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Zoom-Monster: Die Canon PowerShot SX530 HS im Test

Sie zoomt und zoomt und zoomt: die Canon PowerShot SX530 HS.
Sie zoomt und zoomt und zoomt: die Canon PowerShot SX530 HS. (©TURN ON 2015)

Von einer Kompaktkamera zu sprechen, ist bei Bridge-Modellen wie der Canon PowerShot SX530 HS nicht mehr wirklich angemessen. Das jüngste Mitglied der SX-Reihe ist ein ziemlicher Brocken. Dafür bringt sie einen 50-fachen optischen Zoom mit. Da das allein nicht für eine Kaufempfehlung reicht, haben wir uns die Kamera im Test einmal genauer angesehen.

Canons SX-Reihe bekommt 2015 Modellzuwachs

PowerShot SX – diese Modellreihenbezeichnung verspricht bei Canon eins: viel Zoom. Die optisch an Spiegelreflexkameras orientierten Digicams sind dementsprechend nicht sehr kompakt, bieten dafür aber zahlreiche manuelle Einstellungsmöglichkeiten. Ins Jahr 2015 startete Canon mit der PowerShot SX530 HS. Die Bridgekamera wurde auf der CES in Las Vegas vorgestellt und beerbt die PowerShot SX520 HS nur wenige Monate nach der Markteinführung. Im Gegensatz zum Vorgängermodell, das Objekte immerhin 42-fach vergrößerte, trumpft der Nachfolger mit seinem 50-fachen optischen Zoom auf.  Neu ist auch, dass Wi-Fi und NFC jetzt mit an Bord sind. In Sachen Bildqualität hingegen dürften sich beide Modelle kaum unterscheiden.

Design und Handling: Großes Gehäuse mit gutem Grip

Das Auffälligste an der PowerShot SX530 HS: Wirklich kompakt ist die digitale Kompaktkamera von Canon eigentlich nicht mehr. Das ist zum größten Teil natürlich dem festverbauten Zoomobjektiv geschuldet. So kommt das Bridge-Modell auf stolze Abmessungen von 120 x 81,7 x 91,9 Millimetern und ein Gewicht von fast 450 Gramm. Allerdings ist das nicht ausschließlich negativ zu werten. Dank ihres Handgriffes an der rechten Seite liegt die Bridgekamera nämlich gut in der Hand. Die Bedienung ist Canon-typisch – wer damit vertraut ist, findet sich schnell zurecht. Dank der Shortcut-Menütasten und Moduswahlräder muss nicht jede Einstellung in versteckten kamerainternen Menüs vorgenommen werden.

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Das Design der Kamera ist an die Optik von digitalen Spiegelreflexkameras angelehnt. Allerdings wirkt das klassisch schwarze Gehäuse der PowerShot SX530 HS nicht sehr hochwertig und auch das Moduswahlrad lässt sich bei anderen Kameramodellen deutlich leichter bedienen. Der gummierte Handgriff sorgt jedoch für guten Grip und das mattglänzende Objektiv mit Chromrand setzt ein optisches Highlight.

Optik: Viel Brennweite für eine Kompakte

Herzstück des Testgerätes ist das Zoomobjektiv, das entfernte Motive bis zu 50-fach optisch vergrößert. Das entspricht einer Brennweite von 4,3 bis 215,0 Millimetern (Kleinbild: 24 bis 1200 Millimeter). Digital ist sogar 200-faches Zoomen möglich, dann müssen Fotografen allerdings deutlich sichtbaren Detailverlust hinnehmen. Zudem wird es mit zunehmendem Hereinzoomen immer schwieriger, die Kamera ruhig zu halten und das Bild nicht zu verwackeln. Der fünfachsige optische Bildstabilisator leistet aber gute Arbeit, sodass 50-fache Vergrößerungen bei Tageslicht kein Problem darstellen – auch ohne Stativ oder Ablagemöglichkeit für die Kamera. Der Autofokus stellt dafür in der Regel schnell genug scharf. Nicht ganz so positiv: die Lichtstärke der Optik. Die Blende startet bei f/3,4 und verengt sich bis f/6,5 bei voller Ausnutzung des optischen Zooms.

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Bildqualität: Tolle Fotos, satte Farben – zumindest bei Tageslicht

Durch die Blende fällt das Licht bei der Canon PowerShot SX530 HS auf einen für Kompaktkameras typischen 1/2,3-Zoll-CMOS-Bildsensor, der mit 16 Megapixeln auflöst. Der relativ kleine, rückwärtig belichtete Sensor liefert scharfe Bilder mit knackigen Farben und vielen Details. Allerdings fällt unter erschwerten Lichtbedingungen – beispielsweise in moderat ausgeleuchteten Innenräumen – ein stetes Grundrauschen auf. Bis ISO 800 bleiben die meisten Fotos allerdings brauchbar, ab ISO 1600 musst Du deutlichere Qualitätsabstriche hinnehmen und auf ISO 3200 sollte bei diesem Modell am besten ganz verzichtet werden. Zu erkennen ist auch eine – für Kompaktkameras typische – leichte Vignettierung. Im Großen und Ganzen geht die Bildqualität aber in Ordnung, bei guten Lichtverhältnissen entstehen auch tolle Fotos.

