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Kodak Smile Classic im Test: Die Sofortbildkamera mit AR-Technik

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Die Kodak Smile Classic ist sozusagen die eierlegende Wollmilchsau unter den Sofortbildkameras. Sie lässt sich nämlich auch als Handy-Drucker nutzen und verfügt über spannende Augmented-Reality-Features.

Sofortbildkameras haben in den letzten Jahren ein kleines Revival erlebt. Neben der Kultmarke Polaroid, die mit Polaroid Originals ein Comeback feiern konnte, heißen die Marktprotagonisten mittlerweile Fujifilm, Canon oder Lomography. Einen großen Vergleichstest entsprechender Kameras hatte meine Kollegin Annika im letzten September durchgeführt.

Doch auch die Foto-Spezialisten von Kodak mischen mittlerweile mit und bieten unter dem Label "Kodak Smile" ein ganzes Portfolio an Produkten an. Der neueste und bislang auch spannendste Spross dieser Gerätefamilie ist die Kodak Smile Classic – eine Sofortbildkamera im Retro-Look, die sich auch als Mobile-Drucker nutzen lässt. Und als ob das nicht genug wäre, unterstützt die Kamera auch ein ziemlich cooles Augmented-Reality-Feature – aber dazu später mehr.

Hat hier jemand "Polaroid" gesagt?

Rein optisch orientiert sich die Kodak Smile Classic ganz eindeutig an alten (und neuen) Polaroid-Kameras wie der OneStep+. Das macht die Classic zwar nicht unbedingt zu einer handlichen Kamera, hat aber funktionell schon seinen Sinn. Denn der relativ lange und breite Body ist natürlich auch deshalb notwendig, weil das Fotopapier, auf dem die Sofortbilder entwickelt werden, seinen Platz braucht.

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Das Design erinnert entfernt an eine Polaroid-Kamera.

Einfachheit überzeugt

Die Verarbeitung geht in Ordnung. Kodak leistet sich keine bösen Schnitzer, kann aber mit dem Plastik-Gehäuse kein Premium-Feeling erzeugen. Für den relativ hohen Preis von rund 180 Euro wäre da meiner Meinung nach mehr drin gewesen. Was mir hingegen gefällt, ist die generelle Einfachheit der Kamera. Es gibt einen Schieberegler, der die Kamera gleichzeitig einschaltet und den Sucher ausfährt. Ein kurzes Tonsignal signalisiert zusätzlich die Betriebsbereitschaft. Ausschalten lässt sich die Smile Classic, indem der Sucher mechanisch wieder nach unten gedrückt wird.

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Über den microSD-Slot lassen sich Speicherkarten einlegen.

Abgesehen von einem Auslöser und einem 10-Sekunden-Timer finden sich sonst keine weiteren Knöpfe an der Kamera. Zum Aufladen des fest verbauten Akkus gibt es einen Micro-USB-Anschluss sowie einen Slot für microSD-Karten. Damit lassen sich die Sofortbilder auf Wunsch auch digital abspeichern und später über die Kodak-Smile-App nochmals ausdrucken oder auf einen PC exportieren und dort bearbeiten.

Fotografieren der simpelsten Art

Das Fotografieren mit der Kodak Smile Classic könnte einfacher nicht sein. Einschalten, Motiv im Sucher fokussieren und Auslöser drücken. Irgendwelche Einstellungen lassen sich vor dem Knipsen nicht vornehmen. Sobald der Auslöser betätigt ist, wird das Bild entwickelt und von der Kamera ausgeworfen. Voraussetzung ist natürlich, dass zuvor Fotopapier in die Kamera gelegt wurde. Sofern eine microSD-Karte eingelegt wurde, werden die Motive zusätzlich noch digital gespeichert. Das funktioniert automatisch und lässt sich nicht abstellen.

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Fotografieren funktioniert simpel und einfach.

Die Fotos, welche die Kodak Smile Classic aufnimmt, sind für eine Sofortbildkamera ok. Vor allem die Ausdrucke gehören qualitativ mit zum Besten, was wir bisher bei Sofortbildkameras gesehen haben. Wer allerdings mit der Absicht herangeht, mit der Kamera vor allem digital zu fotografieren und die Bilder später von der SD-Karte am Rechner zu bearbeiten, ist definitiv an der falschen Adresse. In dieser Hinsicht knipst die Smile Classic noch nicht einmal im Ansatz auf dem Niveau von Smartphones oder Kompaktkameras.

Als Digitalkamera macht die Kodak Smile Classic eine durchwachsene Figur. fullscreen
Als Digitalkamera macht die Kodak Smile Classic eine durchwachsene Figur.
Die Fotos wirken kontrastarm und verwaschen. fullscreen
Die Fotos wirken kontrastarm und verwaschen.
Zum Vergleich ein Foto des Samsung Galaxy S10. fullscreen
Zum Vergleich ein Foto des Samsung Galaxy S10.
Als Digitalkamera macht die Kodak Smile Classic eine durchwachsene Figur.
Die Fotos wirken kontrastarm und verwaschen.
Zum Vergleich ein Foto des Samsung Galaxy S10.
Fotografieren auf Zink-Papier

Für die Sofortbilder setzt Kodak in der Smile Classic auf das Zero-Ink (kurz: Zink)-Verfahren. Dabei wird keine zusätzliche Farbpatrone benötigt. Die Farbpartikel sind vielmehr schon von vorn herein in das Zink-Fotopapier eingearbeitet und werden durch das Belichtungsverfahren im Inneren der Kamera erst sichtbar gemacht. Kodak nutzt dafür das für Zink-Papier bislang recht ungewöhnliche Polaroid-Format von 89 x 108 Millimetern.

