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Samsung Galaxy S10+ im Test: Ein Monster von einem Smartphone

Das Samsung Galaxy S10+ soll nichts weniger sein als das beste Smartphone mit den meisten Features. Tatsächlich hat der Hersteller ein echtes Monster-Paket geschnürt – aber das hat auch seinen Preis.

Samsung steht in diesem Jahr mit seinem Smartphone-Business unter besonderem Druck. Seit nunmehr zehn Jahren kämpft der Hersteller mit seiner Galaxy-S-Reihe um den Titel des besten Mobiltelefons. Waren früher vor allem Apple und das iPhone der Maßstab für die Südkoreaner, so sind mittlerweile zahlreiche andere Hersteller auf Augenhöhe angelangt.

Das Samsung Galaxy S10+ ist daher so etwas wie die ultimative Antwort auf diese Herausforderung. Es ist das Smartphone, das laut Samsung komplett ohne Kompromisse daherkommen und damit den Benchmark für alle anderen Geräte setzen soll. Und weil dieser Anspruch im Jahr 2019 gar nicht so leicht zu erfüllen ist, haben wir beim Test ganz genau hingeschaut.

Edel und schwer: Das Galaxy S10+ glänzt mit Keramik

Wer mehr bieten will als die Konkurrenz, sollte am besten schon beim Äußeren anfangen. Hier setzt Samsung erstmals seit dem Galaxy S6 nicht auf eine Glas-Rückseite, sondern auf Keramik. Dadurch soll das Smartphone nicht nur stabiler und kratzfester sein, es fühlt sich auch wertiger an – zum Beispiel im Vergleich zu einem Galaxy S9+, aber auch gegenüber dem Standard-S10.

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Die Keramik-Rückseite verleiht dem Galaxy S10+ einen edlen Glanz.

Kurz gesagt: Das Material verleiht dem Smartphone eine edle Optik, eine sehr hochwertige Haptik und mit 198 Gramm auch ein recht hohes Gewicht. Abgerundet wird das Ganze durch den schlanken Metallrahmen, der die Rückseite ebenso in Fassung hält, wie das leicht angeschrägte Edge-Display.

Frontal besticht das Galaxy S10+ mit einem der besten Displays. die es je gab. fullscreen
Frontal besticht das Galaxy S10+ mit einem der besten Displays. die es je gab.
Der seitliche Metallrahmen schmiegt sich gut in die Hand. fullscreen
Der seitliche Metallrahmen schmiegt sich gut in die Hand.
Frontal besticht das Galaxy S10+ mit einem der besten Displays. die es je gab.
Der seitliche Metallrahmen schmiegt sich gut in die Hand.

Zumindest was das Äußere angeht, bietet das Galaxy S10+ also tatsächlich mehr und es ist Samsung gelungen, ein Smartphone zu bauen, dass auch im Vergleich zu anderen Premium-Geräten tatsächlich nochmal ein Quäntchen hochwertiger wirkt. Oh, und Platz für einen Kopfhöreranschluss haben die Ingenieure übrigens im schlanken Metallrahmen des Galaxy S10+ auch noch gefunden – ganz ohne Verlust der IP68-Zertifizierung.

Das Infinity-OO-Display mit Fingerabdrucksensor

Aber die Äußerlichkeiten hören natürlich nicht beim Anblick der Rückseite auf. Noch viel wichtiger ist freilich die Front des Smartphones und dort sitzt beim Galaxy S10+ ein 6,4-Zoll-Display, von dem Samsung behauptet, es sei das Beste, dass es jemals in einem Smartphone gab.

Was ich bestätigen kann, ist, dass der AMOLED-Screen wirklich verdammt gut aussieht, auf Wunsch mit bis zu 1000 Nits sehr hell wird und eine nahezu perfekte Farbabstimmung aufweist. Es macht  wirklich Spaß, mit einem Gerät zu arbeiten, wenn nahezu alles, was der Screen anzeigt, derart gut dargestellt wird wie beim Galaxy S10+.

