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Autos der Zukunft: Diese 8 Trends werden die Straßen erobern

Konzepte wie der Mercedes F 015 Luxury in Motion geben einen Vorgeschmack auf die Autos der Zukunft.
Konzepte wie der Mercedes F 015 Luxury in Motion geben einen Vorgeschmack auf die Autos der Zukunft. (©Daimler 2018)

Wusstest Du, dass es einen Studiengang für fliegende Autos gibt? Doch die Autos der Zukunft werden nicht zwangsweise abheben müssen, um den Verkehr in den Städten zu entlasten. Welche acht Trends und Technologien in den nächsten Jahren immer wichtiger werden, verraten wir Dir in der folgenden Übersicht.

"Straßen? Wo wir hinfahren, brauchen wir keine [...] Straßen." Das ist nicht nur ein Filmzitat aus "Zurück in die Zukunft", sondern auch das Motto des Studiengangs "Flying Car", der von der US-amerikanischen Online-Universität Udacity angeboten wird. Das ist kein Scherz, der kostenpflichtige Kurs bildet Dich zum Ingenieur für autonomes Fliegen aus. Bevor aber das autonome Fliegen an der Reihe ist, sollten wir zunächst einmal über autonomes Fahren sprechen. Das zählt nämlich zu den wichtigsten Trends, die die Zukunft des Autos beeinflussen werden.

1. Elektroautos lösen Verbrenner ab

 Elektroautos können auch sportlich – das will der neue Tesla Roadster ab 2020 unter Beweis stellen. fullscreen
Elektroautos können auch sportlich – das will der neue Tesla Roadster ab 2020 unter Beweis stellen. (©Tesla 2017)

Eine Million Elektroautos bis 2020 auf den Straßen – dieses ehrgeizige Ziel wird Deutschland wohl nicht erreichen. Im Januar 2017 waren laut Kraftfahrtbundesamt nur 34.022 Elektrofahrzeuge und 165.405 Hybrid-Pkw in Deutschland angemeldet. Dennoch ist die Zukunft der Autos vor allem eins: elektrisch. Denn dass uns die fossilen Rohstoffe irgendwann ausgehen werden, ist Fakt. Elektroautos gibt es übrigens schon viel länger, als Du vielleicht denken magst. Warum sie den Verbrennungsmotor bislang aber nicht ablösen konnten, lag vor allem an mangelnder Alltagstauglichkeit.

Aktuelle Modelle von Tesla, BMW und Co. bieten aber mittlerweile Reichweiten, die an die von Benzinern und Dieseln heranreichen. Das Tesla Model S beispielsweise fährt mit einer Akkuladung bis zu 600 Kilometer weit. Zwar wird es noch eine ganze Weile dauern, bis Elektroautos Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor vollends verdrängt haben. Aber die Richtung ist klar, viele europäische Länder wollen den Verkauf von Benzin- und Dieselfahrzeugen in einigen Jahrzehnten sogar verbieten, Norwegen etwa ab 2025, Frankreich und Großbritannien ab 2040. Noch bevor wir uns an den Gedanken des autonomen Fahrens gewöhnen, sollten wir also Abschied vom Verbrennungsmotor nehmen.

2. Autos gewinnen Energie beim Fahren

Ein großer Vorteil von Elektroautos ist die Möglichkeit der Energierückgewinnung. Anders als bei Verbrennungsmotoren kann Energie beim Bremsen zurückgewonnen und wieder in die Batterie eingespeist werden. Auch für andere Formen der Energiegewinnung bieten sich Stromer an. Das kleine deutsche Start-up Sono Motors beispielsweise hat bereits mehrere Tausend Vorbestellungen für seinen Sion gesammelt, ein mit 330 Solarzellen in der Karosserie ausgestattetes Elektroauto. Die Energie der Sonne soll für bis zu 30 Kilometer Extrareichweite am Tag sorgen, ab 2019 ist die Auslieferung geplant.

