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Unihertz Atom im Test: Der Schlüsselanhänger unter den Outdoor-Handys

Das Unihertz Atom hat einen geradezu winzigen Screen mit 2,45 Zoll.
Das Unihertz Atom hat einen geradezu winzigen Screen mit 2,45 Zoll.

Moderne Smartphones mit ihren 6 bis 7 Zoll großen Displays sind Dir viel zu riesig? Und selbst das 4-Zoll-Handy iPhone SE ist für Dich ein wahrer Gigant? Dann ist vielleicht das Crowdfunding-Projekt Unihertz Atom etwas für Dich. Das kleine Smartphone hat einen Screen mit gerade einmal 2,45 Zoll – und soll dafür mächtig was aushalten!

Im Sommer 2018 machte ein Kickstarter-Projekt namens Atom Schlagzeilen. Der chinesische Hersteller Unihertz versprach ein winziges Smartphone mit 2,45-Zoll-Display, das dennoch voll funktionstüchtig und zugleich sehr robust beim Outdoor-Einsatz sein sollte. Ende 2018 wurde das Atom schließlich an die ersten Unterstützer ausgeliefert und nun ist auch bei TURN ON ein Gerät eingetrudelt. Doch wie viel Smartphone steckt wirklich in dem Winzling? Wir haben den Test gewagt ...

Design und Verarbeitung: Hässlich, aber robust

Zunächst fällt beim Unihertz Atom natürlich die Größe ins Auge – oder sagen wir vielmehr die Kleinheit. Das Smartphone misst nämlich gerade einmal 96 x 45 x 18 Millimeter und dürfte somit wirklich von jedem Nutzer mit nur einer Hand bedient werden können. Das Handy ist das krasse Gegenteil zu Riesen-Geräten wie etwa dem Huawei Mate 20 X. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff mit einer leicht genoppten Rückseite. Dies verleiht dem Atom gleich einen robusteren Militär-Look und verhindert zudem, dass das kleine Handy zu schnell aus der Hand gleitet.

Das Unihertz Atom ist in robustem Gummi verpackt. fullscreen
Das Unihertz Atom ist in robustem Gummi verpackt.
Die Rückseite ist für einen besseren Grip leicht genoppt. fullscreen
Die Rückseite ist für einen besseren Grip leicht genoppt.
An der Seite sitzt ein roter Schnellstart-Button, mit dem sich sofort eine App öffnen lässt. fullscreen
An der Seite sitzt ein roter Schnellstart-Button, mit dem sich sofort eine App öffnen lässt.
Das Unihertz Atom ist in robustem Gummi verpackt.
Die Rückseite ist für einen besseren Grip leicht genoppt.
An der Seite sitzt ein roter Schnellstart-Button, mit dem sich sofort eine App öffnen lässt.

Eine Schönheit ist das Unihertz Atom allerdings nicht: Das Handy ist nur in schlichtem Schwarz erhältlich, die etwas dickliche Form erinnert an die Bauweise alter Nokia-Handys und weniger an moderne Smartphones. Dies dürfte allerdings auch der IP68-Zertifizierung und dem 2000-mAh-Akku geschuldet sein, der schließlich auch irgendwo im Smartphone-Winzling unterkommen muss. Das Gewicht des Handys liegt bei schmalen 108 Gramm (ohne Akku). 

Apropos IP68: Das Unihertz Atom ist laut Herstellerangaben staubdicht und gegen dauerndes Untertauchen in mehr als einem Meter Wassertiefe geschützt. Auch harte Stöße und Stürze auf den Boden soll das Gerät dank seiner dicken Gummiummantelung und Gorilla Glass 3 wegstecken können. Eine entsprechende Zertifizierung besitzt das Atom zwar nicht, im Test war ein Sturz auf den Boden für das Atom allerdings kein Problem.

