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LG X Power im Test: Das Smartphone mit 4 Tagen Akkulaufzeit

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LG X Power 11.jpg (©TURN ON 2016)

Das LG X Power kommt mit einem fetten 4100 mAh-Akku daher. Im Test wollten wir wissen, wie lange das Smartphone damit im Alltag durchhält. Das Ergebnis war ziemlich beeindruckend.

Smartphones in der Einstiegsklasse haben es normalerweise schwer, die Aufmerksamkeit der Käufer auf sich zu ziehen. Zu unspektakulär sind meist die technischen Daten, zu unauffällig das Gehäuse. Das LG X Power könnte trotzdem einiges an Interesse bekommen, denn es ist trotz der Einstiegs-Spezifikationen ein wahres Akku-Monster, neben dem selbst aktuelle Flaggschiffe verblassen. Für meinen Test wollte ich deshalb vor allem wissen, wie lange ich im Alltagsgebrauch mit dem LG X Power durchhalten kann.

Dienstag, 12:50 Uhr: Die ersten Eindrücke

Schon beim Auspacken wird klar: Das LG X Power ist ein Smartphone für Einsteiger. Während in Mittel- oder Oberklasse mittlerweile Metall und Glas dominieren, ist das Gehäuse komplett aus Kunststoff gefertigt. Schlimm ist das aber nicht, denn immerhin ist die Verarbeitung stimmig und das Smartphone liegt gut in der Hand. Frontal erinnert das Gerät zudem ein wenig an das aktuelle LG G5, was ja nicht das schlechteste Vorbild ist.

Beim ersten Einschalten offenbart sich dann auch der Screen, der mit einer Diagonalen von 5,3 Zoll die gleichen Maße hat wie der des G5. Die Auflösung fällt mit 1280 x 720 Pixeln jedoch deutlich geringer aus und auch die Farbdarstellung erreicht nicht ganz das Niveau aktueller Mittelklasse-Smartphones. Auffällig sind zudem die recht breiten Seitenränder. Für den Preis von knapp 200 Euro geht das Display jedoch in Ordnung.

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Dienstag, 13:20 Uhr: Zum ersten Mal Einschalten

Nach dem Einschalten zeigt sich die aktuelle LG-Nutzeroberfläche UX 5.0 auf Basis von Android 6.0.1, die auch alle anderen aktuellen Smartphones des Herstellers ziert. Als langjähriger LG-Nutzer wirkt die UI auf mich immer noch ziemlich vertraut und ich mag auch ganz grundsätzlich einige der kleinen Kniffe, die LG in seine Software einbaut. So ist es noch immer möglich, über das lange Drücken der Taskmanager-Taste ein Menü für die Schnelleinstellungen aufzurufen. Was dem X Power allerdings fehlt, ist das Feature "Double tap to wake", mit dem sich der Bildschirm durch doppeltes Tippen auf das Display anschalten lässt.

Als Erstes hänge ich das Smartphone übrigens an eine Stromquelle, um den 4100 mAh-großen Akku einmal richtig aufzuladen. Während dieser lädt, installiere ich alle Apps, die ich im Alltag so brauche und wechsle meine SIM-Karte in das Testgerät. Schön ist übrigens, dass LG dem Gerät ein Fast-Charge-Netzteil belegt, mit dem das Smartphone besonders schnell wieder aufgeladen ist. Für ein 200-Euro-Gerät ist das keine Selbstverständlichkeit.

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Dienstag, 14:30 Uhr: 100 Prozent Power - Der Test beginnt

Es ist soweit. Ich ziehe das Ladekabel aus dem voll aufgeladenen LG X Power. Die Batterieanzeige steht bei 100 Prozent. Von jetzt an will ich testen, wie lange der Akku bei mir im Alltagstest durchhält. Generell bin ich privat ein eher konservativer Nutzer. Trotzdem schaffe ich es ab und an, den 2700 mAh-Akku meines Nexus 5X an einem Tag zu 70 bis 80 Prozent zu leeren. Mal sehen, wie lange das LG X Power durchhält.

Mittwoch, 10:30 Uhr: 84 Prozent – ein Sechstel ist Weg

Knapp 19 Stunden sind rum. Top-Smartphones wie das iPhone 6s würden jetzt wahrscheinlich schon längst unter 50 Prozent liegen. Das LG X Power liegt dank Riesen-Akku und energiesparendem Prozessor immer noch bei sage und schreibe 84 Prozent. Allerdings habe ich das Gerät bislang auch nur moderat genutzt. Auf dem Arbeitsweg mit Bus und S-Bahn streame ich regelmäßig Musik. Je nachdem, wie gut der Verkehr in Hamburg fließt, sind das pro Strecke zwischen 30 und 45 Minuten. Ich nutze diese Zeit außerdem, um mich auf dem Smartphone über alle Nachrichten abseits der Tech-Welt zu informieren. Die Display-on-Zeit kommt also ebenfalls hinzu.

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Nach einem knappen Tag hatte das LG X Power noch 84 Prozent Ladung. (©Screenshot LG/ TURN ON 2016)

Beides klappt mit dem LG X Power übrigens genauso problemlos wie mit einem teuren Smartphone. Wer das Gerät zum Surfen nutzt, den wird die theoretisch schwache Performance des Mediatek MT6735-Prozessors wahrscheinlich nicht stören. Auch beim abendlichen Chatten mit einigen Bekannten war in puncto Speed kein Unterschied zu anderen Geräten zu spüren. Ein Telefonat habe ich übrigens auch geführt – aber da ich meist nicht viele Worte mache, blieb die Gesprächsdauer unter 5 Minuten.

