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MacBook Air M1 im Test: Apple läutet mit Super-Chip neue Epoche ein

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Das neue MacBook Air ist leistungsstark und unglaublich ausdauernd. Bild: © TURN ON 2020

Das neue Apple MacBook Air mit M1-Chipsatz ist da – und es handelt sich um weit mehr als ein simples Modell-Upgrade: Nach mehr als einem Jahrzehnt Intel läutet Apple mit seinem eigenen Chip eine neue Ära ein. Wir haben uns das MacBook Air M1 im Test genauer angeschaut und verraten, warum Apple den richtigen Weg einschlägt.

Apple hatte im Juni 2020 auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC erklärt, beim Mac von Intel-Prozessoren auf eigene Chips für den Mac umzusteigen. Bis 2021 soll der Übergang abgeschlossen sein. Nach der Ankündigung vergingen einige Monate, bis Apple im November auf einem Event erste Geräte mit dem neuen Chip vorstellte – das MacBook Air, das MacBook Pro und den Mac mini.

Sie alle besitzen den gleichen Chip – den M1. Es handelt sich um einen Chipsatz auf Basis der ARM-Architektur, also den gleichen Chip, der seit Jahren in iPhones und iPads zum Einsatz kommt. Der große Vorteil dieser bislang meist in mobilen Geräten verbauten Prozessoren: ihre starke Leistung bei gleichzeitig hoher Energieeffizienz. Und das kommt Apples Einsteiger-Laptop, dem MacBook Air, zugute. Dazu später mehr.

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Design und Display: Gewohnt gut

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Außen bleibt auch beim MacBook Pro alles beim Alten. Bild: © TURN ON 2020

Optisch bleibt sich Apple seit dem Redesign des MacBook Air 2018 auch im dritten Jahr in Folge treu. Das edle Aluminiumgehäuse macht wie gewohnt einen sehr wertigen Eindruck, die Verarbeitung ist Apple-typisch auf höchstem Niveau und gibt keinerlei Anlass zur Kritik. Alles sitzt, nichts hakt, die Spaltmaße sind perfekt.

Das 13,3 Zoll große Retina-Display hat eine knackscharfe Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixeln. Die maximale Helligkeit liegt bei 400 Nits. Neu ist, dass das MacBook Air den P3-Farbraum darstellt – was zuvor den deutlich teureren MacBook Pros vorbehalten war. Wichtig ist der P3-Farbraum vor allem für die Videobearbeitung. Ohnehin ist der Bildschirm brillant und über jeden Zweifel erhaben, vor allem die Farbechtheit beeindruckt. Auch deswegen ist das MacBook bei Fotografen sehr beliebt.

Technische Details

Display

  • 13,3-Zoll-Retina mit 2.560 x 1.600 Pixeln
  • True-Tone-Technologie
  • P3-Farbraum
  • Helligkeit 400 Nits t

Leistung

  • Apple-M1-Chip
  • 8‑Core-CPU mit 4 Performance-Kernen und 4 Effizienz-Kernen
  • 7‑Core-GPU oder 8-Core-GPU
  • 16‑Core Neural Engine
  • 8 GB oder 16 GB RAM
  • SSD mit 256 GB, 512 GB, 1 TB oder 2 TB

Akku

  • Bis zu 15 Stunden drahtloses Surfen
  • Bis zu 18 Stunden Wiedergabe von Filmen über Apple-TV-App

Anschlüsse

  • 2 x Thunderbolt/USB 4 (Thunderbolt 3 (bis zu 40 Gbit/s), 1 x USB 3.1 Gen 2 (bis zu 10 Gbit/s)

Der eigentliche Star sitzt unter der Haube – der Apple M1

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Apples M1-Chipsatz punktet mit toller Performance. Bild: © Apple 2020

Viel spannender ist bei der neuen Generation, was unter der Haube steckt. Beim M1-Chipsatz handelt es sich um einen Prozessor mit 8 Kernen für die CPU und 7 oder 8 Kernen für die Grafikeinheit – eine Taktfrequenz gibt Apple gar nicht mehr an. Der Vergleich mit den bisherigen Intel-Chips ist aufgrund der unterschiedlichen Architektur ohnehin schwierig.

