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VRoggles: Günstige VR-Brille aus Pappe im Hands-On

Vroggles ist eine neue und billige VR-Brille aus Pappe nach dem Vorbid des Google Cardboard.
Vroggles ist eine neue und billige VR-Brille aus Pappe nach dem Vorbid des Google Cardboard. (©TURN ON 2015)

Aus Pappe, zwei Linsen, einem Magnetschalter und einem Klettverschluss wird plus eigenem Smartphone eine Virtual-Reality-Brille, mit der man sowohl Augmented-Reality-Anwendungen nutzen wie auch dreidimensionale Bilder und Filme sehen kann. Das Gadget kommt von einem deutschen Startup und ist mit 15 Euro unschlagbar günstig. Wir haben die clevere Kiste auf der Computermesse CeBIT ausprobiert.

Der kleine Stand des deutschen Start-up-Unternehmens aus Bonn ist umlagert. Die Besucher halten sich Pappkisten andächtig vor den Kopf und staunen hörbar. Die  braunen und bunten Kisten sehen wie unförmige Taucherbrillen aus, es stecken zwei Linsen drin und jeweils ein Smartphone. In maximal zehn Minuten soll so eine Brille zusammengebaut sein. Google hat die Idee übrigens mit seinem Cardboard vorgemacht, verkauft die Brille allerdings nicht selber, sondern bietet nur die Bauanleitung an. Da aber die Teile und das Grundmaterial gar nicht so leicht erhältlich sind, kann das kommerzielle Angebot der patenten Pappe schon eine gewinnbringende Idee sein.

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So sieht der Bausatz der VRoggles-Brille aus. Alle Teile sind enthalten - nur das Smartphone muss man selber haben. (©Vroggles 2015)

Planeten und Steine schwirren herum

Beim Blick in die Papp-Brille sieht man beispielsweise das räumliche Bild eines Planeten mit Ringen, der von kosmischen Steinbrocken umschwirrt wird. Wendet man den Kopf zur Seite, verändert sich der Blickwinkel entsprechend - ganz wie im richtigen Leben. Das Smartphone registriert die Bewegung und die App berechnet dann das darzustellende Bild dementsprechend. Das funktioniert natürlich in jeder Bewegungs-Richtung, die Illusion ist ziemlich perfekt.

Virtual-Reality-Brillen sind normalerweise teuer, weil erstens zwei Bildschirme eingebaut werden müssen und zweitens eine Elektronik, die auf Kopfbewegungen reagiert. In modernen Smartphones ist das alles schon enthalten, und so lassen sich mit entsprechenden Apps und der Pappbox tolle optische Tricks und Täuschungen realisieren. Auf einem Würfel etwa sind Marker angebracht. Blickt man im richtigen Winkel auf einen dieser Marker, steht auf dem Würfel plötzlich eine dreidimensionale Fantasy-Figur wie aus einem Computerspiel, die sich bewegt und Faxen macht. Die entsprechende App stammt von der Firma Zeiss und heißt VR One AR. Es gibt eine Ausgabe für iOS und eine Android-Version.

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Ein Screenshot aus der VR-App One AR von der Firma Zeiss. (©Google Play/Zeiss 2015)

Nur eine Spielerei oder mehr?

Das ist alles erstmal eine Spielerei , aber schon jetzt gibt es in den Stores viele weitere kostenlose Apps, die faszinierende Einblicke in die VR-Welt ermöglichen. So kann man etwa durch Tokio oder London laufen, mit einer Achterbahn fahren oder sich neue Mercedes-Modelle genau betrachten.

Die Pappbox macht einen stabilen Eindruck, das Bild vom Smartphone ist gut zu erkennen und der räumliche Eindruck ist perfekt. Natürlich ist die Bildqualität immer auch vom jeweils verwendeten Smartphone abhängig. Übrigens kann die Kiste mit so ziemlich jedem Modell umgehen, nur zu klein darf es nicht sein. Momentan kann man die Vroggles-Brille nur im Internet bestellen. Das braune Pappkistchen kostet als Bausatz 15 Euro und soll ab April auch mit Wunschdesign und -farbe erhältlich sein. Ob's dann noch bei dem Preis bleibt, steht noch nicht fest.

Fazit: Eine witzige Idee für wenig Geld

Eine witzige Idee, die die faszinierende VR-Welt für wenig Geld jedermann zugänglich macht. Das Prinzip ist simpel und von Google erprobt – und es wurde durchaus Zeit, dass dieses clevere Gadget auch käuflich zu erwerben ist. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auch teurere Kunststoffmodelle anschauen, die ähnlich funktionieren.

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