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Änderungen 2019: Das ist alles neu im Digitalbereich

2019 wird sich im Digitalbereich einiges ändern.
2019 wird sich im Digitalbereich einiges ändern.

Die Digitalwelt ändert sich stetig. Doch nicht nur, weil sich die Technik weiterentwickelt. Auch die Gesetze rund um Telefonate, Online-Shopping, Online-Banking und Co. werden angepasst. Das sind die wichtigsten Änderungen für Digitales im Jahr 2019.

Preisobergrenzen für Telefonate innerhalb der EU

Ab dem 15. Mai 2019 gelten neue Obergrenzen für Telefonate und den SMS-Versand innerhalb der EU. Damit wird ein Beschluss der Europäischen Union umgesetzt. Statt wie bisher bis zu 1,99 Euro für eine Gesprächsminute ins Ausland verlangen zu können, dürfen Mobilfunkanbieter dann maximal 19 Cent pro Minute berechnen. SMS dürfen künftig höchstens sechs Cent kosten. Denkbar wäre, dass einige Provider ihre Flatrate-Angebote dann auf das EU-Ausland ausweiten werden. Vor der Einführung der neuen Preisobergrenzen im Mai muss der Rat der EU der Änderung noch formal zustimmen.

WhatsApp führt Werbung ein

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WhatsApp könnte bald anders aussehen.

Ab Februar 2019 dürfte WhatsApp deutlich anders aussehen als bislang. Der Messenger will dann erstmals Werbung anzeigen, denn im Februar endet eine Vereinbarung zwischen den früheren Gründern des Dienstes und dem jetzigen Besitzer Facebook. Immerhin: WhatsApp-Chats sollen (zumindest erst einmal) werbefrei bleiben, Anzeigen werden vorerst nur im Statusbereich platziert. Ob sich auch die Benutzeroberfläche mit der Einführung von Werbung verändern wird, ist noch unklar.

Geoblocking wird abgeschafft

Eine weitere gesetzliche Änderung betrifft das sogenannte Geoblocking. Das Sperren von Shop-Seiten, auf die aus dem EU-Ausland zugegriffen wird, ist bereits seit Ende 2018 verboten. In diesem Jahr wird es also einfacher, Waren und Dienstleistungen im EU-Ausland zu kaufen. Online-Shops dürfen jetzt nicht mehr auf nationale Seiten umleiten, wenn die ausländische Adresse vom Kunden aufgerufen wurde. Allerdings muss ein Händler keinen EU-weiten Verkauf oder eine EU-weite Lieferung anbieten. In so einem Fall müsste der Kunde den Versand selbst organisieren oder die Ware selbst abholen.

Online-Marktplätze haften für Händler

Schon seit dem 1. Januar 2019 müssen Betreiber von Online-Marktplätzen unter bestimmten Umständen für ihre Händler haften. Nämlich dann, wenn diese ihren Steuerpflichten nicht nachkommen und eine entstandene Umsatzsteuer nicht abführen. Um dieser Steuerhaftung zu entgehen, können Marktplatzbetreiber einen Nachweis über die umsatzsteuerliche Registrierung in Deutschland von ihren Händlern einfordern. Für den Verbraucher, der auf eBay und Co. shoppt, hat dieses Gesetz eher keine Relevanz.

Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Online-Banking

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Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung wird beim Online-Banking 2019 Pflicht.

Was Verbraucher hingegen direkt betreffen könnte: iTan-Listen von Banken sind ab dem 14. September 2019 nicht mehr fürs Online-Banking zugelassen. Die Listen mit vorgefertigten TAN-Nummern verlieren dann ihre Gültigkeit, da es sich nicht um eine Form der starken Kundenauthentifizierung handelt. Eine EU-Richtlinie sieht künftig ausschließlich eine Authentifizierung über zwei Faktoren vor, um zum Beispiel Überweisungen zu tätigen. Für kleinere Überweisungen bis maximal 30 Euro soll hingegen kein TAN-Verfahren nötig sein.

Sicherheitszertifizierung für IT-Produkte

Wie es um die Sicherheit von IT-Produkten steht, könnte für Verbraucher bald einfacher zu erkennen sein. Laut Bitkom soll schon Anfang des Jahres 2019 der sogenannte Cybersecurity Act verabschiedet werden, der eine Zertifizierung von IT-Produkten vorsieht. Die Hersteller können ihre Produkte freiwillig bewerten lassen und erhalten anschließend eine Zertifizierung in den Vertrauenswürdigkeitsstufen "niedrig", "mittel" oder "hoch". Die Auskunft über die Sicherheit von IT-Produkten soll diese transparenter für den Verbraucher machen.

Verpackungsgesetz gegen Berge von Verpackungsmüll

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Das Verpackungsgesetz fördert den Einsatz umweltfreundlicherer Versandverpackungen.

Eine weitere gesetzliche Änderung 2019 trifft vor allem den Handel. Das Verpackungsgesetz, das bereits am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, soll die Vermeidung von Verpackungsabfällen fördern. Es nimmt sowohl Händler als auch Hersteller in die Pflicht. Für Online-Händler etwa werden Lizenzgebühren für Versandverpackungen fällig. Hersteller sollen Einwegverpackungen so gut es geht durch recyclingfähige Lösungen ersetzen. Umweltfreundlichere Verpackungen werden mit geringeren Lizenzgebühren belastet und sollen so attraktiver für Hersteller werden.

Strom und Gas werden teurer

Hinter dieser Änderung 2019 stecken weder Verordnung noch Gesetz – dennoch ist sie für Verbraucher relevant. Der Einsatz vieler technischer Geräte in den eigenen vier Wänden könnte in diesem Jahr teurer werden, denn laut dem Verbraucherportal Verivox kündigten viele Grundversorger eine Preiserhöhung für Strom und Gas an. Durchschnittlich verlangen die Anbieter, die eine Preiserhöhung ansetzen, 7,7 Prozent mehr Geld. Doch nicht jeder Anbieter erhöht die Preise und wie viel Du zahlst, liegt auch in Deiner Hand: Preise vergleichen und zu einem Alternativanbieter wechseln kann sich lohnen!

Zusammenfassung

  1. Ab Mai 2019 dürfen Telefongespräche innerhalb der EU nur noch maximal 19 Cent pro Minute kosten, eine SMS maximal sechs Cent
  2. Im Februar führt WhatsApp Werbung im Statusbereich ein
  3. Die Abschaffung von Geoblocking zum Jahreswechsel erleichtert das Online-Shopping im EU-Ausland
  4. Online-Marktplätze müssen seit Januar für Händler haften, die entstandene Umsatzsteuern nicht abführen
  5. Ab September wird die Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Online-Banking Pflicht, TAN-Listen verlieren ihre Gültigkeit
  6. Seit dem 1. Januar 2019 fördert das Verpackungsgesetz den Einsatz recycelbarer Verpackungen
  7. Viele Strom- und Gasanbieter planen 2019 eine Preiserhöhung, ein Wechsel des Anbieters kann sich lohnen
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