4K Ultra HD Blu-ray: Das musst Du über den Datenträger wissen

Wir haben alle Infos über die Ultra HD Blu-ray.
Wir haben alle Infos über die Ultra HD Blu-ray. (©Philips 2018)
Alexander Mundt Wartet weiterhin sehnsüchtig auf die ersten erschwinglichen OLED-TVs mit 65 Zoll aufwärts.

2016 wurde die 4K Ultra HD Blu-ray eingeführt: Seitdem sind unzählige Filme in brillanter UHD-Auflösung erschienen, die das Heimkinoerlebnis auf das nächste Level gehoben haben. Was Du über die Ultra HD Blu-ray wissen musst, haben wir für Dich zusammengefasst.

Zum besseren Verständnis: In diesem Artikel ist in puncto 4K stets die Rede von 3840 x 2160 Bildpunkten, diese Bezeichnung hat sich im Konsumentenbereich durchgesetzt. Wenngleich die 4K-Kinoauflösung 4096 x 2160 Pixel darstellt, ist für den Endverbraucher hauptsächlich die etwas geringere Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten relevant.

Doch was genau benötigt man alles für den reibungslosen Empfang in 4K? Welchen Fernseher braucht man für die ultrahochauflösende Wiedergabe? Auf welche Spezifikationen müssen geachtet werden? Das alles klären wir in unserem Ratgeber zur neuen 4K Ultra HD Blu-ray.

1. Das steckt hinter der Ultra HD Blu-ray

Ultra-HD-Blu-ray-Logo
Das offizielle Logo der Ultra HD Blu-ray.

2014 wurde die Ultra HD Blu-ray erstmalig enthüllt, 2015 letztendlich lizenziert und 2016 wurden erstmalig Inhalte auf den neuen optischen Datenspeicher gepresst. Für das neue Format ist die Blu-ray Disc Association verantwortlich. Anders als der direkte Vorgänger verzichtet man für die Ultra HD Blu-ray im Namen auf die Bezeichnung Disc. Auch 3D-Inhalte unterstützt die Scheibe nicht, weswegen die Ultra HD Blu-ray gemeinhin auch nicht als echter Nachfolger für die herkömmliche Blu-ray gilt. Verschmerzbar ist das aber schon, da das 3D-Experiment im Heimkinobereich endgültig als gescheitert angesehen werden darf. Neue 3D-TVs werden faktisch kaum noch hergestellt.

2. Das sind die Spezifikationen der Ultra HD Blu-ray

Die neue Ultra HD Blu-ray kann Inhalte mit 3840 x 2160 Pixeln und 60 Bildern pro Sekunde wiedergeben. In puncto Speicherkapazität bietet die neue Disc 66 GB im Dual-Layer-Verfahren. Kommen Triple-Layer-Scheiben zum Einsatz, beträgt die maximale Kapazität 100 GB. Ein Film in 4K passt so ganz locker auf eine Ultra HD Blu-ray – und das in exzellenter Bildqualität.

Dafür ist nicht nur die Auflösung entscheidend, sondern vor allem auch die mögliche Datenrate, die in diesem Fall 100 Megabit beträgt. Das ist fast dreimal so viel wie bei der herkömmlichen Blu-ray. Als Kompressionsverfahren kommt HEVC (h.265) zum Einsatz, das Nachfolgeformat des h.264-Codecs. Dieser ermöglicht eine noch effizientere Komprimierung. Kompromisse bei der Bildqualität muss man nicht machen.

3. Ultra HD Blu-ray unterstützt HDR, Dolby Atmos und DTS:X

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Die Ultra HD Blu-ray unterstützt HDR, hier im Bild Dolby Vision.

Doch allein auf die vierfache Full HD-Auflösung lässt sich das neue Format nicht beschränken. So unterstützt die Disc den erweiterten Farbraum BT.2020 – dieser deckt bis zu 80 Prozent des Farbspektrums ab, beim Vorgängerformat waren es nur bis zu 35 Prozent. Zudem versteht die UHD Blu-ray den High Dynamic Range, kurz HDR. Diese bereits aus der Fotografie bekannte Technologie sorgt auf dem heimischen TV-Bildschirm für noch bessere Kontraste und lebendigere Bilder. Unterstützt werden die Formate HDR10 und Dolby Vision. 4K-Blu-rays mit HDR10+, dem Nachfolger von HDR10, gibt es bislang noch nicht.