Leistung und Ausstattung: Überraschend viel Smartphone

In Sachen technische Daten ist das Unihertz Atom eigentlich nicht zu verachten. Im Inneren arbeitet der Chip Mediatek Helio P23 MT6763, der etwa auch im Oppo F5 seinen Dienst verrichtet. In Benchmark-Tests liefert der Chip eine ähnliche Leistung wie der rund eineinhalb Jahre alte Snapdragon 450, der zum Beispiel auch im Moto G6 verwendet wird. Der Chip des Unihertz Atom wird von 4 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Als interner Speicher stehen 64 GB zur Verfügung, die allerdings aufgrund des fehlenden microSD-Slots nicht erweitert werden können.

Alles in allem sind das für ein solch kleines Gerätchen durchaus achtbare Specs . Im Alltag arbeitet das Unihertz Atom auch tatsächlich recht flüssig und ohne größere Hänger. Selbst Mobile Games wie "Mario Run" laufen flüssig – wenn man sie denn auf dem winzigen Screen spielen möchte.

An der rechten Seite des Smartphones sitzt ein roter Schnellstart-Button, der in den Einstellungen von Android mit einer beliebigen App belegt werden kann, beispielsweise der Kamera.

Mit weiterem Zubehör kann man das robuste Unihertz Atom noch ein bisschen outdoortauglicher machen. So besitzt das Smartphone eine kleine Öse, an der man ein bereits beiliegendes Band befestigen kann – ideal etwa für den Schlüsselbund. Der Hersteller bietet außerdem Halterungen fürs Fahrrad, einen Armgurt sowie einen Clip für die Befestigung an Rucksäcken oder Gürteln an.

Der fest verbaute und somit nicht austauschbare Akku des Unihertz Atom hat eine Kapazität von 2000 mAh und hielt im Test bei normaler Nutzung ungefähr einen Tag durch. Wer das Smartphone tatsächlich als Outdoor-Gerät für mehrere Tage verwenden möchte, sollte also besser eine zusätzliche Powerbank dabei haben.

Display: Wer soll das bedienen?

Der Knackpunkt beim Unihertz Atom ist sicherlich das Display, das wie bereits erwähnt gerade einmal 2,4 Zoll misst. Zum Vergleich: Das kleinste aktuelle Smartphone eines Top-Herstellers, das iPhone SE von Apple, ist mit seinem 4-Zoll-Screen immerhin mehr als 1,6-mal größer. Bei solch einem winzigen Bildschirm kann natürlich auch die Auflösung keine Full-HD-Ausmaße erreichen – genauer gesagt ist sie mit 240 x 432 Pixel sogar 20-mal geringer als Full HD. Eine besonders scharfe Darstellung darf man beim Atom also nicht erwarten, ablesbar ist das Display dennoch. Auch bei direkter Lichteinstrahlung kann man Inhalte noch recht gut erkennen, sonderlich blickwinkelstabil ist der Screen allerdings nicht.

Unihertz Atom fullscreen
Die Eingabe einer Google-Suche ist auf dem winzigen Screen sehr mühselig.

Ein wirkliches Problem wird das kleine Display allerdings beim Tippen auf dem Screen. Wer wie ich schon bei normalen Smartphone-Screens eher mit dem 2-Finger-System vorgeht – und damit vermutlich von jedem Teenie verlacht wird – wird beim Unihertz Atom mit seiner winzigen On-Screen-Tastatur schnell an seine Grenzen stoßen. So habe ich etwa allein für das anfängliche Eingeben der Google-Konto-Daten bestimmt zehn Versuche und gefühlt fünf Minuten gebraucht, da ich anscheinend immer einen Millimeter rechts oder links neben den richtigen Buchstaben tippte. Hier wird mehr als deutlich, dass die Android-Apps auf dem Unihertz Atom nicht für das kleine Display optimiert sind. Für Nutzer mit kurzem Geduldsfaden oder großen Fingern wird das Handy also in jedem Fall eine Herausforderung darstellen.

