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Motorola Moto X Force: Das unzerstörbare Smartphone im Test

Das Motorola X Force ist fast unzerstörbar.
Das Motorola X Force ist fast unzerstörbar. (©TURN ON 2016)

Mit dem Moto X Force bietet Motorola das erste Smartphone mit bruchsicherem Display an. Wir haben im Test überprüft, wie stabil das Gerät wirklich ist und natürlich auch, was das Moto X Force sonst noch kann.

Smartphones gibt es wirklich wie Sand am Meer. Ein Alleinstellungsmerkmal zu finden, fällt daher auch den Herstellern nicht mehr wirklich leicht. Motorola ist dieses Kunststück mit dem neuen Moto X Force definitiv gelungen. Das 5,4-Zoll-Handy bietet nämlich etwas, mit dem kein anders Gerät bisher aufwarten konnte: ein bruchsicheres Display.

Ein bruchsicheres Smartphone?

Was macht man als Tester mit einem Smartphone, das ein bruchsicheres Display haben soll? Man wirft es natürlich erst mal auf den Boden – einmal, zweimal, dreimal und auch beim vierten Mal blieb das Moto X Force in einem Stück. Fast hatte ich etwas Mitleid mit dem Hersteller Motorola, der ja bald nur noch unter dem Namen Lenovo firmieren wird. Denn die Testmuster, die das Unternehmen an Redaktionen versendet, dürften mit reichlich Schrammen zurückkommen. Auch unser Test-Exemplar vom Moto X Force kam bereits mit einigen Kratzern und Abschabungen am Gehäuse daher, die mit Sicherheit von früheren Falltests stammten. Die wichtigste Erkenntnis ist aber: Display und Funktionsfähigkeit haben darunter nicht gelitten. Aber dazu später mehr.

 Das Moto X Force ist tatsächlich bruchsicher. fullscreen
Das Moto X Force ist tatsächlich bruchsicher. (©TURN ON 2016)

Design: Der Hummer unter den Smartphones

Beim Design des Moto X Force geht Motorola ähnliche Wege wie beim Moto X Play. Die Front des Smartphones wird, wie könnte es anders sein, vom Display dominiert. Hier setzt der Hersteller auf die AMOLED-Technologie und eine Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln. Die Farben wirken stark gesättigt, ganz so extrem wie bei vielen Samsung-Geräten ist dieser Effekt aber nicht. Oberhalb des Bildschirms gibt es einen Lautsprecher sowie eine Frontkamera mit LED-Blitz.

Die Rückseite des doch recht breiten und einigermaßen dicken Gerätes ist zu den Seiten hin leicht abgerundet, wodurch das Moto X Force trotz allem sehr gut in der Hand liegt. Für ein angenehmes haptisches Gefühl sorgen der schicke Aluminiumrahmen und die nicht minder hübsche Rückseite aus ballistischem Nylon. Alternativ bietet der Hersteller das Gerät auch mit gummiertem Backcover oder einer Lederrückseite an. Auffällig und sehr edel wirkt das Design der Kamera mit dem doppelten LED-Blitz, direkt darunter befindet sich das typische Motorola-Logo.

Das Moto X Force ist nicht das schlankste Smartphone, ... fullscreen
Das Moto X Force ist nicht das schlankste Smartphone, ... (©TURN ON 2016)
...aber das stabilste. fullscreen
...aber das stabilste. (©TURN ON 2016)
Die Rückseite ist mit Nylon bespannt. fullscreen
Die Rückseite ist mit Nylon bespannt. (©TURN ON 2016)
Das Display wirkt unauffällig, ist jedoch das Highlight des Smartphones. fullscreen
Das Display wirkt unauffällig, ist jedoch das Highlight des Smartphones. (©TURN ON 2016)
Der Bildschirm hat eine Diagonale von 5,4 Zoll und zeigt recht natürliche Farben. fullscreen
Der Bildschirm hat eine Diagonale von 5,4 Zoll und zeigt recht natürliche Farben. (©TURN ON 2016)
Insgesamt liegt das Smartphone gut in der Hand. fullscreen
Insgesamt liegt das Smartphone gut in der Hand. (©TURN ON 2016)

Wenn ein Gerät wie das Samsung Galaxy S7 der Mercedes unter den Smartphones ist, dann ist das ist das Moto X Force eher mit einem Hummer zu vergleichen. Auf seine ganz spezielle Art ist das Motorola-Gerät genauso edel und wertig, nur eben weniger grazil und viel robuster.

Innenleben: Durchgehend High-End

Das Moto X Force spielt allerdings nicht nur optisch in der Oberklasse, sondern bietet auch High-End-Spezifikationen im Inneren. So ist das Smartphone mit einem Snapdragon 810-Prozessor ausgestattet, der über acht Rechenkerne verfügt. Vier davon takten mit 2,0 GHz, die anderen vier mit 1,5 GHz. Um mehrere Arbeitsprozesse parallel ausführen zu können, stehen dem Motorola-Smartphone zudem 3 GB RAM an Arbeitsspeicher zur Verfügung. Im Benchmark von AnTuTu schneidet diese Kombination mit 82.704 Punkten sehr gut ab und lässt die meisten anderen Smartphones hinter sich. Hier zeigt der Snapdragon 810 knapp ein Jahr nach seiner Einführung noch einmal, was wirklich in ihm steckt.