Die Auflösung liegt wie beim Standard-S10 bei 3030 x 1440 Pixeln, was einem lang gestreckten Seitenverhältnis von 19:9 entspricht. Die Abrundungen an den Seiten des Edge-Screens fallen übrigens deutlich dezenter aus als noch bei früheren Modellen.

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Der Screen des Galaxy S10+ kommt fast ohne Rand aus.

Besonders ist das Display aber auch, weil es Samsung schafft, den Screen – abgesehen von einem minimalen Kinn an der Unterseite – völlig randlos zu gestalten. Möglich wird dies durch eine Design-Erfindung namens Infinity-O-Display, bei der die Frontkamera in einem kleinen O-förmigen Loch in der rechten oberen Eckes des Screens platziert wird. Da es sich allerdings beim Galaxy S10+ um eine Dual-Frontkamera handelt, wäre wahrscheinlich die Bezeichnung Infinity-OO-Display für den Screen passender.

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Die Frontkamera im Display ist erfreulich unaufdringlich.

Auch wenn die Kamera-Aussparung natürlich im Endeffekt nur eine andere Form der bereits bekannten Notch ist, so fällt diese zumindest bei der Nutzung weniger stark auf. Sie beeinträchtigt auch das User-Interface nicht negativ, da Samsung den Platz neben der Kamera für die Darstellung der ohnehin permanent sichtbaren Statusleiste nutzt.

Viel Power und massenhaft Speicher

Doch ganz gleich wie schick ein Smartphone auch ist, die wirklich spannende Technik steckt auch beim Galaxy S10+ im Inneren. Dort werkelt in der europäischen Version der neueste Samsung-Prozessor Exynos 9820. Der sorgt für eine pfeilschnelle Performance im Alltag und in allen Anwendungsfällen. Slow-Downs oder Aussetzer ließen sich währen des Tests zu keinem Zeitpunkt feststellen, sodass wir bestätigen können, dass Samsung die Power auch über seine Software zu nutzen weiß.

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Unter der Haube ist beim Galaxy S10+ Einiges los.

Ein regelrechtes Überangebot bietet das Galaxy S10+ bei der Speicherausstattung. So gibt es zum einen 8 GB Arbeitsspeicher und zum anderen auch 512 GB internen Speicher. Letzterer lässt sich auch weiterhin per microSD-Karte erweitern. Insgesamt lässt sich so eine maximale Speicherausstattung von einem Terabyte erzielen – mehr als viele Laptops mitbringen.

Nun möchte ich angesichts dieser üppigen Ausstattung eigentlich nicht meckern – trotzdem stelle ich mir die Frage, ob nicht eine Ausstattung mit 6 GB RAM und 128 und 256 GB internem Speicher auch ausgereicht hätte, zumal das Smartphone dann vermutlich deutlich günstiger wäre. Aber schon klar, Samsung wollte mit dem Galaxy S10+ bewusst keinerlei Kompromisse eingehen. Das Ergebnis ist etwas, das viele Kunden wohl als leicht übertrieben empfinden dürften.

Ein Akku, der hält und hält

Auch beim Akku war klotzen statt kleckern angesagt. Diesen hat Samsung beim Galaxy S10+ im Vergleich zum Vorgänger mal eben von 3.500 mAh auf 4.100 mAh aufgebohrt. In Kombination mit dem sparsamen Prozessor ergibt dies eine recht komfortable Laufzeit von zwei Tagen bei normaler Nutzung. Selbst Intensiv-Nutzer dürften in den allermeisten Fällen ziemlich bequem durch den Tag kommen. Der große Akku und ein offensichtlich ziemlich cleveres Energiemanagement gehören auf jeden Fall zu den Highlights des Samsung Galaxy S10+.

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Geladen wird über USB-C. Ein Kopfhörer-Anschluss ist auch vorhanden.

Wie es mittlerweile zum guten Ton gehört, lässt sich das Smartphone auch kabellos per Induktion laden. Samsung hat den Geräten der Galaxy-S10-Serie sogar erstmals die Fähigkeit verpasst, selbst als Induktionsspule zu fungieren und andere Geräte kabellos aufzuladen. Dafür nutzt der Hersteller den Qi-Standard, der herstellerübergreifend eingesetzt wird. Ganz taufrisch ist dieses Feature allerdings nicht, da es auch schon vom Huawei Mate 20 Pro aus dem letzten Jahr unterstützt wird. Um als Innovator zu gelten, ist Samsung also rund fünf bis sechs Monate zu spät dran.

