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Samsung Galaxy S10 im Hands-On: Der Weg zurück an die Spitze?

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Mit dem Galaxy S10 will Samsung verlorenen Boden wiedergutmachen und sich als Branchen- und Technologieführer gegenüber Huawei, OnePlus und Co. behaupten. In ihrem zehnten Jahr präsentiert sich die Galaxy-S-Reihe selbstbewusst wie nie – aber sie hat auch immer größere Konkurrenz.

Hinter Samsung liegt eines der schwierigsten Jahre seit dem Beginn des Smartphone-Booms. Die 2018er-Top-Modelle Galaxy S9 und Galaxy S9+ wurden von vielen Beobachtern eher als Enttäuschung auf hohem Niveau gewertet. Zu sehr verließ sich der Hersteller dabei auf die eigenen Errungenschaften. Und während auch der große Rivale Apple im letzten Jahr mit seinem iPhone XS kein besonderes Ausrufezeichen setzen konnte, so war es vor allem die Konkurrenz aus China, die Samsung stark zugesetzt hat.

Das neue Galaxy S10, das Samsung am Mittwoch in San Francisco vorgestellt hat, ist gewissermaßen die Antwort der Südkoreaner auf den Erfolg von Huawei, OnePlus und Co. Gleichzeitig markiert es den zehnten Geburtstag der Galaxy-S-Reihe und soll daher auch als Jubiläumsmodell glänzen.

Das randlose Display mit dem Punkt

Auffällig ist sofort, dass Samsung dem Ziel, ein wirklich randloses Smartphone-Display zu bauen, so nahe gekommen ist wie bisher kaum ein Hersteller. Denn wo andere Hersteller eine Einkerbung am oberen Bildschirmrand nutzen, um die Frontkamera unterzubringen, setzen die Südkoreaner auf ein winziges Loch direkt im Screen. Dieses befindet sich in der rechten oberen Ecke des Displays und wirkt in natura tatsächlich ziemlich unscheinbar. Samsung bezeichnet dieses Design-Element als Infinity-O-Display und es ist wohl anzunehmen, dass wir derartige Löcher in den kommenden Monaten noch in sehr vielen Smartphones zu Gesicht bekommen werden.

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Das Display des Galaxy S10 ist so gut wie randlos.

Ansonsten lässt sich zum Bildschirm eigentlich nur das sagen, was wir seit Jahren über alle Samsung-AMOLED-Screens sagen: Er ist brillant! Mit einer Auflösung von 3040 x 1440 Pixeln, einer Helligkeit von bis zu 1000 Nits und der Unterstützung von HDR10+ dürfte es sich sogar um eine der besten Farbdarstellungen handeln, die es je in einem Smartphone zu bestaunen gab. Wie schon bei den Vorgängern handelt es sich um ein Edge-Display mit leichten Abschrägungen an den seitlichen Rändern. Diese fallen aber wesentlich dezenter aus als in früheren Modellen.

Der neue Fingerabdrucksensor funktioniert tadellos

Bemerkenswert ist auch, dass Samsung in diesem Jahr den Schritt wagt, den Fingerabdrucksensor direkt im Display selbst zu verbauen. Ähnliche Lösungen haben wir zwar schon bei anderen Herstellern gesehen, aber als erstes Unternehmen verwendet Samsung nun einen Ultraschallsensor, der genauer und viel sicherer arbeiten soll als die Sensoren der Konkurrenz. Und auch wenn es im ersten Moment vielleicht ungewohnt ist, den Finger zum Entsperren auf einen Bereich auf dem Screen selbst zu drücken, so funktioniert der Sensor doch erstaunlich gut.

Auf das System zur Iris- und Gesichtserkennung, das Samsung in den Vorgängermodellen eingesetzt hat, verzichtet der Hersteller diesmal komplett. Ähnlich wie beim iPhone gibt es beim neuen Galaxy S10 also nur ein Verfahren zum biometrischen Entsperren, nur dass sich Samsung an der Gabelung für die andere Richtung entscheidet. Spannend!