Der interne Speicher der von uns getesteten Version lag bei 32 GB. Alternativ bietet Motorola auch eine 64-GB-Version des Moto X Force an. Beide Varianten lassen sich per microSD-Karte zudem um einen externen Speicher erweitern, sodass in der Praxis keine Knappheit an Speicherplatz vorherrschen sollte.

Software: Marshmallow ist schon da

Wer das Moto X Force anschaltet, wird von einer Stock-Android-Oberfläche begrüßt. Genau wie bei den Nexus-Smartphones wirkt das Interface somit sehr aufgeräumt. Die Anzahl der vorinstallierten Apps hält sich stark in Grenzen und beschränkt sich fast ausschließlich auf die Standard-Google-Anwendungen. Lediglich einige Zusatz-Apps wie eine Galerie und eine Connect-App zum Verbinden des Smartphones mit anderen Geräten sind werksseitig an Bord. Das ist akzeptabel, denn echte Bloatware gibt es somit nicht. Ausgeliefert wird das Moto X Force übrigens noch mit Android 5.1, allerdings erhielten wir noch während unseres Tests ein Update auf Android 6.0 Marshmallow, wodurch das Moto X Force ganz offiziell eines der ersten Smartphones in Deutschland mit der jüngsten Android-Version ist.

 Android 6 traf während des Tests auf dem Smartphone ein. fullscreen
Android 6 traf während des Tests auf dem Smartphone ein. (©TURN ON 2016)

Die Software läuft superflüssig. Verzögerungen oder Ruckler waren im Test an keiner Ecke zu spühren. Auch die Performance gehört zu den besten, die wir in den letzten Monaten auf verschiedenen Smartphones bewundern durften. So gab es im Test praktisch keine App, die dem Moto X Force auch nur im Ansatz Probleme bereitet hätte. Im Gegenteil: Wer sich für das Motorola-Flaggschiff entscheidet, dürfte auch für die kommenden Jahre mit genügend Leistungsreserven ausgestattet sein.

Kamera auf hohem Niveau, aber nicht Spitze

Bei Hardware und Software kann das Moto X Force also schon punkten. Doch wie sieht es bei der Kamera aus, die für viele Smartphone-User immer wichtiger wird? Auf dem Papier punktet das Motorola-Gerät mit einem 21-Megapixel-Sensor und einer f/2.0-Blende.

In der Praxis liefert diese Kombo dann auch ganz ordentliche Fotos. So wirken die Bilder mit der Hauptkamera bei normalem Tageslicht farbecht und detailreich. Ein optionaler HDR-Modus sorgt je nach Motiv zudem für etwas knalligere Farben.

Makrofotos lassen sich mit dem Moto X Force ebenfalls gut knipsen, wobei der Autofokus jedoch nicht ganz so schnell arbeitet wie bei einigen Konkurrenz-Smartphones. Schön ist hingegen, dass sich viele Optionen wie Weißabgleich und Verschlusszeit manuell einstellen lassen - bei High End-Smartphones gehört das ja mittlerweile zum guten Ton.

Die Kamera des Moto X Force enttäuscht nicht. fullscreen
Die Kamera des Moto X Force enttäuscht nicht. (©TURN ON 2016)
Bei Tageslicht entstehen schöne Bilder. fullscreen
Bei Tageslicht entstehen schöne Bilder. (©TURN ON 2016)
Auch Details werden größtenteils gut eingefangen. fullscreen
Auch Details werden größtenteils gut eingefangen. (©TURN ON 2016)
Makro-Aufnahmen gelingen ebenfalls. fullscreen
Makro-Aufnahmen gelingen ebenfalls. (©TURN ON 2016)
Der Fokus braucht allerdings einen kleinen Moment. fullscreen
Der Fokus braucht allerdings einen kleinen Moment. (©TURN ON 2016)
Neben den normalen Einstellungen... fullscreen
Neben den normalen Einstellungen... (©TURN ON 2016)
...gibt es noch einen HDR-Modus. fullscreen
...gibt es noch einen HDR-Modus. (©TURN ON 2016)

Insgesamt kann das Moto X Force aber nicht ganz mit Top-Knipsern wie dem Samsung Galaxy S6 oder dem LG G4 mithalten. Wer ein absolutes Fotografie-Flaggschiff sucht, muss sich also bei der Konkurrenz umschauen.

