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Bendgate & gefakte Benchmarks: 7 krasse Smartphone-Skandale

Bendgate: Das Verbiegen von Smartphones hat mittlerweile Tradition.
Bendgate: Das Verbiegen von Smartphones hat mittlerweile Tradition. (©YouTube/Unbox Therapy 2015)

Jeder Mensch liebt einen guten Skandal – das ist bei Smartphones nicht anders als bei Promis oder deutschen Autobauern. In unserer Topliste zeigen wir Dir die sieben größten Handy-Eklats der vergangenen fünf Jahre.

1. Überhitzung beim Snapdragon 810 (2015)

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Der Snapdragon 810 von Qualcomm hatte mit Überhitzung zu kämpfen. (©Qualcomm 2015)

Unser erster Skandal ist ganz aktuell: Der Smartphone-Prozessor Snapdragon 810, der unter anderem im Sony Xperia Z3+ und im HTC One M9 verbaut ist, konnte bei anspruchsvollen Spielen oder Video-Streaming zu einer Überhitzung des Geräts führen. Das Xperia Z3+ schaltete sich teilweise sogar mitten im Betrieb ab, was Sony später mit einem Software-Update beheben wollte. Auch das HTC One M9 erreichte in einigen Benchmarks bis zu 55 Grad Celsius. Qualcomm bestritt eine Überhitzung des Snapdragon 810 jedoch vehement – allerdings wird sich Samsung wahrscheinlich nicht ohne Grund gegen den Prozessor im Galaxy S6 entschieden haben.

2. Bendgate beim iPhone 6 Plus (2014)

2014 brachte Apple mit dem iPhone 6 und dem iPhone 6 Plus erstmals Smartphones auf den Markt, die die magische Grenze von 4 Zoll überschritten und gleichzeitig dünner als die Vorgänger iPhone 5s beziehungsweise iPhone 5c waren. Kurz nach dem Release meldeten sich allerdings diverse Käufer unter dem Stichwort "Bendgate" zu Wort, bei denen das große iPhone 6 Plus angeblich in der Hosentasche verbogen sei. Was folgte, war eine endlose Zahl von Bendgate-Videos, Tests und Gegen-Tests. Bis heute ist nicht ganz geklärt, ob sich das iPhone 6 Plus tatsächlich so einfach verbiegt. Das Wörtchen Bendgate wird Apple seitdem aber nicht mehr los – und zugleich war eine völlige neue Kategorie des "Alltagstests" geboren.

3. Fake-Benchmarks beim Samsung Galaxy S4 (2013)

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Samsung half bei den Benchmark-Ergebnissen des Galaxy S4 etwas nach. (©CC. Flickr/Maurizio Pesce 2015)

Einen besonders hintertriebenen Skandal leistete sich Samsung mit dem Galaxy S4 und dem Galaxy Note 3 im Jahr 2013. Die Koreaner schummelten damals bei den technischen Werten für ihre neuen Flaggschiffe, indem sie eine Software installierten, die den Start eines sogenannten Benchmark-Tests erkannte. Sobald ein solcher Check, beispielsweise von Antutu, durchgeführt wurde, erhöhte sich automatisch die Leistung des Prozessors – ohne Rücksicht auf Dinge wie die Akkulaufzeit. Mit einer Alltagsnutzung des Galaxy S4 oder Note 3 hatte das Ganze natürlich nichts mehr zu tun. Ein Eklat, der schon ein wenig an den aktuellen Abgas-Skandal von VW erinnert.

4. Samsung vs. HTC One (2013)

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Vor dem HTC One hatte Samsung offenbar gehörig Respekt. (©CC: Flickr/Maurizio Pesce 2015)

2013 war irgendwie nicht das Jahr von Samsung. Der koreanische Konzern machte nicht nur mit den gefälschten Benchmarks für das Galaxy S4 Schlagzeilen (siehe oben), auch ein peinlicher Angriff auf den Konkurrenten HTC sorgte für Aufregung. Samsungs taiwanesisches Tochterunternehmen hatte für eine Art Anti-Guerilla-Marketing Studenten engagiert, die im Internet negative Testberichte über das HTC One verbreiteten. Als die Sache aufflog, musste sich Samsung offiziell entschuldigen und eine Geldstrafe von 340.000 Dollar zahlen.

5. Lightning-Anschluss beim iPhone 5 (2012)

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Den Lightning-Anschluss führte Apple mit dem iPhone 5 ein. (©TURN ON 2015)

Heutzutage haben alle neuen mobilen Apple-Geräte den Lightning-Anschluss. Im Jahr 2012 war der Aufschrei allerdings riesig, als der Konzern zusammen mit dem iPhone 5 die neue Schnittstelle einführte. Nicht nur waren viele Fans enttäuscht, dass Apple nicht auf einen universellen Micro-USB-Anschluss setzte, auch die Zubehör-Frage entrüstete jede Menge Nutzer. Immerhin war das gerade erst gekaufte Sounddock mit dem neuen Lightning-Anschluss nicht mehr kompatibel – zum Glück hatte Apple natürlich Adapter für den alten Dock-Connector im Angebot.

6. Antennagate beim iPhone 4 (2010)

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Mit dem iPhone 4 hatte Steve Jobs anfangs nicht viel Freude. (©Matthew Yohe 2015)

Die Mutter aller Smartphone-Skandale: Wenn Apple-Nutzer an einen Handy-Eklat denken, dürfte vielen als erstes das Antennagate aus dem Jahr 2010 einfallen. Der Konzern hatte damals mit dem iPhone 4 ein Redesign gewagt und die Antennen nach außen in den Metallrahmen verlegt – mit der Folge, dass vor allem Linkshänder durch eine bestimmte Handposition am Mobiltelefon unter ständigen Verbindungsabbrüchen litten. Apple erklärte zunächst, dass iPhone 4-Besitzer mit diesem Problem das Smartphone schlichtweg "falsch halten" würden. Später folgte die Behauptung, dass die Signalstärke aufgrund eines Berechnungsfehlers falsch dargestellt werde, was mit einem iOS-Update behoben werden sollte. Einen Monat nach der Vorstellung des iPhone 4 musste Apple-Chef Steve Jobs schließlich einräumen, dass beim Smartphone ein Konstruktionsfehler vorliegt. Alle Käufer erhielten daraufhin kostenlos eine iPhone-Hülle, die das Problem beheben sollte.

7. Apple und die Arbeitsbedingungen bei Foxconn (2010)

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Foxconn gerät wegen schlechter Arbeitsbedingungen immer wieder in die Schlagzeilen. (©picture alliance / dpa 2015)

Das chinesische Unternehmen Foxconn baut seit Jahren die iPods, iPads und iPhones von Apple. Schon fast genauso lange wird die Firma immer wieder mit Vorwürfen über extrem schlechte Arbeitsbedingungen konfrontiert. 2010 eskalierte aber die Situation, als innerhalb von wenigen Monaten mehr als ein Dutzend Mitarbeiter Selbstmord begingen – oftmals indem sie vom Dach der Foxconn-Fabrik sprangen. Arbeitsrechtler demonstrierten im Anschluss vor Foxconn-Werken und verbrannten dabei Bilder von iPhones. Das Unternehmen gelobte Besserung – Schlagzeilen über die schlechten Arbeitsbedingungen bei Foxconn gibt es aber weiterhin.

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