menu

Motorola One Zoom Test: Das Pro-Modell der Mittelklasse

Motorola One Zoom Cover
Auffälligstes Merkmal und zugleich Verkaufsargument des Motorola One Zoom ist die Quad-Kamera auf der Rückseite.

Ein Gehäuse aus Glas und Metall, gleich vier Kameras auf der Rückseite – das Motorola One Zoom ist auf den ersten Blick mehr High-End als Mittelklasse. Dabei ist das Smartphone schon ab 430 Euro zu haben. Hat Hersteller Lenovo also unter der Haube den Rotstift angesetzt? Der Test verrät es.

Design: Edler Look

Das Motorola One Zoom fühlt sich wertig an – und sieht auch so aus. Dafür sorgt vor allem das dunkle Grau-Metallic-Finish unseres Testmodells. Der Mix aus Glas und Metall sieht hübsch aus und das Handy liegt gut in der Hand. Die Verarbeitung ist gelungen. Mit 190 Gramm ist das Modell merklich schwerer als einige Konkurrenten wie das Galaxy Note 10. Es wiegt lediglich 6 Gramm weniger als das 0,4 Zoll größere Galaxy Note 10+. Aber man kann das auch als Pluspunkt ansehen. Gibt es mir doch das Gefühl, ein wertig produziertes Telefon in der Hand zu haben.

Motorola One Zoom Kameramodul fullscreen
Dank Grau-Metallic-Finish und einem Gehäuse aus Metall und Glas wirkt das Smartphone wertig.
Motorola One Zoom Notch fullscreen
Lenovo setzt diesmal auf die Wassertropfen-Notch.
Motorola One Zoom Kameramodul
Motorola One Zoom Notch

Mir gefällt ebenfalls die auf ein Minimum reduzierte Wassertropfen-Notch des Zoom. Ein Novum bei der Motorola-One-Serie. Deren Smartphones bieten bisher entweder eine Punch-Hole-Kamera am linken Bildschirmrand oder eine breitere Standard-Notch. Mit 6,4 Zoll ist das Smartphone außerdem der größte Vertreter der Modellreihe. Das Seitenverhältnis ist das klassische(re) 19:9 und nicht das Kino-Format 21:9 wie bei den Schwestermodellen One Vision und One Action. Einen Akzent setzt das leuchtende Motorola-Logo auf der Rückseite, das als Benachrichtigungslampe fungiert.

Fazit: Das One Zoom kann optisch locker mit hochpreisigen Smartphones mithalten.

Display: Das erste OLED der Serie

Wer denkt, Motorola-Hersteller Lenovo hätte nur in die Optik des Zoom investiert, liegt falsch. Das wird bereits beim Bildschirm deutlich. Dabei handelt es sich um ein OLED-Display – wenn auch nur mit Full-HD+-Auflösung (2.340 x 1.080 Pixel). Im Vergleich zu den vorangegangenen IPS-LCD-Displays der Serie bedeutet das ein echtes Upgrade in puncto Farbumfang, Kontrast und Schwarzwerte. Speziell im direkten Vergleich mit dem Vorgänger Motorola One Action fallen die Display-Upgrades in der Praxis deutlich auf.

Motorola One Zoom OLED-Display fullscreen
Das OLED-Display zeigt in der Praxis deutlich mehr Farbe als das One Action (links im Bild).

Auch bei der Helligkeit des Bildschirms bringt das OLED-Display ein deutliches Plus. Eine klar Verbesserung im Vergleich zum One Vision beispielsweise, bei dem im Test der Bildschirm als zu dunkel auffiel. Durch die Entscheidung, auf eine Wassertropfen-Notch in der Mitte des Bildschirms zu setzen, ist außerdem die störende Position der Punch-Hole-Kamera bei Vision und Action weggefallen. Auch hier fährt das Zoom also Pluspunkte ein.

