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Anti-Apple-Spot(t)s: So kreativ sind Samsung und Co.

Apple hat eiserne Verfechter und hartnäckige Kritiker.
Apple hat eiserne Verfechter und hartnäckige Kritiker. (©YouTube/RawkinapTech 2015)

Für die einen das Gelbe vom Ei, für die anderen ein verhasster Konzern mit überteuerten Produkten: Apple spaltet die Gemüter. Das macht sich die Konkurrenz zunutze und reitet in diversen Werbespots auf den Schattenseiten der Marke mit dem angebissenen Apfel herum. Das kann witzig sein, aber auch ganz schön in die Hose gehen. Die folgenden elf Anti-Apple-Videos solltest Du unbedingt mal gesehen haben.

Ganz oben auf der Liste der Apple-Konkurrenten steht natürlich Samsung. Das schlägt sich auch in dieser Bash-Topliste nieder. Der Elektronikkonzern aus Südkorea hat mit Abstand die meisten Spots veröffentlicht, die Apple in einem schlechten Licht dastehen lassen sollen. Das nahm bereits vor vielen Jahren seinen Anfang und zieht sich wie ein roter Faden durch Samsungs Werbegeschichte. Aber auch Microsoft und Motorola lassen den Konzern aus Cupertino nicht unerwähnt. Dabei wird in einigen Bash-Videos nicht nur Apple aufs Korn genommen. Insbesondere Microsoft wagt mitunter den Rundumschlag gegen alle Konkurrenten.

Schlangestehen fürs iPhone

Bereits 2011 hatte Apple Kultstatus – und Samsung machte sich darüber lustig. In einem Spot für das Galaxy S2 nahm der südkoreanische Hersteller das typische Schlangestehen für ein neues iPhone aufs Korn. Gerade als die Stimmung in der Warteschlange langsam zu kippen droht, werden die Apple-Jünger auf zwei Galaxy S2-Besitzer aufmerksam. Schnell kommt Neid aufgrund des größeren Samsung-Displays auf, doch aus der Apple-Schlange sind Statements zu vernehmen wie: "Ich könnte niemals ein Samsung besitzen – schließlich bin ich kreativ." Samsungs Punchline: "The next big thing is already here." Das Warten in der Apple-Schlange ist also unnötig.

LeBron James in voller Pracht

Bei dieser Apple-Persiflage setzt Samsung auf prominente Unterstützung. TV-Ausschnitte von US-Basketballstar LeBron James sollen zeigen, warum man besser in ein Samsung Galaxy Note 3 als in ein iPhone investieren sollte: Basketball-Action auf einem 5,7-Zoll-Full-HD-Screen versus Apples 4-Zoll-Display ohne HD-Auflösung. Der Punkt geht an Samsung.

Die Bleistift-Persiflage

Auch in diesem Spot strebt Samsung den direkten Vergleich an: das Galaxy Tab Pro 10.1 gegen das iPad Air. Und wieder heben die Südkoreaner ein Merkmal hervor, das für Apples Konkurrenzprodukt nicht gilt. So ist das Samsung-Tablet multitaskingfähig, das iPad Air nicht. Richtig witzig wird das Video allerdings erst, wenn man die Originalwerbung von Apple kennt, die Samsung hier veralbert. Während sich im Original ein iPad Air hinter dem Bleistift verbirgt, findet Samsung hinter dem iPad Air wiederum das noch dünnere Galaxy Tab Pro 10.1.

Die Sache mit dem Retina-Display

Im März 2014 holte Samsung schließlich zum Rundumschlag gegen die Konkurrenz aus: Apples iPad, Microsofts Surface und Amazons Kindle sollten allesamt alt aussehen gegen die neue Galaxy Pro-Serie. Das iPad sei nicht multitastingfähig und nicht so hochauflösend, das Surface so unpraktisch wie ein Desktop-PC und der Kindle könne sowieso nichts anderes als Bücher anzeigen, so die Aussage hinter diesem Werbevideo – natürlich verpackt in kurzen witzigen Szenen mit lustigen Aussagen wie: "Aber meins hat doch diese Retina-Sache!"

Die armen "Wall Huggers"

Einen wunden Apple-Nerv dürfte Samsung mit der Werbung für den Ultra-Energiesparmodus des Galaxy S5 getroffen haben. In diesem Spot stellt der Erzrivale iPhone-Besitzer als "Wall Hugger" da: Menschen, die überall die Nähe zu Steckdosen suchen, um erreichbar zu bleiben. Der schwache Akku, der obendrein nicht austauschbar ist, hindert die iPhone-Nutzer im Video daran, an den schönen Dingen des Lebens teilzuhaben.

iPhone 6 = Galaxy Note 2 von 2012?

