Ratgeber

5 Technologien, die besser nicht gebaut werden sollten

Ex Machina
Ex Machina (©Mongrel Media 2016)

In vielen Filmen gibt es verrückte Wissenschaftler, die an bahnbrechenden Erfindungen arbeiten. Diese geraten meist im Laufe der Zeit außer Kontrolle und werden somit zu einer Gefahr. Wir stellen 5 Technologien vor, bei denen besser darauf verzichtet werden sollte, sie zu entwickeln.

Erschreckender noch als die teilweise düsteren Visionen aus Filmen ist die Tatsache, dass viele solcher Erfindungen mittlerweile vom technischen Standpunkt her realisiert werden könnten. Wir stellen 5 Beispiele vor, die theoretisch denkbar sind – aber aus diversen Gründen besser nie produziert werden.

1. Sich selbst reproduzierende Maschinen

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Auch der Chosen One Neo hat mit sich selbst reproduzierenden Wesen zu kämpfen. (©YouTube / Tony jaa 2016)

Zugegebenermaßen: Maschinen, die sich selbst reproduzieren, wären für die Industrie wohl ein klarer Zugewinn: Die Maschinen würden sich einfach die notwendigen Stoffe besorgen und bräuchten somit kein zusätzliches Personal, das sich um sie kümmert. Ebenfalls praktisch wäre es, da von Menschen nur noch wenige Exemplare einer Maschine hergestellt werden müssten, weitere notwendige Exemplare würden von den bereits existenten Maschinen selbst gebaut werden.

Nachteile bestünden darin, dass sich selbst reproduzierende Maschinen außer Kontrolle geraten könnten. Dies wiederum könnte dazu führen, dass auch die zur Reproduktion notwendigen Ressourcen knapp werden könnten. Falls es sich um Nano-Roboter handelt, könnte eine außer Kontrolle geratene Reproduktion dafür sorgen, dass – neben der dadurch resultierenden Ressourcenknappheit – innerhalb kurzer Zeit ganze Häuser oder Städte von Massen von Mikro-Robotern überrannt werden. Falls es sich bei den reproduzierenden Robotern etwa um gefährliche Exemplare mit Waffen handelt, könnte die Menschheit bald ein ganz anderes Problem haben.

2. Automatisierte Kriegsdrohnen

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Roboter-Gepard im Test-Einsatz. (©YouTube/Massachusetts Institute of Technology (MIT) 2015)

Drohnen sind bereits seit einigen Jahren stark im Kommen. Die fliegenden Gadgets können nahezu alle Aufgaben ausführen: Von der Paketzustellung bis hin zur Kriegswaffe sind von technischer Seite keine Grenzen mehr gesetzt.

Solange ein Mensch noch für die Aktionen von Drohnen verantwortlich ist, sind der Maschine noch Limits gesetzt. Für den Kriegseinsatz sind allerdings auch Drohnen denkbar, die Ziele erkennen, anvisieren und mit Feuerwaffen eliminieren. Wenn Drohnen in den Krieg geschickt werden, könnte es passieren, dass aufgrund des dadurch wegfallenden Einsatzes von Menschen auch größere Waffen eingesetzt werden – weil ja eigene Menschenleben nicht mehr in Gefahr sind. Alles in allem ist jegliche Art von autark agierenden mechanischen Soldaten mehr als bedenklich.

3. Der nicht so ganz fabelhafte Warp-Antrieb

Intergalaktische Transportmethoden sind eher spärlich gesät: So sind wir aktuell mehr oder minder darauf beschränkt, innerhalb unseres eigenen Sonnensystems zu reisen. Weitere Entfernungen sind schlichtweg nicht ohne Reisegeschwindigkeiten, die schneller als Lichtgeschwindigkeit sind, zu verwirklichen.

Der Warp-Drive klingt zwar immer noch futuristisch, könnte aber zumindest theoretisch denkbar sein. Dieser würde dadurch funktionieren, dass die Raum-Zeit um das zu befördernde Gefährt gebogen würde und so das Vehikel transportiert. Das Problem dabei bestünde nicht in der Reise an sich, sondern in dem Zeitpunkt, wann die Reise aufhört. Innerhalb des Weltraums gibt es viele energiereiche Partikel, die in das Warp-Feld hineingezogen würden. Wenn das Vehikel allerdings stoppt, würden alle diese Partikel auf einmal freigelassen – dies könnte zur Zerstörung ganzer Solarsysteme führen, und dabei schwarze Löcher generieren. Zudem könnte das Warpfahrzeug  bei der Ankunft auch andere Himmelskörper rammen und dadurch zerstören. Klingt eher wenig vielversprechend.

4. Das virtuelle Gefängnis

Virtuelle Welten sind nicht nur für Techfans interessant. Ein viel zitiertes Szenario geht davon aus, dass es möglich wäre, das Bewusstsein eines Menschen in eine virtuelle Welt zu versetzen. Dabei gehen viele Leute eher von den positiven Aspekten aus: Man könnte in der virtuellen  Welt einen Urlaub erleben oder sich eine lang benötigte Auszeit nehmen. In der virtuellen Realität könnte auch die Zeit je nach Belieben gedehnt oder komprimiert werden, sodass eine mehrjährige Tour um die Welt in Echtzeit gerade mal wenige Minuten dauert.

Interessant, aber weniger diskutiert werden Anwendungsfälle, wie beispielsweise Verbrecher in der virtuellen Realität ihre Strafe ableisten könnten. Neben dem rein pragmatischen Ansatz, dass auf diese Weise weniger Ressourcen verbraucht würden, wäre der zeitliche Aspekt ein starkes Pro-Argument: Straftäter könnten eine mehrjährige Therapie in wenigen Minuten absolvieren. Der Nachteil: Der menschliche Verstand würde wohl mit ziemlicher Sicherheit bei einer solchen Prozedur daran zerbrechen.

5. Selbst-bewusste Maschinen

Die Idee eines Androiden, der ein eigenes Bewusstsein hat, ist nicht neu. Zuletzt wurde dieses Szenario beispielsweise im Film "Ex Machina" perfekt illustriert, bei dem ein Programmierer einen selbstbewussten Roboter baut, der von einem Menschen fast nicht mehr zu unterscheiden ist.

Das Problem dabei ist die eher grausame Grundidee. Maschinen sind dafür konstruiert, dass sie Aufgaben ohne Murren oder Hinterfragen ausführen. Daher wäre die Fertigung eines Roboters, der sich seiner selbst, und damit der Langweiligkeit seiner Aufgaben, beziehungsweise der fehlenden Entlohnung bewusst ist, diese aber trotzdem weiterführen muss, nicht nur grausam, sondern auch sinnlos. Weiterhin würden die ersten Versionen solcher selbstbewussten Roboter sicherlich nicht ohne Fehler sein, was die Situation der Androiden noch schlechter gestalten würde.

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