Die Smile Classic als Smartphone-Drucker

Kodak weiß natürlich, dass die meisten Bilder heutzutage mit Smartphones geknipst werden. Aus diesem Grund hat der Hersteller der Kamera noch eine zweite Funktion spendiert, die vielleicht sogar noch wichtiger ist als die erste. Die Kodak Smile Classic lässt sich nämlich auch als Smartphone-Drucker verwenden.

Dafür stellt das Smartphone mithilfe der App Kodak Smile (Android, iOS) eine Bluetooth-Verbindung zur Kamera her. Über die App lassen sich dann alle auf dem Smartphone gespeicherten Bilder an die Kamera senden und von dieser drucken. Vorher kann sogar noch eine rudimentäre Bearbeitung vorgenommen werden. So lassen sich auf Wunsch unter anderem Smilies und Sticker zu den Motiven hinzufügen, bevor diese ausgedruckt werden.

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Auch Handy-Fotos lassen sich mit dem Smile Classic ausdrucken.

Als Smartphone-Drucker macht die Kodak Smile auf jeden Fall eine gute Figur. Im Gegensatz zu den meisten vergleichbaren Druckern ist die Bildqualität besser und die Fotos sind größer als die Standard-Zink-Bilder, die ein Format von 50 x 76 Millimetern haben.

Fotos mit Augmented-Reality-Funktion

Doch die Smile Classic versteht sich nicht nur auf analoge Fotos, sondern kombiniert diese auf Wunsch mit ganz aktueller Technologie. Tatsächlich lassen sich die Bilder vor dem Druck nämlich mit Augmented-Reality-Elementen versehen.

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Dieses kleine Logo deutet darauf hin, dass das Foto über eine AR-Funktion verfügt.

Dafür gibt mir die Kodak-Smile-App die Möglichkeit, die Bilder vor dem Druck mit einem Video zu verknüpfen – oder Personen, die auf dem Foto zu sehen sind, einen digitalen Gesichtsfilter zu verpassen.

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Dank AR-Funktion werden die Bilder auf dem Smartphone-Display lebendig.

Die jeweilige Information wird jedoch nicht mit auf das fertige Bild gedruckt, sondern in Form eines für das menschliche Auge unsichtbaren Codes in das Foto eingearbeitet. Lediglich die Kamera des Smartphones ist mithilfe der Kodak-Smile-App in der Lage, den Code zu lesen und die jeweilige verknüpfte Augmented-Reality-Funktion auf dem Bildschirm auszuführen. Auf dem Display des Smartphones erscheint das Bild dann mitsamt der AR-Inhalte.

Die AR-Funktion der Kodak Smile Classic im Video

Tatsächlich ist das Feature ein Party-Gag, der seine Wirkung garantiert nicht verfehlt, und möglicherweise auch eine nette Geschenkidee – etwa für eine Geburtstagskarte, hinter der sich eine Videobotschaft versteckt.

Fazit: Als Kamera gut, als Smartphone-Drucker besser

Es ist fast ein bisschen schade: Die meisten potenziellen Kunden werden die Kodak Smile Classic vermutlich vor allem als Sofortbildkamera wahrnehmen. Dabei kann sie ihre Stärken viel besser in ihrer Funktion als Smartphone-Drucker ausleben.

Denn die meisten Bilder werden heutzutage mit dem Smartphone geknipst – und das in einer Qualität, an welche die Smile Classic bei weitem nicht herankommt. Die Option, diese Bilder vom Handy dann mit der Smile Classic auszudrucken und auf Wunsch auch noch mit Augmented-Reality-Inhalten zu versehen, ist aus meiner Sicht deutlich attraktiver, als das Herumschleppen der Kamera selbst, mit dem Ziel, hier und da mal einen Schnappschuss zu knipsen.

Kodak Smile Classic
Kodak Smile Classic
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Hybridkamera
  • Abmessungen
    190 x 70 x 154 Millimeter
  • Gewicht
    400 Gramm
  • Farben
    Schwarz, Blau, Grün, Rot
  • Lieferumfang
    Kodak Smile Classic, drei bedruckbare Fotos, Ladekabel
  • Preis (UVP)
    179 Euro
  • Speichermedium
    microSD/microSDHC
  • Anschlüsse
    Micro-USB (nur zum Laden)
  • Besondere Merkmale
    Als Kamera und Smartphone-Drucker nutzbar, unterstützt Augmented Reality
TURN ON Score:
4,0von 5
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