Ist Huawei die neue Messlatte für Samsung?

Die Hardware-Specs des Galaxy S10

Display:

  • Dynamic-AMOLED-Screen
  • 6,1 Zoll (effektiv 6,0 Zoll)
  • 3040 x 1440 Pixel, 550 ppi

Hardware: 

  • Exynos-9820-Prozessor mit acht Kernen
  • 8 GB RAM
  • 128 oder 512 GB Speicher (erweiterbar per microSD)
  • 3400-mAh-Akku

Kamera:

  • Weitwinkel-Linse mit 16 Megapixeln
  • Ultraweitwinkel mit 12 Megapixeln
  • Teleobjektiv mit 12 Megapixeln
  • Frontkamera mit 10 Megapixeln

Auch beim Blick auf das Innenleben des Smartphones und das Feature-Set wird deutlich, dass möglicherweise gar nicht mehr Apple der große Richtstein für Samsung ist, sondern Huawei. Am ehesten zu vergleichen lässt sich das Galaxy S10 nämlich mit dem Mate 20 Pro der Chinesen. So gibt es einen größeren Akku mit einem Fassungsvermögen von 3400 mAh und erstmals die Möglichkeit, nicht nur das Smartphone per Wireless Charging aufzuladen, sondern im Gegenzug auch andere Geräte über das Galaxy S10 kabellos mit Energie zu versorgen.

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Dank PowerShare kann das Galaxy S10 andere Geräte kabellos aufladen.

Huawei hatte dieses Feature schon im Oktober des letzten Jahres vorgestellt, Samsung zieht jetzt nach und nennt das Ganze PowerShare. Aber die Südkoreaner haben einen Schritt weiter gedacht und bringen ihre neuen kabellosen Kopfhörer Galaxy Buds und die Sportuhr Galaxy Watch Active fast zeitgleich mit dem S10 auf den Markt. Beide lassen sich auf Wunsch über PowerShare laden. Besonders praktisch ist das auf Reisen, wenn man nur ein Ladekabel mitnehmen möchte: Das Smartphone kommt dann über Nacht per USB-C ans Netz und die Smartwatch wird zum kabellosen Laden auf das Phone gelegt. Am nächsten Morgen sind beide Geräte voll geladen – clever und praktisch.

Anlehnungen an Huawei gibt es auch beim Blick auf den neuen Exynos-9820-Prozessor im Galaxy S10. Der soll rund 30 Prozent schneller und 15 Prozent energieeffizienter arbeiten als der Hauptprozessor im Vorgängermodell. Interessanter ist jedoch die Tatsache, dass Samsung erstmals von einer NPU, also einer "Neural Processing Unit" spricht, die KI-Berechnungen deutlich beschleunigen soll. Auch eine solche NPU verwendet Huawei seit einiger Zeit in seinen Kirin-Chips, also unter anderem im Mate 20 und im P20.

Die neue Triple-Kamera soll keine Wünsche offenlassen

Und wo wir schon dabei sind, Parallelen zu Huawei aufzuzeigen, kommen wir nun endlich zur Kamera. Genau wie Huawei bei Mate 20 Pro und P20 Pro setzt Samsung beim Galaxy S10 erstmals auf eine Triple-Kamera aus drei Sensoren und drei Linsen unterschiedlicher Brennweiten.

Die Hauptlinse löst mit 16 Megapixeln auf und dürfte auch weiterhin für die Mehrzahl der Fotos verantwortlich sein. Interessanter ist jedoch die Super-Weitwinkellinse, die mit einem Betrachtungswinkel von 123 Grad das menschliche Auge simuliert und einen sehr großen Bildbereich einfangen kann. Das ist vor allem für Panoramaaufnahmen interessant.

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Die Triple-Kamera macht das Smartphone ungemein flexibel.

