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5 Gründe, warum Microsoft ein Android-Smartphone bauen sollte

Warum nicht einmal anders: So oder so ähnlich könnte ein Microsoft-Smartphone mit Android aussehen.
Warum nicht einmal anders: So oder so ähnlich könnte ein Microsoft-Smartphone mit Android aussehen. (©YouTube/Sam Kurd 2017)

Mit seinen Windows 10-Smartphones ist Microsoft der erhoffte Durchbruch in den Massenmarkt nicht geglückt. Warum Microsoft stattdessen lieber ein Smartphone mit Android bauen sollte, klären wir jetzt. Diese fünf Gründe sprächen für eine Kursrichtung.

Mit dem Release des Galaxy S8 haben sich die Redmonder bereits an das Android-Universum angenähert. Das derzeitige Samsung-Flaggschiff wird in einer speziellen Edition mit besonders vielen Apps des Softwareriesen in den hauseigenen Microsoft Stores verkauft. Das ist zwar kein wirkliches Indiz für einen Kurswechsel in der Strategie des Konzerns, doch immerhin eine kleine Annäherung an das Android-Betriebssystem. Und: Es gibt tatsächlich einige gute Gründe, warum Microsoft lieber einmal ein Smartphone mit Android entwickeln sollte.

1. Alle wichtigen Microsoft-Apps gibts bereits für Android

Alle wichtigen Apps von Microsoft, etwa Office, gibt es längst auch für Android. Auch Microsofts Sprachassistent Cortana hat es unlängst auf Android-Handys geschafft. Selbst einen eigenen Laucher und ein Theme für den Lockscreen bietet der Softwarekonzern für das Google-Betriebssystem an. Würde Microsoft ein eigenes Android-Gerät auf den Markt bringen, müsste primär eine angepasste Bedienoberfläche her, die womöglich auch einen Hauch von Windows 10 versprüht – damit der Umstieg nicht so schwer fällt. Eine große Sache dürfte das indes nicht sein.

2. Windows 10 Mobile pfeift aus dem letzten Loch

 Alle Bemühungen waren bisher vergeblich: Der Marktanteil von Windows 10 Mobile ist weiterhin sehr überschaubar. fullscreen
Alle Bemühungen waren bisher vergeblich: Der Marktanteil von Windows 10 Mobile ist weiterhin sehr überschaubar. (©TURN ON 2017)

Machen wir uns nichts vor: Die Zukunft für Windows 10 Mobile sieht nicht gerade rosig aus. Einer Untersuchung von Kantar zufolge brachten es Windows 10-Smartphones nur noch auf 1,3 Prozent Marktanteil. So hoch war der Anteil an verkauften Smartphones in den USA in einem dreimonatigen Zeitraum, der Ende Januar 2017 endete. Zum Vergleich: Bei iOS waren es 42 Prozent, bei Android sogar 56,4 Prozent. Und: Es deutet nichts darauf hin, dass sich an dieser Situation alsbald etwas ändern wird. Das jüngst veröffentlichte Windows 10 Creators Update schaffte es zudem nur noch auf ausgewählte Windows-Smartphones. Beim nächsten großen Update dürfte es kaum besser aussehen.

3. Surface-Designteam muss sich nicht vor der Konkurrenz verstecken

Als Microsoft 2012 sein erstes eigenes Windows-Gerät angekündigte, war die Skepsis groß. Doch das Surface mit einem cleveren Mix aus Laptop und Tablet entwickelte sich nach und nach zu einem Erfolgsmodell – das mittlerweile sogar Nachahmer gefunden hat. Spätestens mit dem Release des Surface Book und des Surface Studio hat das Surface-Designteam bewiesen, dass es auch äußerst schicke Geräte konzipieren kann. Ein Surface Phone mit Android hätte gewaltiges Potenzial, Business-Nutzer und High-End-Consumer zu erreichen. Denn: Erstklassige Hardware entwickeln, das kann Microsoft ohne Zweifel.

4. Ein besseres Continuum – nur eben für Android

Lange bevor Samsung seine DeX-Station für das Galaxy S8 präsentierte, war Microsoft auf diesem Themengebiet bereits tätig: Die Rede ist von Windows Continuum. Somit können Smartphones, die mit diesem Feature ausgestattet sind, über ein Dock an ein Display angeschlossen werden. Somit werden unterstützte Apps in einer angepassten Größe auch auf einem großen Monitor dargestellt. So gut das Konzept in der Theorie auch ist: In der Praxis besteht noch Optimierungsbedarf. Seine gesammelten Erfahrungen könnte der Hersteller dafür nutzen, um für ein mögliches Android-Smartphone ein noch besseres System zu entwickeln. Das ungleich größere App-Angebot unter Android bietet dafür die besten Voraussetzungen.

5. "Mobile first, Cloud first": Plattformunabhängige Dienste

 Nicht Produkte werden immer wichtiger, sondern die Cloud: Weg frei fürs Microsoft-Smartphone mit Android? fullscreen
Nicht Produkte werden immer wichtiger, sondern die Cloud: Weg frei fürs Microsoft-Smartphone mit Android? (©Microsoft 2017)

Spätestens seit Microsofts Chef Satya Nadella bei seinem Antritt die Parole "Mobile first, Cloud first" ausrief, ist klar: Das klassische produktorientierte Denken ist ein Relikt aus der Vergangenheit. Künftige gehe es stattdessen um plattformunabhängige Dienste. Um Apps und Services, die nicht nur in der Welt von Windows funktionieren, sondern auf allen Geräten. Ein Android-Smartphone mit Zugang zu den Angeboten des Unternehmens könnte die übergeordnete Strategie unterstreichen. Dabei muss ein Android-Smartphone von Microsoft nicht unbedingt gleich Windows 10 Mobile zu Grabe tragen. Aber mit solch einem Mobiltelefon könnte Microsoft eine deutlich größere Zielgruppe ansprechen und neue Märkte erschließen.

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