Die Samsung-Software ist besser denn je

Die tollste Hardware nützt freilich nichts, wenn die Software nicht mitspielt. In diesem Bereich hat Samsung in den letzten Jahren glücklicherweise große Fortschritte gemacht. Auch die Galaxy-S10-Reihe markiert wieder einen Fortschritt. Die neue Nutzeroberfläche von Samsung hört auf den Namen One UI und wurde besonders für große Screens optimiert, wie sie die meisten modernen Smartphones mittlerweile mitbringen.

Weil das obere Drittel des Screens für die meisten Nutzer bei einer Einhandbedienung kaum noch zu erreichen ist, platziert Samsung alle wichtigen Schaltflächen in den unteren beiden Dritteln des Bildschirms. Der obere Teil ist hingegen nur für Ansichts-Elemente vorgesehen. Dieses erstaunlich praktische und durchdachte Design-Konzept zieht sich durch sämtliche Menüs der Nutzeroberfläche. Mit gefällt der Ansatz so gut, dass ich mir wünschen würde, auch andere Entwickler würden sich diesen mal näher ansehen. Schließlich wachsen die Displays bei allen Smartphone-Herstellern, was eine Einhand-Bedienung zunehmend erschwert.

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Auf Wunsch lassen sich fast alle Menüs so anzeigen, dass Bedienelemente nur im unteren Display-Bereich zu finden sind.

Punkten kann Samsung aber auch mit der allgemeinen Übersichtlichkeit der One UI. Die Menüs wirken durchdacht und sinnvoll angeordnet, auch wenn es natürlich weiterhin eine Unmenge an Einstellungsmöglichkeiten und Optionen gibt. Die Zeiten, in denen man die Südkoreaner pauschal für ihr Software-Design kritisieren durfte, gehören aber meiner Meinung nach endgültig der Vergangenheit an.

Fingerabdruck mit Ultraschall

Ja, auch andere Smartphone-Hersteller haben in der Vergangenheit bereits Fingerabdrucksensoren im Display verbaut. Genutzt wurden dabei allerdings bislang Scanner mit optischer Erkennung. Samsung setzt bei Galaxy S10 und S10+ als erster Hersteller auf einen Ultraschall-Sensor. Dieser erstellt ein virtuelles 3D-Modell des Fingerabdrucks anstelle eines 2D-Scans und soll dadurch sicherer sein als die Sensoren der Konkurrenz.

Im Vergleich zu traditionellen Fingerabdrucksensoren benötigt der Scanner im Display einen Sekundenbruchteil länger für das Entsperren des Smartphones. Außerdem musste ich immer etwas stärker aufdrücken, damit mein Finger erkannt wurde. Natürlich kann man sich schon die Frage stellen, ob das nun ein Fort- oder Rückschritt ist. Unterm Strich hätte ich die Lösung des Galaxy S10e mit einem klassischen Sensor am Displayrand besser gefunden – eben weil sie besser funktioniert.

Bei den Kameras geht es vor allem um Flexibilität

Richtig zugelegt hat das Samsung Galaxy S10+ bei der Kameraausstattung. Die Dual-Frontkamera hatte ich bereits erwähnt. Sie arbeitet mit einem Standard-10-Megapixel-Sensor und einem 8-Megapixel-Sensor für Bokeh-Effekte und Weitwinkel-Aufnahmen. Samsung nutzt dieses Setup vor allem für Selfies mit Tiefeneffekten – und eben Gruppenselfies, dank Weitwinkel-Linse.

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Das Galaxy S10+ bringt gleich drei Kameralinsen mit.

Noch mehr Flexibilität gibt es bei der Hauptkamera. Die kommt nämlich mit drei Sensoren und Linsen unterschiedlicher Brennweite daher. Neben dem Standard-Sensor gibt es ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv mit einem Sichtwinkel von 123 Grad und ein Teleobjektiv für einen zweifachen Zoom. Die zugehörigen Sensoren lösen mit 12, 16 und 12 Megapixeln auf.

