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Microsoft Surface Pro 7 im Test: Ein alter Bekannter

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Das schwarze Surface Pro 7 mit Surface Pen und Type Cover in "Mohnrot" kann sich sehen lassen.

Das Microsoft Surface Pro 7 hat sich im Test als traditionsbewusstes Windows-Tablet erwiesen. Im Vergleich zum Surface Pro 6 gibt es also bekannte Qualitäten, aber wenige Neuerungen. Kann das Surface Pro 7 trotzdem überzeugen?

Unterschiede im Vergleich zum Surface Pro 6

Das Surface Pro 7 ähnelt nicht nur dem Vorgänger. Schon das Surface Pro 5 war mit demselben Gehäuse – und demselben Bildschirm – ausgestattet. Die Neuerungen gegenüber dem Surface Pro 6 sind folgende: WLAN 6 (ax) statt WLAN 5 (ac), neue Intel-Core-U-Chips der zehnten Generation mit stärkerer Grafik, USB-C mit Aufladefunktion statt Mini-DisplayPort und eine schnellere Toshiba-BG4-SSD anstelle einer Toshiba-BG3-SSD.

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Das Gehäuse ist vom Vorgänger bekannt, auch Surface Pen und Type Cover sind technisch gleich.

Es gibt beim neuen Modell zudem Bluetooth 5.0, DDR4-Arbeitsspeicher und Studio-Mikrofone. Ferner liefert Microsoft das Tablet nun mit Windows 10 Home statt Windows 10 Pro aus, was einige Business-Nutzer stören dürfte. Wer die Neuerungen nicht braucht, kann zum Surface Pro 6 greifen.

Design und Verarbeitung: Wie gehabt

Wie die Vorgänger überzeugt auch das Surface Pro 7 mit einem stabilen Metallgehäuse. Die einzige Neuerung ist der Einsatz von USB-C auf der rechten Seite, worüber zwar das Tablet aufgeladen werden kann – jedoch unterstützt der Anschluss kein Thunderbolt 3, beispielsweise für externe Grafikkarten. Wieder gibt es nur einen USB-3.0-A-Anschluss und den gewohnten Surface-Connect-Port unten für das Tastatur-Cover. Ein Kopfhöreranschluss ist ebenso weiterhin an Bord.

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Statt DisplayPort gibt es USB-C- (links), ansonsten die Anschlüsse des Vorgängers.

Das Surface Pro X ist erkennbar schlanker und hat einen dünneren Displayrahmen. Das schlanke Design des Pro X ist zwar nur aufgrund des viel schwächeren Mobile-Prozessors Surface SQ1 möglich, aber Microsoft hätte beim Surface Pro 7 zumindest den Displayrahmen etwas schrumpfen können. Und ein anderes, noch besseres Display verbauen und mehr Anschlüsse unterbringen können.

Fazit: Das Surface Pro 7 hat praktisch dasselbe Gehäuse und dasselbe Display wie das Surface Pro 5, neu ist hier nur der USB-C-Port. Gut für Microsoft, dass die Konkurrenz noch mehr schläft und sich diese Bequemlichkeit kaum zunutze gemacht hat. Sehr gut verarbeitet und leichter als ein Ultrabook ist das Surface Pro 7 nach wie vor.

Type Cover und Surface Pen: Gut zum Tippen und Zeichnen

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Auf dem Type Cover schreibt es sich gut.
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Der Surface Pen haftet magnetisch am Tablet-Rand – für den Transport ist das aber keine gute Lösung.
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Das Type Cover ist technisch gleich geblieben. Es lässt sich leicht angewinkelt magnetisch am Tablet anbringen und so fällt das Tippen noch etwas leichter. Zwar gibt die Tastatur bauartbedingt unter Druck etwas nach und das Tippgefühl ist eher weich, aber die Tasten haben einen klaren Druckpunkt. Die ThinkPad-Keyboards sind noch eine gute Stufe besser, als Schnell- und Vielschreiber war ich mit dem Type Cover trotzdem zufrieden. Es gibt eine weiße Hintergrundbeleuchtung in drei Stufen und bei einigen Modellen einen Fingerabdruckscanner für Windows Hello.

Auch der Surface Pen ist noch der Alte. Er bietet 4.096 Druckstufen und Neigungserkennung, insofern ist der Stift auf dem aktuellen technischen Stand. Der Button auf der Rückseite dient auch als Radiergummi – praktisch. Schließlich gibt es das "Jitter"-Problem mit zitterigen Linien der ersten Generationen nicht mehr. Auf der anderen Seite sind die Eingabeverzögerung länger sowie der Abstand zu den Inhalten auf dem Display größer als beim Apple Pencil der zweiten Generation mit dem aktuellen iPad Pro.