Genug Saft für bis zu zwei Tage

Der Akku im Moto X Force fällt mit einem Fassungsvermögen von 3760 mAh äußerst üppig aus. Davon profitiert das Smartphone natürlich auch im Alltag. Tatsächlich reicht die Batterie nämlich locker über den Tag und in vielen Fällen dürfte sogar ein zweiter Tag drin sein – jedenfalls dann, wenn das Gerät nicht zu exzessiv genutzt wird. Wer permanent im Netz unterwegs ist oder unzählige Telefonate am Tag führt, wird aber auch mit dem Moto X Force keine zwei Tage durchhalten. Insgesamt kann der große Akku aber klar als Pluspunkt verbucht werden.

Wie stabil ist das Moto X Force?

Das bruchsichere Display des Moto X Play ist keineswegs nur ein Marketing-Gag, sondern Realität. Zahlreiche Stürze aus einer Höhe von 1,50 Metern, wie sie im Alltag schon mal vorkommen, hat das Smartphone im Test völlig unbeschadet überstanden. Das Display war hinterher weder gebrochen noch wies es irgendwelche Kratzer auf. Bei anderen Smartphones reicht hingegen manchmal schon ein einziger Sturz aus, um das Display komplett zu zerstören. Hier sticht das Moto X Force alle aus und bietet ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

Möglich macht das eine neue Technologie namens Shatter Shield. Bei dieser besteht das Display aus mehreren Schichten. So ist nicht nur das Glas selbst stabiler, sondern auch dämpfend in das insgesamt sehr stabile Gehäuse eingebunden. Laut den Informationen auf seiner Homepage gibt der Hersteller sogar bis zu vier Jahre Garantie gegen Displaybrüche. Allerdings gilt das wirklich nur für das Display. Wer meint, er könne das Handy von einem Hochhaus werfen und die Einzelteile dann zur Reparatur an Motorola schicken, dürfte also enttäuscht werden.

 Der Aufbau des Shatter Shield-Displays im Detail. fullscreen
Der Aufbau des Shatter Shield-Displays im Detail. (©Motorola/ Lenovo 2016)

Ein paar Abstriche

Neben dem beeindruckend stabilen Display müssen beim Motorola Moto X Force leider auch ein paar Abstriche gemacht werden. Ein ziemlich praktisches Feature fehlt dem Flaggschiff nämlich und das ist der Fingerabdrucksensor. Während andere High-End-Geräte einen solchen mittlerweile serienmäßig besitzen, lässt sich das X Force leider noch nicht per Fingerabdruck entsperren. Warum der Hersteller auf das extrem praktische Hilfsmittel verzichtet, ist nicht ganz klar. Vielleicht hängt das ja mit der auf Stabilität ausgerichteten Bauweise des Smartphones zusammen, bei der ein solcher Sensor eine Schwachstelle geboten hätte. Schade ist sein Fehlen bei einem Smartphone, welches fast 700 Euro kostet, auf jeden Fall.

Fazit: Ein robustes Flaggschiff

Das Moto X Force ist definitiv ein ganz besonderes Smartphone. Das bruchsichere Display namens Shatter Shield hält, was der Hersteller verspricht und das ist im Vergleich zu anderen Smartphones schon eine Menge. Das besondere Display ist auch das Hauptverkaufsargument, mit dem das Moto X Force angeboten wird. Komplett unzerstörbar ist das Gerät natürlich nicht. Die Stabilität ist jedoch für ein Smartphone absolut beeindruckend. Das bedeutet aber nicht, dass das Moto X Force ansonsten schlecht wäre. Im Gegenteil: Was Leistung und Performance angeht, offenbarte sich das Smartphone im Test als wahres Flaggschiff und mit Android 6 läuft mittlerweile auch die aktuellste Software darauf.

Größere Abstriche gibt es allenfalls für den fehlenden Fingerabdrucksensor – quasi das einzige Premium-Feature, das beim Moto X Force nicht an Bord ist. Hier müssen Käufer also wählen, ob ihnen das ultrastabile Display diesen Aufpreis wert ist.

Meinung des Autors
Als das Testgerät des Moto X Force bei uns eingetroffen war, avancierte es einen ganzen Tag lang zum Star in der Redaktion. Wann kann man schon mal ein 700 Euro teures Smartphone auf den Boden fallen lassen? Dieses durchaus ungewohnte Gefühl wollte natürlich jeder einmal erleben. Dass so etwas mittlerweile möglich ist, finde ich cool. Natürlich ist auch das Moto X Force nicht dazu gedacht, durch die Gegend geworfen zu werden. Allein die Tatsache, dass das Smartphone beim normalen Aus-der-Hand-gleiten nicht gleich zu Bruch geht, ist aber beeindruckend und wirklich mal eine sinnvolle Neuerung. Ich würde mich freuen, wenn das Shatter Shield in Zukunft auch in andere Smartphones Einzug hält. Dazu darf es dann allerdings gerne auch einen Fingerabdrucksensor geben. Der fehlt beim Moto X Force nämlich, was für ein High-End-Gerät im Jahre 2016 schon ein wenig schade ist. Wer damit leben kann, bekommt mit dem Motorola-Smartphone insgesamt trotzdem ein wirklich rundes Gerät.
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