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Motorola One Hyper im Test: Topmodell der Mittelklasse

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Das Motorola One Hyper macht nicht nur durch die 64-Megapixel-Kamera auf sich aufmerksam.

Das Motorola One Hyper möchte die Handy-Mittelklasse mit einer besonderen Ausstattung bereichern. So gibt es eine 64-Megapixel-Hauptkamera, eine Pop-up-Selfie-Cam und 27-Watt-Schnellladen. Ob das Motorola One Hyper auch in der Praxis überzeugt, haben wir im Test geprüft.

Design: Zum Glück keine Kerbe

Das Motorola One Hyper verzichtet auf eine Kerbe im 6,5 Zoll großen Display. Die Selfie-Kamera muss dank Pop-up-Mechanismus schließlich nicht im Bildschirm unterkommen, sondern kann oben aus dem Gehäuse herausfahren. Das ist super, denn so werden die Bildschirminhalte nicht von einem Loch unterbrochen und außerdem fällt der Rahmen des Handys recht dünn aus.

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Das Motorola One Hyper verzichtet auf eine lästige Kerbe im Display.

Pop-up-Kameras sind relativ selten, vor allem das OnePlus 7 Pro und das 7T Pro haben sich dadurch einen Namen gemacht. Auch das günstigere Huawei P Smart Z hat eine motorisiert herausfahrende Kamera.

Eine Besonderheit ist auch das Design der Plastik-Rückseite. Eine ovale Kuppel steht ein gutes Stück aus dem Gehäuse heraus und beherbergt zwei Kameras. Ein farblicher Streifen führt unten zu jenen Kameras, oben ragt der Streifen aus dem Gehäuse heraus und schließt optisch mit der Pop-up-Kamera ab. Der LED-Blitz ist derweil links neben der Kuppel angebracht. Ich finde das Design etwas überladen. Hätten sich der Streifen und die Kamera auf derselben Ebene befunden, gefiele es mir besser. Aber es ist recht eigenständig und insgesamt trotzdem schick.

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Der Fingerabdrucksensor ist von einem LED-Ring für Benachrichtigungen umgeben.

Davon abgesehen ist auf der Rückseite ein herkömmlicher Fingerabdrucksensor angebracht, der von einem LED-Ring umgeben ist. Dieser leuchtet, um auf Benachrichtigungen aufmerksam zu machen. Die Kunststoff-Rückseite ahmt den optischen Effekt von neueren Flaggschiffen mit farbiger Glasrückseite nach – unser "Deepsea Blue"-Modell spiegelt das Licht in "tiefseeblauer" Farbe.

Fazit: Eine Pop-up-Kamera ist stets ein erfreulicher Anblick und sorgt für ein Display mit dünnem Rahmen ohne lästige Löcher. Das Kamera-Design auf der Rückseite hätte etwas minimalistischer ausfallen dürfen, ist aber immerhin eigenständig.

Technik, Ausstattung und Software: Gehobene Mittelklasse

Der verbaute Prozessor Snapdragon 675 ist ein recht starker Mittelklasse-Chip. Seine Leistung liegt zwischen jener der einstigen Flaggschiff-Prozessoren Snapdragon 835 und Snapdragon 845. Als Arbeitsspeicher kommen 4 GB zum Einsatz. Das ist eher das Minimum, aber ausreichend. Mehr Arbeitsspeicher hätten die Multitasking-Leistung verbessert.

Im Alltag lässt sich das Smartphone zügig bedienen und Apps starten schnell. Die meisten Spiele kann der Chip flüssig darstellen. Nur bei anspruchsvolleren Games wie "Sonic Forces" reicht es nicht für die höchsten Einstellungen und mit Grafikbomben wie "Asphalt 9: Legends" ist die Grafikeinheit etwas überfordert.

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Zumindest für das trübe Hamburger Januar-Wetter strahlt das Display hell genug.

Das Display misst 6,5 Zoll, setzt auf die IPS-Technologie und löst mit 2.340 x 1.080 Pixeln auf. Subjektiv sieht das Display gut und im "natürlichen" Modus einigermaßen farbtreu aus. Aufgrund des trüben Wetters können wir die Sonnentauglichkeit nicht abschließend beurteilen.

