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OnePlus 7 Pro im Test: Wird Samsung und Huawei gefährlich

Das OnePlus 7 Pro bietet neueste High-End-Technik.
Das OnePlus 7 Pro bietet neueste High-End-Technik.

Das OnePlus 7 Pro ist das erste "Ultra-Premium"-Flaggschiff des Herstellers. Und tatsächlich wird einiges geboten, darunter: Ein schneller Chip, ein geschmeidiges 90-Hz-AMOLED-Display, eine motorisierte Pop-up-Kamera vorne und eine neue Triple-Kamera hinten. Im Test haben wir geprüft, ob das OnePlus 7 Pro nicht nur auf dem Papier überzeugt.

Design: Abschied von der Notch

Das OnePlus 7 Pro zieht die Blicke gleich mit seinem riesigen 6,67-Zoll-Display auf sich. Wer schon ein paar aktuelle Smartphones gesehen hat, der bemerkt schnell, dass etwas "fehlt": Der Bildschirm hat keine sogenannte Notch, keine Kerbe für die Selfiekamera. Diese fährt vielmehr motorisiert aus dem Gehäuse oben heraus, sobald man ein Selfie knipsen möchte – das wirkt sehr futuristisch.

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Ein praktisch randloses Smartphone ohne Notch – hier ist es.

Die Kamera bietet einen praktischen – und ziemlich witzigen – Sicherheitsmechanismus: Bemerkt das Smartphone mithilfe seiner Sensoren, dass es sich im freien Fall befindet, wird die Pop-up-Kamera automatisch schnell eingezogen und verschwindet im Gehäuse. Natürlich hat TURN-ON-Kollege Alexander mich gleich dazu angestiftet, einen riskanten Test des Features durchzuführen. Ich habe also das Smartphone ein paar Mal aus einem halben Meter Höhe auf einen gut gepolsterten Stoffhocker fallen lassen – und die Kamera ist verlässlich jedes Mal in Deckung gegangen. Dabei bestätigt ein Hinweis auf dem Display die Rettungsaktion.

Nimmt man das große Handy mit Schutzglas vorne und hinten sowie einem stabilen Metallrahmen in die Hand, fällt das recht hohe Gewicht von 206 Gramm auf. Oberhalb des Displays ist der Hörer, der auch als einer der beiden Lautsprecher dient, in den Rahmen eingelassen. Der andere Lautsprecher steckt in der Unterseite des Gehäuses. Einen Kopfhöreranschluss gibt es nicht, dafür ist wieder der Schalter oberhalb des Powerbuttons an der rechten Seite zur Stelle, mit dem man das Handy muten oder auf Vibration schalten kann.

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Die von Gorilla Glass 5 bedeckte Rückseite spiegelt nicht ganz so sehr wie etwa jene des Huawei P30.

Wie der Bildschirm ist die Glasrückseite vom Schutzglas Gorilla Glass 5 bedeckt. Entsprechend dem aktuellen Designtrend setzt die Rückseite auf einen spiegelnden Farbverlauf, bei unserem "Nebula Blue"-Modell geht Blau in Lila über. Alternativ sind das graue "Mirror Gray" und das hellbraune "Almond" erhältlich. Die Farben spiegeln zurückhaltender als etwa beim Huawei P30 – was einem mehr liegt, ist Geschmackssache. Die Triple-Kamera ragt ein wenig aus dem Gehäuse heraus, darunter schimmert das silberne OnePlus-Logo. Einen Fingerabdrucksensor könnten manche hinten vermissen – der steckt nämlich unter dem Display.

Fazit: Design und Verarbeitung lassen keine Wünsche offen. Das praktisch randlose Display verzichtet dank der motorisierten Pop-up-Kamera auf eine Notch, so werden Inhalte lückenlos dargestellt.

Display: Scharf, geschmeidig – aber etwas dunkel

Das 6,67 Zoll große AMOLED-Display bietet eine scharfe QHD+-Auflösung von 3.120 x 1.440 Pixeln. Bei der Größe kann man den Vorteil im Vergleich zu FHD+ durchaus sehen, insbesondere Medieninhalte wie Spiele und Filme werden noch brillanter dargestellt. Neben sRGB deckt der Bildschirm auch den für Filme relevanten P3-Farbraum ab. Soweit sprechen die Daten für ein sehr gutes Flaggschiff-Display auf dem Niveau des Galaxy-S10-Plus-Pendants. Doch das OnePlus 7 Pro hat noch ein Ass im Ärmel.