Von vergleichender Werbung sah Samsung auch beim Release des Galaxy Note 4 im September 2014 nicht ab. In diesem Spot steht die Innovationskraft der Galaxy Note-Reihe im Fokus. Was Samsung bereits 2011 etablierte, scheint Apple erst jetzt für sich entdeckt zu haben: größere Screens. Mit dem iPhone 6 und dem iPhone 6 Plus bot der US-Konzern erstmals das an, was Samsung-Kunden bereits seit Jahren kennen und schätzen. Das Video wirft daher die Frage auf: "Kommt es nur mir so vor, oder sieht das neue iPhone 6 Plus aus wie ein Samsung Galaxy Note 2 von 2012 – nur ohne den Stylus?"

Surface Pro 3 versus MacBook Air

Außer Samsung setzt auch Microsoft auf vergleichende Werbung. In einem Spot für das Surface Pro 3 hebt der Konzern aus Redmond hervor, wie viele Geräte das Tablet ersetzen kann. Während Apple-Fans ihr MacBook Air, ihr iPad und einen Notizblock plus Stift mitschleppen müssen, können Surface-Besitzer alle Aufgaben mit ihrem Convertible erledigen. Laut Microsoft kann das Surface Pro 3 einen Laptop ersetzen, besitzt gleichzeitig aber auch einen Touchscreen und wird mit einem Stift ausgeliefert.

Weihnachten ohne Apple

Pünktlich zur Vorweihnachtszeit veröffentlichte Microsoft eine Weihnachtsversion seiner Surface Pro 3-Werbung. Der Inhalt ist quasi der gleiche wie im vorherigen MacBook Air-Vergleich. Allerdings hat Microsoft die Werbebotschaft passend zur Weihnachtszeit in Reimform verpackt und mit Weihnachtsmusik unterlegt - wohl in der Hoffnung, dass mehr Surface-Modelle als MacBooks den Weg unter den Weihnachtsbaum finden werden.

Wenn zwei sich streiten, ...

...dann freut sich Microsoft. Um Anfang 2013 sein Nokia Lumia 920 zu bewerben, ließ der Softwaregigant die größten Rivalen Apple und Samsung gegeneinander kämpfen. Dabei zerstören die im Video anwesenden Hochzeitsgäste den romantischen Augenblick eines Paares, das sich gerade trauen lässt. Ein großes Samsung-Modell versperrt einer iPhone-Besitzerin die Sicht und ehe man sich versieht, gehen alle Gäste aufeinander los. Alle – bis auf einen: Ein iPhone-Nutzer verschanzt sich unter einem Tisch und versucht noch verzweifelt, Siri nützliche Informationen über Karate zu entlocken. Und die Moral von der Geschicht'? "Streitet euch nicht. Steigt um", will Microsoft den verfeindeten Lagern mitteilen – natürlich auf das (damals neue) Nokia Lumia 920.

Microsoft schießt am Ziel vorbei

Was als "unbeschwertes Auf-den-Arm-Nehmen" gedacht war, kam gar nicht gut an. 2013 sah sich Microsoft nach harscher Kritik dazu gezwungen, einen Anti-Apple-Spot wieder offline zu nehmen. Mittlerweile ist das Video mit dem Titel "A fly on the wall in Cupertino?" nicht mehr auf offiziellen Kanälen im Netz zu finden. Der Clip erschien kurz nach dem Release von iPhone 5s sowie iPhone 5c und macht sich zum einen darüber lustig, dass Apples Smartphone-Flaggschiff nun aus Plastik ist. Zum anderen stellt Microsoft es so dar, als seien neue Farben die einzige Innovation, an der die Apple-Entwickler monatelang tüftelten. Allerdings nannte der Hersteller keinen einzigen Vorteil seiner Windows-Phones. Es handelte sich somit um einen reinen Apple-Bash.

Motorola wettert gegen das iPad

Der eher kleine Apple-Konkurrent Motorola veröffentlichte Anfang 2011 eine Persiflage auf Apples "1984"-Werbespot, um sein Xoon-Tablet zu bewerben. Während Apple Mitte der Achtziger noch damit warb, dass der Macintosh eine düstere Vision wie in Orwells Romanvorlage verhindern werde, zeigt Motorola: Apple-Jünger mit ihren iPhones und iPads sind doch eher eintönig und konform. Sie bewegen sich gleich, sind gleich gekleidet und haben alle diese lausigen mitgelieferten In-Ear-Kopfhöhrer von Apple in den Ohren. Nur das Motorola Xoom schaffte es, etwas Farbe in die Welt zu bringen und die Monotonie zu durchbrechen. Die Realität sah allerdings anders aus. Das Xoom war niemals ernsthafte Konkurrenz für das iOS-Tablet aus Cupertino.

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