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Opera Reborn im Test: Der PC-Browser mit integriertem WhatsApp

Opera Reborn sorgt für frischen Wind im Browser-Segment.
Opera Reborn sorgt für frischen Wind im Browser-Segment. (©Opera 2017)

Opera wagt im Kampf um die Browser-Krone einen neuen Ansatz. Mit dem neuen Opera 45 beziehungsweise Opera Reborn setzen die Entwickler auf ein neues Interface – und ein paar coole neue Funktionen. Wir haben uns den Browser im Test einmal näher angeschaut.

In der Rangliste der beliebtesten und meistgenutzten Browser muss sich Opera meist Firefox und Chrome geschlagen geben. Das lag in der Vergangenheit sicherlich auch daran, dass Opera den genannten Browsern sehr ähnlich war und zumindest oberflächlich nur wenige Alleinstellungsmerkmale besaß. Unter der Haube versuchen die Entwickler hingegen seit Längerem, den Browser einer umfassenden Frischzellenkur zu unterziehen und mit dem neuesten Update soll dieser Ansatz auch rein optisch für jeden Nutzer sichtbar werden. Das Ergebnis steht nun als Opera 45 oder Opera Reborn zum Download für Windows, MacOS und Linux bereit.

Neues Design für mehr Übersicht

Was nach dem Starten der neuen Opera-Version sofort auffällt, ist das grundlegend überarbeitete Interface, das sich von den meisten gängigen Browsern unterscheidet. Die Oberfläche basiert auf dem experimentellen Neon-Browser, den Opera im letzten Jahr entwickelt hatte. Beinahe alle Bedienelemente finden sich nun in einer vertikalen Leiste auf der linken Seite. Hier finden sich Buttons für die Schnellwahl der wichtigsten Websites, für Favoriten, einen Feed für personalisierte Nachrichten, den Verlauf und den Zugriff auf die Erweiterungen. Ganz oben liegen allerdings zwei Symbole, die den meisten Usern bekannt vorkommen dürften, nämlich die für WhatsApp und den Facebook Messenger, zu denen wir später noch kommen.

 Opera 45 setzt auf ein neues Interface. fullscreen
Opera 45 setzt auf ein neues Interface. (©Screenshot Opera/ TURN ON 2017)

So viel sich am Interface getan hat, so intuitiv bleibt dennoch die Bedienung. Nach einer sehr kurzen Phase der Eingewöhnung haben sich selbst beinharte Firefox- oder Chrome-Nutzer eingelebt und können wir gewohnt durch das Netz navigieren. Tatsächlich wirkt die neue Optik sogar recht erfrischend und die aufgeräumte und schlanke Oberfläche könnte sich mittel- und langfristig sogar zu einer der größten Stärken von Opera entwickeln.

Feintuning weiterhin möglich

Wer möchte, kann sich natürlich auch in der neuen Opera-Version mit dem kompletten Einstellungsmenü und sämtlichen Optionen herumschlagen. Diese treten allerdings in den Hintergrund und verstecken sich unter dem Opera-Symbol oben links. Im Alltag sollten die meisten User dieses Menü jedoch reichlich selten benötigen.

 Auch das komplette Browser-Menü ist weiterhin verfügbar- fullscreen
Auch das komplette Browser-Menü ist weiterhin verfügbar- (©Screenshot Opera/ TURN ON 2017)

WhatsApp und Facebook Messenger integriert

Auch an die Nutzung von beliebten Messengern wie WhatsApp oder Facebook Messenger hat Opera gedacht. Beide sind direkt mit eigenen Icons in die Navigationsleiste des Browsers integriert. Tatsächlich öffnet sich beim Klicken auf die Symbole die jeweilige Web-Oberfläche der Messenger-Dienste. Der Facebook-Messenger funktioniert logischerweise über die Anmeldung mit dem eigenen Facebook-Account. Um WhatsApp zu nutzen, scannen Nutzer einfach mit dem Smartphone den angezeigten QR-Code ein – quasi genauso wie in WhatsApp Web der offiziellen Desktop-App des Messengers. Wann immer eine neue Nachricht eintrifft, wird dies mit einem kleinen runden Punkt unter dem Icon des jeweiligen Messengers angezeigt. Ein Klick auf das Symbol öffnet dann sofort die Chat-Übersicht.

Gerade für notorische Dauer-Chatter, die ohnehin ständig die Browser-Version ihres Lieblings-Messengers nebenher laufen haben, ist die Integration in Opera Reborn ein nettes Feature. So gesehen ist das eine Funktion, die sicherlich schnell viele Fans finden wird.

Verbesserter Ad-Blocker und mehr Sicherheit

Auch der integrierte Ad-Blocker von Opera wurde überarbeitet. So lädt der Browser eine Website nun automatisch neu, wenn der Nutzer den Ad-Blocker für diese Seite aktiviert oder deaktiviert. Nicht zuletzt wurden auch die Sicherheitsfunktionen überarbeitet. Werden beispielsweise sensible Daten über ein nicht verschlüsseltes Protokoll versendet, warnt der Browser seinen Nutzer. Das Feature ist bereits aus der aktuellen Version von Chrome bekannt, die auf der gleichen Open-Source-Software wie Opera 45 basiert.

 Über die Icons für WhatsApp und Facebook Messenger lassen sich die Messenger direkt in den Browser einbinden. fullscreen
Über die Icons für WhatsApp und Facebook Messenger lassen sich die Messenger direkt in den Browser einbinden. (©Screenshot Opera/ TURN ON 2017)

Fazit: Der Browser für ein neues Surf-Gefühl

Der neue Opera-Browser macht einen hervorragenden ersten Eindruck. Das liegt vor allem am frischen, übersichtlichen und sehr durchdachten Interface. Als Nutzer muss man sich nicht durch irgendwelche Menüs klicken, um zu den wichtigsten Funktionen zu gelangen. Die Platzierung der Navigationsleiste auf der linken Seite erhöht zudem überraschenderweise die Übersicht, da sie sich die Aufmerksamkeit nun nicht mehr mit der Adresszeile und den Browser-Tabs teilen muss. Mit der direkten Integration von WhatsApp und Facebook Messenger bietet der Browser sogar etwas mehr als die aktuellen Versionen von Firefox oder Chrome.

Und das ist vielleicht das perfekte Fazit: Opera 45 bietet viel, erschlägt den Nutzer aber nicht mit seinem Funktionsumfang, sondern stellt nur die wichtigsten Features dauerhaft in den Fokus des Users. Wer weiß? Vielleicht findet dieser neue Ansatz von Opera Reborn ja schon bald seine Nachahmer.

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