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Powerbeats (2020) im Test – warum ich bei den AirPods bleibe

Die neuen Powerbeats sollen eine sportliche Alternative zu Apples AirPods sein. Die Kopfhörer von Beats by Dre mit Haltebügeln und Kabelsicherung spielen auch preislich in der gleichen Liga wie das True-Wireless-Modell. Brauchen Sportler die Powerbeats? Unser Test verrät's.

Als iPhone-Nutzer schwöre ich auf Apples AirPods, auch beim Sport. Die neue Generation der Powerbeats von Apples Tochterunternehmen Beats by Dre bietet aber einige Vorteile, die vor allem beim Sport nützlich sein sollen. In meinem Test wollte ich herausfinden, ob ich mich jetzt beim Neukauf anstelle der komplett kabellosen AirPods für die Powerbeats mit Nackenriemen entscheiden würde.

Lieferumfang: Das ist drin

In der Packung finde ich neben den Powerbeats ein schwarzes Lightning-Kabel, mit dem die Kopfhörer aufgeladen werden. Wer nicht im Apple-Universum zu Hause ist, dürfte direkt die Augenbrauen hochziehen: Die Powerbeats lassen sich nur per Lightning laden, ein handelsübliches USB-Kabel reicht nicht aus. Darüber hinaus liegen Ohreinsätze aus Gummi in vier Größen und ein einfacher Beutel zum Verstauen der Powerbeats bei.

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Ohne Lightning-Kabel geht auch bei den Powerbeats nichts. Bild: © TURN ON 2020

Ran ans Ohr: Das Einsetzen

Im Vergleich zu den AirPods ist das Einsetzen der Powerbeats etwas komplizierter: Der Plastikbügel wird über die Ohrmuschel geschoben, mit einer Drehbewegung "schraubt" man den Hörer dann in die Ohrmuschel – danach sitzt er bombenfest. Bei mir sogar so fest und tief, dass eine Unterhaltung in normaler Lautstärke nicht mehr möglich war – auch bei ausgeschalteter Musik. Dafür ist dieses "passive Noise Cancelling" beim Sport natürlich gut für die Konzentration.

Ein weiterer großer Unterschied der Powerbeats zu den AirPods: Die Hörer sind durch ein nicht abnehmbares Haltekabel aus Gummi im Nacken miteinander verbunden. Das ist praktisch, wenn man die Kopfhörer in Trainingspausen herausnimmt – sie können dann über den Schultern hängen und stören nicht.

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Schweißfest und praktisch: In Trainingspausen kann man Seele und Powerbeats baumeln lassen. Bild: © Apple 2020

Meine AirPods muss ich dagegen lose in den verschwitzten Händen halten oder im separaten Ladecase verstauen, das ich dafür natürlich dabei haben muss. Je nach Kleidung zupfte das Kabel der Powerbeats beim Tragen aber auch mal an den Ohren, obwohl es beim neuen Modell abgerundet ist – ein typischer Nachteil gegenüber True-Wireless-Modellen wie den AirPods.

Halten die Powerbeats besser?

Die AirPods setze ich einhändig ein, bei den Powerbeats ist dazu etwas Übung nötig. Sie sitzen dann zwar sicherer, aber ich persönlich habe mich auch vorher nicht gesorgt, meine Kopfhörer zu verlieren. Ich gehöre allerdings auch zu den Menschen, bei denen die AirPods in den Ohren gut halten. Ich müsste schon wie wild den Kopf schütteln, damit die True-Wireless-Kopfhörer herausfallen, und mit der Zeit hat sich mein Vertrauen in den Halt der AirPods noch gesteigert. Ein Workout, bei dem das zum Problem wird, kann ich mir nicht vorstellen – ich bin aber auch kein Leistungssportler oder betreibe Parkour.

Wer generell mit dem Halt von In-Ear-Kopfhörern Probleme hat oder beim Sport auch mal über Kopf hängt, für den sind die Bügel die bessere Variante. Gut zu wissen: Die neuen Powerbeats sind unempfindlich gegenüber Spritzwasser und Schweiß, schwimmen gehen darf man mit ihnen aber nicht.

Tragekomfort und Bedienung: Typsache

Nach längerem Tragen der Powerbeats störte mich der leichte, aber stetige Druck auf die Ohrmuscheln. Nach einigen Stunden war das sogar beinahe schmerzhaft. Dieser Aspekt ist allerdings stark von den Ohren des Trägers abhängig, mein Kollege Patrick etwa empfand die fast identischen Bügel der Powerbeats Pro in seinem Test überhaupt nicht störend.

