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LG V10 im Hands-On: Das Smartphone ohne Kompromisse?

Das LG V10 gibt sich kompromisslos. Kann es auch überzeugen?
Das LG V10 gibt sich kompromisslos. Kann es auch überzeugen? (©TURN ON 2015)

Das LG V10 ist das wohl letzte große Smartphone 2015 – und es soll noch einmal Maßstäbe setzen. Im Hands-On sind wir der Frage nachgegangen, ob das Phablet tatsächlich so kompromisslos ist, wie es vom Hersteller präsentiert wird.

"Eigentlich sollte das V10 gar nicht nach Deutschland kommen", erklärte der Chef der LG-Mobilfunksparte Jens Offhaus bei der offiziellen Produktpräsentation am Montag. Letztlich sei die Nachfrage der deutschen Kunden jedoch groß genug gewesen, um das neue Flaggschiff doch hierzulande zu veröffentlichen. Im Rahmen der Präsentation in Berlin hatten wir dann auch Gelegenheit, erste Eindrücke vom LG V10 zu sammeln.

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Das LG V10 wirkt optisch außergewöhnlich. (©TURN ON 2015)

Auf dem Papier zeigt sich das neue 5,7-Zoll-Phablet als absolut kompromissloses Gerät. Die Ausstattung wirkt in allen Bereichen so umfangreich, dass der eigentliche Clou – nämlich das zweite Display – beinahe in Vergessenheit gerät. Aber eins nach dem anderen.

Das V10 will anders sein

Rein optisch dürfte das V10 die Gemüter spalten. Keine Frage: Das Smartphone wirkt edel und liegt sehr angenehm in der Hand. Dafür sorgen die glatten und abgerundeten Seiten aus Metall. Allerdings setzt der Hersteller auf eine etwas eigenwillig gemusterte Rückseite aus gummiertem Kunststoff. Ob das jedem gefällt, darf bezweifelt werden. Ich finde es positiv, dass das Smartphone aus dem Einheitsbrei heraussticht. Im Falltest diverser amerikanischer Magazine – darauf ist man bei LG sichtlich stolz – konnte sich die Konstruktion zudem als besonders robust beweisen. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein.

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Metallleiste und gummierte Rückseite: Das LG V10 will auffallen. (©TURN ON 2015)

Das Smartphone mit dem zweiten Bildschirm

Die Front besticht durch ihr riesiges 5,7-Zoll-Display – und das andere Display. Ganz recht: Trotz der enormen Größe des Hauptbildschirms verfügt das V10 über eine zweite LCD-Anzeige. Dort laufen Benachrichtigungen ein, außerdem kann der Nutzer Shortcuts zu seinem Lieblings-Apps ablegen.

Ist der Hauptscreen ausgeschaltet, läuft auch das zweite Display nur auf Sparflamme. Dann werden dort hauptsächlich Uhrzeit und Datum angezeigt. Wer beides ablesen möchte, muss dafür also nicht mehr das große Display anschalten. Insgesamt soll diese Kombination der Akkulaufzeit zu gute kommen. Ob das stimmt, kann nur ein finaler Test zeigen.

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Eine starke Basis: Der Prozessor

Im Inneren des V10 werkelt ein leistungsfähiger Snapdragon 808-Prozessor, der von 3 GB RAM unterstützt wird. Für die Hauptkamera setzt LG auf den gleichen Sensor, der auch im G4 zum Einsatz kommt und als einer der besten seiner Klasse gilt. Für das V10 wurde dieser noch einmal aufgebohrt. Vor allem Software-seitig haben Hobby-Fotografen und -Filmer mehr Möglichkeiten als mit jedem anderen Smartphone.

Die Kamera: Ein aufgebohrtes G4

Wird die Kamera-App des V10 angeschaltet, offenbart sich dem Nutzer eine Ansicht, wie sie sonst wohl nur professionelle Kameramänner zu sehen bekommen. Die Möglichkeiten zur Feinjustierung des Bildes sind riesig. Ein elektronischer Bildstabilisator ist dabei nur eines von vielen Features. Tatsächlich lässt sich sowohl im Foto- als auch im Videomodus so ziemlich jeder Aspekt des Bildes individuell festlegen.

Abstriche werden auch bei der Frontkamera nicht gemacht. Diese kommt gleich mit zwei Linsen daher. Eine löst mit 8 Megapixeln auf, die andere mit 5 Millionen Bildpunkten. Gemeinsam sollen sie Weitwinkelaufnahmen ermöglichen, etwa für Gruppenselfies.

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Ein halbes Mediencenter: Die Kamera des LG V10. (©TURN ON 2015)

Fingerabdrucksensor & microSD-Slot

Nach dem Nexus 5X präsentiert LG mit dem V10 sein zweites Smartphone mit einem Fingerabdrucksensor. Dieser ist auf der Rückseite angebracht und gut zu erreichen. Leider hatten wir im Hands-On noch keine Gelegenheit, diesen ausführlich zu testen. Erfreulich: Die Rückseite des V10 lässt sich abnehmen. Darunter befindet sich ein austauschbarer 3000-mAh-Akku und ein microSD-Slot. Letzterer kann genutzt werden, um den internen 32-GB-Speicher zu erweitern.

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Unter der abnehmbaren Rückseite verbergen sich microSD-Slot und herausnehmbarer Akku. (©TURN ON 2015)

High-End-Audioplayer für unterwegs

LG will jedoch nicht nur bei Display und Kamera neue Maßstäbe setzen, sondern auch beim Sound. So ist das V10 das erste Smartphone mit 32-Bit-Digital-Analog-Wandler. Dadurch soll das Gerät auch hochwertige Audioformate verlustfrei wiedergeben können. Mit den passenden Kopfhörern könnte das Phablet somit die gesamte Konkurrenz in den Schatten stellen. Auch hier wird jedoch erst ein finaler Test zeigen, was das V10 wirklich leistet.

Fazit: Ein Best-of 2015?

Fast scheint es, als wollte LG zum Jahresabschluss 2015 noch einmal alle wichtigen technologischen Neuerungen des Jahres in einem einzigen Gerät bündeln. Das V10 präsentiert sich auf den ersten Blick als ein Gerät, das keine Kompromisse duldet – quasi ein Best-of aus den wichtigsten Geräten von Samsung, Apple, Sony und Co. Die Botschaft scheint klar: Wer sich für ein V10 entscheidet, muss nirgendwo Abstriche machen. Ob das in der Praxis aufgeht, wird sich jedoch erst noch zeigen müssen. Letztlich wird alles davon abhängen, ob die einzelnen Highlights als Gesamtpaket funktionieren. Der Preis ist jedenfalls schon mal sportlich: 649 Euro (UVP) verlangt LG für sein neues Flaggschiff.

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