Zum Entsperren befindet sich im Display ein optischer Fingerabdruckscanner, der in der Praxis nur manchmal seinen Dienst verweigert. Nicht alle Schutzfolien sind mit dieser Entsperrmethode kompatibel. Alternativ steht auch Gesichtserkennung via Kamera zur Verfügung. Die ist aber nicht so sicher wie Apples Face ID. Nutzer sollten also eher auf die Klassiker PIN, Muster oder Passwort zurückgreifen.

Fazit: Endlich ein OLED-Display in der One-Reihe. Die Farbintensität des Bildschirms überzeugt nicht zuletzt im direkten Vergleich zum One Action.

Ausstattung: Kein Android One

Überraschenderweise kommt auf dem Zoom nicht Android One zum Einsatz. Dabei war das OS bisher eines der Verkaufsargumente der Motorola-One-Serie. Optisch ist die Benutzeroberfläche des Zoom allerdings kaum von der Android-One-UI zu unterscheiden. Das Wegfallen von Android One bedeutet also offenbar weniger eine andere Nutzererfahrung als einen Verzicht auf die zweijährige Update-Garantie. Ob das ab Werk installierte Android 9 Pie irgendwann auf Android 10 aktualisiert wird, ist folglich ungewiss. Die Sicherheits-Updates befinden sich im Oktober auf dem Stand vom 1. Juli 2019.

Auch beim Rest der Ausstattung hat Lenovo im Vergleich zu One Vision und Action einiges verändert. Hier zum Glück zum Positiven. Als CPU kommt ein Exemplar von Qualcomm zum Einsatz. Der Snapdragon 675 ist ein Mittelklasse-Chip des Herstellers, der wie beim Rest der Modell-Familie auf vier Gigabyte Arbeitsspeicher zugreift. Im Alltag schlägt sich die CPU ordentlich. Auch in den höchsten Grafikeinstellungen laufen "Sonic Forces" und "PUBG" einwandfrei. Bei "Asphalt 9" sind bei maximaler Grafik gelegentliche Ruckler nicht zu übersehen. Der Racer bleibt jedoch spielbar und läuft in den Standardeinstellungen anstandslos.

Motorola One Zoom Gesichtserkennung fullscreen
Auch ohne Android One ist die Benutzeroberfläche des Zoom nahezu identisch mit den anderen Modellen der One-Serie.

Als Speicherkapazität bietet das Zoom 128 GB, die sich per microSD auf bis zu 512 GB erweitern lassen. Glücklicherweise hat Hersteller Lenovo beim Akku noch einmal nachgelegt. Die Kapazität liegt bei 4.000 Milliamperestunden. In der Praxis zeigt sich, dass das Zoom 1,5 Tage bei durchschnittlicher Nutzung mit Foto-Session, Videos schauen, Surfen, Zocken bei maximaler Displayhelligkeit durchhält. Ein besseres Ergebnis als noch beim One Vision. Positiv ist auch die Unterstützung von Fast Charging. Im Lieferumfang legt Lenovo ein 18-Watt-Netzteil bei. Dafür finden Käufer allerdings keine Kopfhörer im Karton.

Fans der Audio-Klinke dürfen sich dennoch freuen, der konventionelle 3,5-mm-Anschluss findet am Zoom direkt neben dem USB-C-Anschluss Platz. Stereo-Lautsprecher fehlen. Der von anderen Modellen der One-Serie bekannte Mono-Lautsprecher leistet jedoch solide Arbeit. Ein Klangwunder darf man aber nicht erwarten.

Motorola One Zoom Audio-Klinke fullscreen
Das Zoom kommt mit Audio-Klinke aber ohne Kopfhörer im Paket.
Motorola One Zoom Lautsprecher fullscreen
Am Smartphone befindet sich lediglich ein Lautsprecher.
Motorola One Zoom Audio-Klinke
Motorola One Zoom Lautsprecher

Fazit: Der Wegfall der Update-Garantie beim Motorola One Zoom ist ein Minuspunkt. Schade, speziell da Lenovo dem Smartphone an vielen Stellen sinnvolle Hardware-Upgrades im Vergleich zu den anderen Vertretern der Serie verpasst hat.