Ein Foto mit der Standard-Linse... fullscreen
Ein Foto mit der Standard-Linse...
...und im Vergleich mit der Weitwinkel-Optik. fullscreen
...und im Vergleich mit der Weitwinkel-Optik.
Der Detailgrad ist hoch... fullscreen
Der Detailgrad ist hoch...
...und durch den weiten Winkel eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. fullscreen
...und durch den weiten Winkel eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten.
Mit Gegenlicht kommt der Sensor sehr gut klar... fullscreen
Mit Gegenlicht kommt der Sensor sehr gut klar...
...auch im Ultra-Weitwinkel. fullscreen
...auch im Ultra-Weitwinkel.
Ein Foto mit der Standard-Linse...
...und im Vergleich mit der Weitwinkel-Optik.
Der Detailgrad ist hoch...
...und durch den weiten Winkel eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten.
Mit Gegenlicht kommt der Sensor sehr gut klar...
...auch im Ultra-Weitwinkel.

Das beste Feature der Hauptkamera ergibt sich schlicht und ergreifend aus dem Umschalten zwischen den verschiedenen Brennweiten. Je nachdem, ob man mit Standard-, Weitwinkel- oder Teleobjektiv fotografiert, ergeben sich aus ein und demselben Setting völlig unterschiedliche Motive. Das Ganze erinnert natürlich stark an das Huawei Mate 20 Pro, das ein ähnliches Kamera-Setup bietet. Hier gewinnt Samsung also keinen Innovationspreis.

Die Fotokamera gehört zu den besten, die es derzeit in einem Smartphone gibt. fullscreen
Die Fotokamera gehört zu den besten, die es derzeit in einem Smartphone gibt.
Auch beim zweifachen optischen Zoom bleiben viele Details erhalten. fullscreen
Auch beim zweifachen optischen Zoom bleiben viele Details erhalten.
Hier kann sich die Konkurrenz einiges von Samsung abschauen. fullscreen
Hier kann sich die Konkurrenz einiges von Samsung abschauen.
Die Bilder wirken mit jeder der drei Linsen klar und scharf. fullscreen
Die Bilder wirken mit jeder der drei Linsen klar und scharf.
Auch in diesem Motiv... fullscreen
Auch in diesem Motiv...
...zeigt sich, wie gut der Zoom funktioniert. fullscreen
...zeigt sich, wie gut der Zoom funktioniert.
Die Fotokamera gehört zu den besten, die es derzeit in einem Smartphone gibt.
Auch beim zweifachen optischen Zoom bleiben viele Details erhalten.
Hier kann sich die Konkurrenz einiges von Samsung abschauen.
Die Bilder wirken mit jeder der drei Linsen klar und scharf.
Auch in diesem Motiv...
...zeigt sich, wie gut der Zoom funktioniert.

Ebenfalls spaßig ist das Spielen mit der Tiefenunschärfe im Live-Fokus-Modus – ein Feature, das sowohl mit Haupt- als auch mit Frontkamera funktioniert. Dabei lassen sich verschiedene Unschärfe-Effekte und Abstufungen anpassen.

Die Frontkamera bietet durch die beiden Linsen einen sehr überzeugenden Bokeh-Effekt ... fullscreen
Die Frontkamera bietet durch die beiden Linsen einen sehr überzeugenden Bokeh-Effekt ...
... mit ein paar Spielereien. fullscreen
... mit ein paar Spielereien.
Die Frontkamera bietet durch die beiden Linsen einen sehr überzeugenden Bokeh-Effekt ...
... mit ein paar Spielereien.

Generell knipst das Galaxy S10+ Fotos auf höchstem Niveau und liefert Bilder mit natürlichen Farben, guten Kontrasten und einer generell hohen Schärfe in allen Bildbereichen. Auch verschiedene Lichtquellen in einem Motiv weiß der Algorithmus von Samsung in den meisten Fällen so zu verarbeiten, dass ein stimmiges Gesamtmotiv entsteht.