Die Ultra HD Blu-ray wird, anders als der Vorgänger, keinen Regionalcode mehr besitzen. Somit können alle Ultra HD Blu-rays weltweit abgespielt werden, was den Importen zugutekommen dürfte. Der Wegfall dieser Restriktionen dürfte von vielen potenziellen Käufern sicher begrüßt werden. Zudem werden moderne 3D-Raumklangformate wie Dolby Atmos oder DTS:X unterstützt.

4. Das sind die Voraussetzungen für die Ultra HD Blu-ray

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Der Panasonic UB900 war einer der ersten Ultra HD Blu-ray-Player.

Doch was benötigt man alles, um eine Ultra HD Blu-ray abspielen zu können? Zuallererst natürlich eine Ultra HD Blu-ray und einen entsprechenden Player. Herkömmliche Blu-ray-Player können mit dem neuen Format nicht umgehen, der Kauf eines Ultra HD Blu-ray-Players wird also fällig. Erste Protoypen wurden auf der CES 2015 in Las Vegas vorgestellt, mittlerweile sind entsprechende Player von Samsung, Panasonic und Co. zu Preisen ab 150 Euro im Handel erhältlich.

Mitunter werden bereits jetzt herkömmliche Blu-ray-Player als 4K-fähig vermarktet. Dabei muss man jedoch beachten, dass all diese Abspielgeräte den neuen Datenträger nicht abspielen können. Sie haben lediglich einen integrierten 4K-Upscaler, der herkömmliche Inhalte auf die hohe Auflösung hochskaliert. Die Ergebnisse mögen nicht schlecht sein, doch sind sie kein Ersatz für eine native 4K-Auflösung.

Es muss übrigens nicht immer ein ausgewiesener UHD Blu-ray-Player sein: Die Xbox One X von Microsoft, die 2017 in den Handel kam. Die kraftvolle Spielekonsole bietet nicht nur echtes 4K-Gaming, sondern verfügt auch über einen integrierten Ultra HD Blu-ray Player. Damit kannst Du alle erhältlichen 4K-Blu-rays abspielen und bist nicht auf einen 4K-Blu-ray-Player angewiesen.

5. Aktuelle 4K-TVs bestens für Ultra HD Blu-rays gerüstet

Panasonic-OLED-4K-TV
Nahezu alle aktuellen 4K-TVs sind bereits mit HDMI 2.0 und HDCP 2.2 ausgestattet.

Zudem wird ein entsprechender Fernseher vorausgesetzt, der Inhalte in 4K wiedergeben kann. Außerdem muss der TV einen HDMI 2.0-Anschluss an Bord haben, nur dieser ermöglicht 4K-Inhalte mit 60 Bildern pro Sekunde und unterstützt den erweiterten Farbraum BT.2020. Auch den Kopierschutz HDCP 2.2 muss der Fernseher verarbeiten können. Jeder halbwegs moderne Ultra HD-Fernseher unterstützt diese beiden wichtigen Standards aber – in der Anfangszeit war das noch anders.

Manche preisgünstigen Geräte unterstützen diese Features aber nicht. Hier sollte man gegebenenfalls in der Bedienungsanleitung seines Fernsehers nachschauen, ob HDMI 2.0 und HDCP 2.2 gegeben sind. Will man hingegen auch HDR-Material genießen, muss der TV auch diese Technik unterstützen. HDR-Support bieten aber bislang nur wenige Hersteller wie Samsung oder LG. Zudem bleibt das Feature meist nur den Flaggschiffen vorbehalten – wie beispielsweise diesem OLED-Flaggschiff von Panasonic.

Dolby-Vision-LG-4K-OLED
Hersteller wie LG haben bereits HDR-fähige TVs im Angebot.

