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LG X Screen im Test: Mit dem Zweiten sieht man besser

Das LG X Screen kommt mit einem kleinen Zusatz-Display daher.
Das LG X Screen kommt mit einem kleinen Zusatz-Display daher. (©TURN ON 2016)

Das LG X Screen erweist sich dank Zusatz-Display und Kamera im Test als attraktives Mittelklasse-Smartphone. Allerdings hat das schlanke Gerät auch eine Schwäche, die sich die Konkurrenz nicht leistet.

Optisch unterscheidet sich das X Screen recht stark von den bisherigen LG-Smartphones und erinnert mit vielen Rundungen, der Glas-Rückseite und der leicht abstehenden Kamera eher an die aktuellen Samsung-Modelle. Wo sich beim Galaxy S7 allerdings ein Metallrahmen um das Gerät zieht, ist dieser beim LG X Screen nur optisch angedeutet. Tatsächlich handelt es sich um einen reinen Kunststoffrahmen. Trotzdem wirkt das Smartphone insgesamt recht schick und gut verarbeitet.

Der LCD-Hauptscreen kommt mit einer Diagonale von 4,93 Zoll daher und bietet eine Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Die Farbdarstellung wirkt kräftig und natürlich und kann insgesamt mit anderen Geräten in dieser Preisklasse mithalten. Der 1,75 Zoll-große Zusatzbildschirm befindet sich direkt über dem Primär-Screen und besteht im Wesentlichen aus nur einer Zeile, in der sich Datum und Uhrzeit, Kurznachrichten oder Symbole der zuletzt benutzten Apps anzeigen lassen.

Das LG X Screen erinnert optisch stark an das Samsung Galaxy S7. fullscreen
Das LG X Screen erinnert optisch stark an das Samsung Galaxy S7. (©TURN ON 2016)
Die Rückseite besteht aus Glas. fullscreen
Die Rückseite besteht aus Glas. (©TURN ON 2016)
Die Kamera löst mit 13 Megapixeln auf. fullscreen
Die Kamera löst mit 13 Megapixeln auf. (©TURN ON 2016)
Der Look wirkt insgesamt sehr hochwertig. fullscreen
Der Look wirkt insgesamt sehr hochwertig. (©TURN ON 2016)

Aktuellestes Android an Bord

Ausgeliefert wird das LG X Screen erfreulicherweise mit der aktuellsten Software-Version Android 6.0.1 und ist damit zumindest schon mal weiter als die aktuellen Galaxy A3 und A5 von Samsung. LG verpackt das Google-Betriebssystem in seine eigene Benutzeroberfläche UX 5.0, die insgesamt sehr übersichtlich gestaltet ist. Etliche Sonderfunktionen, die es beispielsweise beim großen LG G5 gibt, wurden für das X Screen jedoch gestrichen. Was es jedoch gibt, ist die Funktion "Double Tap to Wake" mit der sich das Smartphone durch doppeltes Tippen auf den Screen aus dem Standby holen lässt.

Kein Performance-Wunder, aber alltagstauglich

Angetrieben wird das Mittelklasse-Smartphone mit dem Snapdragon 410 von einem typischen Mittelklasse-Prozessor. Dieser sorgt im Alltag zwar meist für einen reibungslosen Betrieb des Gerätes, stößt jedoch bei aufwendigeren 3D-Spielen schon mal an seine Grenzen. Unterstrichen wird das von den 22.000 Punkten im Benchmarktest von AnTuTu – ein vertretbarer Wert, aber weit weg von der Spitze. Die 2 GB Arbeitsspeicher sind hingegen ganz ordentlich und dürften dafür sorgen, dass das X Screen mit App-Multitasking grundsätzlich keine Probleme hat. An Speicherplatz bietet das LG-Gerät ab Werk 16 GB, wobei knapp 6 GB bereits von Betriebssystem und vorinstallierten Apps belegt sind. Natürlich gibt es noch die Möglichkeit, den Gerätespeicher per microSD-Karte zu erweitern.

Der zweite Bildschirm: Killer-Feature oder Spielerei?

An den kleinen Zusatzbildschirm habe ich mich tatsächlich recht schnell gewöhnt, weil dieser mir auf Wunsch auch bei ausgeschaltetem Hauptscreen permanent die Uhrzeit anzeigt und ganz ehrlich: In mindestens 60 Prozent der Fälle nehme ich das Smartphone nur zur Hand, um nachzusehen, wie spät es gerade ist. Hier erspart mir das X Screen tatsächlich das Einschalten des Hauptdisplays – und damit auch wertvolle Akkuleistung. Nichts belastet den Akku schließlich so stark, wie das Einschalten des Screens. Gleiches gilt beim Musikhören. Wer möchte, kann sich den Player der Musik-App auch bei ausgeschaltetem Display auf dem Mini-Screen anzeigen lassen und hat so immer den aktuellen Song im Blick oder kann zum vorherigen oder nächsten Lied schalten. In einigen Anwendungsfällen sieht man mit dem zweiten Display also tatsächlich besser.

