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Surface Book 3 im Test: Starke Grafik, hoher Preis

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Optisch hat sich nicht viel getan: Das Surface Book 3 mit 15 Zoll großem Display sieht seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich.

Das Surface Book 3 ist der 2020er-Refresh von Microsofts Premium-Convertible. Schnellerer Prozessor, stärkere Grafikkarte, mehr Arbeitsspeicher und Wi-Fi 6: Upgrades gibt es in praktisch jedem Bereich. Das lässt sich Microsoft aber auch eine Stange Geld kosten. Im Test haben wir uns überlegt, für welche Zielgruppe das Surface Book 3 in 15 Zoll geeignet sein könnte.

Design, Display und Eingabegeräte: Hochwertig wie gewohnt

Das Surface Book 3 sieht seinen Vorgängern sehr ähnlich. Mit seinem stabilen Magnesium-Gehäuse ist das Convertible weder besonders schwer noch ein Leichtgewicht: 1,9 Kilogramm bringt es auf die Waage. Das Gerät besteht aus einem Bildschirm, der abgenommen als Windows-Tablet dient (817 Gramm), sowie der sogenannten Base mit der Tastatur und einer Grafikkarte im Inneren. Um das Display abzunehmen, musst Du einen Button auf der Tastatur kurz gedrückt halten, das Trennen und Verbinden dauert einige Sekunden.

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Der Bildschirm lässt sich abnehmen und als Tablet nutzen.

Im Test gab es gelegentliche Probleme mit dem Mechanismus – das Tablet hat die Grafikkarte in der Base nicht immer erkannt. Einmal ließ sich die Verriegelung zunächst nicht öffnen. Wir konnten diese Probleme durch erneutes Trennen und Verbinden lösen.

Das Display misst genau 15 Zoll und löst mit 3.240 x 2.160 Pixeln auf, was ein extrem scharfes Bild zur Folge hat. Der Touchbildschirm ist zudem hell genug für den Einsatz in der Sonne. Das recht hohe 3:2-Format bietet Vorteile beim Arbeiten mit Dokumenten und Grafiken. Bild- und Videobearbeitung, Office-Programme wie Word und Excel sowie das Entwerfen von 3D-Modellen mit CAD-Software zählen zu den typischen Anwendungsmöglichkeiten des Surface Book 3. Aufgrund der starken Grafikkarte eignet es sich auch für Gaming in Full-HD-Auflösung, aber das ist eher ein Randschauplatz angesichts der professionellen Zielgruppe.

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Das Surface Book 15 ist vor allem für Profi-Anwendungen wie CAD-Programme gedacht.
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Dabei hilft der Touchbildschirm.
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Kritisieren ließe sich am Bildschirm der im Vergleich zu aktuellen Laptops relativ breite Displayrahmen. Da der Screen allerdings auch als Tablet zum Einsatz kommt, erfüllt der Rahmen für das Halten eine praktische Funktion. Das Glas-Trackpad überzeugt mit Präzision und einem guten Klick-Feedback. Es ist groß genug, aber einige Konkurrenten wie das MacBook Pro 16 und das Dell XPS 15 (2020) sind mit noch größeren Trackpads vorbeigezogen.

Die dreistufig weiß beleuchtete Tastatur zählt zu den besten Laptop-Keyboards. Aufgrund des größeren Hubwegs im Vergleich zu vielen Konkurrenten musst Du die Tasten richtig hineindrücken, damit sie auslösen. Dann geben sie eine leise hörbare und spürbare Rückmeldung ab.

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Tastatur und Touchpad sind vom Vorgänger bekannt.
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Qualitativ lassen die Eingabegeräte keine Wünsche offen.
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Fazit: Das Surface Book 3 bietet eine vorbildliche Verarbeitung, ein scharfes, helles Display und hochwertige Eingabegeräte. Das Design hat sich seit dem ersten Surface Book allerdings kaum verändert.

Mehr zum Surface Book 3 bei SATURN

Technik und Ausstattung: Mit USB 3.2 Gen 2, aber ohne Thunderbolt 3

Das Surface Book 3 wird mittels Power-Button oben auf dem Bildschirm-Element angeschaltet. Daneben sitzt die Lautstärkewippe. Das Tablet bringt zudem einen Kopfhöreranschluss auf der rechten Seite oben sowie einen Surface-Connect-Port an der Unterseite mit, der den Bildschirm mit der Base verbindet. Auf der linken Seite der Base sind zwei USB-3.1-Gen-2-Anschlüsse und ein SD-Kartenleser zu finden. Rechts gibt es den Surface-Connect-Anschluss fürs Laden und für die optionale Docking-Station sowie einen USB-3.1-Gen-2-Typ-C-Anschluss.