Will man einen AV-Receiver zwischenschalten, muss auch dieser HDMI 2.0 und HDCP 2.2 unterstützen, ansonsten bleibt das Bild schwarz. Audio-Video-Receiver im Einsteigersegment können im Normalfall kein 4K-Signal durchschleifen, auch der neue Kopierschutz wird meist nicht unterstützt. Wer noch keinen modernen AV-Receiver besitzt, wird deshalb vermutlich nicht um ein Upgrade herumkommen. Wer seinen AV-Receiver nicht austauschen möchte, kann den Ultra HD Blu-ray-Player an einem kompatiblen TV anschließen. Will man den Sound über das Heimkino ausgeben, kann man beispielsweise ein optisches Audiokabel nutzen, um die Geräte miteinander zu verbinden.

6. Erste Ultra HD Blu-rays seit 2016 zu kaufen

Filmstudios wie Sony, Warner Bros. oder Fox haben längst unzählige Filme auf Ultra HD Blu-ray gepresst. Zu den ersten Titeln gehörten Filme wie "The Amazing Spider-Man 2", "Kingsman: The Secret Service" oder "Mad Max: Fury Road". Preislich bewegen sich die UHD Blu-rays meist zwischen 20 und 30 Euro. Neue Filme erscheinen regelmäßig.

Einer der Ultra HD-Blu-ray-Starttitel: "The Amazing Spider-Man 2" fullscreen
Einer der Ultra HD-Blu-ray-Starttitel: "The Amazing Spider-Man 2" (©Sony Pictures Home Entertainment 2016)
Einer der Ultra HD-Blu-ray-Starttitel: "The Martian" fullscreen
Einer der Ultra HD-Blu-ray-Starttitel: "The Martian" (©20th Century Fox 2016)
Einer der Ultra HD-Blu-ray-Starttitel: "Ender's Game" fullscreen
Einer der Ultra HD-Blu-ray-Starttitel: "Ender's Game" (©Lionsgate 2016)
Einer der Ultra HD-Blu-ray-Starttitel: "The Amazing Spider-Man 2"
Einer der Ultra HD-Blu-ray-Starttitel: "The Martian"
Einer der Ultra HD-Blu-ray-Starttitel: "Ender's Game"

7. Ultra HD Blu-ray-Player sind abwärtskompatibel

Wer eine umfangreiche Blu-ray-Sammlung sein Eigen nennt, will auf selbige vermutlich nicht verzichten. Doch keine Sorge: Alle Ultra HD Blu-ray-Player sind abwärtskompatibel und spielen herkömmliche Blu-rays ohne Probleme ab – auch 3D-Filme in 1080p werden unterstützt. Wer noch DVDs besitzt, muss sich ebenfalls keine Gedanken machen: Auch die in die Jahre gekommenen Scheiben können auf einem neuen Player wiedergegeben werden.

8. Die Zukunft der Ultra HD Blu-ray

Die Ultra HD Blu-ray hat gute Chancen, der letzte optische Datenträger zu werden, zumindest in Form einer Disc. Ein Grund dafür: Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Instant Video sind weiter auf dem Vormarsch. Immer mehr Menschen konsumieren Filme und Serien über das Internet. Nach vielen Jahren des Aufschwungs musste die herkömmliche Blu-ray im Jahr 2014 erstmalig einen Rückgang im Absatz verkraften  – ein Trend, der sich fortsetzen dürfte.

Ob die Ultra HD Blu-ray wirklich den Durchbruch in den Massenmarkt schaffen wird, bleibt daher höchst fraglich. Für viele Beobachter kommt die neue Scheibe viel zu spät, andere Unternehmen bieten längst Filme und Serien in 4K per Streaming an. Die Blu-ray Disc Association hat hier viel Zeit verstreichen lassen – und muss jetzt folgen, statt selbst den Takt vorzugeben. Das ist im besten Fall ein Vorteil, kann sich aber als großer Nachteil entpuppen.

Zusammenfassung

  1. Ultra HD Blu-rays unterstützen kein 3D
  2. Die 4K-Discs bieten eine Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln mit 60 Bildern pro Sekunde
  3. Support für HDR, Farbraum BT.2020, Dolby Atmos und DTS:X
  4. Ein Ultra HD Blu-ray-Player wird benötigt, entsprechende Player starten bei etwa 150 Euro
  5. Nahezu alle aktuellen 4K-Fernseher erfüllen die Voraussetzungen der UHD Blu-ray
  6. Erste Ultra HD Blu-rays seit 2016 im Handel zu kaufen
  7. Ultra HD Blu-ray-Player sind abwärtskompatibel zu Blu-rays

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