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Samsung Galaxy S10e im Test: Nein, das ist kein Budget-Smartphone

Das Samsung Galaxy S10e ist der kleinere und günstigere Ableger des Galaxy S10. Doch welche Abstriche müssen Kunden mit dem Gerät eigentlich machen und wie schmerzhaft sind diese? Im Test haben wir es herausgefunden.

Es lässt sich nicht wegdiskutieren: Smartphone-Flaggschiffe werden von Jahr zu Jahr teurer. Weil die Hersteller immer mehr Features in ihre Top-Geräte packen, klettern die Preise unentwegt nach oben. Für weniger gut betuchte Kunden werden darum abgespeckte Versionen dieser Flaggschiffe angeboten, bei denen technisch ein paar nicht allzu schmerzhafte Kompromisse gemacht werden.

Angefangen hat diesen Trend hierzulande vor allem Huawei. Der chinesische Hersteller hat mit Honor gleich eine ganze Zweitmarke geschaffen, unter der er hochwertige Smartphones mit aktueller Technik verkauft, die aber im Vergleich zu den Huawei-Geräten an der ein oder anderen Stelle abgespeckt wurden.

Apple hat sich an diesem Konzept schon im letzten Herbst mit dem iPhone XR versucht und nun liegt mit dem Samsung Galaxy S10e auch die "Budget-Variante" des neuen Flaggschiffs Galaxy S10 in den Regalen. Das "e" steht dabei für "essential". Bei diesem Gerät stellen sich gleich zwei Fragen: Wie groß sind die Kompromisse, die Kunden im Vergleich zum Standard-S10 machen müssen und ist der Preis angemessen?

Die grundlegende Technik ist dieselbe

Die gute Nachricht vorweg: An der grundlegenden Technik des Galaxy S10e hat Samsung nicht gespart. Käufer bekommen denselben Prozessor vom Typ Exynos 9820, der auch im "großen" S10 werkelt und demzufolge die identische Performance.

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Der Fingerabdruckscanner ist seitlich am Gehäuse angebracht.

Leichte Abstriche sind lediglich beim Arbeitsspeicher zu verzeichnen, davon bringt das e-Modell nämlich 6 GB mit, während im Standard-S10 sogar 8 GB RAM verbaut sind. Ein Problem dürften nur die allerwenigsten Nutzer damit haben, da 6 GB RAM für ein Smartphone Anno 2019 mehr als genug sind.

Beim internen Speicher beschränkt sich Samsung auf 128 GB. Auch das liegt auf Flaggschiff-Niveau und ist mehr als die Einstiegskonfiguration des aktuellen iPhone XS. Da sich der Speicher zudem per microSD-Karte erweitern lässt, gibt es an dieser Stelle absolut nix zu meckern.

Äußerlich fast schon ein iPhone-Klon

Größere Unterschiede zwischen dem Galaxy S10e und dem Standard-S10 lassen sich jedoch beim Äußeren der Smartphones feststellen. Verglichen mit dem Standard-S10 und dem S10+ wirkt das e-Modell nämlich fast ein wenig bieder.

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Größe und Form des Galaxy S10e ähneln dem iPhone XS.

Auch das Galaxy S10e kommt allerdings mit einer beinahe randlosen Displayfront daher, bei der die Selfiekamera in einem kleinen und ziemlich unscheinbaren Loch in der rechten oberen Ecke unterkommt. Beim Bildschirm handelt sich sogar um ein hochwertiges AMOLED-Exemplar – etwas, wofür es beim iPhone XR beispielsweise nicht mehr gereicht hat.

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Es gibt kaum noch einen Rand um das Display.

Abstriche gegenüber dem Standard-S10 müssen bei Auflösung (Full HD statt QHD) und der allgemeinen Darstellungsqualität gemacht werden. Diese lassen sich aber verschmerzen. Das Samsung Galaxy S10e hat unterm Strich ein richtig schönes Display, das an den Seiten zudem nicht gebogen ist. Erstmals seit dem Galaxy S7 gibt es also wieder ein Galaxy-S-Smartphone ohne Edge-Screen.

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Das beinahe randlose Display ist ein Highlight.

Auf der Rückseite gibt es wie gewohnt eine Glas-Abdeckung und zusammengehalten wird das Ganze von einem schmalen Aluminium-Rahmen. In diesem finden unter anderem ein Kopfhöreranschluss und der Fingerabdrucksensor Platz. Letzterer lässt sich einfacher verwenden als die In-Display-Sensoren von Galaxy S10 und Galaxy S10+, ist aber seltsamerweise etwas zu weit oben angebracht, um wirklich gut erreichbar zu sein.

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Die Verarbeitung ist hochwertig, aber nicht oberste High-End-Klasse.

In Größe und Formfaktor erinnert das Galaxy S10e ganz stark an das iPhone XS. Was Haptik und Verarbeitung angeht, ähnelt es hingegen eher dem iPhone XR. Insgesamt kann man Samsung also keinen Vorwurf machen, für runterklappende Kinnladen sorgt das Smartphone aber andererseits auch nicht unbedingt.