Die bisherigen Benchmark-Ergebnisse im Netz zeichnen aber ein klares Bild: Der M1 ist ein absolutes Kraftpaket. Er profitiert insbesondere davon, dass Hard- und Software aus einer Hand stammen – ganz wie beim iPhone. Der Arbeitsspeicher beträgt wahlweise 8 oder 16 GB RAM, mehr ist nicht möglich.

Bei der Nutzung zeigt sich schnell, was das neue MacBook von älteren Generationen unterscheidet – und was Apple-Manager Craig "Hair Force One" Federighi während der Keynote genüsslich demonstriert hat: Wird ein Vorgängermodell zusammengeklappt und in den Ruhezustand versetzt, dauert es beim anschließenden Aufklappen meist ein paar Sekunden, bis der Laptop wieder einsatzbereit ist – nicht so beim neuen MacBook Air. Wie beim iPhone ist der Bildschirm sofort aktiv und lässt sich direkt entsperren. "How cool is that", kommentierte Federighi das neue Feature sichtlich angetan.

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Ohne Wartezeit: Direkt nach dem Aufklappen ist das MacBook Air einsatzbereit. Bild: © Apple 2020

Mehr Leistung war in dieser Preisklasse nie

Das MacBook Air ist auch ansonsten pfeilschnell, alles läuft butterweich, viele Apps und Dienste öffnen ohne Wartezeit. Zum Start sind zwar längst nicht alle Apps und Programme für den neuen M1-Chipsatz optimiert. Doch zumindest die Apple-Anwendungen profitieren von der geballten Rechenpower – nie zuvor hat das Arbeiten am Mac mehr Spaß gemacht. Das ist besonders vor dem Hintergrund erstaunlich, dass das MacBook Air Apples Einsteigermodell darstellt – davon ist kaum etwas zu merken.

Im Gegenteil: Für einen Laptop dieser Preisklasse ist die Leistungsstärke in höchstem Maße beeindruckend. Das könnte für Apple auch zum Problem werden. Wegen der Performance gibt es kaum einen Grund, das MacBook Pro zu wählen, da beide Geräte annähernd gleich schnell arbeiten. Allerdings hat das Pro-Modell einen Lüfter und kann somit länger unter Höchstlast arbeiten.

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Apple punktet bei der Grafikleistung pro Watt, die höher als bei herkömmlichen Laptop-Chips ist. Bild: © Apple 2020

Nicht optimierte Programme werden in Echtzeit berechnet

Klar ist aber auch: Es handelt sich hier gewissermaßen um die erste Generation eines neuen Produkts. Heißt: Es werden viele Monats ins Land ziehen, bis alles so läuft, wie von Apple beabsichtigt. Wichtige Apps wie etwa Photoshop werden erst 2021 für den M1 optimiert. Das bedeutet, dass solche Anwendungen mittels Rosetta 2 emuliert werden. Und Emulationen sind immer nur die zweite Wahl, da mit ihnen Leistungsminderungen verbunden sind.

Im Fall des neuen MacBook Air halten sich die Performanceeinbußen aber im Rahmen, man rechnet hier mit einer rund 20 Prozent schlechteren Leistung. Dennoch ist selbst die in Echtzeit übersetzte Version einer App auf dem MacBook Air vielfach schneller als mit Intel-basierten x86-Prozessoren.

