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Sonos Arc im Test: Heimkino in einem Riegel

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In der Soundbar Sonos Arc kommen elf Lautsprecher unter.

Mit der neuen Premium-Soundbar Sonos Arc möchte der Hersteller "echten Kino-Sound" in die eigenen vier Wände bringen. Elf eingebaute Lautsprecher versprechen mitreißenden Surround-Klang – ganz ohne Rücklautsprecher. In unserem Test musste sich die Soundbar beweisen.

Design und Anschlüsse: Unauffällig und sparsam

Soundbars sind lange Stangen mit Lautsprechern darin. Insofern ist es schwierig für die Hersteller, mit dem Design ihrer Soundbars zu punkten. Für die Sonos Arc sprechen der einheitliche Look und die Unauffälligkeit. Bis auf Schrift und Icons ist die Soundbar komplett schwarz, wahlweise komplett weiß. Außer auf der Rückseite sind überall winzige Löcher in das Metallgehäuse gebohrt worden, aus denen der Klang dringt. Vielleicht ist mein Design-Blick auch zu zweckmäßig – unserer Fotografin Jessica und TURN ON-Kollegin Vera hat die Soundbar optisch ausdrücklich gefallen.

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Mit einer üppigen Länge von über einem Meter reicht die Sonos Arc beinahe vollständig von der einen Seite eines 55-Zoll-TVs zur anderen. Sie kann unter den Fernseher gestellt oder an der Wand montiert werden. Nettes Detail: Ein Umgebungslichtsensor stellt automatisch das Licht der Status-LEDs ein – schaust Du in einem abgedunkelten Raum fern, werden sie deaktiviert und lenken nicht ab.

Vorne sitzt das kleine "Sonos"-Logo in silberner Farbe, oben gibt es Touch-Buttons für die Steuerung, links oben einen Button mit Lämpchen für das Mikrofon zwecks Sprachsteuerung. Hinten sind der LAN-Anschluss, der HDMI-Port mit eARC, der Anschluss für das Stromkabel und ein Pairing-Button für die Einrichtung zu finden.

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Der TV wird am HDMI-eARC-Port angeschlossen, der auch "normales" ARC unterstützt.
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Neben einer Wi-Fi-Verbindung ist auch ein direkter Router-Anschluss mit einem Netzwerkkabel möglich.
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An diesen Löchern kannst Du eine separat erhältliche Wandhalterung befestigen.
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Diese Anschluss-Sparsamkeit ist typisch für Sonos-Produkte. Konkurrierende Soundbars wie die Samsung HW-Q90R bieten mehr – etwa einen zusätzlichen HDMI-Anschluss und einen optischen Eingang. Bei anderen Mitbewerbern findest Du häufig auch einen USB- und einen Klinkenanschluss. Immerhin: Dem Sonos Arc liegt ein optischer Audioadapter bei, der mit dem HDMI-Anschluss der Soundbar verbunden werden kann.

Fazit: Die Sonos Arc kommt unauffällig unter dem Fernseher oder an der Wand unter. Bei den Anschlüssen wird Sonos-typisch gespart – einen zweiten HDMI-Port oder einen Klinkenanschluss hätten sich manche Nutzer sicher gewünscht.

Software: Für Klang-Anpassung, Streaming und weitere Sonos-Speaker

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Bei Sonos-Geräten spielt die Einbindung ins Internet eine große Rolle.

Die Soundbar kann mithilfe der Sonos-App konfiguriert und für die Wiedergabe von Streaming-Inhalten wie Musik genutzt werden. Dazu brauchst Du einen Sonos-Account. Für die bloße TV-Tonwiedergabe genügt es, die Soundbar via HDMI-ARC mit dem Fernseher zu verbinden. Du wählst sie über die TV-Einstellungen als Ton-Wiedergabegerät aus und beim Start des Fernsehers wird die Sonos Arc automatisch aktiv. Andere Geräte wie Spielekonsole oder Blu-ray-Player schließt Du am Fernseher an.