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Der Surface Pen ist ein recht präzises Werkzeug zum Zeichnen.
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Der Button kann mit verschiedenen Funktionen belegt werden und dient auch als Radiergummi.
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Man zeichnet also etwas versetzt und die Eingaben werden zwar schnell, aber nicht so schnell wie beim iPad Pro mit dessen 120-Hertz-Display umgesetzt. Auch der S Pen für das Galaxy Tab S6 mit seiner Wacom-Technik bietet ein besseres Gefühl beim Zeichnen, obgleich Apple vorne liegt. Auf der Surface-Habenseite steht für Zeichner und Designer allerdings das Betriebssystem. So gibt es für Windows vollwertige Versionen von Photoshop und ähnlichen Programmen, beim iPad sind (noch) gewisse Kompromisse nötig.

Fazit: Das Type Cover eignet sich auch für Vielschreiber, der Surface Pen ist gut zum Zeichnen geeignet, aber weniger gut als der Apple Pencil 2. Dafür gibt es für Windows Vollversionen von Profi-Grafikprogrammen.

Leistung: Etwas mehr Power im Vergleich zum Surface Pro 6

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Das Surface Pro 7 rechnet so schnell wie aktuelle Laptops.

Das Surface Pro 7 hat dasselbe Display wie das Surface Pro 5 von 2017. Der IPS-Screen löst mit 2.736 x 1.824 Pixeln auf, deckt den sRGB-Farbraum ab und leuchtet hell genug für den Einsatz draußen im Café. Somit eignet sich das Display für die Fotobearbeitung, doch allmählich wäre ein noch besserer Bildschirm angemessen – etwa mit Abdeckung weiterer Farbräume wie AdobeRGB oder DCI-P3 und mit HDR-Support.

Das Intel-Core-i5-Modell wird passiv gekühlt, unser Testgerät mit dem Intel-Core-i7 der zehnten Generation namens i7-1065G7 (15 Watt) hat einen integrierten Lüfter. Der Prozessor wird von 16 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Bei dem Chip handelt es sich um einen sparsamen Quad-Core-Prozessor mit acht Threads und einer leistungsstarken internen Grafik, der Iris Plus Graphics G7. Diese sollte laut Notebookcheck ungefähr das Niveau der AMD RX Vega 10 erreichen und der Prozessor ist etwa so schnell wie der Intel Core i7-8656U. Das Grafik-Upgrade ist somit deutlich größer als das Prozessor-Upgrade.

Wirklich spielefähig ist das Tablet aber nicht, nur für ältere Games wie "Tomb Raider" von 2013 und "Diablo 3" von 2012 ist es geeignet. Professionelle Anwender müssen sich überlegen, ob sie das Grafik-Plus für ihre Arbeit benötigen. Der Lüfter ist unter Last hörbar, wird aber nicht allzu laut und gibt kein nerviges Geräusch von sich. In der alltäglichen Nutzung mit mehreren geöffneten Apps und Office funktioniert das Surface Pro 7 sehr schnell und flüssig. Die hohe Prozessor-Leistung ist eher für anspruchsvollere Anwendungen wie Videobearbeitung und 3D-Rendering interessant.

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Die Infrarot-Kamera dient zum Einloggen via Windows Hello.
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Die 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite ist zum Beispiel gut zum spontanen Scannen von Dokumenten geeignet.
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Vorne gibt es eine Infrarot-Kamera für den Windows-Login, hinten eine Kamera für beispielsweise Dokumentenscans. Die neuen Studio-Mikrofone fangen Sprache gut ein und bieten sich für Videochats an. Wir hatten aber nicht den Eindruck, dass sie absolut herausragend klingen, was man den Studiomikrofonen des neuen MacBook Pro 16 nachsagt. Andererseits ist dieses auch deutlich teurer als das Surface Pro 7. Die Akkulaufzeit genügt wieder für ungefähr einen Arbeitstag, sofern man die Helligkeit nicht ganz aufdreht.

Fazit: Wegen des Leistungs-Upgrades wird sich das neue Surface Pro 7 im Vergleich zum Vorgänger für die meisten Nutzer nicht lohnen. Wer vom Surface Pro 5 kommt und mehr Power haben möchte, könnte aber schwach werden. Die neuen Studiomikrofone leisten ordentliche Arbeit, der Akku sollte etwa einen Arbeitstag durchhalten.

