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Nvidia Shield TV Pro im Test: Als Set-Top-Box konkurrenzlos gut

Nvidia Shield TV geht in die dritte Generation.
Nvidia Shield TV geht in die dritte Generation.

Mit der Shield TV Pro bringt Nvidia eine überarbeitete und verbesserte Version seiner Set-Top-Box auf den Markt. Das Ergebnis ist nicht weniger als die ultimative Streaming-Box für Heimkino-Fans. Doch die meisten Nutzer werden die Fähigkeiten der Shield wahrscheinlich nur im Ansatz ausreizen.

Gut zwei Jahre nach dem letzten Refresh seiner Set-Top-Box Shield TV legt Nvidia mit einer neuen Version nach. Die Shield TV Pro ist gewissermaßen der direkte Nachfolger der Shield TV (2017) und ist optisch quasi nicht von seinem Vorgänger zu unterscheiden.

Neuer Prozessor, sonst alles beim Alten

Auch im Inneren bleibt fast alles beim Alten. So gibt es immer noch einen Arbeitsspeicher von 3 GB sowie einen knapp bemessenen internen Speicher von 16 GB. Zusätzliche Datenträger in Form von Sticks oder Festplatten lassen sich aber je nach Wunsch und Bedarf über zwei USB-Ports auf der Rückseite anschließen.

Ein Upgrade gab es hingegen für den Hauptprozessor. So wurde der Tegra X1 aus dem Vorgänger durch den Tegra X1+ ersetzt. Der neue Chip soll bis zu 25 Prozent mehr Rechenleistung haben und auch einige neue Features ermöglichen, die bislang einfach nicht umsetzbar waren. Dazu aber an anderer Stelle mehr.

Endlich eine neue Fernbedienung

Abgesehen davon gibt es die größten optischen und technischen Veränderungen im Vergleich zum Vorgänger wohl bei der Fernbedienung zu vermelden. Die ist nun deutlich größer, kommt mit austauschbaren AAA-Batterien daher und bietet sehr viel mehr Tasten als die ursprüngliche Shield-Fernbedienung. So gibt es unter anderem eine Menütaste, eine Netflix-Taste und dedizierte Buttons für Wiedergabe, Pausieren, sowie Vor- und Zurückspulen.

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Die neue Fernbedienung ist ein klares Zugeständnis an die Kritiker der alten Shield-Box.

Insgesamt scheint sich Nvidia bei der Fernbedienung das Feedback der Nutzer wirklich zu Herzen genommen zu haben. Die neue Version weiß deutlich besser zu gefallen als die alte, der zu kleine Akku ist endlich kein Problem mehr und auch die Bedienung geht wesentlich intuitiver von der Hand.

Immer noch die beste Set-Top-Box für Heimkino-Enthusiasten

Grundsätzlich hat sich auch bei Inhalten und Features nicht viel geändert. Dank des Betriebssystems Android TV und dem Zugriff auf den Google Play Store bietet die Shield TV Pro eine enorme Bandbreite an Apps. Doch wo bei Apple TV und Fire TV Schluss ist, fängt die Shield erst an:

Wem das Standard-App-Portfolio nicht ausreicht, der hat auch die Möglichkeit, weitere Software per Sideload auf die Box zu bringen. Wie schon die Vorgänger, kann auch die Shield TV Pro zudem nicht nur als Client, sondern sogar als Server für Plex genutzt werden.

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Das Angebot an Apps, Diensten und Features ist riesig.

Dank Apps wie Kodi kann das Gerät in Bezug auf Medien-Streams aus dem Netz zudem so ziemlich alles verarbeiten und wer unbedingt möchte, hat theoretisch sogar die Möglichkeit, einen externen Tuner für Kabel oder DVB-T mit der Shield zu nutzen.

Als würde das noch nicht reichen, gibt es auch noch einen eingebauten Chromecast, mit dem sich Apps von Smartphone, Tablet oder Computer auf dem TV spiegeln lassen. Kurz gesagt: Es gibt fast nichts, was mit der Shield TV Pro nicht geht.

Die Frage ist daher eher, ob man als Nutzer überhaupt alle diese Möglichkeiten braucht. Um nämlich am Ende einfach nur Netflix, Amazon Video und YouTube zu streamen, ist die Shield TV Pro fast schon ein wenig zu viel des Guten.

Das KI-Upscaling ist beeindruckend

Vermutlich weiß auch Nvidia, dass die meisten Nutzer mit der Netflix-App auf ihrem Smart-TV oder einem Fire-TV-Stick ausreichend bedient sind und hat für die Shield TV (2019) und die Shield TV Pro daher ein neues Feature im Angebot, dass die Konkurrenz bislang nicht zu bieten hat. Die Rede ist von KI-Upscaling.