Schließlich wäre auch das mitgelieferte 27-Watt-Schnelllade-Netzteil zu erwähnen. Es befüllt den Akku im Test sehr rasant wieder mit Energie, laut Hersteller genügen 10 Minuten sogar für 10 Stunden Laufzeit. Der Unterschied zum 15-Watt-Netzteil meines Galaxy Note 9 fällt stark auf. Außerdem hält der Akku lange durch, bis zu zwei Tage sind durchaus drin. Ansonsten ist die Ausstattung klassenüblich: Ein 128 GB großer, erweiterbarer interner Speicher, Dual-SIM, ac-WLAN und Bluetooth 5.0.

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Das mitgelieferte Schnelllade-Netzteil ist ein echter Vorzug.
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Dank 27 Watt lädt der Akku rasant auf.
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Was die Software angeht, setzt das Motorola One Hyper auf ein durch eigene Apps ergänztes reines Android. Wie der Name schon sagt, gehört das Handy zum "Android One"-Programm, von daher sind zwei Jahre Systemupdates und drei Jahre Sicherheitsupdates garantiert.

Zu den eigenen Apps zählen Dolby Audio für entsprechende Soundeffekte mit Kopfhörer oder Lautsprecher, die Kamera-App (dazu unten mehr) sowie die App "Moto", welche Einstellungen für die " Moto Action" genannte Gestensteuerung enthält. Diese funktioniert wie gewohnt sehr gut. Das Smartphone wird dabei nicht durch die drei Buttons unten gesteuert, sondern durch Wischgesten von den Bildschirmrändern aus.

Fazit: Dank eines schnellen Prozessors und 27-Watt-Schnelladen weiß das Motorola One Hyper in der Mittelklasse positiv auf sich aufmerksam zu machen.

Kameras und Audio: Sind 64 Megapixel besser?

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Normalerweise werden bei Fotos mit der 64-Megapixel-Hauptkamera vier Pixel zu einem zusammengefügt.

64 Megapixel klingen vielleicht zunächst nach einer unnötig hohen Auflösung, vor allem für eine Handy-Kamera. Obwohl es möglich ist, besteht die Idee aber nicht darin, Fotos in voller Auflösung zu knipsen. Vielmehr kommt normalerweise die "Quad-Pixel-Technologie" zum Einsatz, die vier Pixel zu einem zusammenlegt. So sollen die Lichtempfindlichkeit erhöht und das Bildrauschen bei schwachem Licht vermieden werden.

Und das funktioniert auch, kein Rauschen in Sicht. Allerdings sind Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen nun verwaschen. Das Ergebnis ist beiden Fällen ein Detailverlust. Der Nachtmodus holt allerdings noch einmal spürbar mehr heraus, dabei muss der Nutzer das Handy ein paar Sekunden ruhig halten. Ergebnis sind klare und detailreiche Aufnahmen bei wenig Licht, etwa in der Dämmerung oder in mäßig beleuchteten Innenräumen. Es empfiehlt sich, in solchen Fällen stets den Nachtmodus einzusetzen – praktischerweise rät eine künstliche Intelligenz bei aktivierter "Szenenoptimierung" automatisch dazu.

