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LG K10 (2017) im Test: Schicker Einsteiger mit Kameraschwäche

Das LG K10 (2017) musste sich im Test beweisen.
Das LG K10 (2017) musste sich im Test beweisen. (©TURN ON 2017)

Mit dem LG K10 (2017) möchte der südkoreanische Hersteller in der unteren Mittelklasse punkten. Im Test überraschte das Smartphone mit einigen unerwarteten Stärken - und ein paar sehr ärgerlichen Schwächen.

Neues Jahr, neues Glück: Nachdem 2016 ein eher schwieriges Jahr für LG im Smartphone-Sektor war, will der Hersteller mit neuen Modellen in 2017 wieder durchstarten. Bevor im April das Flaggschiff LG G6 seinen Launch feiern darf, ist aber erstmal das neue K10 in der 2017er Ausführung an der Reihe, mit dem sich der südkoreanische Hersteller vor allem in der Einstiegs- und unteren Mittelklasse behaupten möchte. Bekommen Käufer für derzeit knapp 210 Euro ein gutes Smartphone?

Schicke Optik und gewöhnungsbedürftige Haptik

Optisch sind für den schlanken Einstiegspreis natürlich keine Wunderdinge zu erwarten. Trotzdem macht das neue K10 eine ganz gute Figur. Das 5,3-Zoll-Smartphone besteht zwar komplett aus Kunststoff, ist dabei aber wohlgeformt und angenehm schlank. Das Frontglas ist an den Rändern leicht abgeschrägt und wird von einem handschmeichelnden Rahmen in edler Metalloptik eingefasst.

Das K10 weiß optisch zu überzeugen. fullscreen
Das K10 weiß optisch zu überzeugen. (©TURN ON 2017)
Das Smartphone fällt etwas breit aus. fullscreen
Das Smartphone fällt etwas breit aus. (©TURN ON 2017)
Der Rahmen macht einen edlen Eindruck – trotz Kunststoffs. fullscreen
Der Rahmen macht einen edlen Eindruck – trotz Kunststoffs. (©TURN ON 2017)
Die Schale auf der Rückseite lässt sich abnehmen. fullscreen
Die Schale auf der Rückseite lässt sich abnehmen. (©TURN ON 2017)

Die Kunststoffschale auf der Rückseite lässt sich abnehmen, wodurch der austauschbare 2800-mAh-Akku freigelegt wird. Dort wo sich auf der Rückseite bei vielen anderen Smartphones der Fingerabdrucksensor befindet, hat das LG K10 (2017) ebenfalls seinen Power-Button – aber eben nicht mehr. Per Fingerabdruck lässt sich das Gerät nämlich nicht entsperren. Leider ist das Smartphone insgesamt etwas breit ausgefallen, wodurch die richtige Haltung ein bisschen Eingewöhnung benötigen könnte – gerade was das Betätigen des Power-Buttons anbelangt.

Ein zweckmäßiges Display

Das Display macht seine Sache recht gut, zumindest soweit man das von einem Smartphone dieser Preisklasse erwarten kann. Mit einer 720p-Auflösung, einer etwas blassen Farbdarstellung und der eher durchschnittlichen Helligkeit kann es jedoch nicht mit aktuellen Mittelklasse-Smartphones mithalten. Zudem entpuppt sich das vermeintliche 2,5D-Display im eingeschalteten Zustand als Mogelpackung, denn die Ränder unter dem schicken Frontglas fallen dann doch recht breit aus. Punkten kann der Screen hingegen bei der Blickwinkelstabilität. Auch bei seitlicher Haltung lassen sich sämtliche Inhalte gut und weitgehend unverfälscht erkennen.