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Dank der Bildwiederholrate von 90 Hz lässt sich das OnePlus 7 Pro geschmeidiger bedienen als fast alle Konkurrenten.

Das Display läuft auf Wunsch nicht mit den üblichen 60 Hertz, sondern mit 90 Hertz. Das heißt, dass Bewegungen mithilfe von 90 aufeinanderfolgenden Bildern pro Sekunde dargestellt werden statt nur mit 60. Bislang gibt es nur ein Smartphone mit einem 90-Hz-AMOLED-Display auf dem Markt, nämlich das Asus ROG Phone. Bald erscheint mit dem Nubia Red Magic 3 das Nächste. Allerdings liegt das OnePlus 7 Pro im Vergleich zu den Konkurrenten bei der Auflösung klar vorne – und das ältere ROG Phone ist in Deutschland kaum zu bekommen. Das Razer Phone 2 läuft zwar sogar mit 120 Hz, begnügt sich aber mit einem IPS-Display.

Was bringt das? Tatsächlich sehr viel. Ich habe parallel das Galaxy Tab S4 mit einem 60-Hz-AMOLED-Display mit denselben Inhalten ausprobiert – und der 90-Hz-Screen sorgt für eine viel geschmeidigere Darstellung. Es ist also weder bloße Werbung ("Fluid AMOLED Display"), noch ein Gimmick, sondern der Vorteil ist seh- und spürbar. Websites lassen sich zum Beispiel butterweich scrollen, wobei im Vergleich das Ruckeln und Stottern des 60-Hz-Screens ins Auge springt. Games müssen entsprechend viele Bilder pro Sekunde erreichen, um die 90 Hz voll ausnutzen zu können.

Vielen Handy-Nutzern, die einfach nur täglich ihre Mails und WhatsApp checken, vielleicht mal auf Google Maps das nächste Restaurant suchen, wird der Vorteil recht egal sein. Aber für sie ist das OnePlus 7 Pro auch nicht gemacht. Es ist ein Smartphone für anspruchsvolle Tech-Nerds. Man darf hoffen, dass andere Hersteller die Technologie – die ohnehin in Zusammenarbeit mit Samsung entstanden ist – übernehmen werden.

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Das Display lässt sich zwar noch in der Sonne ablesen, aber bei anderen Flaggschiffen fällt das leichter.

Beim Medienkonsum wirkt das Display in höchstem Maße beeindruckend. Selbst ältere Games wie "Lara Croft: Relic Run" erstrahlen in neuem Glanze, bei HDR-Videos klappt dem Betrachter die Kinnlade dann endgültig herunter und bleibt dort eine Weile. Es ist endlich einmal alles Gold, was glänzt – aber leider glänzt es nicht allzu hell: Die Maximalhelligkeit des Displays fällt im Vergleich zur Flaggschiff-Konkurrenz ab. So lassen sich zwar selbst bei direkter Sonneneinstrahlung die Inhalte noch auf dem spiegelnden Display erkennen, aber bei anderen Smartphones wie dem Huawei P30 fällt dies deutlich leichter.

Der optische In-Display-Fingerabdrucksensor – quasi ein Kamerasensor unter dem Bildschirm – funktioniert schneller und zuverlässiger als beim OnePlus 6T. Trotzdem klappt das Entsperren mit einem herkömmlichen kapazitiven Sensor noch verlässlicher, obendrein ist dieser sicherer. Schade, dass die weniger fortschrittlichen optischen Sensoren die neueste Mode sind, aber da zieht OnePlus letztlich nur mit.

Fazit: Das große und scharfe AMOLED-Display setzt sich durch die butterweiche 90-Hz-Darstellung positiv von den Konkurrenten ab. Es hätte allerdings für den Einsatz in der Sonne noch etwas heller sein dürfen. Der optische In-Display-Fingerabdruckscanner funktioniert zwar verlässlicher und schneller als bei der Konkurrenz, er ist aber im Vergleich zu herkömmlichen kapazitiven Sensoren weniger fälschungssicher.

Technik: Kompromisslos

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Der Schalter für den Wechsel auf Mute oder Vibration ist wieder mit an Bord.