Abgerundet wird das Ganze von einer Bokeh-Linse, die ebenfalls mit 12 Megapixeln auflöst und die zudem einen natürlichen Zweifach-Zoom bietet. Fotografieren mit dem Galaxy S10 wird durch die drei Linsen ungemein flexibel und natürlich spendiert Samsung der Kamera auch jede menge Tricks wie Porträtaufnahmen, Bilder mit Tiefenunschärfe und sogar einen Nachtmodus mit extra langer Belichtungszeit. Auch den haben wir in dieser Form zuerst bei einem chinesischen Hersteller gesehen. Der Name: natürlich Huawei.

Wenn das Smartphone zur Action-Cam wird

Gerade wenn es um Filmaufnahmen geht, waren Samsung-Smartphones immer ganz vorne mit dabei. Beim Galaxy S10 ist der Hersteller vor allem auf die Bildstabilisierung stolz, die laut Samsung ruckelfreie Aufnahmen wie mit einer Action-Cam ermöglichen soll. Die gibt es allerdings nur in maximal Full HD. Wer in 4K und mit 60 FPS filmen will – auch das ist möglich –, muss auf die extreme Bildstabilisierung verzichten. Die spektakuläre Super-Zeitlupe des Vorgängers behält das Galaxy S10 bei.

Einschätzung: Bringt das Galaxy S10 Samsung wieder an die Spitze?

Samsung hat diesmal ordentlich geklotzt und vor allem gegenüber dem Standard-Galaxy-S9 ist das Galaxy S10 ein echtes Upgrade – allein schon wegen der drei Kameralinsen. Der erste Eindruck vom neuen Smartphone ist hervorragend und es gibt keinen Bereich, in dem der Hersteller nicht ordentlich optimiert hätte. Das gilt auch für die Software, die schneller und durchdachter wirkt als je zuvor.

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Samsung scheint mit dem S10 ein rundum gelungenes Flaggschiff in petto zu haben.

Aber die Konkurrenz hat in den vergangenen Monaten natürlich nicht geschlafen. Wenn das Galaxy S10 am 8. März auf den Markt kommt, muss es sich aus dem Stand mit dem iPhone XS, dem Huawei Mate 20 Pro oder dem OnePlus 6T messen. Samsung hat tatsächlich gute Karten, diesen ersten Schlagabtausch für sich zu entscheiden. Aber die Konkurrenz könnte schon in wenigen Wochen nachlegen. Es wird auf jeden Fall ein spannender Frühling und eines wissen wir nun: Mit Samsung ist in diesem Jahr wieder ganz stark zu rechnen.

Preislich wird das Galaxy S10 mit 128-GB-Speicher in den Farben Weiß, Schwarz, Grün und Blau ab 899 Euro erhältlich sein.  Für die 512-GB-Varianten werden 1049 Euro fällig.

Samsung Galaxy S10
Samsung Galaxy S10
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Preis (UVP)
    899 Euro
  • Release
    8. März 2019
  • Farben
    Prism White, Prism Black, Prism Blue, Prism Green
  • Lieferumfang
    Smartphone, Ladeadapter, Datenkabel, Steckplatzwerkzeug, Micro-USB Adapter, USB Adapter Typ-C, AKG-Headset, Kurzanleitung
  • Display-Größe
    6,1 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    3040 x 1440 Pixel, Super AMOLED, HDR10+
  • Prozessor
    Exynos 9820
  • Arbeitsspeicher
    8 GB RAM
  • Speicherkapazität
    128 GB (erweiterbar per MicroSD)
  • Betriebssystem
    Android 9.0 Pie (Stand: März 2019)
  • Kameras
    Frontkamera (10 MP) und Triple-Rückkamera (16 + 12 + 12 MP)
  • SIM-Karten-Format
    Nano-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    USB-Typ-C, Kopfhörer
  • Akkukapazität
    3400 mAh
  • Besondere Merkmale
    Infinity-O-Display, Fingerabdruckscanner im Display
TURN ON Score:
4,5von 5
  • Akkuleistung
    3,5
  • Design
    4,5
  • Preis-Leistung
    4,0
  • Hardware
    4,5
  • Ausstattung
    5,0
  • Klang
    4,5
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