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LG G Pad II im Hands-On: Understatement im Tablet-Format

Das LG G Pad II auf der IFA 2015.
Das LG G Pad II auf der IFA 2015. (©TURN ON 2015)

Mit dem G Pad II präsentiert LG auf der IFA 2015 den Nachfolger zum beliebten G Pad. Wir haben uns das Tablet geschnappt und in einem ersten Hand-On-Test auf den Prüfstand gestellt.

Das G Pad von LG gehört zu den beliebtesten Android-Tablets überhaupt. Zur IFA 2015 haben die Koreaner nun erstmals den Nachfolger, das G Pad II, gezeigt. Wir waren vor Ort und haben uns das Tablet am Stand von LG näher angeschaut.

LG G Pad II: Kein Designer-Tablet

Schon auf den ersten Blick wird klar: Am Wettbewerb um das dünnste Tablet auf dem Markt beteiligt sich LG mit dem G Pad II nicht. Mit Xperia Z4 Tablet und iPad Air 2 kann das Gerät in dieser Hinsicht keinesfalls mithalten. Trotzdem hat das Tablet eine angenehme Haptik und liegt mit seinen 10,1 Zoll gut in der Hand. Auch die Wertigkeit ist beim LG G Pad II gegeben. Billig oder schlecht verarbeitet wirkt hier nichts.

Insgesamt siedelt LG sein neues Gerät in der oberen Mittelklasse an. Dafür spricht auch die Hardware-Ausstattung. Diese ist mit einem 2,6 GHz-Quadcore-Prozessor und 2 GB RAM aber für ihre Klasse durchaus gut. Der interne Speicher fällt mit 16 GB zwar etwas klein aus, soll sich mit Micro-SD-Karten aber bis auf sage und schreibe 2 Terabyte erweitern lassen. Für den Anfang dürfte es aber wahrscheinlich auch eine Karte mit 64 oder 128 GB tun. Dank eingebautem LTE-Chip kann sich das Tablet auch über Mobilfunk mit dem Internet verbinden.

Ein Tablet mit nützlichen Extras

Das 10,1-Zoll-Display löst mit 1920 x 1200 Pixeln auf und macht für die Geräteklasse im ersten Hands-on-Test ebenfalls einen guten Eindruck. Die Bedienung läuft so flüssig, wie man es von einem Tablet dieser Klasse erwarten würde. LG-Kenner werden sich auch mit der Menüführung sofort zurecht finden, die sehr nah am Material Design von Android 5.1 gehalten ist. Eine Besonderheit, die Tablet-Kennern sofort ins Auge springt, ist die vierte On-Screen-Taste beim G Pad II. Neben "Home", "Zurück" und "Task-View" besitzt das Gerät nämlich noch eine "Dual Window"-Taste, die einen Split-Screen-Modus startet. Als Nutzer kann man dabei zwei Apps wählen, die gleichzeitig auf dem Bildschirm dargestellt werden sollen. Über einen Schieberegler lässt sich anschließend einstellen, wie viel Platz welche App bekommen soll. Ein sehr praktisches Feature, das im ersten Hands-on-Test auch wirklich gut funktioniert.

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Als weiteres Extra spendiert LG dem neuen Gerät einen speziellen Reader-Mode. Dieser reduziert die Blauanteile im Bild und soll somit für weniger Augenbelastung beim Lesen von E-Books sorgen. Ob das in der Praxis tatsächlich funktioniert, konnten wir am Messestand natürlich nicht testen. Dafür braucht es einfach eine längere Lesesession, an die im Messetrubel natürlich nicht zu denken ist.

Unspektakuläre Kamera

Die Hauptkamera des LG G Pad II löst mit 5 Megapixeln auf und macht für diese Auflösung ganz passable Bilder. Wunder sollte man natürlich keine erwarten, zumal Tablet-Kameras meist ohnehin reine Notlösungen sind. Etwas unschön ist die Tatsache, dass die Kamera-App Fotos in der Album-Modus bislang lediglich hochkant anzeigt. Wie LG allerdings versicherte, handelt es sich bei der Software noch nicht um die finale Version, sodass der Fehler bis zum Verkaufsstart noch behoben werden könnte.

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Das LG G Pad II komt ab Werk mit einem vorinstallierten Office-Paket von Microsoft daher und bietet zwei Jahre lang 100 GB-Speicher bei OneDrive. Damit empfiehlt sich das Tablet natürlich auch für den Business-Einsatz, wobei LG zur IFA 2015 auch die passende Tastatur zur Texteingabe parat hat. Das LG Rolly Keyboard lässt sich aus- und wieder zusamenrollen und verbindet sich via Bluetooth mit dem G Pad II. Kollege Jens hat sich diese im Video-Hand-On näher angeschaut.

Fazit: Das nützliche Tablet

In einer Zeit, in der immer mehr Hersteller mit wahnwitzigen Spezifikationen protzen und ihre Geräte unnötigerweise immer dünner machen, setzt LG auf Understatement – und macht damit eine überraschend gute Figur. Das LG G Pad II scheint einen vernünftigen Kompromiss zwischen Design und Nützlichkeit zu bieten. Kleine Features wie Split-Screen- und Reader-Modus werten das Gerät zusätzlich auf. Das G Pad II soll laut LG im Oktober auf den Markt kommen. Der Preis dürfte soll sich zwischen 300 und 400 US-Dollar bewegen, steht allerdings noch nicht final fest. Das Rolly Keybord gehört allerdings nicht zum Lieferumfang.

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