Für die Leistung ist der aktuelle Flaggschiff-Chip Snapdragon 855 zuständig, der etwa auch im Xiaomi Mi 9 verbaut ist. Je nach gewünschtem Modell stehen ihm 6 GB, 8 GB oder ganze 12 GB LPDDR4X-Arbeitsspeicher zur Seite. Der interne Speicher beträgt wahlweise 128 GB oder 256 GB und setzt auf die brandneue UFS-3.0-Technik. Dabei handelt es sich um die frische Generation des schnellen Handyspeichers und dieser ist bislang nur im sündteuren Galaxy Fold von Samsung anzutreffen – das noch nicht verfügbar ist.

Tatsächlich macht der rasante Speicher einen Unterschied beim alltäglichen Einsatz. Ladezeiten gibt es bei geläufigen Apps wie Kamera, Galerie und YouTube praktisch nicht mehr, Spiele wie "PUBG Mobile" (17 Sekunden), "Lara Croft: Relic Run" (12 Sekunden), "Asphalt 9" (10 Sekunden), "Sonic Forces" (8 Sekunden) und "Asphalt 8" (6 Sekunden) sind in Windeseile komplett bis zum Menü geladen. Die Verbindung zum Server ist hier gegebenenfalls inbegriffen.

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Im Inneren des spiegelnden Gehäuses steckt die aktuell schnellste Smartphone-Technik.

Dank des starken Chips und des schnellen Speichers ergibt sich ein ruckelfreies, absolut flüssiges Gaming-Erlebnis. Eine 10-Schichten-Flüssigkeitskühlung soll dabei für lange Zockersessions eine hohe Framerate garantieren. Wer sich etwa in "PUBG Mobile" einen Vorteil durch Technik verschaffen möchte, bekommt ihn mit dem OnePlus 7 Pro. Schließlich hat der Hersteller einen neuen Vibrationsmotor verbaut, weil das Exemplar des OnePlus 6T einigen Besitzern zu schwach war. Nun lassen sich Vibrationen für Anrufe und Benachrichtigungen in drei Stärken festlegen.

Dank der High-End-Technik ist das OnePlus 7 Pro das bislang schnellste Android-Smartphone überhaupt. Ungeduldige Handynutzer sind hier also an der richtigen Adresse. Der üppige 4.000-mAh-Akku erlaubt zudem eine lange Laufzeit von über einem Arbeitstag. Wer beim Display die Auflösung reduziert und es auf 60 Hz umschaltet, kann noch mehr Energie sparen und schafft ungefähr 1,5 Tage. Wird es doch einmal knapp, lädt das beigelegte "Warp Charge 30"-Netzteil das Smartphone mit 30 Watt in kürzester Zeit wieder auf, wobei kabelloses Laden leider nicht unterstützt wird.

Fazit: Das OnePlus 7 Pro ist das aktuell leistungsstärkste Android-Smartphone. App-Ladezeiten sind sehr kurz, die neuesten Games laufen mit den höchsten Einstellungen so flüssig wie nie und die Akkulaufzeit weiß ebenso zu überzeugen.

Kameras: Oben angelangt

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Die Pop-up-Kamera fährt verlässlich und schnell aus dem Gehäuse heraus – und fällt das Smartphone zu Boden, flüchtet sie sich in ihre Unterkunft zurück.

Die Hauptkamera mit einem Blendenwert von f/1,6 löst mit 48 Megapixeln auf und bietet sowohl optische als auch elektronische Bildstabilisierung. Auch die 8-Megapixel-Zoomkamera ist optisch stabilisiert. Die Ultra-Weitwinkelkamera löst derweil mit 16 Megapixeln auf und verzichtet auf eine Stabilisierung, was für den Kameratyp auch üblich ist. Die Pop-up-Selfie-Kamera, die bei Gebrauch aus dem Gehäuse oben herausfährt, bietet eine Auflösung von 16 Megapixeln und einen Blendenwert von f/2,0.

Mir hatte die 48-Megapixel-Kamera von Sony bereits im Honor View 20 überaus gut gefallen und auch im OnePlus 7 Pro enttäuscht sie nicht. Die Schärfe der Fotos ist phänomenal, die Farben werden gut getroffen, der Kontrastumfang überzeugt. Leider ist im Gegensatz zum Honor-Smartphone kein 3D-Sensor an Bord, der bei Porträtaufnahmen für eine präzisere Abgrenzung des Motivs vom Hintergrund hätte sorgen können.