Donnerstag, 15:40 Uhr: 55 Prozent – fast Halbzeit

Unglaublich! Über zwei Tage läuft das LG X Power nun schon mit einer Ladung und der Akku zeigt immer noch 55 Prozent. Zwischenzeitlich habe ich weiter Musik gestreamt und Nachrichten im Webbrowser gelesen, gechattet und sogar einen kurzen App-Test für TURN ON auf dem Gerät durchgeführt. Im Stich gelassen fühlte ich mich vom Smartphone zu keiner Zeit, weshalb ich dem Gerät auch in Sachen Performance zum jetzigen Zeitpunkt schon mal eine grundsätzliche Alltagstauglichkeit bescheinigen kann. Allerdings steht jetzt noch ein Gaming-Test an, bei dem ich dann hoffentlich auch die Grenzen des Prozessors kennenlernen werde.

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Nach zwei Tagen waren noch 55 Prozent Batterieleistung übrig. (©Screenshot LG/ TURN ON 2016)

Donnerstag, 17:00 Uhr: Gaming-Test bestanden

Ja, auch spielen lässt sich mit dem LG X Power – zumindest dann, wenn die Titel grafisch nicht allzu anspruchsvoll ausfallen. Getestet habe ich das gerade super-populäre "Flip Diving", bei dem es darum geht, möglichst stilvoll von einer Klippe zu springen, sowie "Rolling Sky" und "Pac-Man 256". Doch dann die Überraschung: Selbst ein aufwendiges 3D-Spiel wie "Galaxy on Fire 2 HD" lässt sich auf dem X Power noch halbwegs anständig zocken. Das überrascht vor allem im Vergleich zum Gaming-Tablet Acer Predator 8, das trotz schnellen Prozessors im Test an diesem Titel gescheitert war. Grundsätzlich eignet sich das LG-Smartphone also auch für Spiele. Der Ladestand des Akkus nimmt dann aber deutlich schneller ab. Nach einer längeren Session mit zahlreichen heruntergeladenen und installierten Spielen mussten wir einen Verlust von 15 Prozent der Akkuleistung verbuchen.

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Auch solche Spiele lassen sich mit dem LG X Power zocken. (©Screenshot TURN ON 2016)

Freitag, 16:30 Uhr: 13 Prozent – willkommen im Energiesparmodus

Irgendwann im Laufe des Vormittags war es soweit. Der Ladestand des Akkus passierte die magische 15 Prozent-Hürde und das LG X Power wechselte automatisch in den Energiesparmodus. Seither sind allerdings nur weitere 2 Prozent verloren gegangen. Richtig reingerissen hat dabei die Gaming-Session vom Donnerstag, die auf einen Schlag 15 Prozent Akkuleistung eingefordert hat. Aber auch Musikstreaming, mehrere Telefonate und Messages haben ihren Tribut gefordert.

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Nach gut drei Tagen ging dem LG X Power der Saft langsam aus. (©Screenshot LG/ TURN ON 2016)

Samstag, 11:19 Uhr: 2 Prozent – knappe vier Tage

Knapp vier Tage hat das LG X Power den Akku-Alltagstest durchgehalten. Nun neigen sich die Energiereserven des Smartphones dem Ende zu. Mit ein bisschen mehr Anstrengung und ohne Spiele wäre es sicherlich möglich gewesen, die Laufzeit auf genau vier Tage oder darüber hinaus zu strecken. Allerdings habe ich dafür einige Kompromisse gemacht. So war die Display-Helligkeit bei mir meist nur auf 25 Prozent eingestellt und auch mein Nutzungsverhalten hatte ich an vielen Stellen etwas zurückgefahren, eben um zu sehen, was maximal möglich ist. Den Kamera-Test habe ich übrigens nach dem Akku-Test mit einer neuen Batterieladung durchgeführt.

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Knapp vier Tage hat das Smartphone am Ende durchgehalten. (©Screenshot LG/ TURN ON 2016)

Schwachstelle Kamera

Kommen wir nun zur großen Schwäche des LG X Power: die Kamera. Diese löst laut Datenblatt mit 13 Megapixeln auf und sollte damit eigentlich gute Fotos machen. Verglichen mit anderen 13-Megapixel-Knipsern wie im Nexus 5X versagt der Sensor jedoch kläglich. Fast immer wirken die Bilder zu blass und Details werden verschluckt. Probleme hat die Kamera sowohl bei Gegenlicht als auch in dunklen Bereichen und ganz allgemein scheint fast immer etwas Licht zu fehlen, damit ein Motiv gut eingefangen wird. Hier bleibt leider festzuhalten, dass andere Smartphones im 200-Euro-Bereich, wie etwa das Huawei P8 Lite, einen deutlich besseren Job machen.

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Fazit: Smartphone mit beeindruckender Laufzeit

Was das LG X Power an Laufzeit bietet, ist wirklich beeindruckend. Bis zu vier Tage sind bei konservativer Nutzung drin. Hier hält aktuell kein Smartphone mit, das es auf dem deutschen Markt zu kaufen gibt. Heavy-User dürften aus dem Akku ebenfalls locker zwei oder knapp drei Tage herausbekommen und das ist in Zeiten, in denen ein iPhone manchmal nicht mal 24 Stunden durchhält, schon bemerkenswert.

Natürlich ist das LG X Power kein High-End-Gerät. Die Performance ist eher am unteren Ende der Skala anzusiedeln und die Kamera liefert ganz schwache Ergebnisse. Abseits dessen hat sich das Gerät im Test jedoch als absolut alltagstauglich erwiesen. Wer kein passionierter Mobile-Gamer oder Hobby-Fotograf ist, der bekommt ein sehr ordentliches Smartphone mit beachtlicher Akkulaufzeit und brauchbarer Leistung. Für die veranschlagte UVP von 200 Euro ist das LG X Power definitiv eine Empfehlung.

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