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10 Jahre iPhone: 8 Fehler, aus denen Apple gelernt hat

Steve Jobs stellte das erste iPhone im Jahr 2007 vor.
Steve Jobs stellte das erste iPhone im Jahr 2007 vor. (©picture alliance/AP Images 2017)

Das erste iPhone kam vor zehn Jahren auf den Markt. Während das "iPhone 1" ein innovativer Volltreffer war, hat Apple auch einige Fehler in der Geschichte des Smartphones gemacht. Wir blicken auf Antennagate, Bendgate und Co. zurück und zeigen auf, wie Apple aus den Fehlern gelernt hat.

1. Der Vorgänger des iPhone 1

Wie kann das erste iPhone einen Vorgänger gehabt haben? Ganz einfach: Apple ging im Jahr 2005 eine Kooperation mit Motorola ein und so erschien das Rokr E1 – ein Tastenhandy, das mit iTunes funktionierte. Steve Jobs machte sich nämlich Sorgen, dass der iPod von Handys abgelöst werden könnte, die Musik abspielen.

Leider konnte das Rokr E1 nicht überzeugen. Es sah billig aus, hatte eine umständliche Benutzeroberfläche, eine schwache Kamera und ein 100-Songs-Limit, das nicht durch Speichergrenzen begründet war.

Die Lektion: Apple profitierte von den Erfahrungen, die das Unternehmen bei der Motorola-Kooperation sammeln konnte, und entwickelte das erste Smartphone: das iPhone 1.

2. Keine Drittanbieter-Apps

Noch im Jahr 2007 untersagte Apple die Entwicklung von Drittanbieter-Apps. Es gab also nur Apps von Apple für das iPhone. So wollte Jobs die App-Qualität garantieren und sich nicht durch schwache Drittanbieter-Apps den iPhone-Ruf kaputtmachen lassen. Das Problem: Dadurch gab es weniger Apps und für viele Anwendungen gar keine.

 Heute gibt es unzählige Drittanbieter-Apps im App Store. fullscreen
Heute gibt es unzählige Drittanbieter-Apps im App Store. (©Apple 2017)

Die Lektion: Im März 2008 änderte Jobs seine Meinung. Der App Store wurde im darauffolgenden Juni mit ursprünglich 500 Apps eröffnet – heute sind es über zwei Millionen. Apple hat derweil ein strenges Auge auf den App Store, damit dort zumindest keine Malware verbreitet wird.

3. Der verlorene iPhone-Prototyp

Im Jahr 2010 verlor der 27-jährige Apple-Softwareentwickler Gray Powell seinen iPhone-4-Prototypen in einer Kneipe. Der Kneipenbesitzer verkaufte das Smartphone an die Tech-Seite Gizmodo, die sechs Wochen vor der Apple-Keynote alle Details über die Technik des neuen iPhones veröffentlichte.

Daraufhin fand eine Hausdurchsuchung beim Gizmodo-Chefredakteur Jason Chen durch das Rapid Enforcement Allied Computer Team (REACT) statt, an dem Apple als Berater beteiligt war. REACT wurde vorgeworfen, als Apples "Geheimpolizei" zu agieren, wie man bei The Inquirer erfährt.

Die Lektion: Apple passt besser auf seine iPhone-Prototypen auf und hatte bislang nichts mehr mit der Durchsuchung der Häuser von Journalisten zu tun.

4. Antennagate

Trotz der unfreiwilligen Vorab-Enthüllung war das iPhone 4 in den ersten Wochen sehr gefragt. Immer mehr Nutzer wurden auf eine große Schwäche des Smartphones aufmerksam: Anrufe wurden plötzlich unterbrochen – vor allem, wenn man das iPhone in der linken Hand hielt und mit der Handfläche die kleine Antennenaussparung verdeckte.

 Das iPhone 4 ging aus ästhetischen Gründen einen zu großen Kompromiss ein. fullscreen
Das iPhone 4 ging aus ästhetischen Gründen einen zu großen Kompromiss ein. (©Matthew Yohe 2017)

Apple hatte aus ästhetischen Gründen auf die Antennenleiste aus Plastik verzichtet, wodurch die Empfangsleistung des Geräts beeinträchtigt wurde. Das US-amerikanische Gegenstück zur Stiftung Warentest, Consumer Reports, verweigerte aus diesem Grund dem iPhone 4 eine Empfehlung.

Die Lektion: Steve Jobs unterbrach seinen Familienurlaub in Hawaii und verteidigte das iPhone 4. Er räumte aber zugleich den Designfehler ein und bei den nächsten iPhones achtete Apple stärker auf den Empfang.

5. Apple Maps

Bei neuen Apps muss man mit Bugs rechnen, aber Apple Maps wurde allzu fehlerhaft auf den Markt geworfen. Landschaften wurden in der App zu abstrakten Kunstwerken verzerrt und wer Apple Maps zur Navigation nutzte, erhielt Tipps, wie einen Flughafen in Alaska auf den Landebahnen anzusteuern.

Die Lektion: Tim Cook entschuldigte sich öffentlich für das Apple-Maps-Desaster und iOS-Chef Scott Forstall verließ sogar das Unternehmen. Seitdem veröffentlichte Apple für Apple Maps besonders viele Updates und neue Features.

6. Das Plastik-iPhone

Das iPhone 5c verzichtete auf das edle Metall-Design, das man von den iPhones gewöhnt ist, und erschien im Jahr 2013 in einem Plastik-Kleid und bunten Farben. Es kostete nur 100 US-Dollar weniger als das Flaggschiff-iPhone und verkaufte sich schlechter als von Apple geplant.

 Ein iPhone aus Plastik? Das kam nicht gut an. fullscreen
Ein iPhone aus Plastik? Das kam nicht gut an. (©CC: Flickr/Kārlis Dambrāns 2017)

Die Lektion: Apple produziert keine "c"-iPhones oder andere Geräte mehr, die als billig empfunden werden könnten. Günstigere Apple-Geräte wie das aktuelle iPad (2017) oder das vier Zoll kleine iPhone SE werden ebenso aus hochwertigen Materialien gefertigt.

7. Bendgate

Das iPhone 6 Plus wurde von einige YouTubern als Smartphone vorgeführt, das man angeblich leicht in der Mitte verbiegen konnte. Der Bendgate-Skandal war übertrieben, wie Consumer Reports laut The Guardian nachweisen konnte – das iPhone 6 Plus war nicht so instabil wie behauptet. Der Skandal fügte Apple dennoch einigen Schaden zu.

Die Lektion: Apple nutzte für das iPhone 6s Plus das stabilere 7000-Aluminium und baute zusätzlich Titan und Stahl an den schwachen Stellen ein. Das stellte die Biege-YouTuber vor größere Herausforderungen.

8. Das U2-Geschenk

Die Käufer eines neuen iPhones erhielten im Jahr 2014 das aktuelle Album der Band U2 kostenlos als Kopie im Smartphone-Speicher. Wie sich zeigte, waren viele iPhone-Käufer aber weniger von U2 begeistert als Tim Cook.

Die Lektion: Bono entschuldigte sich für das aufdringliche Geschenk und Apple veröffentlichte Anweisungen, wie Kunden das unerwünschte U2-Album wieder loswerden konnten.

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