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Ausstattung: Leider nur Mittelmaß

In Sachen Ausstattung verdient die Canon PowerShot SX530 HS leider keine Topnoten. Zwar sind neben HDMI- und USB-Port nun auch Wi-Fi und NFC mit an Bord, sodass die Kamera vom Smartphone aus gesteuert und Bilder schnell geteilt werden können. Allerdings verzichtet Canon etwa auf GPS. Wer seine Bilder mit Standortinformationen speichern möchte, muss auf das GPS-Modul des Smartphones ausweichen.

Während der Verzicht auf GPS im fotografischen Alltag nicht allzu sehr ins Gewicht fällt, dürfte die Display-Ausführung für weitaus größeren Unmut sorgen. Denn das PowerShot-Modell bringt weder einen Touchscreen mit, noch ist der Bildschirm schwenk- oder klappbar. Das kann insbesondere dann zum Hindernis werden, wenn etwas in Bodennähe oder über Kopfhöhe fotografiert oder gefilmt werden soll. So ist nicht immer zu erkennen, ob die Kamera auch das richtige Objekt fokussiert. Zudem löst der 7,5-Zentimeter-Bildschirm mit nur 461.000 Pixeln auf. Sonneneinstrahlung könnte ebenfalls zum Problem werden. Auf einen elektronischen Sucher auszuweichen, ist dann nicht möglich. Denn auch darauf hat Canon bei diesem Modell der SX-Reihe verzichtet.

Ein weiterer Schwachpunkt der PowerShot SX530 HS ist ihr Prozessor. Der Digic 4+ zählt nicht zu Canons aktuellsten Chips – und auch nicht zu den schnellsten. Im Serienbildmodus sind daher nicht mehr als 1,6 Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung drin. Bei 4 Megapixeln nimmt die Kamera dann immerhin 10 Bilder pro Sekunde auf. Und auch im Videomodus passt die Verarbeitungsgeschwindigkeit. 1080p-Filme dreht die Digicam bei 30 fps. Gespeichert wird auf SD-, SDHC-, oder SDXC-Karten.

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Softwareseitig bietet das Canon-Modell einen Automatikmodus, der die passenden Einstellungen für 32 Aufnahmesituationen bereitstellt, sowie einige halbautomatische Modi. Wer will, kann Blende, Belichtungszeit und Co. auch manuell bestimmen. Für weniger geübte Fotografen stellt Canon mehrere Kreativfilter bereit – etwa Fisheye-, Miniatur- oder Spielzeugkamera-Effekte. Praktisch können die beiden seitlich am Objektiv angebrachten Knöpfe sein. Sie helfen dabei, Motive im Fokus zu behalten. Das kann sowohl beim weiten Hereinzoomen als auch beim Fotografieren bewegter Objekte nützlich sein. Soll ein Porträt geschossen werden, schneidet ein Druck auf den oberen Knopf das Bild automatisch zu. So wird wahlweise nur das Gesicht, die obere Körperhälfte oder der gesamte Körper abgebildet.

Akkuleistung: Ersatzakku oder Ladegerät mitnehmen

Etwas schwach auf der Brust ist auch der Akku der Canon PowerShot SX530 HS. Laut Hersteller reicht er für etwa 210 Aufnahmen oder 300 Minuten Wiedergabe. Das haben wir im Test nicht voll ausgereizt, die Angaben scheinen aber realistisch. Auf längere Touren im Urlaub nimmst Du also besser einen Ersatzakku mit. Schließlich besteht unterwegs kaum die Möglichkeit, den Akku wieder aufzuladen. Mit neuer Energie wird der Speicher über die mitgelieferte Ladeschale versorgt, ein Laden der Kamera per Kabel am PC ist nicht möglich.

Fazit: Kamera mit Weitblick, aber wenig Power

Trotz einiger Schwächen: Die Canon PowerShot SX530 HS ist eine gute Bridgekamera. Sie liefert die von der PowerShot-Serie gewohnte Bildqualität ab und bringt einen für bestimmte Einsatzzwecke praktischen 50-fach-Zoom mit. Doch wer genau darauf keinen Wert legt, sollte sich besser bei anderen Modellreihen umsehen. Denn die Digitalkamera bringt weder einen aktuellen Prozessor noch eine sehr umfangreiche Ausstattung mit. Im Alltag stört vor allem das Display, das sich nicht schwenken oder klappen lässt, sowie die eher unterdurchschnittliche Akkulaufzeit.

Angesichts einer UVP von 379 Euro reicht es daher nicht für eine Kaufempfehlung. Wer viel Zoom braucht, ist beispielsweise mit der noch etwas teureren Canon PowerShot SX60 HS besser beraten. Günstiger und sogar noch etwas zoomstärker als die PowerShot SX530 HS ist etwa die Panasonic Lumix DMC-FZ70 – diese hat dafür kein Wi-Fi an Bord.

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