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Sonos Play 1 im Test: Kompakter Lautsprecher mit gutem Klang

Der Sonos Play 1 bietet einen günstigen Einstieg in die Welt der Multiroom-Systeme.
Der Sonos Play 1 bietet einen günstigen Einstieg in die Welt der Multiroom-Systeme. (©TURN ON 2015)

Auf der Suche nach einer vernetzten Soundanlage kommt man um den Hersteller Sonos kaum herum. Mit dem Sonos Play 1 hat das US-Unternehmen einen Netzwerklautsprecher im Programm, der sich an Einsteiger richtet. Er bildet die Ausgangslage für ein modulares Soundsystem – beweist im Test aber, dass er auch für sich genommen sehr überzeugend klingt.

Ausgepackt: Edler, kleiner Brüllwürfel

Wer sich für ein kabelloses System von Sonos interessierte, musste bereits für den Einstieg ein ordentliches Sümmchen auf den Tisch legen. Analog zu den teureren Modellen Sonos Play 3 und Sonos Play 5 hat das Unternehmen im Herbst 2013 aber den Sonos Play 1 auf den Markt gebracht. Wie seine größeren Brüder ist er ein All-in-One-Netzwerkplayer, der zudem als Grundgerüst für weitere Komponenten in einem Multiroom-System dient.

Das Modell kommt in einer schwarzen Schachtel, auf der neben einer Abbildung des Geräts violette Muster und Schriftzüge aufgedruckt sind. Beim Auspacken begrüßt einen sofort eine kleine Papphülle mit Schnellstarter-Guide und Co. Zwischen zwei Pappelementen ruht der Sonos Play 1, in unserem Falle in Schwarz – den Lautsprecher gibt es aber auch in weißer Ausführung. Zum weiteren Zubehör zählen ein Ethernet- und ein Stromkabel.

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Kompakter Lautsprecher mit elegantem Look: der Sonos Play 1. (©TURN ON 2015)

Schon auf den ersten Blick hinterlässt der Sonos Play 1 einen wertigen Eindruck: Das Modell misst rund 16 x 12 x 12 Zentimeter und bringt beinahe zwei Kilogramm auf die Wage. Das Design ist schlicht, aber dennoch edel. Das liegt vor allem an dem gelochten Aluminium-Gitter, das einmal um das versiegelte Kunststoffgehäuse herum angebracht ist. Auch bei der Verarbeitung überzeugt unser Testgerät auf ganzer Linie.

Wenige Anschlüsse – dafür schnell durchstarten

Auf der Rückseite des Lautsprechers finden sich in der unteren Hälfte ein Ethernet-Anschluss – etwa zum Verbinden mit einem Router – und ein genormtes Gewinde zum Anbringen an der Wand. Intelligent gelöst ist die Stromversorgung: Das Kabel wird an der Unterseite des Geräts angeschlossen. Dabei wird es im Gehäuse versenkt, sodass der Lautsprecher einen stabilen Stand hat und das Kabel bombenfest sitzt.  Auf der Oberseite des Sonos Play 1 finden sich die Bedienelemente, die in ihrer Zahl ebenfalls überschaubar sind. Neben einer Statusleiste gibt es dort eine Wippe zur Lautstärkeregelung sowie eine Play-Pause-Taste.

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Schon der Schnellstarter-Guide mit seinen zwei Punkten verrät: Das Einrichten des Sonos Play 1 funktioniert in Windeseile. Stromverbindung herstellen, Lautsprecher an den Router anschließen und die installierte App starten – nun kann das Gerät einem bestehenden Netzwerk hinzugefügt oder separat betrieben werden. Dafür einfach zwei Tasten gleichzeitig drücken und kurz warten, bis die Verbindung steht. Das war es schon.

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Das Besondere an den Sonos-Systemen: Die einzelnen Komponenten lassen sich via WLAN kabellos verbinden – allerdings ist zumindest für eines der Geräte eine Verbindung mit dem Stromnetz erforderlich. Des Weiteren muss auch mindestens ein Gerät direkt mit einem Ethernetkabel an den Router angeschlossen werden. Alternativ geht dies beispielsweise über die Sonos Bridge, die es für knapp 50 Euro zu kaufen gibt. Diese wird an den Router angeschlossen und fungiert als Kontrollzentrum für alle Sonos-Komponenten. Auf diese Weise entsteht in der gesamten Wohnung ein Multiroom-System, mit dem die Playlists direkt in den einzelnen Zimmern – mit eigens angepassten Einstellungen – zum Besten tönen.

Aufgrund des modularen Aufbaus ist es empfehlenswert, den Sonos Play 1 als Teil eines Gesamtsystems zu sehen. Insbesondere als Duo soll der Lautsprecher deutlich mehr hermachen als allein. Alternativ lässt sich das Modell noch mit einem Basslautsprecher verbinden, sodass ein 2.1-System entsteht. Und wer eine Playbar dazu nimmt, erhält ein drahtloses 5.1-Surroundsystem. Allerdings wird eine solche Kombination sehr schnell sehr teuer.