Im Single-Core-Test schlägt das MacBook Air jeden anderen Mac, der zuvor veröffentlicht wurde. Beeindruckend ist auch die Multi-Core-Performance, ohnehin für die meisten Programme wichtiger: Hier liegt das neue MacBook über dem Niveau eines Mac Pro aus dem Jahr 2013, der seinerzeit mehrere Tausend Euro gekostet hat und als absolute Profi-Maschine gilt. Der M1-Chip lässt selbst das bislang leistungsstärkste MacBook Pro mit Intel Core i9 hinter sich – mehr als beeindruckend. Mehr Leistung hat es für diesen Preis noch nie gegeben.

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Auf dem Mac findest Du im App Store jetzt auch iPhone- und iPad-Apps. Bild: © Apple 2020

iPhone-Apps auf dem Mac: Nettes Gimmick mit viel Potenzial

Mit dem Übergang von Intel- auf ARM-Chips treibt Apple einen weiteren Meilenstein voran – die Verschmelzung von iPhone- und Mac-Apps. Dank gleicher Chip-Architektur können erstmals viele iPhone- und iPad-Apps auf einem MacBook installiert werden, ganz einfach über den App Store. Das ist ein cleverer Schachzug, schließlich gibt es für das iPhone eine deutlich größere App-Vielfalt als für das MacBook.

Der Bedienkomfort ist aber noch ausbaufähig, da sich die Apps auf dem Mac bekanntlich nicht per Touchscreen bedienen lassen, sondern nur per Trackpad und Tastatur. Dennoch: Der Anfang ist gemacht. Und der Mac dürfte dadurch einen großen Push erfahren. Derzeit ist die Funktionalität allenfalls ein nettes Gimmick, das sich für den produktiven Einsatz kaum eignet. Das wird sich mit der Zeit sicher ändern, wenn App-Entwickler ihre Anwendungen für die Bedienung am Mac optimieren.

Das MacBook Air punktet auch bei der Grafikleistung, wenngleich die Performance – natürlich – nicht an dedizierte Grafikkarten herankommt, wie sie etwa im MacBook Pro mit 16 Zoll verbaut sind. Dennoch: Spiele von Apple Arcade laufen absolut flüssig, laden zügig und bringen das MacBook nicht ins Schwitzen. Das zeigte jüngst auch ein Benchmark, wonach der M1-Chip mit seiner integrierten Grafikeinheit sogar die Nvidia Geforce GTX 1050 Ti schlägt – wohlgemerkt eine Desktop-Grafikkarte (zwar eine etwas ältere, aber dennoch). Man darf nicht vergessen: Wir sprechen hier immer noch von einem System-on-a-Chip (SoC).

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Das Herzstück des Geräts: der M1. Bild: © Apple / Screenshot: TURN ON 2020

Energieeffizienter Chip sorgt für lange Akkulaufzeiten

Das MacBook Air verspricht nicht nur mehr Leistung, sondern zugleich eine deutlich bessere Akkulaufzeit, die bei MacBooks ohnehin schon immer ordentlich ist. Das neue Modell hält laut Apple bei der Wiedergabe von Inhalten über Apples hauseigene TV-App bis zu 18 Stunden durch – ein beeindruckender Wert, wie man ihn sonst nur von iPads kennt. Und in der Tat: Die Akkulaufzeit konnte im Test überzeugen.

Musste mein MacBook Air aus dem Jahr 2018 im Arbeitsalltag nach spätestens vier bis fünf Stunden an die Steckdose, spare ich mir das Aufladen beim neuen Gerät – ich komme locker über den Arbeitstag. Die Energieeffizienz des M1-Chipsatzes ist über jeden Zweifel erhaben. Der Mix aus bärenstarker Performance und ultralanger Batterielaufzeit zeigt, dass Apple den absolut richtigen Weg eingeschlagen hat.

Mit Windows auf dem Mac sieht es noch schlecht aus

Abseits des neuen Chips hat sich im Vergleich zum Vorgänger aber kaum etwas getan: Nicht nur das Design ist gleich, auch die Anschlüsse. Es stehen weiterhin zwei Thunderbolt-3-Ports mit bis zu 40 Gbit/s zur Verfügung, über die sich der Mac auch wieder mit Energie versorgen lässt. Der klassische Kopfhöreranschluss ist ebenso noch vorhanden, mehr gibt es nicht. Wer weitere Thunderbolt-Anschlüsse benötigt, greift zu einem Dongle – oder zum MacBook Pro.

