Ratgeber

Auto-Fotografie: 7 Tipps für gute Bilder

Solche Hochglanzfotografien von Autoherstellern haben schon was, oder?
Solche Hochglanzfotografien von Autoherstellern haben schon was, oder? (©Jaguar 2018)

Du hast Dein Auto lieber als Deine Freundin? Oder Du brauchst schöne Bilder, um es zu verkaufen? Warum auch immer Du Dein Auto fotografieren möchtest – wir geben Dir sieben Tipps für die Auto-Fotografie mit auf den Weg, die Dir dabei helfen, Dein Fahrzeug richtig in Szene zu setzen.

Wer schon einmal eine Autowerbung gesehen hat, hat vielleicht eine Vorstellung davon bekommen, wie viel Geld die Hersteller in die Hand nehmen, um ihre Fahrzeuge in Szene zu setzen. Doch es geht auch eine Nummer kleiner. Wer sein Auto richtig fotografieren möchte, braucht zwar etwas Equipment. Für den Rest – von den Gestaltungsideen bis zu den Kameraeinstellungen – haben wir aber die passenden Tipps für Dich parat.

1. Equipment

Mit einem Stativ kannst Du auch bei schlechteren Lichtverhältnissen fotografieren.

Klar, Du kannst Dein Auto auch mit einem Smartphone fotografieren. Wenn Du mehr Spielraum für Kreativität haben möchtest, greifst Du allerdings besser zu einer Spiegelreflex- oder einer Systemkamera, bei der Du die Objektive tauschen kannst. Je nach gewünschtem Effekt bieten sich unterschiedliche Brennweiten an. Eine realistische Abbildung der Proportionen des Autos erzielst Du etwa mit 35 bis 55 Millimetern. Um das Auto besonders in den Fokus zu rücken und den Hintergrund verschwimmen zu lassen, kannst Du aber auch mit einem Teleobjektiv experimentieren.

Auf jeden Fall zu empfehlen ist der Einsatz eines Stativs. So kannst Du auch noch bei schlechteren Lichtverhältnissen fotografieren, mit der Belichtungszeit spielen oder mit einem fahrenden Auto mitschwenken. Hilfreich kann zudem ein Polfilter in der Auto-Fotografie sein. Richtig ausgerichtet, unterdrückt der Filter reflektierte Lichtwellen, der Autolack und die Fensterscheiben werden dann nicht von Reflexionen überstrahlt.

2. Location

Autowerbung wird häufig in dramatischen Landschaften fotografiert. Schöne Fotos entstehen aber z.B. auch vor moderner Architektur. (© 2018 Daimler)

Als Nächstes solltest Du Dir Gedanken über einen passenden Ort für Dein Fotoshooting machen. Wahrscheinlich hast Du nicht die Mittel, nur für ein Bild an aufregende Orte zu reisen. Das macht aber nichts. Auch in Deiner Nähe findet sich sicher die eine oder andere passende Location. Interessant sind beispielsweise alte Fabrikgelände, Tiefgaragen, grüne Alleen. Als Hintergrund kommen aber genauso gut Graffitiwände oder moderne Gebäude infrage. Je nach Fahrzeugalter und -farbe bieten sich ganz unterschiedliche Orte an.

3. Zeitpunkt

Mit Gegenlicht zu spielen, ist nicht ganz einfach, macht aber z.B. tolle Effekte mit Lens Flares möglich. (© 2018 Daimler)

In vielen Richtungen der Fotografie wird die sogenannte blaue Stunde zum Fotografieren empfohlen. Auch bei der Auto-Fotografie kannst Du von dem Licht kurz vor und nach dem Sonnenuntergang profitieren. Je länger Du allerdings wartest, desto schwieriger wird es, noch ausreichend Licht einzufangen. Wenn Du ein Stativ benutzt, kannst Du versuchen, das Auto in stockfinsterer Nacht abzulichten. Mit langer Belichtungszeit und einer konstanten Lichtquelle lassen sich spannende Lichtmalereien umsetzen.

Tagsüber meidest Du am besten zu starke direkte Sonneneinstrahlung. Etwas bewölktes Wetter sowie eine tief stehende Morgen- oder Abendsonne sind in der Auto-Fotgrafie eher von Vorteil. Willst Du mit Gegenlicht spielen, achte darauf, dass Dein Auto nicht zu dunkel gerät und setze gegebenenfalls eine externe Lichtquelle ein, um es gleichmäßig auszuleuchten.