 Das Display ist relativ blickwinkelstabil, aber nicht das hellste. fullscreen
Das Display ist relativ blickwinkelstabil, aber nicht das hellste. (© 2017)

Knapper Speicher für aktuelle Software

Im Inneren des K10 hat LG einen MediaTek MT6759-Prozessor verbaut. Dieser liefert laut Benchmark-Test eine respektable Leistung, sodass sich das K10 (2017) in diesem Bereich leicht oberhalb des LG X Power vom letzten Jahr einordnet. Unterstützt wird der Chip von 2 GB RAM an Arbeitsspeicher. Für den Alltag bedeutet dies, dass Nutzer für die meisten Standard-Tasks bestens gewappnet sind. In einigen Bereichen – etwa beim Zocken von aufwändigen Games – könnten sich jedoch leichte Einschränkungen bemerkbar machen.

Etwas knapp fällt der interne Speicher mit 16 GB aus, zumal davon gleich 7,16 GB vom Betriebssystem und den vorinstallierten Apps belegt werden. Immerhin liefert LG sein neues K10 ab Werk mit Android 7.0 Nougat aus, was momentan noch längst nicht alle Hersteller bei ihren Einsteiger-Smartphones hinbekommen. Positiv ist, dass sich die Android-Oberfläche von LG umfassend anpassen lässt. So können Nutzer zum Beispiel selbst entscheiden, ob sie einen App-Drawer nutzen wollen oder nicht. Und auch für den knappen Speicher gibt es einen Workaround: So lässt sich dieser per MicroSD-Karte um maximal 32 GB erweitern.

Kamera mit durchwachsenem Eindruck

Die Hauptkamera des K10 (2017) wird vom Hersteller selbst massiv beworben und soll mit einer ähnlichen 13-Megapixel-Optik ausgestattet sein, wie sie sich auch in den Flaggschiffen der G-Serie findet. Leider gehen Anspruch und Wirklichkeit hier ziemlich weit auseinander.

Tatsächlich knipst die Kamera bei gutem Licht recht hübsche Bilder, wie wir bei unserem Test feststellen konnten. Leider reagiert der Sensor aber extrem sensibel auf Lichtveränderungen und mehrere Tiefenebenen und lässt sich davon viel zu schnell aus der Fassung bringen. Das Ergebnis sind in den meisten Fällen Fotos, bei denen nur ein Ausschnitt wirklich scharf dargestellt wird. Elemente die sich im Hintergrund befinden, die zu stark oder zu wenig ausgeleuchtet sind, erscheinen hingegen auffällig verschwommen. Das Problem wird an den Rändern der Fotos noch schlimmer.

Auf den ersten Blick macht das LG K10 (2017) sehr ansehnliche Bilder. fullscreen
Auf den ersten Blick macht das LG K10 (2017) sehr ansehnliche Bilder. (©TURN ON 2017)
Farben und Kontraste wirken in den meisten Szenen realistisch. fullscreen
Farben und Kontraste wirken in den meisten Szenen realistisch. (©TURN ON 2017)
Leider reagiert der Sensor extrem empfindlich – zum Beispiel auf Licht. fullscreen
Leider reagiert der Sensor extrem empfindlich – zum Beispiel auf Licht. (©TURN ON 2017)
An den Rändern werden Motive oft unscharf. fullscreen
An den Rändern werden Motive oft unscharf. (©TURN ON 2017)
Auch zu viele Tiefenebenen scheinen die Software zu überfordern. fullscreen
Auch zu viele Tiefenebenen scheinen die Software zu überfordern. (©TURN ON 2017)
Fast alle Motive hatten im Test mit kleineren Unsauberkeiten zu kämpfen. fullscreen
Fast alle Motive hatten im Test mit kleineren Unsauberkeiten zu kämpfen. (©TURN ON 2017)
Bei diesem Motiv fällt auf, wie sich der Fokus zu stark auf den Vordergrund konzentriert. fullscreen
Bei diesem Motiv fällt auf, wie sich der Fokus zu stark auf den Vordergrund konzentriert. (©TURN ON 2017)
Die Leuchtkraft der Farben ist hingegen nicht schlecht. fullscreen
Die Leuchtkraft der Farben ist hingegen nicht schlecht. (©TURN ON 2017)
Viele Bilder können sich trotz der Schwächen sehen lassen. fullscreen
Viele Bilder können sich trotz der Schwächen sehen lassen. (©TURN ON 2017)
Auch hier gibt es an den Rändern leichte Unschärfen. fullscreen
Auch hier gibt es an den Rändern leichte Unschärfen. (©TURN ON 2017)
Ebenso bei diesem Motiv. fullscreen
Ebenso bei diesem Motiv. (©TURN ON 2017)
Bei extremen Nahaufnahmen verschwimmt der Hintergrund sehr stark. fullscreen
Bei extremen Nahaufnahmen verschwimmt der Hintergrund sehr stark. (©TURN ON 2017)
Die Selfie-Cam macht ordentliche Bilder... fullscreen
Die Selfie-Cam macht ordentliche Bilder... (©TURN ON 2017)
...auf Wunsch auch mit Weitwinkel. fullscreen
...auf Wunsch auch mit Weitwinkel. (©TURN ON 2017)