Kameras: Besser nur als Extra betrachten

Von den Kameras des Unihertz Atom sollte man naturgemäß nicht allzu viel erwarten. So macht die Selfie-Cam auf der Vorderseite Fotos mit 8 Megapixeln, die Hauptkamera bietet 16 Megapixel. Auf dem Papier sind das tatsächlich noch recht vernünftige Daten, schließlich hat das iPhone XR auch nur 12 Megapixel (Hauptkamera) beziehungsweise 7 Megapixel (Selfie-Kamera).

Dass Megapixel aber nicht alles sind, zeigt sich beim Unihertz Atom recht schnell bei schlechten Lichtbedingungen– und das ist auch kein Wunder, wo sollen besonders ausgefeilte Kamerasensoren in dem kleinen Outdoor-Smartphone auch unterkommen?

Während die Hauptkamera bei guter Beleuchtung noch einigermaßen gute Fotos hinbekommt, die aber manchmal ein wenig verwaschen wirken, ist die Selfie-Kamera kaum zu gebrauchen. Richtig schlimm wird es bei niedrigen Lichtstärken. Die Bilder der Hauptkamera sind dann ebenfalls kaum noch zu verwenden.

Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom. fullscreen
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom.
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom. fullscreen
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom.
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom. fullscreen
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom.
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom. fullscreen
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom.
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom. fullscreen
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom.
Foto mit der Selfie-Kamera des Unihertz Atom. fullscreen
Foto mit der Selfie-Kamera des Unihertz Atom.
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom.
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom.
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom.
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom.
Foto mit der Hauptkamera des Unihertz Atom.
Foto mit der Selfie-Kamera des Unihertz Atom.

Fazit: Ein "Smartphone" für Puristen

Das Unihertz Atom ist ein robustes Smartphone mit überraschend starker Technik für seine Größe . Wer allerdings Probleme mit dem Tippen auf winzigen Touchscreen-Tastaturen hat, sollte das Handy lieber meiden. Zudem könnte die Akkuleistung des Geräts für ein Outdoor-Handy etwas besser sein. Wer für Touren im Gelände jedoch ein stabiles Handy mit ein paar smarten Features sucht, dürfte beim Unihertz Atom fündig werden. Nur als Ersatz für ein vollwertiges Smartphone sollte man das Gerätchen nicht ansehen.

Unihertz Atom fullscreen
Für Outdoor-Fans, die auch unterwegs erreichbar sein wollen, ist das Unihertz Atom einen Blick wert.

Das Unihertz Atom ist im Internet derzeit für rund 245 Euro erhältlich. Für das gleiche Geld bekommt man aktuell beispielsweise auch ein Huawei P20 Lite oder ein Honor 8X, die natürlich deutlich mehr Features und ein größeres Display bieten. Allerdings sind diese Handys auch nicht für eine Outdoor-Nutzung ausgelegt. Alternative Outdoor-Smartphones sind etwa das Samsung Galaxy Xcover 4 für etwa 200 Euro oder das Caterpillar Cat S31 für 240 Euro.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Kompakt und robust - Akkuleistung könnte besser sein
+ Überraschend starke Technik - Display für Tastatureingaben viel zu klein
+ Gute Ausstattung und viel Zubehör erhältlich - Software nicht für kleinen Screen optimiert
+ 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss

 

Das sagt Gregor:
Ich bin ein bekennender Fan von handlichen Smartphones – immerhin nutze ich immer noch begeistert das iPhone SE mit seinem 4-Zoll-Screen. Das Unihertz Atom ist aber noch einmal eine ganz andere Hausnummer! Mit ist jedenfalls nicht ganz klar, wie man im Alltag ein Handy mit 2,45-Zoll-Display vernünftig bedienen soll! Somit ist das Kickstarter-Smartphone – trotz überraschend vollwertiger Technik – für mich eher ein Spaß-Gadget und weniger ein richtiges Handy. Für Outdoor-Fans, die unterwegs erreichbar sein wollen und zudem ein paar Smartphone-Funktionen brauchen, könnte das Unihertz Atom aber durchaus das Richtige sein.
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