4. Perspektive

Unterschiedliche Perspektiven lassen komplett unterschiedliche Bilder entstehen. (© 2018 Porsche)

Bei der Perspektivwahl ist Kreativität gefragt. Mit unterschiedlichen Blickwinkeln kannst Du ganz unterschiedliche Teile Deines Autos betonen. Sowohl aus der Frosch- als auch aus der Vogelperspektive lassen sich eindrucksvolle Fotos schießen. Um von oben nach unten zu fotografieren, kannst Du zum Beispiel eine Leiter, einen Balkon oder aber – wenn vorhanden – eine Drohne benutzen.

Wer die Möglichkeit hat, kann sein Auto mit einer Drohne auch aus der Luft in Szene setzen. (© 2018 Audi)

Willst Du Dein Auto möglichst realitätsnah abbilden, wähle eine Perspektive mit gerader Blickrichtung. Das Stativ solltest Du in diesem Fall aber nicht auf Augenhöhe, sondern niedriger einstellen. Ein Klassiker in der Auto-Fotografie ist das Dreiviertelprofil, bei dem Du eine Seite, aber auch noch beide Frontscheinwerfer siehst. Markante Karosserielinien stellst Du in der Seitenansicht besonders heraus.

Auch manche Details sind einen genauen Blick wert. (© 2018 Porsche)

Bei einem Gang ums Auto herum entdeckst Du vielleicht einige Details, bei denen es sich lohnt, sie auch von Nahem abzulichten. Spoiler, Felgen, Herstellerlogos und Scheinwerfer sowie Lenkrad, Sitze und Cockpit-Komponenten sind klassische Kandidaten für Detailaufnahmen.

5. Kameraeinstellungen

Stell sicher, dass das Auto im Fokus steht und nicht der Hintergrund. Mit einer weit geöffneten Blende lässt Du ihn verschwimmen. (© 2018 VW)

Wie Du die wichtigsten Fotoparameter an Deiner Kamera einstellst, hängt natürlich stark von den Gegebenheiten vor Ort und dem gewünschten Effekt ab. Je weniger Licht vorhanden ist, desto länger musst Du die Belichtungszeit wählen oder die Blende weiter öffnen. Setzt Du hingegen die Lichtempfindlichkeit hoch (ISO-Wert), riskierst Du Bildrauschen. Am besten fotografierst Du daher mit ISO 100 und längerer Belichtungszeit – ein Stativ vorausgesetzt.

Willst Du das Auto besonders in den Fokus stellen und den Hintergrund verschwimmen lassen, musst Du die Blende weit öffnen beziehungsweise einen niedrigen Blendenwert einstellen. Besonders stark wird dieser Effekt bei Objektiven mit großer Brennweite.

6. Bewegung

Etwas Bewegung kommt in die Aufnahme, wenn Du jemanden mit dem Auto fahren lässt. (© 2018 Jaguar)

Besonders dynamische Fahraufnahmen sind nicht mehr ohne Hilfe möglich. Schnapp Dir eine Person, die Dein Auto fahren kann und sage ihr, welche Strecke sie abfahren soll. Um nur das fahrende Auto scharf und den Hintergrund unscharf abzulichten, braucht es vielleicht mehrere Versuche. Positioniere Dich dafür mit Kamera und Stativ an einem geeigneten – und sicheren – Platz (nicht auf der Straße!). Stelle den Autofokus an der Kamera ein und fokussiere das Fahrzeug. Folge dem vorbeifahrenden Auto in seiner Bewegung und drücke den Auslöser während des Schwenks. Am besten hältst Du den Auslöser direkt für eine Serienaufnahme gedrückt und hoffst, dass eine gelungene Aufnahme dabei ist.

7. Nachbearbeitung

Mit ein wenig Nachbearbeitung schaffst Du dramatische Bilder. (© 2018 Audi)

Um besondere Details hervorzuheben, kannst Du auch im Nachhinein noch tätig werden. Besonders groß ist der Spielraum für die Nachbearbeitung am PC, wenn Du von vornherein im RAW-Format fotografierst. Dann lassen sich nachträglich noch viele Belichtungsparameter anpassen, ein Weißabgleich vornehmen, Farben verstärken und mehr. Gerade wenn die Lichtsituation beim Fotografieren nicht ideal war, kannst Du durch gezielte Anpassung von Highlights und Schatten noch mehr aus Deiner Aufnahme herausholen.

Artikel-Themen
close
Bitte Suchbegriff eingeben