 Die Uhrzeit wird beim LG X Screen ständig angezeigt. fullscreen
Die Uhrzeit wird beim LG X Screen ständig angezeigt. (©TURN ON 2016)

Allerdings wirkt sich das kleine Always On-Display natürlich auf den Akkuverbrauch im Standby aus. Der Verbrauch ist zwar nicht groß, aber dennoch merklich im Vergleich zu Smartphones ohne Extra-Display. Die Frage, ob das Zusatzdisplay letztlich mehr Energie spart, als es verbraucht, dürfte damit vor allem vom individuellen Nutzerverhalten abhängen. Wer dadurch dem Drang widerstehen kann, den Hauptbildschirm ständig anzuschalten, gewinnt.

 Der Mini-Screen lässt sich für verschiedene Aufgaben nutzen. fullscreen
Der Mini-Screen lässt sich für verschiedene Aufgaben nutzen. (©TURN ON 2016)

Die weiteren Funktionen des zweiten Bildschirms – also Shortlinks zu Apps und Funktionen – sind hingegen nicht mehr als Spielereien, die man im Alltag vermutlich kaum nutzen wird. Immerhin ist es auch mit den herkömmlichen Bordmitteln von Android kein Problem, Apps und Widgets mit den wichtigsten Funktionen direkt auf dem Homescreen zu platzieren und im Dropdown-Menü finden sich ohnehin alle wichtigen Schnelleinstellungen.

Überzeugende Kamera – auch für Selfies

Die 13 Megapixel-Kamera des X Screen machte im Test einen deutlich besseren Eindruck, als der Mittelklasse-Preis des Smartphones vermuten lässt. So gelangen uns auf Anhieb schöne Aufnahmen, die mit einer sehr guten Farbdarstellung und einem hohen Detailgrad aufwarten konnten. Selbst bei schlechteren Lichtverhältnissen waren noch brauchbare Fotos drin. Allerdings hat die Leistungsfähigkeit des Sensors auch ihre Grenzen. Diese machten sich vor allem im Nahbereich bemerkbar, denn so wirkliche Makrofotos sind mit dem LG X Screen nicht drin.

Im Vergleich zu den Flaggschiffen LG G5 und V10 hat der Hersteller zudem den Funktionsumfang der Kamera-App stark beschnitten. Einen Profi-Modus wie bei den "großen" Brüdern, in dem sich Parameter wie Verschlusszeit und Weißabgleich manuell verändern lassen, gibt es nicht. Dafür punktet immerhin die Frontkamera, die mit einer Auflösung von 8 Megapixeln hervorragende Bilder knipst. Wer gern Selfies schießt, ist beim LG X Screen auf jeden Fall gut aufgehoben.

Die Motive mit dem X Screen gelingen meist auf Anhieb. fullscreen
Die Motive mit dem X Screen gelingen meist auf Anhieb. (©TURN ON 2016)
Der Detailgrad der Bilder kann sich sehen lassen. fullscreen
Der Detailgrad der Bilder kann sich sehen lassen. (©TURN ON 2016)
Eine Aufnahme bei Gegenlicht. fullscreen
Eine Aufnahme bei Gegenlicht. (©TURN ON 2016)
Selbst bei schwacher Beleuchtung kann die Kamera punkten. fullscreen
Selbst bei schwacher Beleuchtung kann die Kamera punkten. (©TURN ON 2016)
Größer wird's nicht: Echte Makro-Aufnahmen sind nicht möglich. fullscreen
Größer wird's nicht: Echte Makro-Aufnahmen sind nicht möglich. (©TURN ON 2016)
Dafür liefert die Selfie-Cam recht gute Ergebnisse. fullscreen
Dafür liefert die Selfie-Cam recht gute Ergebnisse. (©TURN ON 2016)

Nur durchschnittliche Akkulaufzeit

Als kleine Schwäche des LG X Screen entpuppte sich im Test eindeutig der Akku, der mit 2300 mAh einfach nicht besonders groß ausfällt. Das ist zwar kein katastrophal schlechter Wert, aber angesichts der Tatsache, dass ein Konkurrenzmodell wie das Huawei P9 Lite satte 3000 mAh mitbringt, schon ein Dämpfer. Hinzu kommt, dass das X Screen mit seinem Zweit-Bildschirm im Standby eben minimal mehr Strom verbraucht als die Wettbewerber.

Fazit: Zweit-Display und Kameras als Aushängeschilder

Das LG X Screen ist ein grundsolides Mittelklasse-Smartphone mit ansprechendem Design. Die Frage, ob man damit besser fährt als mit der Konkurrenz von Samsung oder Huawei, steht und fällt allerdings ein wenig mit dem zweiten Zusatz-Display. Wer in der Always On-Anzeige für die Uhrzeit für sich einen Mehrwert erkennt, sollte das X Screen bei seiner Kaufentscheidung ruhig mit berücksichtigen. Auch die gute Hauptkamera und die hochauflösende Selfie-Cam könnten das Smartphone für eine bestimmte Zielgruppe durchaus attraktiv machen. Messen muss sich das X Screen unter anderem mit dem Huawei P9 Lite, das zwar kein Zusatz-Display besitzt, dafür aber mit einem Fingerabdruckscanner und einem deutlich größeren Akku aufwartet. Abgesehen davon gibt es dann allerdings wenig, was das X Screen von der Konkurrenz abhebt – weder im positiven noch im negativen Sinne.

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