Die Einrichtung der Soundbar funktioniert also denkbar unkompliziert und bequem. Den Klang kannst Du in der Sonos-App anpassen. Hier gibt es einen Equalizer, eine Lautstärkebegrenzung, Lippen-Synchronisierung, einen Nachtmodus und weitere Einstellungsmöglichkeiten. Die Sonos Arc lässt sich mithilfe der App auch mit anderen kompatiblen Sonos-Lautsprechern koppeln. Die können dann als Rücklautsprecher für Surround-Effekte oder, im Falle des Sonos Sub, als Subwoofer dienen.

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Die Steuerung am Soundbar-Touchfeld ist rudimentär, mit der Sonos-App ist mehr möglich.

Wer möchte, kann die eingebaute Sprachsteuerung via Amazon Alexa oder Google Assistant nutzen, um Musik abzuspielen, den TV anzuschalten, die Lautstärke zu regulieren oder Fragen zu stellen. Die Sprachsteuerung für Filme und Serien funktioniert nur über ein Videostreaming-Gerät wie Amazon Fire TV oder über den Smart-TV. Davon abgesehen lassen sich Streaming-Apps wie YouTube Music und viele weitere in die Sonos-App integrieren. Spielst Du in der App Musik ab, gibt die Soundbar sie wieder.

Fazit: Der Einsatz der Sonos-App inklusive Account ist für wichtige Funktionen der Soundbar notwendig. Das dürfte manche stören. Wer sich darauf einlässt, erhält eine recht intuitive Software mit vielen Möglichkeiten.

Klang: Nicht zu viel versprochen

Zum Start habe ich mit der Sonos Arc eine Folge der Serie "Carnival Row" angesehen. Mein erster Gedanke: Kino! Die hohe Klangqualität, die weite Bühne sowie die dynamische Wiedergabe mit starkem, aber nicht dominantem Bass erinnerte mich tatsächlich an den letzten Kinobesuch. Der gute erste Eindruck wurde durch weitere Tests mit Filmen wie "Jurassic World" und Spielen wie "The Last of Us 2" bestätigt. Auch bei der Musikwiedergabe konnte mich die Sonos Arc mitreißen, ob bei differenzierten Klassikstücken oder wüstem Punk Rock.

Komplizierter wird es, wenn es um die Beurteilung der Surround-Fähigkeiten der Sonos Arc geht. Zunächst war es mir nicht möglich, Dolby Atmos zu testen, weil mein TV keinen eARC-Port hat, sondern nur einen normalen ARC-Anschluss. Lediglich eARC bietet die nötige Bandbreite für 3D-Soundformate wie Dolby Atmos. Das wird den meisten potenziellen Käufern so gehen. Sofern die beiden Höhenkanäle nicht zum Einsatz kommen, dienen die entsprechenden Treiber dazu, den Bass zu verstärken. Übrigens unterstützt die Sonos Arc aus Lizenzgründen kein DTS.

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Die Soundqualität überzeugt, doch leider kann die Sonos Arc kein DTS wiedergeben.

Richtet man die Sonos Arc mit einem iPhone ein, kann der Klang der Soundbar mithilfe der iPhone-Mikrofone an die eigenen vier Wände angepasst werden. Leider gibt es diese Option nicht für Android-Nutzer, da sich die entsprechende Technik von Android-Geräten zu sehr voneinander unterscheidet, wie uns der Hersteller erklärte. Ich konnte dieses Feature also nicht testen. Für die Erzeugung des Surround-Sounds dienen neben den Höhenlautsprechern für Dolby-Atmos-Nutzer zwei Lautsprecher an den Seiten der Soundbar sowie zwei Tweeter, die schräg nach hinten abstrahlen. Die Schallwellen prallen von den Wänden ab und erreichen schließlich das Gehör des Zuschauers von den Seiten und sogar von hinten.