Die großen Autohersteller forschen aber auch in andere Richtungen. Volvo und acht andere europäische Hersteller testen zum Beispiel Karosserien, die in der Lage sind, Energie zu speichern. Diese sollen das Autogewicht reduzieren und schneller geladen werden können als die aktuell üblichen Lithium-Ionen-Akkus in E-Fahrzeugen.

3. Fahrerassistenzsysteme & Internet werden Standard

 Gerade in der Dunkelheit können Assistenzsysteme die Verkehrssicherheit erhöhen. fullscreen
Gerade in der Dunkelheit können Assistenzsysteme die Verkehrssicherheit erhöhen. (©Volvo 2018)

Auf dem Weg zum autonomen Fahren werden zwei Dinge unerlässlich sein: zuverlässige Assistenzsysteme und Internet im Auto. Was heute in der Regel noch auf den Listen mit Zusatzausstattung steht, dürfte in einigen Jahren zur Basisausstattung bei neuen Modellen gehören. Mobiles Internet und Dienste wie Apple CarPlay oder Android Auto werden in immer mehr Autos einziehen, vom Smartphone bekannte Apps auch im Auto genutzt werden können.

Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und den Weg für autonom fahrende Autos freizumachen, werden Assistenzsysteme immer wichtiger. Was ESP und ABS in den letzten Jahrzehnten waren, werden Abstandsregelung, Notbremsfunktion, Personenerkennung, Unfallerkennung, Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung, Einparkassistent, Nachtsichtsysteme, Sprachsteuerung und Co. morgen sein.

4. Fahrzeuge kommunizieren miteinander

 Mobiles Internet ist die Voraussetzung für Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation. fullscreen
Mobiles Internet ist die Voraussetzung für Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation. (©Volvo 2018)

Ist Internet erst einmal in Autos eingezogen, ergeben sich wiederum neue Möglichkeiten. Interessant für viele Autobauer und ebenfalls wichtig fürs autonome Fahren ist die Vehicle-to-Vehicle-Kommunikation (V2V). Was datenschutzrechtlich sicher noch abgesichert werden muss, könnte ebenfalls dazu beitragen, den Straßenverkehr sicherer und angenehmer zu machen. Außer dass ein Auto dem anderen via Cloud mitteilen könnte, wenn es sich einer gefährlichen Situation nähert, wäre nämlich auch eine Regulierung des Verkehrsflusses denkbar. Wenn nämlich nicht nur Fahrzeuge untereinander kommunizieren, sondern die Autos der Zukunft auch im Austausch mit der Verkehrsinfrastruktur wie Ampeln oder Verkehrsschildern stehen, könnte die Routenführung weiter optimiert werden.

5. Augmented Reality zieht ins Cockpit ein

 VWs Elektrostudie I.D. wirft Augmented-Reality-Inhalte ins Head-up-Display. fullscreen
VWs Elektrostudie I.D. wirft Augmented-Reality-Inhalte ins Head-up-Display. (©Volkswagen 2018)

Nicht nur Internet, auch Augmented Reality wird in wenigen Jahren das Auto-Cockpit erobern. Head-up-Displays, die wichtige Informationen im Sichtfeld des Fahrers einblenden, gibt es heute schon. Diese praktische Funktion könnte aber noch weiter ausgebaut werden. Wenn die Autos der Zukunft in der Lage sind, Gefahren zu antizipieren und Dinge zu sehen, die der Fahrer nicht sieht, dann könnten diese in Form von Warnungen in einem AR-Dashboard erscheinen. Dein Auto könnte Dir beispielsweise anzeigen, wie schnell der Wagen vor Dir fährt oder eine Ausweichoption einblenden, wenn eine Kollision droht.

