Ratgeber

13 Tipps für atemberaubende Urlaubsfotos

Wer kehrt nicht gerne mit solchen Bildern aus dem Urlaub zurück?
Wer kehrt nicht gerne mit solchen Bildern aus dem Urlaub zurück? (©CC: Flickr/Xavier 2015)

Der Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Um die Glücksmomente auf tollen Fotos festzuhalten, gibt es einige einfache Regeln zu beachten. Wir verraten Dir, wie Du die richtigen Kameraeinstellungen wählst, das Bild optimal einteilst und perfekte Lichtverhältnisse schaffst, um von der Reise eindrucksvolle Bilder mit nach Hause zu bringen.

In den italienischen Apenninen lassen die herrlichen Farbkontraste von azurblauem Himmel, schneeweißer Gebirgskuppel und schiefergrauem Felsen das Fotografenherz ebenso höher schlagen wie der sternenbedeckte Nachthimmel über Afrika. Schade, wenn die Fotos dann nur einen schwachen Abklatsch des Urlaubserlebnisses zeigen. Berücksichtigst Du beim Fotografieren jedoch ein paar einfache Regeln, fängst Du Farben, Stimmung und Motiv auf beeindruckende Weise ein.

1. Personen am Strand fotografieren

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Auch mit Filtern lässt sich das gleißende Licht am Strand entschärfen. (©CC: Flickr/Khánh Hmoong 2015)

Strandfotos transportieren das pure Urlaubsgefühl. Um hier gute Aufnahmen von Personen zu machen, solltest Du die richtige Tageszeit und die passende Kameraeinstellung wählen. Denn bei Sonnenschein reflektiert der Sand die Strahlen und sorgt so für grelle Lichtbedingungen. Das gleißende Licht wirkt sich vor allem in den Mittagsstunden, wenn es senkrecht fällt, unvorteilhaft auf Porträtbilder aus. Es wirkt hart und zeichnet scharfe Schatten unter die Augen und unter die Nase der fotografierten Person. Möchtest Du dennoch während der Mittagszeit Aufnahmen machen, kannst Du für Porträtbilder ein Blitzlicht zum Aufhellen des Gesichtes einsetzen. Dadurch werden die Kontraste weicher. Besitzt Du eine Kamera, die kein Motivprogramm für den Strand bietet, solltest Du aufgrund der hellen Umgebung eine sehr kurze Belichtungszeit wählen.

2. Die Farbe des Himmels einfangen

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Der Himmel muss nicht blau sein, um ein schönes Fotomotiv abzugeben. (©CC: Flickr/Robert D. Raio 2015)

Funkelnde Sterne am nachtschwarzen Himmel oder ein wolkenverhangener, milchiger Mond geben wunderbare Fotomotive ab. Der Einsatz eines Stativs erlaubt Dir eine lange Belichtungszeit. Ein Polarisationsfilter verstärkt zudem das tiefdunkle, satte Blau des Himmels und die Kontraste des Bildes.

3. Tiere in der Wildnis ablichten

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Langsame Tiere wie Iguanas zählen zu den dankbaren Fotomotiven. (©CC: Flickr/Mohamed Malik 2015)

Beobachtest Du im Urlaub Tiere in der Wildnis, bekommst Du diese meist in der Dämmerung am Morgen oder am Abend vor die Linse. Um die Tiere nicht zu erschrecken, solltest Du kein Blitzlicht einsetzen und genügend Abstand zu den Wildtieren halten. Ein Teleobjektiv ermöglicht Dir, die Tiere trotz der Distanz groß auf dem Bildausschnitt abzubilden. Das schummrige Tageslicht gleichst Du mit der Einstellung einer hohen ISO-Zahl aus. Über sie regelst Du die Lichtempfindlichkeit des digitalen Kamerasensors. Bei Dämmerung sollte die ISO-Zahl mindestens 800 betragen. Doch Vorsicht bei zu großzügig bemessener Lichtempfindlichkeit: Je höher die ISO-Zahl, desto intensiver ist das sogenannte Bildrauschen. Das Foto erscheint dann grobkörnig.