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Die 48-Megapixel-Kamera ist optisch stabilisiert und knipst hervorragende Fotos.

Mit der Hauptkamera sind Selfies allerdings ohnehin schwer möglich, denn dafür muss der Abstand zur Kamera mindestens einen halben Meter betragen – Du solltest Dich also mit der Triple-Kamera auf Porträts von anderen Menschen beschränken und für Selfies die Pop-up-Kamera nutzen. Zum Glück ist diese fast sofort einsatzbereit und knipst ordentliche, scharfe Fotos, ungefähr auf dem Niveau einer Mittelklasse-Hauptkamera.

Die Weitwinkelkamera zählt sicher zu den besseren Modellen ihrer Art, die hohe Fotoqualität des 48-Megapixel-Sensors erreicht sie aber nicht. Die Zoomkamera ist die schwächste im Bunde, hier stören vor allem die überschärften Aufnahmen und der geringe Kontrastumfang, was die Fotos recht flach aussehen lässt. Im Vergleich zu einem digitalen Zoom liefert sie aber klar bessere Fotos. Die unterschiedliche Qualität der einzelnen Sensoren bei einer Triple-Kamera ist völlig normal, das ist beim Huawei P30 auch nicht anders.

Die 48-Megapixel-Kamera zählt zu den besten Handykameras. fullscreen
Die 48-Megapixel-Kamera zählt zu den besten Handykameras.
Sie überzeugt bei Schärfe, Detailreichtum, Farbtreue und Kontrastumfang. fullscreen
Sie überzeugt bei Schärfe, Detailreichtum, Farbtreue und Kontrastumfang.
Leider muss die Entfernung zum Motiv bei Hauptkamera-Porträts zu groß sein für gute Selfies. fullscreen
Leider muss die Entfernung zum Motiv bei Hauptkamera-Porträts zu groß sein für gute Selfies.
So eignet sich der Porträtmodus besser für andere Motive. fullscreen
So eignet sich der Porträtmodus besser für andere Motive.
Aufgrund des fehlenden 3D-Sensors werden Motive nicht ganz akkurat vom Hintergrund getrennt (etwa erkennbar am Bischofsstab). fullscreen
Aufgrund des fehlenden 3D-Sensors werden Motive nicht ganz akkurat vom Hintergrund getrennt (etwa erkennbar am Bischofsstab).
Die Weitwinkelkamera gehört zu den besten ihres Fachs – wenn sie auch der 48-MP-Kamera hinterherhinkt (etwa beim Kontrastumfang). fullscreen
Die Weitwinkelkamera gehört zu den besten ihres Fachs – wenn sie auch der 48-MP-Kamera hinterherhinkt (etwa beim Kontrastumfang).
Die Zoomkamera ist zwar die schlechteste Kamera des Trios, aber liefert weit bessere Fotos, als sie mit einem digitalen Zoom möglich wären. fullscreen
Die Zoomkamera ist zwar die schlechteste Kamera des Trios, aber liefert weit bessere Fotos, als sie mit einem digitalen Zoom möglich wären.
Der Nachtmodus liefert zwar ordentliche Ergebnisse, aber hier liegen die Huawei-Flaggschiffe vorne. fullscreen
Der Nachtmodus liefert zwar ordentliche Ergebnisse, aber hier liegen die Huawei-Flaggschiffe vorne.
Die Pop-up-Selfiekamera wird kaum jemanden enttäuschen. fullscreen
Die Pop-up-Selfiekamera wird kaum jemanden enttäuschen.
Die 48-Megapixel-Kamera zählt zu den besten Handykameras.
Sie überzeugt bei Schärfe, Detailreichtum, Farbtreue und Kontrastumfang.
Leider muss die Entfernung zum Motiv bei Hauptkamera-Porträts zu groß sein für gute Selfies.
So eignet sich der Porträtmodus besser für andere Motive.
Aufgrund des fehlenden 3D-Sensors werden Motive nicht ganz akkurat vom Hintergrund getrennt (etwa erkennbar am Bischofsstab).
Die Weitwinkelkamera gehört zu den besten ihres Fachs – wenn sie auch der 48-MP-Kamera hinterherhinkt (etwa beim Kontrastumfang).
Die Zoomkamera ist zwar die schlechteste Kamera des Trios, aber liefert weit bessere Fotos, als sie mit einem digitalen Zoom möglich wären.
Der Nachtmodus liefert zwar ordentliche Ergebnisse, aber hier liegen die Huawei-Flaggschiffe vorne.
Die Pop-up-Selfiekamera wird kaum jemanden enttäuschen.