Dank der drei Linsen ist die Kamera enorm vielseitig. fullscreen
Dank der drei Linsen ist die Kamera enorm vielseitig.
Motive gelingen selbst unter Lichtbedingungen,  bei denen andere Smartphones längst aussteigen. fullscreen
Motive gelingen selbst unter Lichtbedingungen, bei denen andere Smartphones längst aussteigen.
Auch die Kontraste wissen zu überzeugen. fullscreen
Auch die Kontraste wissen zu überzeugen.
Hier ein toller Sonnenuntergang. fullscreen
Hier ein toller Sonnenuntergang.
Bei Low-Light hat das S10+ ansonsten aber nicht das Niveau von Huawei oder Google. fullscreen
Bei Low-Light hat das S10+ ansonsten aber nicht das Niveau von Huawei oder Google.
Unterm Strich dürfte die Kamera-Qualität kaum jemanden enttäuschen. fullscreen
Unterm Strich dürfte die Kamera-Qualität kaum jemanden enttäuschen.
Dank der drei Linsen ist die Kamera enorm vielseitig.
Motive gelingen selbst unter Lichtbedingungen,  bei denen andere Smartphones längst aussteigen.
Auch die Kontraste wissen zu überzeugen.
Hier ein toller Sonnenuntergang.
Bei Low-Light hat das S10+ ansonsten aber nicht das Niveau von Huawei oder Google.
Unterm Strich dürfte die Kamera-Qualität kaum jemanden enttäuschen.

Ein Bereich, in dem die Südkoreaner auch mit dem Galaxy S10+ nicht an Huawei oder gar Google herankommen, sind allerdings Fotos bei Dunkelheit. Zwar knipst das S10+ auch bei wenig Licht generell noch schöne Bilder, kann das aber nicht in Extremsituationen, wie es der Nachtmodus von Huawei oder die Nachtsicht des Google Pixel 3 erlauben. Hier liegt die Messlatte, was Kamera-Software auch aus wenig Licht herausholen kann, mittlerweile einfach sehr hoch.

Insgesamt schließt Samsung bei den Kameras somit bestenfalls zur Konkurrenz auf, kann jedoch nicht an ihr vorbeiziehen. Es wird sich zeigen, ob Huawei bereits Ende März mit dem P30 erneut vorlegen kann.

Filmen wie mit einer Action-Cam?

Besonders stolz ist Samsung auf die Bildstabilisierung seiner Kamera, die natürlich vor allem bei Videoaufnahmen zum Tragen kommen soll. In 1080p und mit maximal 60 Bildern pro Sekunde filmt das Galaxy S10+ ziemlich wackelfrei und macht bei bewegten Aufnahmen einen klaren Sprung gegenüber dem ohnehin schon guten Vorgänger.

Allerdings funktioniert die aggressive Bildstabilisierung nur in Full-HD. Sobald auf 4K mit 60 Bildern umgestellt wird, werden die Aufnahmen wesentlich holpriger. Nutzer müssen sich also entscheiden, wo ihre Prioritäten liegen. Unterm Strich besitzt das Galaxy S10+ trotzdem die vermutlich beste Videokamera, die es derzeit in einem Smartphone gibt.

Fazit: Das Galaxy S10+ legt überall zu – besonders beim Preis

Nach einer Woche mit dem Galaxy S10+ kann ich sagen, dass Samsung sein Ziel definitiv erreicht hat: Das Top-Modell der neuen S-Reihe ist aktuell das kompletteste und kompromissloseste Mobiltelefon auf dem Markt – ein regelrechtes Monster von einem Smartphone.

Ganz egal ob Display, Kameras, Speicher, Akku, Rechenpower oder auch Design – überall spielt Samsung in der Top-Liga mit. Würde ich das Galaxy S10+ daher losgelöst vom Preis betrachten, könnte ich eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen. Aber das geht leider nicht ...

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Das Samsung Galaxy S10+ ist ein Technik- und ein Preis-Monster.