4. Den perfekten Bildausschnitt wählen

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Ein Motiv gehört nicht immer in die Mitte des Bildes. (©CC: Flickr/Nattu 2015)

Egal, ob Du einen Bachlauf, ein vorbeischipperndes Boot oder eine Alm im Gebirge aufnehmen willst – für spannende Aufnahmen solltest Du immer die Drittel-Regel berücksichtigen. Diese Proportionsregel zum harmonischen Bildaufbau empfiehlt ein Teilungsverhältnis von 2/3 zu 1/3 beziehungsweise von 1/3 zu 2/3. Der Horizont trennt also das erste Drittel vom zweiten Drittel oder er verläuft zwischen dem zweiten und dem dritten Drittel des Bildausschnitts. Anders als bei gleichmäßig aufgeteilten Bildern, in denen der Horizont genau mittig verläuft, wirken diese Proportionen überraschender und damit eindrucksvoller auf den Betrachter.

5. Faustregel für die Belichtungszeit

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Um brechende Wellen einzufangen, solltest Du eine kurze Belichtungszeit wählen. (©CC: Flickr/Theophilos Papadopoulos 2015)

Aufspritzende Gischt, sich auftürmende Wellen oder eine sanft schaukelnde Wasseroberfläche – das Meer bietet viele Motive, die ein Foto wert sind. Die optimale Belichtungszeit richtet sich nach der Geschwindigkeit des Wassers. Während sich die Spritzer der Gischt nur für Sekundenbruchteilen in der Luft befinden, hast Du für das Einfangen einer heranrollenden Welle mehr Zeit. Als Faustregel gilt hier: Je kürzer die Zeitspanne, in der das Motiv mit scharfen Konturen eingefroren werden muss, desto kürzer muss auch die Belichtungszeit der Kamera sein. Häufig bietet für das Einfangen von sehr schnellen Bewegungsabläufen das Sportprogramm die ideale Einstellung von Belichtungs- und Verschlusszeit.

6. Die besten Tageszeiten zum Fotografieren

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In der Morgen- und Abenddämmerung wirkt das Licht am wärmsten. (©CC: Flickr/Daniele Faieta 2015)

Je mehr Rotanteil das natürliche Tageslicht besitzt, desto wärmer wirken die Fotos. Die intensivste Rotfärbung bietet die Sonne zweimal am Tag: beim Sonnenaufgang und beim Sonnenuntergang. Da das Licht zu dieser Zeit aufgrund des niedrigen Sonnenstandes auch seitlich und nicht senkrecht einfällt, entstehen zudem lange Schatten, die vor allem bei Landschafts- und Architekturaufnahmen interessante Strukturen erzeugen können.

7. Ungezwungene Porträts anfertigen

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Nicht jeder posiert gerne für die Kamera – muss man für ein schönes Porträt auch gar nicht. (©CC: Flickr/Brad Hammonds 2015)

Trotz des Selfie-Zeitalters liegt es nicht jedem, sich für ein Foto in Pose zu werfen. Fühlt sich die abgelichtete Person unwohl in ihrer Haut, siehst Du das auch auf dem Foto. Sie wirkt verkrampft. Drückst Du hingegen spontan auf den Auslöser, während die Person Dinge tut, bei der sie sich wohl fühlt, gelingen wunderbare Porträtaufnahmen. Bewegung und natürliche Emotionen sorgen zudem für fesselnde Augenblicke.

Ein weiterer Tipp: Achte bei Porträtaufnahmen unbedingt auf den Hintergrund. Häufig stehen Gebäude, Laternen, Palmen oder ähnliches direkt hinter der aufgenommenen Personen. Sie wirken dann, als würden sie aus dem Kopf des Porträtierten ragen. Dann hilft auch der schönste Gesichtsausdruck nicht – das Bild ist verpatzt.

8. Größenverhältnisse darstellen

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Wie gigantisch der Heißluftballon ist, lässt sich gut an den Menschen im Korb erkennen. (©CC: Flickr/Vasile Hurghis 2015)

Ob ein kleiner Teich oder ein gigantischer See auf dem Foto abgebildet ist, kann der unwissende Betrachter nur erkennen, wenn auf dem Bild ein weiteres Motiv wie ein Boot oder ein Mensch als Vergleich zu sehen ist. Das Größenverhältnis der beiden Motive gibt dem Betrachter Aufschluss über die Größe des aufgenommenen Gewässers.

