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LG Class: Das Heavy Metal-Smartphone im Test

Das LG Class ist das erste Metall-Smartphone der Südkoreaner.
Das LG Class ist das erste Metall-Smartphone der Südkoreaner. (©TURN ON 2015)

Mit dem LG Class stellen die Südkoreaner ihr erstes Smartphone mit Unibody-Metallgehäuse vor. Im Test haben wir uns angeschaut, ob das Gerät mit einem Preis von unter 250 Euro die untere Mittelklasse aufmischen kann.

Kunststoff ist out. Das scheint zumindest für Smartphones zu gelten. Nachdem HTC vor einigen Jahren mit dem One M7 das erste Gerät im Metallmantel vorgestellt hat, sind nach und nach immer mehr Hersteller auf den Unibody-Aluminium-Zug aufgesprungen. Mit dem neuen Class geht nun auch LG diesen Schritt.

Das LG Class bietet jedoch eine Besonderheit, die es von den meisten anderen Metall-Smartphones unterscheidet. Das Gerät ist rein technisch betrachtet nämlich kein High-End-Gerät, sondern richtet sich eher an Einsteiger und generell an alle Kunden, die nicht mehrere Hundert Euro für ein neues Smartphone ausgeben möchten. Doch was steckt eigentlich genau in dem Metallgehäuse?

Schicker Aluminium-Body

Optisch erinnert das 5-Zoll-Gerät ziemlich stark an aktuelle Modelle von Apple oder HTC und ist an den Seiten abgerundet. Das sorgt für einen äußerst angenehmen und guten Halt in der Hand. Im oberen und unteren Bereich der Rückseite – also dort wo sich die Empfangsantennen befinden, wird das Metallgehäuse unterbrochen und von zwei Kunststoff-Teilen ersetzt. Optisch fällt das allerdings nicht störend ins Gewicht, da Aluminium und Plastik farblich perfekt aufeinander abgestimmt sind.

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Auch der Kamera-Buckel auf der Rückseite fällt farblich nicht aus dem Rahmen. In der Praxis wirkt dieser auch weniger bullig als auf den offiziellen Pressebildern. Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Class für die untere Mittelklasse ein ziemlich schickes Gerät ist, das auch haptisch keineswegs billig wirkt. Nur selten gab es Smartphones in dieser Klasse, die besser aussahen.

Display mit guter Auflösung und blasen Farben

Der Bildschirm löst mit 1280 x 720 Pixeln auf und bewegt sich damit unterhalb der aktuellen Full-HD-Norm. Für ein Smartphone unterhalb von 300 Euro ist diese Auflösung jedoch vollkommen in Ordnung, zumal sich einzelne Pixel mit bloßem Auge nicht ausmachen lassen. Lediglich die Farbintensität könnte etwas höher sein.

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Das Display ist gut, aber nicht überragend. (©TURN ON 2015)

Ordentliche Ausstattung und gute Performance

Angetrieben wird das Class von einem Snapdragon 410-Prozessor. Die vier Kerne sind mit maximal 1,2 GHz getaktet und erreichen damit bei Weitem nicht die Leistungsfähigkeit aktueller Top-Prozessoren. Das macht sich allerdings nur bei sehr aufwendigen Anwendungen zur Bildbearbeitung und bei 3D-Spielen bemerkbar. Standard-Apps wie Facebook, WhatsApp, Gmail und der Webbrowser kommen mit der vorhandenen Leistung bestens zurecht. Echte Einschränkungen bei der Nutzung haben die meisten User somit nicht zu erwarten. Der Arbeitsspeicher von 1,5 GB RAM ist ebenfalls ausreichend groß, um in den meisten Situationen eine ordentliche Performance zu garantieren.

Hinzu kommt der interne Flash-Speicher. Dieser fällt mit 16 GB nicht übermäßig groß, aber doch ordentlich aus. Zudem kann per microSD-Karte das Speichervolumen um bis zu 128 GB erweitert werden. Erwähnenswert ist auch, dass das LG Class den LTE-Standard unterstützt und Nutzer somit auch bei den Empfangsmöglichkeiten keine Einschränkungen zu erwarten haben.

Schlankes Android mit LG-Zuckerguss

Das LG Class läuft mit Android 5.1 Lollipop und kommt mit der angepassten Benutzeroberfläche des Herstellers daher. Diese kennt man so oder so ähnlich bereits von anderen LG-Geräten. Im Wesentlichen orientiert sich das User Interface am Material Design von Android und tauscht hier und da einige Icons aus. Große Überraschungen – im positiven wie im negativen Sinne – gibt es jedoch nicht. Die Auswahl an Bloatware – also Apps, die vom Hersteller vorinstalliert sind – hält sich noch in akzeptablen Grenzen. Nett ist, dass LG auch beim Class das "Double tap to Wake"-Feature wieder mit an Bord hat. Einfach zweimal kurz mit dem Finger auf das Display tippen und das Smartphone erwacht aus dem Standby. Und auch der von anderen LG-Geräten bekannte Knock-Code zum Entsperren hat es auf das Class geschafft.

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Die Benutzeroberfläche orientiert sich stark an Stock-Android. (©TURN ON 2015)

Die Kamera verspricht etwas mehr als sie halten kann

Die Kamera des LG Class kann zumindest von den Zahlen her mit jener des LG G Flex 2 oder des Nexus 5X mithalten. Die Auflösung von 13 Megapixeln verspricht zumindest detaillierte Bilder. In der Praxis ist das Ergebnis jedoch eher durchwachsen. Bei normalen Lichtverhältnissen im Freien können sich die Schnappschüsse mit dem Handy wirklich sehen lassen. Sobald der Lichtpegel jedoch nachlässt, kommt der Sensor merklich ins Schlingern und ein deutliches Bildrauschen setzt ein. Auch auf Gegenlicht reagiert die Kamera nicht allzu gut.

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Wirklich schlecht ist die Optik des LG Class jedoch nicht. Insgesamt macht das Smartphone gute und detaillierte Bilder. Nur bei Makroaufnahmen hat der Sensor einige Probleme, die richtige Schärfeeinstellung zu finden. Hier ist etwas mehr Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt als bei höherpreisigen Smartphones. Die Frontkamera löst mit 8 Megapixeln auf und knipst für ein Gerät dieser Preisklasse ganz ordentliche Selfies.

Fazit: Gelungenes Materialdebüt

Wer sich für das LG Class entscheidet, bekommt ein solides Smartphone, das für die allermeisten Alltagsanwendungen vollkommen ausreicht. Besondere Features darf man für die UVP von 249 Euro jedoch nicht erwarten. Was es allerdings obendrauf gibt, ist ein durchaus edles Metallgehäuse, mit dem sich das Gerät dann tatsächlich von der Konkurrenz im gleichen Preissegment absetzt. Selbst im Vergleich zu vielen deutlich teureren Smartphones macht das LG Class noch eine gute Figur.

Abstriche müssen vor allem bei der Kamera gemacht werden. Die sieht auf dem Papier besser aus, als sie in der Realität ist. Allerdings leistet sie für ein Gerät dieser Preisklasse dann doch einen guten Job. Somit kann das Class unterm Strich als gelungener Einstand von LG in die Welt der Aluminium-Smartphones verbucht werden und als ein Gerät, dass in der oberen Einstiegsklasse sicherlich die Blicke auf sich ziehen wird.

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