Du bist auf Windows angewiesen oder möchtest es via Bootcamp auf Deinem Mac installieren? Dann ist das neue MacBook Air leider nichts für Dich – der M1-Chipsatz macht eine Windows-Installation derzeit unmöglich. Der Grund: Microsoft vergibt Lizenzen seiner ARM-Version nicht an Endkunden, sondern lediglich an PC-Hersteller. Theoretisch könnte Apple zwar eine Windows-Lizenz erwerben. Dass der Hersteller das macht, ist aber höchst unwahrscheinlich.

Immerhin hat Parallels Desktop, ein bekannter Anbieter von Mac-Software für die Windows-Emulation, bereits eine überarbeitete Version seines Programms angekündigt. Derzeit arbeite man aktiv an einer M1-fähigen Fassung der Software. Dennoch: Wer auf Windows angewiesen ist, wartet lieber noch einige Zeit mit dem Kauf des MacBook Air.

Fazit: Das bislang beste und stärkste MacBook Air – und Start einer neuen Epoche

Das neue MacBook Air kostet in der Basisversion rund 1.000 Euro – ein unschlagbarer Preis für die Leistung und Performance, die Apple mit diesem Modell bietet. Das Arbeiten im Alltag macht Spaß, vieles funktioniert ohne spürbare Wartezeit, das neue Betriebssystem macOS Big Sur läuft butterweich – in erster Linie Apples eigene Apps und Dienste.

Die Unterstützung von Drittanbietern ist zum Release naturgemäß mau, wird sich aber im Laufe der Zeit sicher bessern. Kurzum: Wer maximale Performance in einem mobilen Gerät benötigt, trifft mit dem MacBook Air die richtige Wahl. Apple ist hier ein Meisterstück gelungen, das die Branche für die kommenden Jahre prägen wird. Der Start in eine neue Epoche, Apple hat sie mit dem M1 eingeläutet. Nicht mit einer Rakete, sondern mit einem Feuerwerk, an das man sich noch lange erinnern wird.

Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ bärenstarke Performance - iOS-Apps auf Mac noch ausbaufähig
+ lange Akkulaufzeit
+ perfektes Zusammenspiel von Hard- und Software

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Mein MacBook Air von 2018 habe ich durch das neue MacBook Air mit M1-Chipsatz ersetzt – und ich bin mehr als zufrieden. Apple hat einen ohnehin schon guten Laptop auf ein völlig neues Qualitätslevel gehoben. Mehr Power wirst Du in dieser Preisklasse nicht finden, uneingeschränkte Kaufempfehlung für Apple-Fans. Nur wer auf Windows angewiesen ist, sollte vorerst abwarten.
Apple MacBook Air M1
Apple MacBook Air M1
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Laptop
  • Farben
    Space Grau, Silber, Gold
  • Preis (UVP)
    Ab 1.100,50 Euro
  • Release
    20. November 2020
  • Bildschirmdiagonale
    13,3 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    2560 x 1600 Pixel, Retina-Display
  • Prozessor-Taktung
    n/a
  • Prozessor
    Octa-Core
  • Arbeitsspeicher
    8 GB RAM oder 16 GB RAM
  • Speicherkapazität
    256, 512 GB, 1 TB oder 2 TB
  • Anschlüsse und Steckplätze
    2 x Thunderbolt 3-Anschlüsse, 1 x Kopfhöreranschluss
  • Konnektivität
    Bluetooth, WLAN
  • Akkulaufzeit
    Bis zu 15 Stunden drahtloses Surfen, bis zu 18 Stunden Wiedergabe von Filmen mit der Apple-TV-App
TURN ON Score:
4,8von 5
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