In einigen Fällen haben uns die Fotos sogar an jene erinnert, die sich etwa mit der Dual-Kamera des Huawei Mate 9 knipsen lassen, nur das dort die Tiefenebenen zumeinst logisch und sauber getrennt sind. Das LG K10 (2017) liefert im Kamera-Bereich leider einen sehr durchwachsenen Eindruck ab – auch für seine Preisklasse. Punkten kann das K10 hingegen mit der Selfie-Cam, die auf Wunsch sogar Weitwinkelaufnahmen hinbekommt.

Vorbildliche Akkulaufzeit

Zu den Stärken des LG K10 (2017) gehört ganz klar sein Akku. Dieser fällt mit 2800 mAh zwar nicht übermäßig groß aus, kommt mit der verbauten Hardware jedoch offensichtlich hervorragend zurecht. Ein voller Tag Laufzeit war in unserem Test überhaupt kein Problem und mit etwas gutem Willen wurden sogar zwei daraus. Hinzu kommt, dass sich der Akku dank der abnehmbaren Rückseite beim K10 problemlos auswechseln lässt – bei der Konkurrenz ist das ja schon längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

 Zu den größten Pluspunkten gehört der Akku. fullscreen
Zu den größten Pluspunkten gehört der Akku. (©TURN ON 2017)

Sonstiges: Software, NFC, LTE

Bei den Zusatzfunktionen leistet sich LG keine groben Schnitzer und trotz des moderaten Preises fehlt es dem K10 (2017) an keinem wichtigen Feature. LTE-Telefonie wird beispielsweise ebenso selbstverständlich unterstützt wie NFC. Nur die Software fällt etwas schlank aus und bietet kaum aufwändige Sonderfunktionen, wie sie die Flaggschiffe heutzutage mitbringen. Das muss aber auch nicht sein, denn wirklich vermisst werden diese hier nicht.

Fazit: Stärken und Schwächen halten sich die Waage

Das LG K10 (2017) hinterlässt im Test gerade noch einen empfehlenswerten Eindruck. Optik, Ausstattung und Performance können sich in der Preisklasse knapp über 200 Euro durchaus sehen lassen. Leider gibt es aber auch Punkte, die stark am Gesamteindruck nagen. In erster Linie ist da natürlich die Kamera zu nennen, die leider viel zu empfindlich reagiert und dabei einfach zu viele Fehler produziert. Auch der eher knappe Speicher ist ein Kritikpunkt, der nicht zu verachten ist. Richtig positiv stechen hingegen die allgemeine Verarbeitung und die gute Akkulaufzeit heraus.

Insgesamt könnte es für das K10 schwer werden, sich gegen die ebenfalls ordentliche Konkurrenz zu behaupten. Eine gute Alternative liefert LG mit dem X Power ausgerechnet selbst. Das 2016er-Smartphone kann zwar bei der Leistung nicht ganz mit dem K10 (2017) mithalten, besitzt jedoch eine geradezu phänomenale Akkulaufzeit von bis zu vier Tagen.

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