Die 4K-Videos überzeugen bei Schärfe und Farben, die Stabilisierung funktioniert auch ordentlich. Allerdings bietet das Galaxy S10 eine noch bessere Videostabilisierung und liegt auch insgesamt bei der Videoqualität vorne.

Fazit: Insgesamt ist die Kameraqualität mit jener des Huawei P30 (nicht Pro) vergleichbar und gehört somit zu den besten. Die Pop-up-Selfiekamera macht im Alltag keine Probleme.

Audio: Bombastischer Stereo-Lautsprecher, kein Kopfhöreradapter

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Der Hörer über dem Display dient auch als zweiter Lautsprecher.

Der Stereolautsprecher des OnePlus 7 Pro zählt zu den besten überhaupt. Er spielt klar, sehr laut und kann sogar Bass hörbar wiedergeben. Leider fehlt nicht nur ein Kopfhöreranschluss, sondern OnePlus liefert nicht einmal einen USB-C-zu-Klinke-Adapter mit. Offenbar geht der Hersteller davon aus, dass die meisten Käufer Bluetooth-Kopfhörer nutzen möchten. Nicht jeder mag allerdings den Bluetooth-Klang – ich selbst tue das nicht – und viele haben noch einen Kopfhörer mit Klinkenanschluss zu Hause.

Fazit: Der Stereolautsprecher klingt bombastisch und zählt zu den besten unter den Handy-Speakern. Der fehlende Kopfhöreranschluss ist inzwischen die Norm, aber OnePlus hätte wenigstens einen Adapter beilegen können.

Fazit: OnePlus gehört jetzt zu den Großen

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Mit dem OnePlus 7 Pro ist dem Hersteller der Aufstieg zum Olymp der Android-Smartphone-Macher gelungen.

Das OnePlus 7 Pro zeigt, dass es sich für Hersteller auszahlt, täglich von einer überkritischen Community voller Tech-Nerds unerbittlich genervt zu werden. Bis auf dem Umstand, dass das Display etwas düster für den Einsatz in der Sonne ist, gibt es kaum etwas am ersten "Ultra-Premium"-Flaggschiff der Chinesen auszusetzen.

Der immersive 90-Hz-AMOLED-Bildschirm sorgt zusammen mit dem rasanten Chip, dem revolutionären UFS-3.0-Speicher und einer Tonne RAM für eine geschmeidige Bedienung, einen rasanten App-Start und extrem kurze Ladezeiten. Auch das Gaming funktionierte auf einem Handy noch nie so frei von Frustrationen. Pop-up-Kamera und In-Display-Fingerabdruckensor überzeugen im Alltag und die Triple-Kamera fordert die besten auf dem Markt heraus.

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Für Technik-Nerds wie mich ist das OnePlus 7 Pro fast optimal – generell sollten Flaggschiff-Interessenten das Gerät in die nähere Auswahl nehmen.

Anders ausgedrückt: Mit dem OnePlus 7 Pro hat es der Hersteller geschafft. Was die Qualität der Technik angeht, zählt er nun zu den Top 3 im Android-Lager neben Samsung und Huawei. Die Preise von 709 Euro (128 GB / 6 GB) bis hin zu 830 Euro (256 GB / 12 GB) sind dabei absolut konkurrenzfähig und für das Gebotene sogar günstig. Erhältlich ist das Smartphone ab dem 21. Mai.

OnePlus 7 Pro: Die Alternativen

Kamera

Bessere Hauptkamera-Porträts dank 3D-Sensor und geringerem benötigten Abstand gibt es vom Honor View 20. Beim Kontrastumfang ist das Nokia 9 PureView ungeschlagen. Das Galaxy S10 bietet eine ähnlich hohe Kameraqualität wie das OnePlus 7 Pro und das Huawei P30, wobei es bei Videos und Selfies vorne liegt. Das beste Kamerahandy überhaupt ist zur Zeit die des Huawei P30 Pro.

