Ratgeber

9. Geburtstag: 12 Fakten zum ersten iPhone

Steve Jobs präsentierte 2007 das erste iPhone.
Steve Jobs präsentierte 2007 das erste iPhone. (©picture alliance/AP Images 2016)

Das erste iPhone feierte am 29. Juni seinen neunten Geburtstag. Aus heutiger Sicht ist das Gerät natürlich keine revolutionäre Technik mehr, sondern ziemlich rückständig. Damals musste man noch auf zahlreiche Features verzichten, die uns heute als selbstverständlich erscheinen.

Steve Jobs' Präsentation des ersten iPhones auf der Macworld 2007 ist heute legendär. "Manchmal erscheint ein revolutionäres Produkt, das alles verändert..." Mit diesen Worten begann die Ankündigung des ersten Smartphones, wie wir es heute kennen. Und tatsächlich: Die Konkurrenz bot damals unhandliche Handys an, die zur Hälfte aus einer physischen Tastatur und zur anderen Hälfte aus einem pixeligen Bildschirm bestanden. Das erste iPhone war mit seinem 3,5 Zoll großen Touchscreen eine große Innovation.

Heute könnte man sich damit kaum mehr auf die Straße trauen. Das iPhone 1 war klein, dick und für viele Dinge, die jedes Billig-Handy heute beherrscht, nicht zu gebrauchen. Warum man in unseren Tagen ein Smartphone mit der Ausstattung des ersten iPhones nicht einmal geschenkt annehmen würde, erfährst Du hier.

Mit dem iPhone 1 konnte man nur über Wi-Fi 802.11 b/g oder unterwegs in 2G-Geschwindigkeit im Internet surfen. Mit 2G über Edge ist lediglich eine Übertragungsgeschwindigkeit von 220 kbit/s möglich, während mit 4G 50 Mbit/s und mehr drin sind. Der Aufbau von einfachen Websites dauerte zu den Zeiten des ersten iPhones mehrere Minuten. Heute wird 2G nur noch wo es sein muss für die Telefonie oder für den SMS-Versand verwendet.

Im Jahr 2007 war der US-amerikanische Mobilfunkanbieter AT&T für das mobile Internet des iPhones in den USA zuständig. Ende des Jahres 2016 wird AT&T sein 2G-Netz abschalten. In Deutschland ist 2G allerdings weiterhin wichtig für die Grundversorgung und es gibt noch keine Termine für die Abschaltung.

2. Es gab keinen App Store

Es gab noch keinen App Store für das erste iPhone. Steve Jobs wollte anfangs nicht einmal einen App Store haben, da er die gesamte iPhone-Erfahrung selbst bestimmen wollte. Aber selbst wenn er die Idee gleich gut gefunden hätte, wäre angesichts der langsamen mobilen Internetverbindung mit vielen Online-Apps nicht viel anzufangen gewesen. Es gab kein Angry Birds, kein Instagram, es gab nur wenige der Features, die heute für jedes Smartphone selbstverständlich sind. YouTube gab es damals schon, aber Videos zu streamen war nur in einem WLAN-Netzwerk ernsthaft möglich.

3. Nur ein schwarzer Hintergrund

Heute warten die Apple-Jünger gespannt auf den Dark Mode, der iOS in stilvolle dunkle Farbtöne kleiden soll. Beim ersten iPhone war der Hintergrund bereits schwarz und man konnte ihn nicht einmal durch ein Wallpaper ersetzen. Im Unterschied zum Dark Mode waren die App-Icons aber nicht farblich an den Hintergrund angepasst. Das Ergebnis wirkt heute trist. Zwar sind in unseren Tagen mehr Anpassungen in iOS möglich, aber Android liegt bei der Individualisierung vorne.

4. Es gab kein Ausschneiden, Kopieren und Einfügen

Apple brauchte drei Jahre dafür, die Bearbeitungsfunktionen Ausschneiden, Kopieren und Einfügen in iOS zu integrieren. Heute ist es selbstverständlich, etwa einen Link zu einem spannenden Artikel zu kopieren und ihn in Facebook oder via Mail mit Bekannten zu teilen. Auf solche Funktionen mussten die Besitzer des ersten iPhones verzichten. Auch die Bearbeitung von Nachrichten und E-Mails wurde dadurch erschwert.

5. Du musstest das iPhone am Computer einrichten

 Ohne Computer ließ sich das erste iPhone gar nicht einrichten. fullscreen
Ohne Computer ließ sich das erste iPhone gar nicht einrichten. (©CC: Flickr/William Warby 2014)

Heute geschieht die Einrichtung neuer Smartphones auf den Geräten selbst. Das iPhone musstest Du ganze fünf Jahre lang bis zu Apples iOS-Update für die kabellose Einrichtung mit dem Computer verbinden und es so auf den Gebrauch vorbereiten. Heute werden Computer vor allem als Backup für die Smartphone-Daten eingesetzt, sind aber nicht mehr für die Nutzung notwendig. Vieles läuft heute über die iCloud.

6. Kein Landscape-Modus für die Tastatur

Die Tastatur des ersten iPhones konnte man nur im Hochkant-Modus verwenden und nicht im Landscape-Modus, bei dem man das Smartphone dreht. Weder E-Mails noch Textnachrichten ließen sich so mit einer größeren Tastatur eingeben, sondern man war auf die kleine Fläche des 3,5 Zoll großen iPhones im Porträt-Modus angewiesen. Heute misst selbst das kleinste Smartphone-Modell von Apple, das iPhone SE, vier Zoll und die Tastatur passt sich der Ausrichtung des Smartphones an.