9. Die richtige Blende wählen

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Landschaftliche Weite fängst Du gut mit einem Weitwinkelobjektiv und kleiner Blende ein. (©CC: Flickr/Andy Smith 2015)

Bei Landschaftsaufnahmen in den Bergen oder in der Wildnis möchte der Fotograf in der Regel sowohl den Vorder- als auch den Hintergrund scharf abbilden. Damit das gelingt, benötigst Du eine hohe Tiefenschärfe. Diese erreichst Du durch eine kleine Blende von 8 bis 16. Die Ausdehnung der Landschaft fängst Du am besten mit einem Weitwinkelobjektiv ein. Möchtest Du hingegen einzelne Motive wie eine Blüte oder einen Frosch in einer Nahaufnahme groß abbilden, nimmst Du am besten den Makro-Modus zu Hilfe.

10. Farben zum Leuchten bringen

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Mit der Sonne im Rücken bringst du Farben auf exotischen Märkten zum Strahlen. (©CC: Flickr/Meena Kadri 2015)

Auch die kräftigsten Farben verblassen im Gegenlicht. Um ein Bild mit satten Farben zu kreieren, solltest Du immer mit dem Sonnenlicht im Rücken fotografieren. So nutzt Du das sogenannte Auflicht, das direkt auf Dein Motiv fällt.

11. Architektur fesselnd einfangen

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Kannst Du ein Gebäude nicht in Gänze einfangen, konzentriere Dich auf spannende Details. (©CC: Flickr/Ram Yoga 2015)

Stehst Du vor der Tür des Stephandoms und versuchst, die Turmspitze der Kathedrale zu fotografieren, wird Dir das auch nicht mit der gewagtesten Verrenkung gelingen. Hohe Türme bekommst Du von Nahem in der Regel nicht mit auf das Bild – egal welche Position Du einnimmst oder welches Weitwinkelobjektiv Du einsetzt. Warte mit dem Fotografieren des gesamten Gebäudes, bis Du eine geeignete Distanz erreicht hast und konzentriere Dich stattdessen auf die schönen Details des Bauwerkes. Türen, Beschläge und Fenster geben häufig interessantere Motive ab als das Gebäude in seiner Gesamtheit.

12. Das A und O für die Sportfotografie

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Bei der Sportfotgrafie spielt das richtige Timing eine wichtige Rolle. (©CC: Flickr/Arjan Almekinders 2015)

Campst Du an der Strecke der Tour de France, um die vorbeirauschenden Radler zu fotografieren, wählst Du am besten das Sportprogramm oder eine sehr kurze Belichtungszeit. Nur so schafft es Deine Kamera, die schnelle Bewegung der Radfahrprofis scharf einzufrieren. Fokussiere dann einen Punkt auf der Strecke, den die Fahrer durchqueren und stelle den Fokus scharf. So kannst Du im perfekten Moment auslösen. Bei spontanen Sportfotografien ist die Kamera häufig noch damit beschäftigt, die Linse scharf zu stellen, wenn Du auslösen möchtest. Dann ist der anvisierte Moment bereits vorbei, wenn die Kamera endlich klickt.

13. Scharfe Aufnahmen bei Nacht machen

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Für eindrucksvolle Bilder bei Nacht braucht die Kamera einen festen Stand. (©CC: Flickr/Moyan Brenn 2015)

In dunkler Umgebung benötigt die Kamera eine lange Belichtungszeit. Je länger die Belichtungszeit, desto höher die Gefahr von Verwacklungen. Deswegen solltest Du für Aufnahmen bei Nacht ein Stativ einsetzen. Besonders leicht ist ein Kohlefaser-Dreibein. Das fällt in der Fototasche nur wenig ins Gewicht. Schraubst Du Deine Kamera auf das Stativ und aktivierst den Selbstauslöser, kannst Du unerwünschte Unschärfen ganz einfach vermeiden. Hast Du kein Stativ zur Hand, kannst Du die Kamera auch auf einen festen, ebenen Untergrund wie eine Mauer stellen und die Nachtfotos per Selbstauslöser aufnehmen.

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