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Auf der linken Seite sind zwei USB-Anschlüsse und der Kartenleser zu finden.
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Rechts gibt es einen USB-C-Port und den Surface Dock.
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Am Surface Dock kannst Du das Surface Book 3 aufladen.
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Links oben auf dem Tablet-Element sind der Power-Button und die Lautstärkewippe zu finden.
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Auf der rechten Seite des Bildschirms gibt es einen Kopfhöreranschluss.
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Thunderbolt 3 für externe Grafikkarten fehlt. Microsoft hält den Port für ein Sicherheitsrisiko, viele Konkurrenten bringen ihn aber mit. Erwähnenswert sind auch Wi-Fi 6 sowie Bluetooth 5.0 für schnelle und stabile kabellose Verbindungen.

Die optional erhältliche Docking-Station Surface Dock 2 ergänzt die Anschlüsse um vier USB-C-Ports, von denen zwei mit externen 4K-Monitoren bei 60 Hertz verbunden werden können. Es gibt zwei weitere USB-A-Anschlüsse sowie Ethernet, einen Kopfhörer-Port und einen Kensington Lock für die Abriegelung der Anschlüsse. Leider kostet das Surface Dock 2 üppige 300 Euro. Ebenfalls optional erhältlich ist der Surface Pen. Der aktive Eingabestift eignet sich etwa für technische Zeichnungen und den Einsatz von Photoshop im Tablet-Modus.

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Hier verbergen sich die Lüftungsschlitze des Tablets.
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Auch die Lüftungsschlitze der Base sind unauffällig angebracht.
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Das Surface Book 3 mit 15 Zoll ist ab 2.500 Euro erhältlich, die verschiedenen Konfigurationen unterscheiden nur in der Größe von Arbeitsspeicher und SSD. Wir hatten eine der Top-Konfigurationen im Test. Unser Modell setzt auf den Intel Core i7-1065G7 nebst 32 GB Arbeitsspeicher und eine 512 GB große SSD. Im Tablet-Element sorgt die integrierte Grafikeinheit Iris Plus Graphics G7 für die Grafikleistung. Sie ist bereits recht schnell und liegt auf ähnlichem Niveau wie die Einsteiger-GPU GeForce MX150. Die GTX 1660 Ti in der Base genügt sogar für aktuelle Spiele in Full-HD-Auflösung – dazu unten mehr.

Leider ist es bei der zehnten Intel-Generation schwierig, es am Namen zu erkennen, aber: Der Prozessor zählt zur stromsparenden U-Serie und begnügt sich ungefähr mit der Leistung des Core i7-8650U, der aus dem Vorgänger bekannt ist. Wer einen Laptop mit einer besonders hohen CPU-Leistung benötigt, ist beim Surface Book 3 also fehl am Platz. Hier empfehlen sich die Chips von Intels H-Serie oder AMDs Ryzen 7 4800H. Beispielweise sind das Apple MacBook Pro 16 (Intel Core i9-9980H) und das aktuelle Dell XPS 15 (Intel Core i7-10750H) viel schneller unterwegs.

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Das Surface-Book-Tablet ist mit 15 Zoll weitaus größer als herkömmliche Tablets wie das Samsung Galaxy Tab S4 (10,5 Zoll).
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Das Surface-Book-Tablet im Rückseiten-Vergleich mit dem Galaxy Tab S4.
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Im Alltagsgebrauch fühlt sich das Surface Book 3 rasant an, Programme starten schnell, das Surfen im Internet klappt zügig, und Spiele sind in Sekunden geladen. Die Unterschiede zu stärkeren Prozessoren dürften nur bei CPU-intensiven Anwendungen wie der 4K-Videobearbeitung auffallen. Die Akkulaufzeit genügt für einen Tag, das Tablet hält jedoch nur ein paar Stunden durch.

Fazit: Thunderbolt 3 werde einige Nutzer vermissen, ansonsten ist die Auswahl der Anschlüsse stimmig. Die Prozessorleistung überzeugt für ein Convertible, es gibt aber deutlich schnellere Laptops.

Hier gibt es Benchmark-Tests

Profi-Tipp: CPU- und GPU-Benchmark-Ergebnisse findest Du im Test der Kollegen von Notebookcheck.

Grafikleistung: Dank GTX 1660 Ti Max-Q auch für Full-HD-Gaming gerüstet

Leistungs-Highlight des Surface Book 13 ist zweifellos nicht der Prozessor, sondern die Grafikeinheit. Ihr Einsatzgebiet sind vor allem CAD-Programme und andere 3D-Grafiksoftware für Entwickler, die GPU bietet sich jedoch auch für Computerspiele an.

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Nicht nur für ein Spielchen zwischendurch: Moderne Games laufen in Full-HD-Auflösung flüssig.

Mit der nativen Bildschirmauflösung ist die GTX 1660 Ti beim Gaming aber überfordert. Selbst "Age of Empires: Definitive Edition", die Neuauflage von Microsofts Echtzeitstrategie-Klassiker, dümpelte mit 10 bis 20 Bildern pro Sekunde (FPS) vor sich hin. Als Gaming-System ist das Surface Book 3 vielmehr mit Full-HD-Auflösung bei hohen Grafikeinstellungen zu Hause. Das "Resident Evil 2 Remake" und "Shadow of the Tomb Raider" liefen mit 60 FPS flüssig über den Bildschirm.