Kameras: Detailreiche Bilder

Das Kameramodul ist nicht nur optisch der Hingucker am Zoom, sondern auch unter der Haube sorgt einiges an Technik für gute Fotos. Satte 48 Megapixel bietet der Sensor der rückseitigen Hauptkamera. Diese hohe Auflösung nutzt das Zoom für die sogenannte Quad-Pixel-Technologie, bei der vier Pixel zusammengelegt werden. Im Ergebnis entstehen dabei 12-MP-Fotos, die jedoch detailreicher ausfallen als bei anderen Kameras. Außerdem ist ein 16-MP-Weitwinkelobjektiv dabei, ein 8-MP-Teleobjektiv und eine Tiefenschärfe-Kamera, die mit 5 MP auflöst.

In der Wassertropfen-Notch an der Vorderseite befindet sich eine 25-MP-Selfiekamera. Videos nimmt die rückseitige Kamera maximal mit 4K-Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Die vorderseitige Linse schafft Full-HD bei 30 Bildern pro Sekunde. Zeitlupe- und Zeitraffer-Aufnahmen sind ebenfalls möglich.

Motorola One Zoom Foto fullscreen
Die Kamera macht im Test eine gute Arbeit.
Motorola One Zoom Foto fullscreen
Die Quad-Pixel-Technologie wertet Fotos merklich auf.
Motorola One Zoom Foto
Motorola One Zoom Foto

Die Quad-Pixel-Technologie im Zoom liefert – speziell für die Mittelklasse – gute Ergebnisse ab. Die Fotos sind farbintensiv und kontrastreich. Die Zusammenführung der Pixel sorgt in der Praxis für spürbar bessere Ergebnisse. Selbst Schnappschüsse, die in der Live-Vorschau wenig beeindrucken, überzeugen als fertiges Ergebnis in der Galerie. Je nach Lichtverhältnissen variiert die Farbintensität zwar gelegentlich, durchschnittlich liefert das Kameramodul jedoch gute Ergebnisse.

Motorola One Zoom Testfoto fullscreen
Der digitale Bokeh-Effekt im Zoom funktioniert gut.
Motorola One Zoom Testfoto fullscreen
Die HDR-Unterstützung sorgt für detailreiche Bilder.
Motorola One Zoom Testfoto fullscreen
Ultraweitwinkel
Motorola One Zoom Testfoto fullscreen
Weitwinkel (Standard)
Motorola One Zoom Testfoto fullscreen
Teleobjektiv
Motorola One Zoom Testfoto fullscreen
Die Kontrastintensität überzeugt.
Motorola One Zoom Testfoto fullscreen
Auch die Selfie-Kamera liefert im Test gute Ergebnisse.
Motorola One Zoom Testfoto fullscreen
Ultraweitwinkel
Motorola One Zoom Testfoto fullscreen
Speziell für ein Mittelklasse-Smartphone liefert die Kamera des Zoom detailreiche Bilder.
Motorola One Zoom Testfoto fullscreen
Ein Foto ohne Nachtsicht.
Motorola One Zoom Testfoto fullscreen
Und mit aktivem Nachtmodus.
Motorola One Zoom Testfoto fullscreen
Die Selfie-Kamera bietet keine Nachtsicht. Dafür aber einen Bildschirmblitz der Licht ins Dunkel bringt.
Motorola One Zoom Testfoto
Motorola One Zoom Testfoto
Motorola One Zoom Testfoto
Motorola One Zoom Testfoto
Motorola One Zoom Testfoto
Motorola One Zoom Testfoto
Motorola One Zoom Testfoto
Motorola One Zoom Testfoto
Motorola One Zoom Testfoto
Motorola One Zoom Testfoto
Motorola One Zoom Testfoto
Motorola One Zoom Testfoto

Das gilt auch für einige der Effekte, die auf dem Zoom zur Auswahl stehen. So bietet das Handy mehrere Filter im Porträt-Modus, die nicht in der Live-Ansicht, sondern erst als fertiges Foto in der Galerie ihr Geheimnis offenbaren. Gut funktioniert der Unschärfe-Effekt, der das vordergründige Motiv scharf und den Hintergrund weich zeichnet.