Die Kamera knipst auf Flaggschiff-Niveau

Der letzte große Pluspunkt, den aktuelle Flaggschiff-Smartphones im Jahre 2019 gegenüber guten Mittelklasse-Geräten oft noch haben, ist die Kamera. Darum ist vor allem die Frage interessant, wie viele Abstriche uns Samsung in diesem Bereich zumutet.

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Die Hauptkamera wartet mit zwei Linsen auf.

Rein von der Menge her lässt sich das sogar recht einfach beantworten: Die Triple-Kamera des Galaxy S10 wurde für das Galaxy S10e nämlich auf eine Dual-Kamera heruntergedampft. Übrig geblieben sind die 12-Megapixel-Hauptlinse und die 16-Megapixel-Weitwinkel-Optik. Was fehlt, ist hingegen das Teleobjektiv und damit der zweifache optische Zoom des "großen Bruders".

Ein Highlight des Galaxy S10e sind die beiden Hauptkameras. fullscreen
Ein Highlight des Galaxy S10e sind die beiden Hauptkameras.
Dank Weitwinkel lassen sich neue Perspektiven einfangen. fullscreen
Dank Weitwinkel lassen sich neue Perspektiven einfangen.
Auch in diesem Motiv zeigt sich ... fullscreen
Auch in diesem Motiv zeigt sich ...
...wie das Umschalten auf Weitwinkel die Perspektive verändert. fullscreen
...wie das Umschalten auf Weitwinkel die Perspektive verändert.
Ein Highlight des Galaxy S10e sind die beiden Hauptkameras.
Dank Weitwinkel lassen sich neue Perspektiven einfangen.
Auch in diesem Motiv zeigt sich ...
...wie das Umschalten auf Weitwinkel die Perspektive verändert.

Schaut man sich nun die Qualität der Fotos und die Features der Kamera an, so fallen diese Abstriche erfreulicherweise kaum ins Gewicht. Das meiner Meinung nach coolste Feature, nämlich die Weitwinkel-Funktion, beherrscht das S10e ebenso gut wie die beiden größeren Modellen und sorgt für völlig neue Ansichten beim Knipsen mit der Smartphonekamera. Was allerdings auffällt, ist der merklich aufgedrehte Kontrast beim Fotografieren mit der Weitwinkel-Linse. Ähnliches habe ich beispielsweise beim Galaxy S10+ nicht feststellen können.

Durch das Weitwinkel-Feature... fullscreen
Durch das Weitwinkel-Feature...
...ergeben sich ganz neue Motive. fullscreen
...ergeben sich ganz neue Motive.
Was jedoch in einigen Bildern auffällt... fullscreen
Was jedoch in einigen Bildern auffällt...
...ist der plötzlich aufgedrehte Kontrast. fullscreen
...ist der plötzlich aufgedrehte Kontrast.
Auch diese Bild zeigt, wie viel mehr... fullscreen
Auch diese Bild zeigt, wie viel mehr...
...die Weitwinkel-Linse einfängt. fullscreen
...die Weitwinkel-Linse einfängt.
Durch das Weitwinkel-Feature...
...ergeben sich ganz neue Motive.
Was jedoch in einigen Bildern auffällt...
...ist der plötzlich aufgedrehte Kontrast.
Auch diese Bild zeigt, wie viel mehr...
...die Weitwinkel-Linse einfängt.

Auch insgesamt schießt das Galaxy S10e Fotos auf einem sehr hohen Niveau. Schärfe, Farbabstimmung und Kontraste stimmen und auch bei Gegenlicht macht das Smartphone eine gute Figur. Die Bokeh-Effekte lassen sich ohne das Teleobjektiv nutzen, auch wenn diese nicht die gleiche Qualität erreichen wie beim Standard-Galaxy-S10.

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Front- und Hauptkamera bieten einige nette Bokeh-Effekte.

Erfreulich ist auch, dass Samsung das Smartphone nicht künstlich einbremst, indem Features entfernt werden. Gefilmt wird deshalb auf Wunsch ebenfalls in 4K-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde oder in Full-HD mit einer der besten Bildstabilisierungen, die es bislang in einem Handy gab. Die Frontkamera ist absolut identisch zu jener im Standard-S10, sodass ich mir an dieser Stelle den Luxus erlaube, auf den Test meines TURN-ON-Kollegen Andreas zu verweisen.

Mini-Abstriche beim Akku

Selbst bei der Akku-Größe halten sich die Abstriche in Grenzen: Zwar hat das Galaxy S10e mit 3100 mAh einen kleineren Batteriespeicher als das Standard-S10 mit seinen 3400 mAh, aber wirklich schlecht ist auch das nicht. Zum Vergleich: In Galaxy S7, Galaxy S8 und Galaxy S9 gab es jeweils nur 3000 mAh. Das Einsteiger-Flaggschiff 2019 ist somit immerhin besser ausgestattet als die Vorgänger. Die Laufzeit geht in Ordnung und besser als beim Galaxy S9, aber mehr als ein Tag ist nicht drin.