Simple Bedienung mit der Sonos Controller-App

Die Steuerung des Lautsprechers erfolgt über die Sonos Controller-App, die es für Android oder iOS kostenlos zum Download gibt. Am Lautsprecher selbst hingegen sind die Bedienmöglichkeiten überschaubar. Leiser, lauter, Play, Pause oder Skippen – mehr können die physischen Tasten nicht. Praktisch allerdings: Doppeltes Drücken der Play-Taste springt zum nächsten Song. Auch eine Power-Taste gibt es nicht. Das Gerät geht automatisch in den Standby-Modus, wenn die App beendet wurde oder keine Musik läuft. Im Betrieb reagiert der Sonos nach Betätigen der physischen Tasten allerdings etwas träge, was sich beispielsweise beim Stoppen eines Songs deutlich bemerkbar macht. Übrigens: Natürlich lässt sich die Lautstärke auch über die Tasten am Smartphone regeln.

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Die Sonos Controller-App bietet mehrere Möglichkeiten, um Playlists auszuwählen – etwa über das Sonos-Konto, auf dem Smartphone gespeicherte Songs oder über einen der vielen  Musikstreaming-Dienste. Das System unterstützt insgesamt 32 Anbieter, darunter Spotify, Last.fm, Deezer und Juke. So simpel das Erstellen der Playlists auch ist – Einstellungen zur Klangoptimierung gibt es nur wenige. In den Optionen lassen sich die Höhen und Bässe verstellen sowie ein Loudness-Effekt aktivieren. Dieser ist gerade bei geringer Lautstärke empfehlenswert, da er die Bässe und Höhen leicht anhebt.

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Klang: Tolle Mitteltöner und Hochtöner, ordentlicher Bass

Stichwort Bässe und Höhen: Kommen wir zum Klang. Dieser sollte bei der Auswahl eines Lautsprechers die Hauptrolle spielen. Das Wichtigste vorweg, der Sonos Play 1 klingt für sein Format wirklich sehr ordentlich. Auf normaler Lautstärke gibt er ein klares Klangbild, bei dem auch die Bässe überraschend ausgeprägt, knurrig und wummernd sind. Heavy-Metal-Tracks klangen im Test fett und vergleichsweise druckvoll, wenn auch ein wenig dumpf. Insbesondere der Mitteltöner und der Hochtöner arbeiten aber sehr gut und differenziert. Epische Soundtracks klangen überzeugend und voluminös. Zu bedenken ist: Erst mit zwei Exemplaren des Sonos Play 1 entsteht auch wirklich Stereo-Sound.

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In der App gibt es leider nur wenige Einstellungsmöglichkeiten, um den Klang anzupassen. (© 2015)

Im Test klangen die vordefinierten Einstellungen schon sehr gut, nur die Bässe haben wir etwas angehoben. Ein Tipp noch zum Aufstellen: Weil er so klein ist, sollte der Lautsprecher nicht gerade auf dem Fußboden platziert werden, sondern eher in Kopfhöhe. Bei seinen kompakten Abmessungen ist das kein Problem. So lässt sich der Sonos Play 1 etwa super im Bücherregal verstecken. Allerdings aufgepasst: Die Seiten des Lautsprechers sollten nicht verdeckt werden, damit der Klang noch voll zur Geltung kommt.

Fazit: Und was mit dem Sonos Play 1 anfangen?

Am Ende des Tages stellt sich die Frage: Ist der Sonos Play 1 sein Geld wert? Diese Frage ist natürlich subjektiv. Aber tatsächlich lässt sich sagen, dass der kleine Lautsprecher für den Preis von rund 200 Euro und seine kompakten Abmessungen eine Menge zu bieten hat. Der Klang ist ausgewogen, klar und ausreichend dynamisch, selbst die Bässe überraschen positiv. Allerdings wären erweiterte Equalizer-Einstellungen wünschenswert, um die Klangfarbe stärker beeinflussen zu können. Zu bedenken ist auch, dass das Einstiegsmodell lediglich als Mono-Lautsprecher dient. Für ein Stereo-Erlebnis braucht es ein zweites Modell.

Und gerade hier wird es interessant: Denn der Sonos Play 1 ist ein gelungener Einstieg in die modulare Multiroom-Welt. Durch die Kombination mehrerer Sonos-Systeme lassen sich ganze Surround-Anlagen kabellos einrichten. Wer also ein komplettes Soundsystem sucht, dem wird der Sonos Play 1 allein zu wenig sein. Auch wer einfach nur einen Lautsprecher braucht, dürfte bei anderen Alternativen besser aufgehoben sein. Zwar eignet sich schon ein einziger Würfel sich super, um beispielsweise bei einer Feier auch in der Küche oder im Bad Musik abzuspielen. Denn gerade in kleineren Räumen kommt der Klang gut zur Geltung. Trotzdem: Seine Stärken spielt der Sonos Play 1 erst im Verbund mit weiteren Komponenten voll aus.

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