Bei annehmbaren Lichtverhältnissen knipst die Hauptkamera sehr gute, scharfe Bilder. fullscreen
Bei annehmbaren Lichtverhältnissen knipst die Hauptkamera sehr gute, scharfe Bilder.
Mit voller 64-Megapixel-Auflösung (hier komprimiert) werden Bilder dunkler, aber viel detailreicher aufgenommen. fullscreen
Mit voller 64-Megapixel-Auflösung (hier komprimiert) werden Bilder dunkler, aber viel detailreicher aufgenommen.
Für den manuellen Zoom beim Fotos machen eignen sich Handys mit Telefotokamera besser. fullscreen
Für den manuellen Zoom beim Fotos machen eignen sich Handys mit Telefotokamera besser.
Die 64-Megapixel-Aufnahmen eignen sich für komplexe Motive wie hier das Hamburger Rathaus. fullscreen
Die 64-Megapixel-Aufnahmen eignen sich für komplexe Motive wie hier das Hamburger Rathaus.
Dasselbe Motiv mit Quad-Pixel-Technik wirkt heller und wärmer. fullscreen
Dasselbe Motiv mit Quad-Pixel-Technik wirkt heller und wärmer.
Die Hauptkamera bietet einen guten Kontrastumfang. fullscreen
Die Hauptkamera bietet einen guten Kontrastumfang.
Die Ultraweitwinkelkamera erfordert optimale Lichtverhältnisse, sonst werden die Fotos äußerst verrauscht. fullscreen
Die Ultraweitwinkelkamera erfordert optimale Lichtverhältnisse, sonst werden die Fotos äußerst verrauscht.
Bei geringer Beleuchtung verrauschen Hauptkamera-Aufnahmen zwar nicht, aber sie wirken etwas verwaschen und detailarm. fullscreen
Bei geringer Beleuchtung verrauschen Hauptkamera-Aufnahmen zwar nicht, aber sie wirken etwas verwaschen und detailarm.
Mit aktiviertem Nachtmodus allerdings kehren die Details zurück und das Ergebnis überzeugt. fullscreen
Mit aktiviertem Nachtmodus allerdings kehren die Details zurück und das Ergebnis überzeugt.
Der Hintergrund kann gut vom Motiv abgegrenzt werden. fullscreen
Der Hintergrund kann gut vom Motiv abgegrenzt werden.
Die Abgrenzung von Motiv und Hintergrund für Unschärfeeffekte ist in verschiedenen Abstufungen möglich. fullscreen
Die Abgrenzung von Motiv und Hintergrund für Unschärfeeffekte ist in verschiedenen Abstufungen möglich.
Die Selfie-Kamera macht scharfe, überzeugende Porträtaufnahmen. fullscreen
Die Selfie-Kamera macht scharfe, überzeugende Porträtaufnahmen.
Die Hauptkamera schafft noch bessere Porträtfotos. fullscreen
Die Hauptkamera schafft noch bessere Porträtfotos.
Bei annehmbaren Lichtverhältnissen knipst die Hauptkamera sehr gute, scharfe Bilder.
Mit voller 64-Megapixel-Auflösung (hier komprimiert) werden Bilder dunkler, aber viel detailreicher aufgenommen.
Für den manuellen Zoom beim Fotos machen eignen sich Handys mit Telefotokamera besser.
Die 64-Megapixel-Aufnahmen eignen sich für komplexe Motive wie hier das Hamburger Rathaus.
Dasselbe Motiv mit Quad-Pixel-Technik wirkt heller und wärmer.
Die Hauptkamera bietet einen guten Kontrastumfang.
Die Ultraweitwinkelkamera erfordert optimale Lichtverhältnisse, sonst werden die Fotos äußerst verrauscht.
Bei geringer Beleuchtung verrauschen Hauptkamera-Aufnahmen zwar nicht, aber sie wirken etwas verwaschen und detailarm.
Mit aktiviertem Nachtmodus allerdings kehren die Details zurück und das Ergebnis überzeugt.
Der Hintergrund kann gut vom Motiv abgegrenzt werden.
Die Abgrenzung von Motiv und Hintergrund für Unschärfeeffekte ist in verschiedenen Abstufungen möglich.
Die Selfie-Kamera macht scharfe, überzeugende Porträtaufnahmen.
Die Hauptkamera schafft noch bessere Porträtfotos.

Insgesamt befindet sich die Fotoqualität der optisch stabilisierten 64-Megapixel-Hauptkamera auf gehobenem Mittelklasse-Niveau. Es gibt realistische Farben und einen ordentlichen Kontrast. Alternativ zum Einsatz des Pixel-Zusammenlegens können auch Fotos mit voller 64-Megapixel-Auflösung angefertigt werden. Das empfiehlt sich aber nur bei guten Lichtverhältnissen und komplexen Motiven. Die hochauflösenden Fotos wirken nämlich dunkler – im Grunde nur logisch angesichts der Quad-Pixel-Funktionsweise –, aber sie sind auch äußerst detailliert.

Tatsächlich konnten wir auf unserem Foto der Hamburger Handelskammer so tief hineinzoomen, dass wir Lampen und Pflanzen in den Innenräumen betrachten konnten. Auch ein praktischer Nutzen der Fotos mit enormer Auflösung: So lassen sich nachträglich Bildausschnitte vergrößern und speichern. Im Gegenzug ist das Handy schlecht geeignet, um bereits beim Fotos machen in die Motive hineinzuzoomen. Auf eine Zoom-Kamera musst Du also verzichten.

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Der Grad der Unschärfe lässt sich für Porträtfotos festlegen.

