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Laser-Keyboard im Test: Tippen auf der virtuellen Tastatur

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Foto_LaserKeyboard (21 von 23) (©TURN ON 2016)

Tastaturen waren gestern, heute gibt es Laser. Im Test wollten wir überprüfen, wie gut sich mit einem Laser-Keyboard an einem Smartphone und Tablet tippen lässt. Es sollte einer der härtesten Tests in der Geschichte von TURN ON werden.   

Wohl noch nie hat ein Test die TURN ON-Redaktion so an ihre Grenzen geführt, wie der aktuelle Fall. Getestet wurde dafür eine Laser-Projektions-Tastatur für Smartphones, Tablets und Computer, die passenderweise auf den Namen Laser Projection Keyboard hört.

Laser-Keyboard: Was ist das eigentlich?

Die "Tastatur" ist dabei eigentlich ein kleiner Laser Projektor, der wie ein PC-Tower im Mini-Format aussieht. Via Bluetooth wird das Gadget mit einem Tablet oder Smartphone gekoppelt. Die Tasten werden, wie der Name schon verrät, über einen roten Laser auf den Tisch beziehungsweise die Unterlage projiziert, auf der das Gerät abgestellt wird. Tippt der Schreiber nun mit den Fingern auf die einzelnen Tasten, wird der Laser an dieser Stelle unterbrochen, was wiederum von einem Sensor registriert wird. Dadurch weiß das Gadget, auf welche projizierte Taste der Schreiber gerade getippt hat und gibt diese Information an das angeschlossene Tablet oder Smartphone weiter – soweit zumindest die Theorie. Doch wie sieht das Ganze eigentlich in der Praxis aus?

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Ausgepackt und angeschaut

Das Laser Projection Keyboard wird in einer unscheinbaren kleinen Verpackung geliefert. Im Inneren befindet sich lediglich das Gadget, ein sehr, sehr kurzes USB-Kabel zum Laden und eine englischsprachige Kurzanleitung. Der Projektor selbst ist tadellos verarbeitet und macht auf den ersten Blick einen recht guten Eindruck. An der Front befinden sich im oberen Bereich der eigentliche Projektor und der Sensor, während darunter eine Taste zum An- und Ausschalten sowie zwei Lämpchen zu finden sind. Die obere Lampe zeigt die Bluetooth-Verbindung an, während die untere beim Aufladen leuchtet.

Die Tastatur in Betrieb nehmen

Für unseren Test des Laser Keyboard Projector haben wir ein Tablet vom Typ Nvidia Shield K1 verwendet, welches nach dem Einschalten der Bluetooth-Schnittstelle keinerlei Probleme hatte, das eingeschaltete Gadget zu erkennen und sich mit diesem zu verbinden. Sobald die Verbindung hergestellt ist, kann die Laser-Tastatur auch schon verwendet werden.

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Gekoppelt wird die Tastatur via Bluetooth. (©TURN ON 2016)

In unserem Test erschien nun jedoch erst einmal ein Mauszeiger auf dem Display des Tablets. Kein Wunder, denn über den Sensor lässt sich die Tastatur auch als Trackpad verwenden. Einfach mit dem Finger über die projizierte Tastatur fahren und der Zeiger bewegt sich auf dem Display. Das funktioniert überraschenderweise, wobei eine Tischplatte jedoch keinen Ersatz für ein echtes Trackpad ist, wie es sich auf jedem handelsüblichen Laptop findet. Das Umschalten zwischen Tastatur- und Maus-Modus funktioniert über eine Tasten, die in der Kurzanleitung verraten wird.

Start im Nerv-Modus

Wer den Laser Keyboard Projector zum ersten Mal einschaltet, sollte sich übrigens akustisch auf Einiges gefasst machen. Standardmäßig gibt dieser nämlich permanent laute piepende Geräusche von sich – unter anderem immer dann, wenn irgendeine der projizierten Tasten gedrückt wird. Die Geräusche waren im Test derart laut und penetrant, dass die komplette TURN ON-Redaktion nach 30 Sekunden genervt war. Einen Hinweis darauf, wie sich die nervige Geräuschkulisse abschalten lässt, fand sich zum Glück schnell in der Kurzanleitung. Allerdings war es uns partout nicht möglich, den Sound hinterher wieder anzuschalten. Das war zwar nicht schlimm, aber schon etwas seltsam.

Schreiben mit der Laser-Tastatur

Nachdem alle Hürden bei der Inbetriebnahme umschifft waren, wollten wir natürlich wissen, wie denn nun eigentlich das Schreiben mit dem Laser Keyboard Projector funktioniert. Um es kurz zu machen: gar nicht. Auch nach mehreren Anläufen war es ein absoluter Krampf, mit der projizierten Tastatur auch nur einen einzigen Satz orthografisch korrekt auf dem Tablet zu tippen. Das Problem scheint dabei eindeutig die viel zu ungenaue Sensorerkennung zu sein. In vielen Fällen erkennt der Sensor einfach nicht, auf welche der projizierten Tasten wir denn nun wirklich tippen. Einige Tasten an den Rändern wurden häufig gar nicht erkannt, bei anderen mittig angeordneten Tasten erkannte der Sensor oft den falschen Buchstaben.

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Unlogisch und umständlich ist teilweise auch das Umschalten zwischen Groß- und Kleinschreibung sowie das hin- und herschalten zwischen Ziffern und Sonderzeichen. Oft dauerte es zehn Versuche, bis der Sensor endlich das erkannt hatte, was wir wirklich eintippen wollten. Sehr häufig kam es im Test vor, dass dieser nach einigen Minuten komplett den Dienst versagte und gar keine Eingaben mehr erkennen wollte.

Hinzu kommt das miserable Tippgefühl. Eine Tischplatte ist einfach keine Fläche, auf der sich bequem und intuitiv tippen lässt. Das wird auch nicht wirklich besser, wenn wir eine andere Oberfläche wählen, etwa ein weiches Mauspad oder einen Schreibblock. Es fühlt sich einfach immer falsch an und kann in keiner Art und Weise eine echte Tastatur ersetzen.

Fazit: Eine Tastatur zum Verzweifeln

Ein Mini-Laser-Projektor als Tastatur für Smartphone oder Tablet? Das hört sich spannend und auch ziemlich cool an. Schon nach wenigen Minuten in der Praxis setze im Test jedoch die Ernüchterung ein, denn schnelles und präzises Scheiben ist mit dem Laser Projection Keyboard nicht möglich. Schlimmer noch: Es war im Test sogar beinahe komplett unmöglich, irgendetwas Sinnvolles mithilfe der Laser-Tastatur zu tippen. Sämtliche Versuche, ganze Sätze oder gar Absätze zu tippen, wurden schnell zu reinen Frustübungen. Kurz gesagt: Das ungewöhnliche Gadget bietet gegenüber der normalen Displaytastatur des Tablets eigentlich nur Nachteile – und damit entfällt leider momentan jeder Kaufgrund für das Laser Projection Keyboard.

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