Mit einer UVP von 1249 Euro ist das Galaxy S10+ nämlich nicht nur richtig gut, sondern auch richtig, richtig teuer. Ja, das iPhone XS Max kostet je nach Speicherausstattung sogar noch mehr, aber das ist aus meiner Sicht kein gutes Argument, um sich den Preis schönzureden. Zumal es Samsung ja selbst in der Hand hätte, eine günstigere Variante mit kleinerer Speicherausstattung anzubieten.

So dürfte vielen potenziellen Kunden wohl erst einmal nur die Hoffnung auf eine baldige Preissenkung bleiben. Samsung selbst muss dabei auch aufpassen, dass diese Kunden nicht zur Konkurrenz abwandern. So furchtbar weit weg ist nämlich ein Huawei Mate 20 Pro vom Galaxy S10+ nicht. Allerdings gibt es das Top-Modell der Chinesen mittlerweile deutlich günstiger. Und genau das ist das Problem von Samsung: Das Galaxy S10+ ist unterm Strich zwar ein verdammt gutes Smartphone, aber gerade im Vergleich zur Konkurrenz kein Quantensprung mehr. Ob es also ausreicht, um Samsung wieder ganz an die Spitze zu befördern, wird sich erst noch zeigen müssen.

Samsung Galaxy S10+ bei SATURN kaufen

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Hochwertiges Design - Langsamer Fingerabdruckscanner
+ Hervorragender Screen - Kein Low-Light-Fotomodus
+ Starker Akku - Platzierung des Power-Buttons
+ Flexible Kamera - Sehr hoher Preis
+ Tolle Performance
+ Kompromisslose Ausstattung
+ Top-Bildstabilisierung

 

Das sagt Patrick:
Fast wirkt es so, als würde Samsung mit dem Galaxy S10+ zu viel wollen. Mehr Display, mehr Kameras, mehr Speicher und mehr Optionen. Das Konzept geht ohne Zweifel auf und beschert uns das erste Smartphone-Highlight des Jahres 2019. In meinen Augen wäre weniger aber an einigen Stellen durchaus mehr gewesen. Vor allem mit einer kleineren Speicherausstattung hätte Samsung den Einstiegspreis vermutlich noch um ein- bis zweihundert Euro drücken können.

So muss sich das Galaxy S10+ Konkurrenten wie dem Huawei Mate 20 Pro oder dem Google Pixel 3 XL stellen, die an Stellen Abstriche machen, an denen es den meisten Kunden wahrscheinlich nicht besonders weh tut, die ansonsten aber eine ähnlich gute Ausstattung zu einem deutlich attraktiveren Preis bieten. Und nicht zuletzt wären da auch noch die kleinen Brüder Galaxy S10 und Galaxy S10e, die dem Plus-Modell in vielerlei Hinsicht ebenbürtig sind.
Samsung Galaxy S10+
Samsung Galaxy S10+
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Preis (UVP)
    1249 Euro (512 GB)
  • Release
    8. März 2019
  • Farben
    Ceramic White, Ceramic Black
  • Lieferumfang
    Smartphone, Ladeadapter, Datenkabel, Steckplatzwerkzeug, Micro-USB Adapter, USB Adapter Typ-C, Headset, Kurzanleitung
  • Display-Größe
    6,4 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    3040 x 1440 Pixel, Super AMOLED
  • Prozessor
    Exynos 9820
  • Arbeitsspeicher
    8 GB RAM
  • Speicherkapazität
    512 GB (erweiterbar per MicroSD)
  • Betriebssystem
    Android 9.0 Pie (Stand: März 2019)
  • Kameras
    Dual-Frontkamera (10 MP +8 MP) und Triple-Rückkamera (16 + 12 + 12 MP)
  • SIM-Karten-Format
    Nano-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    USB-Typ-C, Kopfhörer
  • Akkukapazität
    4100 mAh
  • Besondere Merkmale
    Infinity-O-Display, Fingerabdruckscanner im Display, fünf Kameras, Keramik-Rückseite
TURN ON Score:
4,5von 5
  • Akkuleistung
    4,5
  • Design
    5,0
  • Preis-Leistung
    2,5
  • Hardware
    5,0
  • Ausstattung
    4,5
  • Klang
    4,0
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