auch nicht verbinden.

Apple iPod touch 6G fullscreen
Apple iPod touch 6G fullscreen
Apple iPod touch 6G fullscreen

Fazit: Der Letzte seiner Art?

Gegenüber dem drei Jahre alten iPod touch 5G hat sich bei der neuen Generation äußerlich eher wenig getan. Der iPod touch 6G ist weiterhin ein sehr guter MP3-Player mit knackigem Display, umfangreichen Funktionen und einer angenehmen Bedienung. Die Modellpflege kommt allerdings der Arbeitsgeschwindigkeit zugute, der iPod touch 6G liegt jetzt in Sachen Performance irgendwo zwischen iPhone 5s und iPhone 6.

Der iPod touch 6G ist daher ein kleines, aber feines Produktupdate – und dennoch vielleicht der letzte MP3-Player seiner Art von Apple. Bereits jetzt ähnelt das Gerät zu sehr einem iPhone und findet daher kaum noch eine eigene Marktlücke. Der Start des Streaming-Dienstes Apple Music dürfte ebenfalls dazu führen, dass der iPod über kurz oder lang überflüssig wird. Vielleicht ist gerade das ein guter Grund, sich den aktuellsten iPod touch noch einmal genauer anzuschauen.

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