Ein weiterer Einsatzzweck der 64-Megapixel-Kamera sind Porträtfotos. Dank Laser-Autofokus wird das Motiv präzise erfasst und genau vom Hintergrund getrennt. Die Porträtaufnahmen können sich auch wirklich sehen lassen. Das können wir von den Fotos mit der 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera leider nicht behaupten. Diese erfordert sehr gute Lichtverhältnisse, sonst verrauschen die Fotos schnell. Immerhin ist es gut, dass die zweite Kamera zusätzliche kreative Möglichkeiten bereitstellt.

4K-Videos haben eine ordentliche Qualität, leiden aber unter kleinen Erschütterungen, wenn man mit dem Handy herumläuft. Ironischerweise werden sie offenbar durch den optischen Bildstabilisator erzeugt. Eine digitale Videostabilisierung hätte hier entgegenwirken können. Die Selfie-Kamera schließlich löst mit 32 Megapixeln auf. Sie knipst gute, detailreiche Fotos.

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Die Selfie-Kamera fährt bei Bedarf aus dem Gehäuse heraus – allerdings langsamer als beim OnePlus 7T Pro.
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Selfies wissen qualitativ zu überzeugen.
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Der Mono-Lautsprecher liefert einen klaren Klang, der laut genug wird. Bei höherer Lautstärke übersteuert er allerdings und Bass ist nicht vorhanden. Wer noch ein kabelgebundenes Headset verwendet, freut sich über den Klinkenanschluss.

Fazit: Die 64-Megapixel-Hauptkamera knipst Fotos mit guter Bildqualität. Sie hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, ohne niedriger aufgelöste Flaggschiff-Kameras wie jene des Galaxy S10 zu übertreffen. Auch die Selfie-Kamera überzeugt, die Ultraweitwinkel-Kamera versagt jedoch zu schnell bei wenig Licht.

Fazit und Alternativen: Rundum gutes Angebot

Bei den Motorola-Smartphones, die ich 2019 getestet hatte, konnte stets ein Feature nicht voll überzeugen oder es hat etwas gefehlt. Das Moto G8 Plus hatte etwa ein arg blaustichiges Display und keine optische Bildstabilisierung. Das Motorola One Action sparte bei der Laufzeit. Das Motorola One Hyper hingegen ist ein, bis auf Kleinigkeiten, rundum guter Vertreter der Mittelklasse. Das Smartphone hat ein insgesamt schickes Design, eine gute Leistung, eine gute Kamera und eine gute Laufzeit. Für 300 Euro kannst Du da nichts falsch machen.

Das Motorola One Hyper übertrifft das Galaxy A50 und das Galaxy A70 durch bessere Kameras und eine höhere Leistung, wenn es auch kein OLED-Display besitzt. Auf dem Papier könnte das Xiaomi Mi 9 Lite dem One Hyper ungefähr ebenbürtig sein, ein Vorzug ist dessen OLED-Display. Wir hatten es allerdings nicht im Test.

Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Design

+ Leistung

+ Haupt- und Selfiekamera

+ Laufzeit

+ 27-Watt-Schnellladen

- Bildqualität der Ultraweitwinkelkamera

- kein Stereo-Lautsprecher

- kein OLED-Bildschirm

 

Motorola One Hyper
Motorola One Hyper
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Preis (UVP)
    299 Euro
  • Release
    Januar 2020
  • Farben
    Deepsea Blue, Fresh Orchid
  • Lieferumfang
    Smartphone, Schnellladeadapter, In-Ear-Headset, USB-C-Datenkabel, Steckplatzwerkzeug, Kurzanleitung
  • Display-Größe
    6,5 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    2340 x 1080 Pixel, IPS
  • Prozessor
    Qualcomm Snapdragon 675
  • Arbeitsspeicher
    4 GB RAM
  • Speicherkapazität
    128 GB (erweiterbar per MicroSD)
  • Betriebssystem
    Android 10.0 (Stand: Januar 2020)
  • Kameras
    Frontkamera (32 MP) und Triple-Rückkamera (64 + 8 MP)
  • SIM-Karten-Format
    Nano-SIM, Dual-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    USB-Typ-C, Kopfhörer
  • Akkukapazität
    4000 mAh
  • Besondere Merkmale
    Pop-up-Kamera, 27-Watt-Schnellladen
TURN ON Score:
4,3von 5
  • Akkuleistung
    4,5
  • Design
    4,0
  • Preis-Leistung
    5,0
  • Hardware
    4,0
  • Ausstattung
    4,0
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