Fazit: Gut – aber es wird Zeit für größere Neuerungen

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Die Tastaturbeleuchtung ist praktisch, wenn es mal später wird.
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Die Tastatur wird magnetisch befestigt und kann für den Tablet-Einsatz einfach gelöst werden.
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Das gute Touchpad ist eine Alternative zum Touchscreen.
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Aufgrund des Ständers nimmt das Surface Pro 7 mehr Platz ein als ein Laptop.
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Auch das jüngste Modell des Surface Pro ist eines der besten, wenn nicht das beste Windows-Tablet. Das ist umso bemerkenswerter, als die Unterschiede nicht nur zur sechsten, sondern gar zur fünften Generation eher geringfügig ausfallen. Das Display ist identisch, das Gehäuse bis auf den neuen USB-C-Port auch, die Laufzeit reicht wieder für einen Arbeitstag, nur bei der Leistung gibt es markante Fortschritte. Inzwischen sind zwar beinahe so gute Windows-Tablets wie das Dell Latitude 7200 und das Lenovo Thinkpad X1 G3 erhältlich, aber diese sprechen eine engere Business-Zielgruppe an und kosten spürbar mehr Geld.

Trotzdem: Allmählich wird die Konkurrenz Microsoft gefährlich. Man denke etwa an das Samsung Galaxy Book S, das im Jahr 2020 mit Intel-Lakefield-Chip und modernerem Design auf den Markt kommen soll. Und die relative Trägheit der Konkurrenz ist aus Kundensicht ohnehin kein gutes Argument für die kleinen Fortschritte der Surface-Pro-Serie.

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Mit dem Surface Pro 7 lässt es sich gut arbeiten.

Unter dem Strich ist das Surface Pro 7 dennoch empfehlenswert. Es handelt sich um ein großartig verarbeitetes, leistungsfähiges Windows-Tablet mit hochwertigem Zubehör in Form des Type Cover und des Surface Pen. In der siebten Generation rechnet es schneller als je zuvor. Wer noch ein Jahr warten kann, der sollte das tun. Wer aber jetzt ein sehr gutes Windows-Tablet möchte, kann durchaus zuschlagen.

Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Verarbeitung

+ Notebook-Leistung

+ Gutes Display

+ Gutes Zubehör (Type Cover, Surface Pen)

- wenige Veränderungen gegenüber den Vorgängern

- Veraltetes Design

- Surface Pro 5 hatte schon dasselbe Display

- Nur Windows 10 Home statt Pro

 

Das sagt Andreas:
Rein subjektiv mag ich das Surface Pro, jenes praktische, wertige Werkzeug für Kreativlinge. Das neueste Modell hat nostalgische Gefühle in mir ausgelöst. Klar, das liegt daran, dass das Gerät praktisch genauso aussieht wie seine Vorgänger und ich es für dieselben Anwendungsgebiete genutzt habe.

Neue Technik eignet sich aber nicht als nostalgischer Anker im Strom der Zeit. Das ist eher die Aufgabe von unveränderlichen Gegenständen, die wir mit bestimmten Phasen in unserem Leben verbinden. Mich erinnert zum Beispiel ein Wandbild, das mir eine chinesische Kommilitonin einst geschenkt hat, an meine Studienzeit. Technik hingegen muss sich weiterentwickeln. Auch das Surface Pro.
Microsoft Surface Pro 7
Microsoft Surface Pro 7
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Tablet
  • Preis (UVP)
    ab 899 Euro
  • Release
    22. Oktober 2019
  • Farben
    Platin, Mattschwarz
  • Abmessungen
    292,10 x 201,42 x 8,45 Millimeter
  • Gewicht
    775 Gramm (mit Core i3, i5), 790 Gramm (mit Core i7)
  • Lieferumfang
    Surface Pro 7, Netzteil, Kurzanleitung, Garantieerklärung und Sicherheitshinweise
  • Display-Größe
    12,3 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    2.736 x 1.824 Pixel , PixelSense-Display
  • Prozessor
    Intel Core i3, i5 oder i7 der 10. Generation
  • Arbeitsspeicher
    4 GB, 8 oder 16 GB RAM
  • Speicherkapazität
    128, 256, 512 GB oder 1 TB
  • Betriebssystem
    Windows 10 Home
  • Kameras
    Frontkamera (5 Megapixel) und Rückkamera (8 Megapixel)
  • Anschlüsse und Steckplätze
    USB 3.0, microSD-Kartenslot, Kopfhöreranschluss, USB-C Konnektivität: Bluetooth 5.0, ax-WLAN
  • Akkulaufzeit
    Bis zu 10,5 Stunden gemischte Nutzung
  • Besondere Merkmale
    Tastatur und Surface-Stift sind nicht im Lieferumfang enthalten
TURN ON Score:
3,9von 5
  • Akkuleistung
    4,5
  • Design
    3,8
  • Preis-Leistung
    3,5
  • Hardware
    4,5
  • Ausstattung
    3,0
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