Das Ergebnis ist bei halbwegs geeigneter Installation in der Mitte des Raums ein Surround-Klang, der weder nach virtuellem, simuliertem Surround noch nach dem einer echten Surroundanlage mit physischen Rücklautsprechern klingt. Zu hören ist ein diffuser Rundumklang. Er zieht mich stärker in das Geschehen hinein und trägt zum Kino-Empfinden bei, erreicht aber nicht die Präzision einer echten Surroundanlage. Meine Vermutung ist, dass der Klang den meisten Nutzern vollkommen ausreichen wird. Wer möchte, kann sich zum Beispiel zwei Sonos-Five-Lautsprecher für einen besseren Surround-Effekt dazukaufen. Dasselbe gilt für den Bass: Er ist so schon druckvoll und reicht tief hinunter – der Sonos-Arc-Subwoofer dürfte ihn noch ein Stück weit verbessern.

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Auch in den Seiten der Sonos Arc sind Lautsprecher untergebracht.

Ich war positiv überrascht davon, dass ein einzelner Lautsprecher-Riegel eine solche Rundum-Klangbühne aufbauen kann. Enthusiasten, die nun darüber lachen und auf den überlegenen Klang durch ihre dedizierten Höhen- und Rücklautsprecher verweisen, kann ich ebenso recht geben. Wie der Trend in Richtung Soundbars und weg von Surroundanlagen jedoch aufzeigt, ist das den meisten Nutzern offenbar nicht so wichtig. Die Enthusiasten mögen das bedauern, ich bedauere es selbst ein Stück. Fest steht: Premium-Soundbars wie die Sonos Arc liefern einen Kino-artigen Sound, der den Aufpreis und Mehraufwand für echte Surroundanlagen für die meisten nicht mehr rechtfertigt.

Fazit: Die Sonos Arc erzeugt tatsächlich einen Kino-ähnlichen Klang – klar, dynamisch und räumlich. Der Surround-Sound überzeugt zwar für eine Soundbar, doch Anlagen mit mehreren physischen Lautsprechern bieten eine höhere Präzision. Das Problem lässt sich mit weiteren Sonos-Speakern beheben, die als Rücklautsprecher genutzt werden können. Nur einer ausgewachsenen Dolby-Atmos-Anlage mit richtigen Höhenlautsprechern kann Sonos nichts entgegensetzen.

Fazit: Großartige Soundstange

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Die Sonos Arc hat mich positiv überrascht.

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Die Sonos Arc wird ihrem Premium-Anspruch gerecht. Von der guten Verarbeitung und dem unauffälligen Design bis hin zum hervorragenden Klang weiß die Soundbar zu überzeugen. Arrangieren muss sich der Käufer damit, dass der Hersteller an Anschlüssen gespart hat. Auch der Verzicht auf DTS wird manche stören. Vor allem der Heimkino-Klang ist jedoch derart eindrucksvoll, dass die Soundbar ihren Preis von 900 Euro wert ist.

Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Großartiger Klang

+ Unkomplizierte, bequeme Einrichtung

+ Verarbeitung & Design

+ Einbindung von Sonos-Rücklautsprechern & -Subwoofer möglich

+ Umfangreiche Sonos-App

- kein DTS

- wenige Anschlüsse

Sonos Arc
Sonos Arc
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Soundbar
  • Preis
    899 Euro
  • Release
    27. Juli 2020
  • Farben
    Schwarz / Weiß
  • Abmessungen
    1.141 x 87 x 115 Millimeter
  • Konnektivität
    WLAN 802.11b/g/n, LAN
  • Lautsprecher
    11 Treiber
  • Mikrofone
    Fernfeld-Spracherkennung
  • Unterstützte Betriebssysteme
    Android. iOS
  • Lieferumfang
    Sonos Arc, HDMI-Kabel, optischer Audio-Adapter, Netzteil, Kurzanleitung, rechtliche Informationen und Informationen zur Garantie
TURN ON Score:
4,5von 5
  • Design
    4,5
  • Preis-Leistung
    4,0
  • Ausstattung
    3,0
  • Klang
    5,0
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