Dabei handelt es sich um einen Algorithmus zum Hochrechnen von Full-HD-Material auf Ultra-HD-Auflösung, der die Fähigkeiten der meisten herkömmlichen Upscaling-Technologien bei übersteigt. Tatsächlich schafft es Nvidia mithilfe der Funktion, aus einem Full-HD-Bild ein hochskaliertes UHD-Bild zu schaffen, dass einem nativen Bild in 3840 x 2160 Pixeln erstaunlich nahekommt.

Richtig cool ist, dass Nvidia dafür in der Software der Shield TV Pro (und der Shield TV 2019) sogar eine Art Demo-Modus integriert hat, mit der sich das Upscaling über einen Schieberegler in Echtzeit über den laufenden Film legen und wieder entfernen lässt. Auf diese Weise kann man als Nutzer direkt sehen, wozu das KI-Upscaling fähig ist.

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Die kleine Box hat erstaunlich viel Rechenpower an Bord.

Da es bei Netflix und Co. immer noch viele Inhalte gibt, die nicht in UHD verfügbar sind, sondern nur in Full-HD, könnte das aufwendige Upscaling von Nvidia für Heimkino-Fans durchaus ein Grund sein, sich die neuen Shield-Modelle einmal näher anzuschauen.

Dolby Vision und Dolby Atmos runden das Paket ab

Um das ganze Heimkino-Paket vollends abzurunden, hat der Hersteller für die neue Version der Shield endlich auch die neuesten Audio- und Video-Formate von Dolby lizenziert. Mit Dolby Atmos spielt die Box bei der Soundwiedergabe in der obersten Liga und mit Dolby Vision wird neben HDR10 endlich ein weiteres HDR-Format unterstützt. Leider fehlt aber weiterhin der Support für HDR10+.

Cloud-Gaming als Killer-Feature

Wer sich mit den Shield-Produkten von Nvidia ein wenig auskennt, der weiß, dass es noch einen anderen Grund gibt, der für den Kauf einer solchen Box sehr relevant sein kann: Cloud Gaming. Die Shield TV Pro unterstützt, ebenso wie alle anderen Shield-TV-Modelle, den Dienst GeForce Now. Dieser streamt PC-Spiele von Steam, Uplay oder Epic in Echtzeit über die Box auf den TV-Bildschirm und ist in dieser Hinsicht eine echte Alternative zum kommenden Google Stadia oder xCloud von Microsoft.

Mit GeForce Now und der Frage, ob die Shield TV Pro vielleicht eine Konkurrenz zu PlayStation oder Xbox sein kann, wird sich mein Kollege Meru allerdings in einem separaten Artikel auseinandersetzen.

Fazit: Eine geniale Box, die viele Nutzer nicht brauchen

In der nunmehr dritten Generation ist die Shield TV besser denn je. Seit viereinhalb Jahren hat Nvidia seine Streaming-Maschine reifen lassen und mit neuen Soft- und Hardware-Features sinnvoll erweitert. In diversen (vornehmlich englischsprachigen) Internetforen versammelt sich zudem eine begeisterte Fan- und Entwickler-Gemeinde und tauscht Tipps und Tricks zu den umfassenden Nutzungsmöglichkeiten der Shield aus.

Wahr ist aber auch, dass die meisten Nutzer eine Streaming-Box dieses Kalibers schlicht nicht brauchen. Wer einfach nur Netflix oder YouTube schauen will, dürfte mit den Apps seines Smart-TVs oder mit einem Chromecast bestens bedient sein. Die Notwendigkeit, mehrere Hundert Euro für eine Set-Top-Box auszugeben – und sei sie noch so toll – besteht dann nicht wirklich.

Wer dennoch Lust auf die Feature-Vielfalt hat, ist wahrscheinlich in neun von zehn Fällen mit der günstigeren Nvidia Shield TV (2019) besser bedient als mit der Pro-Version. Shield-Veteranen, die auf die Unterstützung von Dolby Vision und Dolby Atmos gewartet haben, können so oder so mal einen Blick riskieren.

Nvidia Shield TV Pro (2019)
Nvidia Shield TV Pro (2019)
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Streaming-Gerät
  • Preis (UVP)
    219,99 Euro
  • Release
    28. Oktober 2019
  • Farben
    Schwarz
  • Lieferumfang
    Nvidia Shield TV Pro, Shield TV-Fernbedienung, Netzteil, Kurzanleitung
  • Arbeitsspeicher
    3 GB RAM
  • Speicherkapazität
    16 GB (erweiterbar via USB)
  • Video-Output
    4K, HDR, 60fps
  • Anschlüsse
    DC-Anschluss, HDMI-Anschluss (HDCP 2.2), Gigabit-Ethernet, 2 x USB 3.0
  • Konnektivität
    WLAN, Ethernet, Bluetooth 4.1, Google Cast
  • Besondere Merkmale
    4K-HDR-Wiedergabe, Game-Streaming via GeForce Now, AI-Upscaling
TURN ON Score:
4,3von 5
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