Technik

Das OnePlus 7 Pro ist unter anderem dank UFS-3.0-Speicher das zur Zeit leistungsfähigste Android-Smartphone – und insofern konkurrenzlos. Nur das ältere Asus ROG Phone bietet auch ein 90-Hz-AMOLED-Display, allerdings mit niedrigerer Auflösung und zudem ist es kaum in Deutschland zu finden. Das kommende Nubia Red Magic 3 wird ein ebensolches Display auffahren und auch nur mit FHD+-Auflösung. Das Razer Phone 2 hat eine noch höhere Bildwiederholrate von 120 Hz, allerdings auf einem weniger hochwertigen IPS-Display.

Preis/Leistung

Wer nicht das absolut stärkste Android-Smartphone haben muss, kann auch mit einem der anderen Flaggschiffe wie dem Samsung Galaxy S10 Plus für 940 Euro glücklich werden. Das OnePlus 7 Pro bietet insgesamt noch etwas mehr und ist mit einem Preis ab 710 Euro obendrein deutlich günstiger. Für Sparfüchse empfehlen sich das Honor View 20 mit dem 48-Megapixel-Sensor des OnePlus 7 Pro für 470 Euro sowie das Xiaomi Mi 9 mit demselben Snapdragon 855 für 440 Euro.

Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Großes, scharfes, geschmeidiges 90-Hz-AMOLED-Display

+ Kaum Ladezeiten dank UFS-3.0-Speicher und Flaggschiff-Chip

+ Sehr gute Kameras

+ Design und Verarbeitung

+ Sehr schnelles Aufladen

- relativ dunkles Display

- kein kabelloses Laden

- kein Klinkenanschluss oder Kopfhöreradapter

- recht schwer

- kein 3D-Sensor

 

Das sagt Andreas:
Ich halte die Pop-up-Kamera für die aktuell beste Lösung, um ein möglichst randfreies Display zu ermöglichen. Das sieht aber nicht jeder so. Bei meinen Testausflügen mit dem OnePlus 7 Pro bin ich auf eine Gruppe angetrunkener Jugendlicher gestoßen. Sie knipsten mit einem ihrer Handys ein Groufie mit mir, das offenbar in irgendeiner Insta Story erscheint. Dann informierte mich einer der Herren, dass die Pop-up-Kamera des OnePlus 7 Pro zu empfindlich für ihn wäre.

Ich warf einen Blick auf die Smartphones der gut gelaunten Truppe und die Geräte hatten alle zersprungene Displays und waren mit Dellen übersät. Zwar funktionierte der Schutz-Einzugsmechanismus der Selfiekamera in meinem Test sehr gut, aber ich habe keinen Zweifel, dass die Jungs sie trotzdem schnell kaputt bekommen würden. Wenigstens ist es mir gelungen, das Testgerät vor Schäden zu bewahren. "Darf ich mir das OnePlus 7 mal ansehen." "Nein."
OnePlus 7 Pro
OnePlus 7 Pro
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Preis (UVP)
    Ab 709 Euro
  • Release
    21. Mai 2019
  • Farben
    Nebula Blue, Mirror Grey, Almond
  • Lieferumfang
    OnePlus 7 Pro, Schnell-Ladegerät, USB Type-C-Kabel, Schutzhülle, Schnellstartanleitung
  • Display-Größe
    6,67 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    3120 x 1440 Pixel, AMOLED, HDR10
  • Prozessor
    Qualcomm Snapdragon 855
  • Arbeitsspeicher
    6 GB RAM (bis 12 GB)
  • Speicherkapazität
    128 GB UFS 3.0 (bis 256 GB)
  • Betriebssystem
    Android 9.0 Pie mit OxygenOS (Stand: Mai 2019)
  • Kameras
    Frontkamera (16 MP) und Triple-Rückkamera (48 MP + 16 MP Ultraweitwinkel + 8 MP Zoom)
  • SIM-Karten-Format
    Dual-Nano-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    USB-Typ-C
  • Konnektivität
    LTE-A, ac-WLAN, Bluetooth 5.0, NFC
  • Akkukapazität
    4000 mAh
  • Besondere Merkmale
    Pop-up-Kamera, In-Display-Fingerabdruckscanner, Warp Charge 30
TURN ON Score:
4,7von 5
  • Akkuleistung
    4,5
  • Design
    4,5
  • Preis-Leistung
    4,5
  • Hardware
    4,8
  • Klang
    4,5
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