Genauso überzeugt der Nachtsicht-Modus. Der holt auch am späten Abend noch einiges aus lichtarmen Szenen heraus. Gestochen scharfe Bilder darf man bei schlechter Sicht aber nicht erwarten. Außerdem bietet nur die rückseitige Kamera diesen Modus. An der Front lassen sich Selfies im Dunkeln nur mittels Bildschirm-Blitz aufhellen.

Fazit: Die Quad-Kamera ist das Verkaufsargument des Zoom und überzeugt im Test. Als überraschend gut erwies sich der Nachtsicht-Modus.

Fazit: Wenn Android One noch wäre

Motorola One Zoom kaufen
Das Motorola One Zoom kannst Du bei SATURN kaufen.

Das Motorola One Zoom überzeugt im Test durch sinnvolle Hardware-Upgrades bei Akku und Prozessor im Vergleich zum One Vision und Action. Außerdem ist die gute Kamera ein zentrales Argument, dass das One Zoom zu einem überzeugenden Modell der Mittelklasse macht.

Definitiv ein Nachteil ist der Wegfall von Android One. Dadurch besitzt das Smartphone keine Update-Garantie. Das trübt die Freude über die gute Hardware.

Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ OLED-Display - kein Android One
+ Design und Verarbeitung - gelegentliche Ruckler bei grafikintensiven Spielen
+ Gute Fotoqualität

Motorola One Zoom: Die Alternativen

Wer auf Android One nicht verzichten möchte und trotzdem eine ähnlich gute Kamera will, kann einen Blick auf das Motorola One Vision für rund 290 Euro werfen. Allerdings hat der weniger überzeugende IPS-Bildschirm des Smartphones das noch wenig verbreitete 21:9-Seitenverhältnis, für das nicht alle Apps optimiert sind.

Alternativen gibt es von Samsung. Das Galaxy A50 und A70 kosten 280 Euro beziehungsweise 350 Euro, sind ähnlich groß und bringen auch ein (AM-)OLED-Display mit. Die Kameras sind aber nicht ganz so gut. Erwähnenswert sind auch das Pocophone F1 und das Mi 8 von Xiaomi. Diese Smartphones sind noch ein wenig günstiger und haben leistungsfähigere Prozessoren, aber eine gewöhnungsbedürftige Software mit gewissen Abstrichen.

Das sagt Annika:
Die Kameras des Motorola One Zoom machen Spaß. Dank der Quad-Pixel-Technologie lassen sich tolle Fotos aus dem Smartphone herausholen. Wäre jetzt noch Android One im Paket enthalten, könnte sich das Zoom lange an der Spitze der Mittelklasse-Sparte behaupten.
Motorola One Zoom
Motorola One Zoom
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Preis (UVP)
    430 Euro
  • Release
    5. September 2019
  • Farben
    Electric Gray, Cosmic Purple, Brushed Bronze
  • Lieferumfang
    Smartphone, 18-Watt-Ladegerät, Steckplatzwerkzeug, Kurzanleitung
  • Display-Größe
    6,4 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    2.340 x 1.080 Pixel, OLED
  • Prozessor
    Qualcomm Snapdragon 675
  • Arbeitsspeicher
    4 GB RAM
  • Speicherkapazität
    128 GB (erweiterbar per MicroSD)
  • Betriebssystem
    Android 9.0 Pie (Stand: Oktober 2019)
  • Kameras
    Frontkamera (25 MP) und Quad-Rückkamera (48 + 16 + 8 + 5 MP)
  • SIM-Karten-Format
    Nano-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    USB-Typ-C, Kopfhörer
  • Akkukapazität
    4.000 mAh
  • Besondere Merkmale
    Leuchtendes Motorola-Icon auf der Rückseite
TURN ON Score:
4,1von 5
  • Design
    4,3
  • Preis-Leistung
    3,9
  • Ausstattung
    4,0
Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Neueste Artikel bei Tech

close
Bitte Suchbegriff eingeben