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Samsung findet immer noch Platz für einen Fingerabdrucksensor.

Positiv hervorheben möchte ich, dass es wieder zu einer IP68-Zertifizierung gereicht hat. Obwohl Samsung nach wie vor mehr Anschlüsse und Schnittstellen anbietet als die meisten Konkurrenten, erreicht das Galaxy S10e den höchsten Schutz gegen Wasser und Staub und kann demnach bis zu 30 Minuten in einer Wassertiefe von maximal einem Meter überleben.

Fazit: Das Galaxy S10e hat alles Wichtige an Bord

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Mein Fazit zum Samsung Galaxy S10e fällt ziemlich eindeutig aus: Wer aktuell nach einem absolut tauglichen Flaggschiff-Smartphone mit umfassender Ausstattung sucht, das die Geldbörse nicht übermäßig belastet, wird hier fündig. Das "e" für "essential" ist tatsächlich passend gewählt, denn nichts, was an einem Smartphone wirklich essenziell wäre, fehlt beim Galaxy S10e.

Die Abstriche, die im Vergleich zum Starndardmodell gemacht werden, sollten für die meisten Nutzer kaum oder gar nicht ins Gewicht fallen. Zudem dürfte das Gerät all den Samsung-Fans entgegenkommen, die mit dem Edge-Display nie warm geworden sind. In puncto Ausstattung schlägt das Galaxy S10e zudem auch das iPhone XR, mit dem Apple einen ähnlichen Ansatz verfolgt und im Vergleich zum XS-Modell ein paar der weniger essenziellen Features weggekürzt hat.

Ein Selbstläufer ist das S10e deshalb aber noch lange nicht. Was Samsung kann, das schafft die Konkurrenz nämlich schon lange und mit einer UVP von 749 Euro liegt das e-Modell immer noch über vielen Top-Smartphones anderer Hersteller. Messen muss sich das Gerät dabei unter anderem mit dem OnePlus 6T, dem Huawei Mate 20 und dem Honor View 20. Je nach Angebot konkurriert das Smartphone sogar mit dem Huawei Mate 20 Pro, das zweifellos das bessere Gesamtpaket bietet.

Samsung ist für diesen Wettbewerb zumindest gerüstet. Wie gut sich das Galaxy S10e auf dem Markt behauptet, entscheiden letztlich aber die Kunden.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Super-schneller Fingerabdruckscanner... - ... leider ungünstig platziert
+ Sehr gute Kamera - Schwache Low-Light-Fotos
+ Schönes, randloses Display - Nicht wirklich günstig
+ Üppige Ausstattung
+ Software-Design

 

Das sagt Patrick:
Das Samsung Galaxy S10e bekommt von mir die gleiche Wertung wie das Galaxy S10+ – und das liegt vor allem am deutlich besseren Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Vergleich zum High-End-Flaggschiff stören mich beim e-Modell nämlich nur das kleinere Display und der geschrumpfte Akku. Alle anderen Abstriche sind in meinen Augen so marginal, dass sie für mich kaum ins Gewicht fallen. Was jedoch ganz sicher ins Gewicht fällt, ist der Preis, und da ist das Galaxy S10e mit einer UVP von 749 Euro einfach mal satte 500 Euro günstiger als das S10+.
Samsung Galaxy S10e
Samsung Galaxy S10e
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Preis (UVP)
    749 Euro
  • Release
    8. März 2019
  • Farben
    Prism White, Prism Black, Prism Blue, Prism Green, Canary Yellow,
  • Lieferumfang
    Smartphone, Ladeadapter, Datenkabel, Steckplatzwerkzeug, Micro-USB Adapter, USB Adapter Typ-C, Headset, Kurzanleitung
  • Display-Größe
    5,8 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    2280 x 1080 Pixel, Dynamic AMOLED
  • Prozessor
    Exynos 9820
  • Arbeitsspeicher
    6 GB RAM
  • Speicherkapazität
    128 GB (erweiterbar per MicroSD)
  • Betriebssystem
    Android 9.0 Pie (Stand: März 2019)
  • Kameras
    Frontkamera (10 MP) und Dual-Rückkamera (16 + 12 MP)
  • SIM-Karten-Format
    Nano-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    USB-Typ-C, Kopfhörer
  • Akkukapazität
    3100 mAh
  • Besondere Merkmale
    Infinity-O-Display, Dual-Kamera
TURN ON Score:
4,4von 5
  • Akkuleistung
    4,0
  • Design
    3,5
  • Preis-Leistung
    3,5
  • Hardware
    4,5
  • Ausstattung
    4,0
  • Klang
    4,0
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