Fazit: Moderne Games lassen sich auf dem Surface Book 3 mit der GTX 1660 Ti mit Full-HD-Auflösung und hohen Einstellungen flüssig spielen.

Mikros, Lautsprecher und Kameras: Die Videokonferenz-Maschine

Die beiden Lautsprecher sitzen im Tablet-Element und strahlen nach vorn ab. Sie klingen gut und bieten eine gewisse Portion Bass, könnten aber etwas lauter erschallen. Alternativ lassen sich Headsets via Bluetooth 5.0 oder Klinkeneingang verbinden. Dank der beiden Fernfeld-Mikrofone fängt das Surface Book 3 Sprache auch von der anderen Seite des Raumes gut ein, wie unser Test mit der Aufnahmesoftware Audacity ergab.

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Für Videokonferenzen ist das Surface Book 3 15 gut geeignet.
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Die Bildqualität der Rückseiten-Kamera ist ansprechend.
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Auf der Vorderseite gibt es auch die Sensoren für Windows Hello.
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Über dem Display sind Sensoren für Windows Hello angebracht, darüber lässt sich Windows bequem via Gesichtsentsperrung starten. Die 5-Megapixel-Webcam für Videokonferenzen macht klare, dank HDR-Funktion gut beleuchtete Aufnahmen, die qualitativ weit über dem Laptop-Durchschnitt liegen. Auch die Hauptkamera hinten ist für ordentliche Bilder zu gebrauchen, sie liegt ungefähr auf dem Niveau einer Mittelklasse-Handykamera.

Fazit: Für Videokonferenzen ist das Surface Book sehr gut gerüstet.

Fazit: Premium-Windows-Convertible für eine kleine Zielgruppe

Trotz der geringen Design-Änderungen überzeugt auch das dritte Surface Book als Microsofts Vorzeige-Convertible. Zwar ist die Prozessorleistung für die Geräteklasse sehr gut, Laptops ohne abnehmbares Touchdisplay wie das Dell XPS 15 (2020) und das MacBook Pro 16 bieten aber deutlich mehr CPU-Power. Dafür bringt das Surface Book 15 mit der GTX 1660 Ti Max-Q eine ausgewachsene Grafikkarte mit, die das Gerät für Spiele in Full-HD-Auflösung tauglich macht.

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Das abnehmbare Tablet eröffnet neue Einsatzmöglichkeiten.

Auch für Videokonferenzen ist das Surface Book 15 hervorragend geeignet, wie generell für den Business-Einsatz. Das Stift-kompatible Tablet dürfte Architekten und Designern gelegen kommen. Manche werden allerdings Thunderbolt 3 vermissen, um etwa die Grafikleistung mit einer externen GPU weiter zu erhöhen.

Unterm Strich ist das Surface Book 15 ein überzeugendes Premium-Convertible zum Premium-Preis von mindestens 2.500 Euro. Wer sich das leisten kann und zur Zielgruppe gehört, macht nichts falsch. Es gibt kein anderes Gerät dieser Art mit einer derart hohen Grafikleistung. Wer geringe Ansprüche an die GPU stellt, wird aber auch mit dem deutlich günstigeren Surface Pro 7 glücklich.

Mehr zum Surface Book 3 bei SATURN

Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Hervorragende Verarbeitung

+ Sehr gute Eingabegeräte

+ Sehr gut für Videokonferenzen geeignet

+ Einsatz als Windows-Tablet möglich

+ Hohe Grafikleistung für ein Convertible

- Premium-Preis

- Design hat sich praktisch nicht verändert

- Gelegentliche Probleme beim Verbinden des Tablets

- Kein Thunderbolt 3

 

Microsoft Surface Book 3 15
Microsoft Surface Book 3 15
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Convertible
  • Release
    5. Juni 2020
  • Preis
    Ab 2.520 Euro
  • Abmessungen
    15 Zoll: 343 x 251 x 15,0-23 Millimeter
  • Gewicht
    1,9 Kilogramm
  • Farben
    Platinum
  • Lieferumfang
    Surface Book, Abnehmbare Tastatur, Netzteil, Kurzanleitung, Sicherheitshinweise und Garantiedokumente
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    3.240 x 2.160 Pixel, PixelSense-Touch-Display mit Surface-Pen-Support
  • Prozessor und Taktung
    Intel Core i7-1065G7
  • Arbeitsspeicher
    16 GB oder 32 GB RAM
  • Speicherkapazität
    256 GB SSD, 512 GB SSD oder 1 TB SSD
  • Anschlüsse und Steckplätze
    2 x USB 3.1, 1 USB-C, SD-Kartenleser, 2 x Surface Connect, Headset-Buchse
  • Konnektivität
    Bluetooth 5.0, Wi-Fi-6-Drahtlosnetzwerk
TURN ON Score:
4,5von 5
  • Akkuleistung
    4,0
  • Design
    4,5
  • Preis-Leistung
    3,0
  • Hardware
    4,5
  • Ausstattung
    4,0
  • Klang
    4,0
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