7. Keine Bilder in den Nachrichten

Es war mit dem ersten iPhone noch nicht möglich, Bilder in die Textnachrichten einzubauen. Immerhin hatte damals die Bezeichnung als "Textnachricht" eine größere Berechtigung. Heute schickt man anderen Emojis, Memes, Motivational Poster, Fotos und sonstige Bilder in den Textnachrichten. Damals war die Internetkultur noch um diese Aspekte ärmer und man begnügte sich mit Akronymen wie LOL und ROTFL.

8. Keine Turn-by-Turn Navigation

Zwar konnte man sich auf dem ersten iPhone auch schon Straßenkarten ansehen, aber eine schrittweise Wegbeschreibung bis zum Ziel mit der Erfassung des eigenen Standortes gab es noch nicht. Nicht nur hatte Apple jahrelang auf ein solches Feature verzichtet, sondern der Hersteller untersagte auch anderen Anbietern, eine solche Navi-App anzubieten. Die gesprochene Turn-by-Turn Navigation baute Apple inzwischen in seine eigene Karten-App ein.

9. Kamera mit 2 MP, ohne Video und keine Webcam

Das erste iPhone hatte eine Kamera auf der Rückseite, die mit 2 Megapixeln auflöste. Mit der Kamera konntest Du ausschließlich Fotos knipsen und keine Videos aufzeichnen. Auch Selfies waren aufgrund der fehlenden Frontcam nur schwer möglich. Die Fotos hochzuladen war zumindest unterwegs dank der lahmen Internetverbindung eine Geduldsprobe. Und die Qualität der Aufnahmen? Von dieser kann man sich in einem Kameravergleich von BGR erschrecken lassen.

10. Mitteilungszentrale und Kontrollzentrum waren Zukunftsmusik

Mit einem Fingerstreich möchtest Du Zugriff auf Kamera, Rechner, Musikwiedergabe und andere grundlegende Einstellungen haben? Mit dem ersten iPhone konntest Du das vergessen. Du möchtest Deine aktuelle Mitteilungen, etwa E-Mails und Nachrichten aus den sozialen Medien auf einen Blick sehen? Du möchtest über aktuelle Kalenderereignisse oder das Wetter in einer Ansicht informiert werden? Dann brauchst Du ein anderes Gerät als das erste iPhone, denn auf eine Mitteilungszentrale musste man damals noch verzichten.

11. Ganz allein ohne Siri

 Für das erste iPhone gab es noch keine Siri für angeregte Diskussionen. fullscreen
Für das erste iPhone gab es noch keine Siri für angeregte Diskussionen. (©Apple 2016)

Mit einem digitalen Sprachassistenten konnte das erste iPhone noch nicht aufwarten. Auch heute verwenden viele iPhone-Nutzer Siri gar nicht oder nur, um sie mit witzigen oder peinlichen Fragen zu belästigen. Was soll man eigentlich mit einem digitalen Sprachassistenten anfangen? Besitzer des ersten iPhones mussten sich diese Frage noch nicht stellen. Sie konnten Siri aber auch nicht fragen, was sie an hat oder was sie für den Sinn des Lebens hält. All die Momente, als Apple-Jünger fettige Hände vom Burger essen hatten und dann weder auf dem ersten iPhone tippen, noch mit Siri reden konnten, verfolgen sie sicherlich noch bis heute.

12. Nur bei T-Mobile

Das erste iPhone kostete im Jahr 2007 in Deutschland 400 Euro. Im Vergleich zu den heutigen iPhone-Preisen im Bereich von 1000 Euro war das gar nichts. Allerdings wurde das Gerät ausschließlich in Verbindung mit einem 2-Jahres-Vertrag von T-Mobile angeboten. Aufgrund einer Sperre konnte man das iPhone während der Mindestvertragslaufzeit nur im T-Mobile-Netz einsetzen. Heute kann man iPhones auch ohne Vertrag kaufen und mit Verträgen bei verschiedenen Anbietern.

Zusammenfassung:

  1. Mit dem ersten iPhone ging es nur via lahmer 2G / Edge-Verbindung ins Internet
  2. Es gab keinen App Store
  3. Der schwarze Hintergrund ließ sich nicht austauschen
  4. Ausschneiden, Kopieren und Einfügen konntest Du nur mit Schere, Papier und Kopierer, aber nicht mit dem ersten iPhone
  5. Du musstest das iPhone für die Einrichtung mit dem Computer verbinden
  6. Die Tastatur konntest Du nur hochkant nutzen
  7. Textnachrichten waren wirklich nur Textnachrichten, ohne Bilder
  8. Eine Turn-by-Turn Navigation wollte Apple lange Zeit nicht haben
  9. Die Kamera löste mit 2 MPs auf, konnte keine Videos aufzeichnen und eine Frontcam für Selfies gab es nicht
  10. Wer braucht schon Übersicht? Auf Mitteilungszentrale und Kontrollzentrum musste man verzichten
  11. Du konntest Siri noch keine komischen Fragen stellen, denn die Sprachassistentin war noch nicht geboren
  12. Das erste iPhone war nur im Vertrag mit T-Mobile erhältlich
Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben