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3D-Druck-Fehler: Sieben häufige Probleme und Lösungen

Wir helfen bei Problemen mit Deinem 3D-Drucker.
Wir helfen bei Problemen mit Deinem 3D-Drucker. Bild: © fotofabrika - stock.adobe.com 2021

Die unterste Schickt sackt in sich zusammen, verzieht sich oder drückt nach außen: Viele Probleme beim 3D-Druck hängen mit der unteren Ebene zusammen – aber nicht alle. Wir haben sieben häufige 3D-Druck Fehler gesammelt und zeigen, wie Du sie beheben kannst.

Von Claudia Frickel

Spielzeug, Ersatzteile, praktische Helfer oder Deko: Mit einem 3D-Drucker kannst Du viele unterschiedliche Gegenstände herstellen. Meist geht das unkompliziert, aber manchmal klappt es einfach nicht. Dann sieht das Modell nicht gut aus oder der Drucker tut nichts. Die Probleme kannst Du oft schnell lösen.

Warping: Die untere Schicht verzieht sich

Zu den nervigsten Problemen beim 3D-Druck gehören Fehler der ersten Schicht. Beim sogenannten Warping verzieht sich untere Ebene des Druckobjekts. Ein Teil löst sich vom Druckbett und Kanten biegen sich nach oben. Das kann auch zu Rissen führen. Schuld daran sind Temperaturunterschiede: Die ersten Schichten des erhitzten Filaments kühlen zu schnell ab und ziehen sich zusammen. Der Warping-Effekt wird schlimmer, je weiter die Temperaturen im Objekt auseinanderliegen.

Du kannst Warping mit folgenden Lösungen beheben. Probiere sie am besten der Reihe nach aus:

  • Verwende ein beheiztes Druckbett. Stelle die Temperatur so ein, dass sie unterhalb der Schmelztemperatur des Plastiks liegt. Das ist die sogenannte Glasübergangstemperatur. Du findest die Angaben dazu auf dem Filament. Hast Du sie richtig ausgewählt, bleibt die erste Schicht flach auf dem Druckbett.
  • Du kannst gleichmäßig einen dünnen Film Klebstoff auf das Druckbett auftragen, damit die untere Schicht besser haftet. Eine Alternative sind Haftstreifen, die manche Hersteller beilegen.
  • Kalibriere das Druckbett, damit die Fläche wirklich eben ist.
  • Nutze ein anderes Druckbett, das eine bessere Haftung bietet, ohne dass Du Kleber benötigst.
  • Bringe Rafts oder Pads an, um das Modell und das Druckbett näher zusammenzubringen.
  • Aktiviere das Kühlgebläse erst, wenn einige Schichten gedruckt wurden. Du kannst es auch so einstellen, dass es nicht bei voller Leistung arbeitet.

Elefantenfuß: Die untere Ebene wölbt sich nach außen

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Beim Elefantenfuß hilft oftmals ein erneutes Kalibrieren. Bild: © xiaoliangge - stock.adobe.com 2021

Der Elefantenfuß oder Elephant Foot ist ein häufiger Fehler beim 3D-Druck. Er zerstört das Druckobjekt nicht, aber es sieht auch nicht gut aus: Die erste Schicht wird seitlich nach außen gedrückt und wölbt sich. Das Problem entsteht, wenn das Objekt die unteren Ebenen nach unten presst. Das passiert beispielsweise, wenn diese noch nicht abgekühlt sind – und kommt vor allem bei einem beheizten Druckbett vor. Es erfordert etwas Fingerspitzengefühl, einerseits Warping und andererseits den Elefantenfuß zu verhindern.

Wie Du einen Elefantenfuß vermeidest:

  • Kalibriere das Druckbett mithilfe der 3D-Drucker-Software.
  • Schiebe die Düse etwas weiter weg. Die richtige Entfernung musst Du austesten, denn wenn sie zu weit weg ist, hält das 3D-Objekt nicht.
  • Senke die Temperatur des Druckbetts leicht.
  • Wenn Du Dein 3D-Modell selbst erstellst, hilft es, die Basis leicht abzuschrägen.

Die untere Schicht hält nicht am Druckbett

Ein Problem kann beim 3D-Druck jederzeit auftreten, egal ob Du gerade loslegst oder das Objekt fast fertig ist: Die unterste Schicht hält nicht am Druckbett und löst sich ab. Außerdem können auf der unteren Seite Linien erscheinen. Der Auslöser ist meist ein nicht richtig ausgerichtetes oder schmutziges Bett. Dreck oder sogar Fingerabdrücke können dafür sorgen, dass das Filament nicht haftet.

Was Du dagegen tun kannst:

  • Kalibriere das Druckbett und richte es korrekt aus.
  • Putze das Druckbett gründlich und vermeide Fingerabdrücke.
  • Trage vor dem Druck eine dünne Schicht Kleber auf das Druckbett auf.

Die unteren Schichten fallen in sich zusammen

Dein Druckobjekt sieht schon relativ gut aus – doch da fällt ein Teil der unteren Ebene in sich zusammen. Das passiert, wenn die Temperatur des Druckbetts zu hoch eingestellt ist. Dann steigt die Hitze nach oben und das Filament bleibt bis zu einer gewissen Höhe formbar. Darüber härten die Schichten aber bereits aus. Die untere Ebene gibt dann unter dem Gewicht nach.

Wie Du das Problem behebst:

  • Reduziere die Temperatur des Druckbetts – aber nicht zu sehr, denn sonst verziehen sich die Kanten.
  • Stelle den Lüfter hoch und richte ihn auf die unteren Schichten.

Pillowing: Wölbungen und Krater auf der Oberfläche

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Pillowing deutet auf Probleme mit der Kühlung hin. Bild: © xiaoliangge - stock.adobe.com 2021

Das 3D-Druck-Problem Pillowing tritt oft auf – aber erst ab der Hälfte des Druckvorgangs. Dabei entstehen Wölbungen, Unebenheiten und kleine Krater im Druckobjekt. Manchmal ist die Oberfläche auch rau oder es sind kleine Löcher zu sehen.

Pillowing ähnelt Warping, tritt aber im Unterschied zu diesem in den oberen Schichten auf und nicht in den unteren. Die Ursache ist ähnlich: Es gibt Probleme mit der Kühlung. Es kann auch sein, dass die oberen Schichten zu dünn sind.

Was Du gegen das Problem machen kannst:

  • Stelle den Lüfter so hoch wie möglich ein, wenn Du die oberen Schichten druckst.
  • Verlangsame bei den oberen Schichten die Druckgeschwindigkeit, damit sie schneller auskühlen können.
  • Verstärke die oberen Schichten. Sie sollten mindestens fünf- bis sechsmal dicker sein als die übrigen Ebenen.

Das Druckobjekt hat waagerechte Risse an den Seiten

Du druckst ein größeres Objekt, aber an den Seiten bilden sich Risse? Das liegt daran, dass die oberen Schichten schneller abkühlen – die Hitze des Druckbetts gelangt nicht bis zu ihnen. Sind die Temperaturunterschiede groß, halten die oberen Ebenen nicht so gut zusammen, sie spalten sich auf.

Was Du gegen Risse tun kannst:

  • Erhöhe die Extruder-Temperatur vorsichtig.
  • Alternativ oder gleichzeitig kannst Du die Temperatur des Druckbetts erhöhen.

Der Drucker druckt gar nicht

Du hast einen Druckauftrag gestartet, aber es passiert nichts. Dieser 3D-Druck-Fehler kann verschiedene Ursachen haben, die Du meist schnell beheben kannst:

  • Der Drucker hat kein Filament mehr. Nicht bei allen Geräten siehst Du das auf Anhieb. Überprüfe deshalb, ob noch genug Material vorhanden ist.
  • Die Düse sitzt zu nah am Druckbett. Das Filament kann dann nicht austreten. Senke entweder das Druckbett leicht ab oder hebe die Düse an, indem Du die Z-Achse in die passende Position bewegst.
  • Die Düse ist verstopft. Reinige sie mithilfe einer Nadel. Schau aber sicherheitshalber in der Gebrauchsanweisung Deines Druckers nach, wie das geht.
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Zusammenfassung

  • Die meisten 3D-Druck-Fehler wie Warping, Pillowing oder Elefantenfuß behebst Du, indem Du die Temperatur regelst.
  • Du solltest immer darauf achten, dass das Druckbett richtig kalibriert ist.
  • Außerdem hilft es, auf seiner Oberfläche dünn und gleichmäßig Kleber aufzutragen.
  • Sorge dafür, dass das Druckbett sauber ist, sonst können die unteren Schichten nicht haften.
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