6. Autonomes Fahren erobert die Straßen

 Ins Auto einsteigen und erst einmal Zeitung lesen? Das ist heute nicht mehr so undenkbar wie noch vor zehn Jahren. fullscreen
Ins Auto einsteigen und erst einmal Zeitung lesen? Das ist heute nicht mehr so undenkbar wie noch vor zehn Jahren. (©Daimler 2018)

Tatsächlich ist der Traum vom autonomen Fahren schon relativ alt – allerdings kommen wir den technologischen Voraussetzungen dafür erst jetzt langsam näher. Mit den oben beschriebenen Möglichkeiten, die Assistenzsysteme schon heute bieten, und einer Form der Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation rückt der Traum in greifbare Nähe. Es wird sicher nicht an Dir vorbeigegangen sein, dass große Autohersteller, aber auch Technologiefirmen wie Google schon seit einigen Jahren autonom fahrende Fahrzeuge und Autopilotsysteme (im Tesla gibt es den sogar schon) testen – bislang aber immer noch mit einem Fahrer an Bord, der notfalls in das Geschehen eingreifen kann.

Wie lange es noch dauern wird, bis das nicht mehr notwendig ist und die Passagiere während der Fahrt anderen Dingen nachgehen können, ist schwer zu sagen. Einige optimistische Autohersteller gehen davon aus, dass es schon im nächsten Jahrzehnt so weit sein könnte. Allerdings müssten dafür auch noch einige wichtige bürokratische Hürden genommen und moralische Grundsatzfragen geklärt werden.

7. Städte der Zukunft: Autokauf vs. Carsharing

 Bleibt das Auto ein Statussymbol oder geht der Trend zum Carsharing? fullscreen
Bleibt das Auto ein Statussymbol oder geht der Trend zum Carsharing? (©BMW 2018)

Nehmen wir mal an, im Jahr 2050 würden wir uns nur noch mit autonom fahrenden Fahrzeugen fortbewegen. Der Fahrer hätte keinen Einfluss mehr darauf, wie schnell er fährt oder welche Route er nimmt. Was würde dann noch dafür sprechen, sich ein eigenes Auto zu kaufen? Optik und Designfragen vielleicht. Für viele wären allgemein zugängliche Mobilitätsdienste à la Carsharing aber vermutlich interessanter. Wie heute in Bus oder Bahn würdest Du in der Zukunft einfach in ein autonom fahrendes Auto einsteigen, das Du beispielsweise via App gerufen hast. Du hättest keine Sorgen mehr, einen Parkplatz zu finden oder ein Auto zu unterhalten. In die Werkstatt fahren oder Winterreifen aufziehen? Damit müsstest Du Dich nicht mehr beschäftigen.

Andererseits ist es auch so, dass Menschen an ihren Autos hängen – und Autoherstellern daran gelegen ist, dass jeder Haushalt mindestens eines besitzt. Besonders luxuriös ausgestattete und autonom fahrende Autos könnten deshalb umso mehr zum Statussymbol der Zukunft werden. Während Carsharing-Dienste 08/15-Ausstattung bieten, hat der autonom fahrende Rolls-Royce vielleicht einen Whirlpool an Bord.

8. Und was ist nun mit fliegenden Autos?

Noch sind wir nicht einmal beim autonomen Fahren angelangt und Menschen denken schon darüber nach, den Straßenverkehr in die Luft zu verlagern? Klar, denn das haben sie immer schon gemacht. Und auch dieser Traum ist gar nicht so unrealistisch, wie es auf den ersten Blick scheint. Wie es in der Beschreibung des Nanodegree-Programms "Flying Car" heißt, testet Amazon bereits Drohnen zu Lieferzwecken und Firmen wie Airbus oder Uber wollen Drohnen für den Personentransport entwickeln. Dass nicht nur einzelne Visionäre, sondern auch große Firmen an fliegenden "Autos" oder vergleichbaren Transportmitteln forschen, zeigt jedenfalls, dass das Thema definitiv Trendpotenzial hat.

Wenn der Straßenverkehr in den Megacitys dieser Welt aber in die Luft verlagert wird, dann wird auch das autonom geschehen. Fliegende Autos werden also ebenso selbstständig fliegen, wie das Google Car selbstständig fährt. Nur wenn Dir ein grauer DeLorean DMC-12 mit Baujahr 1982 in der Zukunft in der Luft begegnet, dann könntest Du noch einen echten menschlichen Fahrer am Steuer erspähen.

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