Die Tasten der Powerbeats sind gut verarbeitet: Ein Knopf links dient zum Einschalten und für das Bluetooth-Pairing. Rechts lässt sich mit zwei länglichen Buttons die Lautstärke regeln. Das Starten und Anhalten der Wiedergabe, das Springen zum nächsten Song und das Annehmen von Anrufen lassen sich durch Drücken auf das Beats-Logo rechts auslösen.

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Die Knöpfe sind gut zu erreichen: Rechts wird die Lautstärke geregelt. Bild: © TURN ON 2020

Ich trage die AirPods bei Kälte unter einer Mütze und kann sie auch dann durch Tippen aufs Ohr steuern, was zum Beispiel beim Fahrradfahren sehr praktisch ist. Mit den Powerbeats ist das auch möglich, der Druck muss aber gezielt auf dem Beats-Logo landen. Die feinen Knöpfe für die Laustärkeregelung lassen sich zudem nur mit einem Griff unter die Kopfbedeckung erreichen – so lange man keine dicken Handschuhe trägt.

In Sachen Komfort haben die AirPods mehr drauf

Die Powerbeats müssen manuell ein- und ausgeschaltet werden. Als AirPods-Nutzer bin ich es gewohnt, dass meine Kopfhörer nach dem Einsetzen sofort funktionieren. Die teureren Powerbeats Pro können das auch – ein Feature, auf das man bei den neuen Powerbeats verzichten muss. Genau wie auf automatisches Pausieren der Musik, wenn man einen der Hörer herausnimmt, und das Fortsetzen der Wiedergabe, wenn der Hörer wieder eingesetzt wird. Dieses bequeme Feature der AirPods habe ich bei den Powerbeats am meisten vermisst.

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Für meine Ohren perfekt: Apples AirPods. Bild: © TURN ON 2019

Ganz ohne Komfort sind die Powerbeats aber nicht: Sie verfügen über den H1-Chip von Apple, iOS-Nutzer können so freihändig Sprachassistentin Siri ansprechen. Außerdem sorgt der Chip dafür, dass das Wechseln zwischen Apple-Geräten besonders einfach ist. Praktisch: Fünfminütiges Laden soll für eine Laufzeit von bis zu einer Stunde reichen. Im Test erreichte ich ähnliche Werte. Die Akkulaufzeit der Powerbeats beträgt solide 15 Stunden. Das ist deutlich mehr als bei den komplett kabellosen Powerbeats Pro, die neun Stunden durchhalten. Und erst recht deutlich mehr als bei den AirPods, die bereits nach maximal fünf Stunden zurück ins Ladecase müssen.

Sound: Volle Energie – und gut bei Gesprächsbedarf

Die Powerbeats sind auf aktuelle Pop- und Hip-Hop-Musik ausgerichtet, sonst wären sie nicht von Beats by Dre. Entsprechend setzen sie viel Energie im Bass- und Mittenbereich frei, lassen im Vergleich zu den AirPods aber Nuancen und Klarheit im Sound vermissen. Insgesamt ist die Tonqualität jedoch gut. Das gilt ebenso für die verbauten Mikrofone, die sich dank leichter Geräuschunterdrückung sehr gut für Telefonate und Videokonferenzen eignen – auch wenn ihr Sound nicht ganz an den der AirPods Pro herankommt. Wer wirklich hochklassigen Sound wünscht, wird ohnehin zu anderen Kopfhörern greifen, vielleicht zu den Bose SoundSport Free.

Fazit: Ich bin wohl nicht sportlich genug für die Powerbeats

Meine AirPods würde ich nicht gegen die Powerbeats eintauschen. Auf das automatische Anhalten und Fortsetzen der Wiedergabe beim Herausnehmen möchte ich nicht verzichten, ebenso wenig auf das automatische Ein- und Ausschalten.

Nutzer, bei denen In-Ear-Kopfhörer nicht gut sitzen oder die eine längere Akkulaufzeit brauchen, können die Powerbeats aber in Betracht ziehen. Gerade, wenn sie bewegungsintensiven Sport treiben. iPhone- und Apple-Watch-User finden in den Powerbeats eine gute Alternative zu den AirPods, mit der sie auf iOS-Features wie Audiofreigabe, schnelles Pairing und Siri zurückgreifen können.

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Powerbeats (2020)
Powerbeats (2020)
  • Gerätetyp True-Wireless-Kopfhörer
  • Farbe Weiß, Rot, Schwarz
  • Preis 149 Euro
TURN ON Score:
3,8von 5
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